Das zweite Leben des Nick Mason

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • New York: G. P. Putnam's Sons, 2016, Titel: 'The second life of Nick Mason', Seiten: 288, Originalsprache
  • München: Droemer, 2017, Seiten: 333, Übersetzt: Karin Diemerling

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Andreas Kurth
Der Pakt mit dem Teufel als Fahrschein in die Freiheit

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2015

Nick Mason ist ein kleiner Verbrecher aus Chicago, der lange Zeit mit Auto-Diebstahl und Überfällen auf Klein-Dealer erfolgreich war. Als er Frau und Kind hat, steigt er aus, und hält seine Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Dann soll ein letzter illegaler Transport-Job noch einmal richtig Geld bringen. Die Truppe wird verraten, ein Cop erschossen. Mason hält aufgrund seiner Ganovenehre dicht, und wandert wegen Mordes unschuldig 25 Jahre in den Knast.

Der ebenfalls einsitzende Gangsterboss Darius Cole beobachtet Mason ein paar Jahre, und bietet ihm dann einen unglaublichen Vertrag an. Cole will dafür sorgen, dass Mason frei kommt. Der muss als Gegenleistung draußen der Mann fürs Grobe werden und Coles Aufträge ohne Widerstand erledigen. Mason brennt darauf, Frau und Tochter wiederzusehen. Er geht auf den Deal ein, ist kurz darauf frei - und wohnt in einer Luxusvilla in Chicago. Als das Handy zum ersten Mal klingelt, wird Nick Mason allerdings klar, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat.

Der allerletzte große Coup geht komplett in die Hose

Steve Hamilton betrat 1998 mit einem Paukenschlag die literarische Bühne in den USA. Mit "Ein kalter Tag im Paradies" gewann er einen Nachwuchspreis, und räumte dann auch noch den "Edgar Award" sowie den "Shamus Award" ab, zwei der renommiertesten Thriller-Preise in Amerika. Aus dem Buch über den Detektiv Alex McKnight wurde eine erfolgreiche Reihe mit insgesamt acht Folgen, allerdings sind nur fünf davon in Deutschland erschienen. Die sind von den Lesern der Krimi-Couch jedoch allesamt mit Spitzen-Bewertungen versehen worden.

Der Autor ist bekannt für seinen lakonischen Witz, und für seine Protagonisten, die keine strahlenden Helden, sondern eher Underdogs sind. Dieser Linie bleibt Hamilton auch bei Nick Mason treu. Der ist ein kleiner Dieb und Einbrecher, und im Grunde schon auf dem Weg raus aus dem kriminellen Sumpf. Es ist dann die in Literatur und Film allzu bekannte Geschichte vom allerletzten großen Coup, der Mason ein veritables Startkapital für Frau und Tochter bringen soll - und ihm dann eben zum Verhängnis wird.

Nick Mason stolpert in die Minenfelder der Unterwelt von Chicago

Steve Hamilton inszeniert das in seinem Thriller relativ dramatisch. Schon bald sind Mason die Detectives der Mordkommission und eine knallharte Sondereinheit auf den Fersen. Denn neben dem Protagonisten geht es in diesem Thriller vor allem um Cops. Genauer gesagt um ehrliche Cops - und um unglaublich korrupte Cops. Und deren wechselseitige Beziehungen zu Darius Cole und seinem Reich des Verbrechens. Der Autor lässt seinen zunächst eher unbedarften Protagonisten in diese ausgedehnten Minenfelder der Unterwelt von Chicago stolpern. Aber Nick Mason ist ein cleveres Kerlchen, durchschaut irgendwann das miese Spiel - und versucht es dann nach seinen Regeln neu zu spielen. Die Einblicke in den Mikrokosmos von Gewalt und Korruption, Drogen- und Waffengeschäften sind spannend und interessant zugleich. Hamilton zeigt hier einmal mehr, dass er eine Geschichte kurzweilig und fesselnd erzählen kann.

Bösewichter als Protagonisten von Krimis sind derzeit groß in Mode

Es ist in jüngster Zeit in Mode gekommen, Verbrecher und Mörder zum zentralen Protagonisten von Kriminalromanen zu machen. Ich will diese Tendenz gar nicht abschließend bewerten, wie man das findet, muss schließlich jeder Leser selbst beurteilen. Manche Autoren machen das gut, andere eher plump. Gelungen fand ich das beispielsweise in Der Sohn von Jo Nesbø, aber auch andere Autoren haben das ansprechend gestaltet.

Bei Nick Mason hat der Leser - wie so oft - verschiedene Optionen. Mitfiebern, oder sich über den Kriminellen aufregen. Der Protagonist wird keineswegs zwingend positiv dargestellt, aber das bereits erwähnte Underdog-Image führt schon dazu, jedenfalls bei mir, dass man eher Mitleid mit Mason hat. Irgendwie ist er in diese Sache reingeraten, sein erster Mord hat zudem noch Züge von Notwehr.

Mehr will ich hier nicht verraten, aber die Frage der Sympathie oder Antipathie für den Protagonisten macht die Lektüre dieses Romans noch interessanter. Steve Hamilton hat einen rasanten und lesenswerten Roman vorgelegt. Wenn Das zweite Leben des Nick Mason der Start einer neuen Reihe ist, sollte man diese im Auge behalten - es lohnt sich auf jeden Fall.

Das zweite Leben des Nick Mason

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Letzte Kommentare:
29.06.2019 12:06:15
wampy

Buchmeinung zu Steve Hamilton – Das zweite Leben des Nick Mason

„Das zweite Leben des Nick Mason“ ist ein Kriminalroman von Steve Hamilton, der 2017 bei Droemer TB in der Übersetzung von Karin Diemerling erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „The Second Life of Nick Mason“ und ist 2017 erschienen. Ich habe in die ungekürzte Lesung von Peter Lontzek gehört, die 2017 bei Audible erschienen ist.

Zum Autor:
Steve Hamilton, geboren 1961 in Detroit, studierte an der University of Michigan kreatives Schreiben. Bereits an der Universität wurde er mit einem Preis ausgezeichnet. Seitdem hat er zahlreiche Romane verfasst, zehn davon in der Serie um den Ermittler Alex McKnight. Für seine Werke erhielt er eine Vielzahl an Preisen. Neben Ross Thomas ist er der einzige Autor, der jemals den Edgar Award, den renommiertesten US-Krimi-Preis, sowohl für das beste Debüt als auch für den besten Roman gewonnen hat. Mit seiner Familie lebt er in dem kleinen Ort Cottekill, etwa hundertfünfzig Kilometer nördlich von New York City.

Klappentext:
Nick Mason war immer ein sauberer Gangster. Bis einer seiner Kumpels einen verdeckten Ermittler erschoss. Nick hielt sich an den Ehrenkodex, verriet seinen Komplizen nicht und ging in den Bau. Totschlag, Mindeststrafe: 25 Jahre. Im Gefängnis wird Darius Cole, der Pate von Chicago, auf ihn aufmerksam und macht ihm ein verlockendes Angebot: Nick soll Coles Mann für besondere Aufgaben werden, sein Ausputzer. Und so ist Nick nach fünf Jahren wieder raus. Eigentlich könnte er jetzt sein Leben in Freiheit genießen. Wenn da nicht dieses Handy wäre, das man ihm bei der Rückkehr nach Chicago überreicht hat. Wann wird es das erste Mal klingeln?

Meine Meinung:
Die Figur Nick Mason hat mich von Anfang an gefangen genommen. Er ist ein kleiner irisch stämmiger Gangster, der eine sehr hohe Haftstrafe absitzen muss. Als ihm Darius Cole ein Angebot macht, verkauft er ihm seine Seele. Darius Cole wirkt wie der nette Onkel von nebenan, ist aber ein Gangsterboss, der die Geschicke seiner Firma aus dem Gefängnis leitet. Sein Verhalten im Gefängnis und sein kleines Reich imponiert Nick Mason. Das Angebot: Freiheit gegen zu erledigende Jobs. Der Icherzähler Nick Mason kommt frei, stellt aber fest, dass das Leben in Freiheit nicht seinen Vorstellungen entspricht. Seine Exfrau möchte ihr gemeinsames Kind vor Nick schützen und fordert ihn auf, ihre Familie in Ruhe zu lassen. Auch gerät er in den Fokus eines Ermittlers, der noch nicht korrumpiert wurde. Dann kommt der erste Auftrag und es ist ein Mordauftrag. Er bringt einen korrupten Polizisten um.
Nick Mason ist mir sympathisch geblieben und ich habe immer auf ein gutes Ende gehofft. Eigentlich ist er ein moralischer Mensch, aber seinen Deal muss und will er einlösen. Man erfährt einiges über seine Vergangenheit und seine Wünsche. Er liebt seine Tochter abgöttisch, wodurch er aber auch angreifbar wird. So wird er in einen aussichtslos erscheinenden Kampf gezwungen. Viele der Figuren sind mir in hardboiled Krimis schon in ähnlicher Form über den Weg gelaufen und kaum ein Klischee wird ausgelassen. Trotzdem habe ich mich bestens unterhalten gefühlt.

Sprecher:
Peter Lontzek hat einen guten Job gemacht. Er liest gut verständlich und vermittelt die Stimmung der Hauptfigur ausgezeichnet.

Fazit:
Ein in Teilen vorhersehbarer hardboiled Krimi, der mit Spannung, Handlung und Figurenzeichnung punktet. Gerne vergebe ich sehr gute vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung für die Freunde dieses Genre aus.