Zeig dich, Mörder

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • New York: A. Knopf, 2007, Titel: 'Killer, come hither', Originalsprache
  • Berlin: Parlando, 2015, Seiten: 6, Übersetzt: Christian Brückner

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Jörg Kijanski
Durchschnittlicher Thriller über Rache durch Selbstjustiz

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2015

Jack Dana ist ein erfahrener Soldat, der mit den Marines im Irak und an anderen Brennpunkten kämpfte. Als er bei einem Einsatz in der afghanischen Provinz Helmand von einem Heckenschützen der Taliban verletzt wird, endet sein Einsatz für Amerika abrupt. Da seine Eltern nicht mehr leben ist sein Onkel Harry, Anwalt einer renommierten Kanzlei in New York, sein einziger Bezugspunkt, in dessen Wochenendhaus in Sag Harbor er sogar zeitweise wohnt. Umso größer ist Danas Schock als er nach einem Brasilienaufenthalt erfährt, dass Onkel Harry verstorben sei. Er habe sich in seinem Haus in Sag Harbor aufgehängt. Doch die Sache stinkt, denn es gibt keinen Abschiedsbrief, stattdessen wurde neben Harrys Leiche dessen geliebter Kater Plato gefunden – mit gebrochenem Genick.

 

"Ich kann nicht glauben, dass Harry Plato umbrachte und sich erhängte, weil er Abner Browns Mandat verloren hatte und aus der Kanzlei gedrängt worden war. Das ergibt keinen Sinn. Schlimmer noch – es widerspricht allem, was ich von Harry weiß. Dahinter steckt ein anderer Grund, da war eine andere treibende Kraft am Werk. Ich werde nicht ruhen, bis ich ausfindig gemacht habe, was und wer es war und was wirklich geschah."

 

Dana ist sicher, dass sein Onkel ermordet wurde und findet alsbald etliche Indizien, die seine Theorie stützen. Gemeinsam mit seinem besten Freund Scott, einem CIA-Mitarbeiter, und der engsten Mitarbeiterin seines Onkels, Kerry, macht sich Dana auf die Suche nach dem Mörder. So findet er heraus, dass Harry seinen Job kurz vor seinem Ableben überraschend aufgegeben hat. Offenbar fand er einige Sachen über seinen wichtigsten Mandanten, den Großindustriellen Abner Brown, heraus, die sein Gewissen belasteten. Daraufhin bedrängte Brown die Kanzlei, Harry von seinem Mandat zu entbinden und in den vorzeitigen Ruhestand zu versetzen...

Leider ist die Story recht voraussehbar.

Zunächst stellt Autor Louis Begley recht ausführlich den Lebenslauf seines Protagonisten Jack Dana und dessen enge Beziehung zu seinem geliebten Onkel vor. So findet der vermeintliche Selbstmord beziehungsweise der Leichenfund erst auf Seite 59 statt. Bis dahin erfährt der Leser viel über die Figuren, wobei man dies gerne deutlich hätte reduzieren können. Auch der weitere Handlungsverlauf erscheint recht aufgebläht und ist bemüht, eine insgesamt recht dünne Geschichte zu tragen. Früh wird klar, dass sein Onkel nicht freiwillig aus dem Leben schied (was niemanden überraschen dürfte) und dass es mit Abner Brown und dessen Geschäften zu tun haben muss (mangels Alternativen). Es folgt die Suche nach dem genauen Hintergrund und dem Auftragsmörder, gefolgt von der Frage, wie Dana Letzteren umbringen kann, ohne dass es wie ein Mord aussieht.

 

"Ja, ich müsste ihn so reizen, dass er den Kerl zu mir schickte, denn allein auf mich gestellt würde ich den Killer nie finden. Stand er dann vor mir, würde ich ihn umbringen. Oder er mich, die Möglichkeit konnte ich nicht von der Hand weisen. Das höhere Ziel, Abner Brown und sein Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, würde das Werk anderer sein, ob ich nun lebte oder tot war, und wenn die Inkompetenz, Feigheit und Korruption von Regierungsbeamten es nicht durchkreuzen, würde es auch erreicht werden."

 

Mangels Vertrauen in die Staatsorgane greift Dana, der stolze Marine, also kurzerhand zur Selbstjustiz, wobei ihm gar nicht erst die Idee kommt, es auf ein Verfahren vor Gericht ankommen zulassen. Rechtsstaat, nein danke. Der Spannungsbogen hält sich dabei in engen Grenzen, da er letztlich nur auf den sich früh abzeichnenden Showdown hinausläuft, und so ist eines der wenigen Glanzlichter dieses Romans, die Kraft des Autors, die Denkweise und den Charakter des konservativen und waffenverliebten Amerika - einer Obduktion gleich - offenzulegen. Arme USA, aber immerhin gibt das Verhalten von Kerry, in die sich Dana unsterblich verliebt, ein wenig Hoffnung.

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Letzte Kommentare:
16.07.2015 16:43:38
monika labusch

Wer Louis Begley kennt, kann sich nur die ganze Zeit über dieses Buch wundern. Nicht, weil die story so simpel ist, sondern weil aus dem ganzen Buch eine Wut ohnegleichen spricht. Hatte Begley in seinen früheren Büchern subtil Kritik an der U.S. amerikanischen Gesellschaft geübt, ins besondere am Antisemitismus der Eliten, so lässt er hier kein gutes Haar am Rechtssystem, oder an der brutalen " wer zuerst schießt hat recht" Mentalität dieser Nation.
Hat man sich bei seinem Erstling, wartime lies, gefragt, was ist hier autobiografisch, was ist Fiktion, so auch hier, was ist passiert, dass die Öffentlichkeit mit einer so verheerenden Beschreibung einer Rechtsanwaltskanzlei konfrontiert wird.
Als gründliche Leserin von Begleys Büchern komme ich zu zwei Schlussfolgerungen, Begley ist senil geworden, oder aber er hat in ein Wespennest stechen wollen.
Lohnt es sich, dieses Buch zu lesen? Wenn man gerne spannende, etwas primitive Krimis liest, warum nicht, wenn man sich für Begley interessiert, in jedem Fall.