SchneeFall

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Köln: Bastei Lübbe, 2014, Seiten: 304, Originalsprache

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Jörg Kijanski
SchneeFall: Ein Fall für Fall in Fall. Zufall?

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2015

Krimiautor Peter Fall hat die Scheidung von seiner Frau Nicole noch nicht verkraftet und seitdem eine Schreibblockade. Sein neuer Romanentwurf ist eine Katastrophe, doch sein Verleger will ihm noch eine Chance geben. Fall soll sich für ein paar Wochen in das Chalet des Verlegers zurückziehen, wo er in der Abgeschiedenheit der Alpen an seinem neuen Werk in Ruhe arbeiten kann. Fall macht sich auf den Weg, gerät jedoch in ein schweres Unwetter und wird kurz vor seinem Ziel von einer Schneelawine erwischt. Gerade noch rechtzeitig wird er aus seinem Auto geschleudert, welches in die Tiefe stürzt, und befindet sich nach seinem Erwachen in einer kleinen Pension, die von Magdalena Hofer betrieben wird. In einem kleinen Dorf namens Fall ist er gelandet, welches zugeschneit und bis auf Weiteres völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist. Fall bemüht sich, sich mit der Situation zu arrangieren und macht Bekanntschaft mit Harry, dem Betreiber des örtlichen Heimkinos. Doch mit der dörflichen Ruhe ist es bald vorbei, denn der Pfarrer bittet Fall um Hilfe, denn Annegret Moser; Magdalenas beste Freundin, wurde erschlagen. Da die Polizei nicht zur Hilfe eilen kann, soll Fall die Ermittlungen vorerst übernehmen, da er als Krimiautor als Einziger im Ort über kriminalistische Erfahrung verfügt. Bald gerät Fall selbst in Verdacht, denn der Mörder hat das Verbrechen genau so verübt, wie er es in seinem neuen Roman beschreibt. Aber dieser befindet sich noch als Rohentwurf auf seinem Laptop...

Start einer neuen Krimireihe.

SchneeFall ist der erste Fall für Peter Fall, der in einem kleinen Dorf namens Fall spielt. Sieht man von diesen geringfügig nervenden Wortspielereien (der nächste Fall für Fall trägt den Titel MordFall) und ein, zwei Logiklücken einmal ab, so ist der Start der Peter-Fall-Reihe durchaus gelungen. Zwar kommt es im weiteren Handlungsverlauf zu der ein oder anderen "lustigen" Begebenheit, aber SchneeFall ist ein durchaus ernsthaft geschriebener und packender Krimi im klassischen Whodunnit-Format. Da die ermordete Annegret gegenüber dem männlichen Geschlecht sehr aufgeschlossen war, gibt es schon bald mehrere Verdächtige. Annegret war schwanger und wollte das Dorf verlassen. Eifersucht? Erpressung? Mehrere Motive sind denkbar und auch der übertrieben ehrgeizige Bürgermeister kommt durchaus als Täter in Verdacht.

 

"Weißt du, was ich viel schlimmer finde? Die Verlogenheit, die einem hier überall entgegenschlägt."
"Ist'n kleiner Ort. Wenn dein guter Ruf hier Schaden leidet, leidest du ebenfalls. Also sind alle bemüht, die Fassade aufrechtzuerhalten."

 

Die Figur des Protagonisten ist gut gezeichnet und dürfte einige Ähnlichkeiten mit dem realen Krimiautor Michael Peinkofer gemein haben. Das Zusammenleben im Dorf wird ebenfalls gekonnt beschrieben, wenngleich es (vermutlich unvermeidbar) ein wenig klischeehaft klingt. Dafür ist die Ausgangssituation umso beachtlicher, wenngleich nicht gänzlich neu. Ein Dorf ohne Kontakt zur Außenwelt und ein frei herumlaufender Mörder. Oder wurde dieser gar schon gefunden? Ein geistig zurückgebliebener 18-jähriger Junge wurde blutverschmiert kurz nach dem Mord aufgefunden. Für die Einheimischen ist der Fall klar, nur für Peter Fall scheint diese Lösung zu einfach zu sein. So ermittelt er mit Harry weiter, sehr zum Ärger des Bürgermeisters.

Die Auflösung wird nicht alle Leser überraschen und das Finale hat vielleicht eine "überraschende" Wendung zu viel. Dennoch ist SchneeFall ein spannender und empfehlenswerter Krimi von Michael Peinkofer, der zuvor mit historischen Romanen wie "Die Bruderschaft der Runen" und zahlreichen Werken aus dem Genre Fantasy (Orks-Reihe, "Die Zauberer"-Reihe) bekannt wurde. Nun schreibt Peinkofer also wieder Krimis, wie schon zu Beginn seiner Karriere. Damals noch als Ghostwriter für Jerry Cotton.

SchneeFall

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Letzte Kommentare:
11.10.2017 17:11:04
tassieteufel

Krimiautor Peter Fall steckt in einer ziemlichen Krise, seine Frau hat ihn verlassen und auch sein schriftstellerisches Talent scheint sich verflüchtigt zu haben, denn sein neuester Roman erregt bei seinem Verleger nur Kopfschütteln. Kurzer Hand verfrachtet ihn dieser in seine Hütte in die Alpen, damit Peter in der Abgeschiedenheit zu seinem alten Selbst zurück finden soll. Doch schon die Anreise in der Berge gestaltet sich schwierig. Eine nervige Bahnfahrt, dann gibts Huddeleien mit dem Mietwagen und während der Autofahrt zur Berghütte wird Peter von einer Lawine mitgerissen. Er erwacht in einem abgelegenen Bergdorf, das durch den Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist. Als ein Mord an einer jungen Frau passiert, bitten die Dörfler Peter, in dem Fall zu ermitteln, da er als Krimiautor von allen noch die meiste Erfahrung hat. Während sich Peter mit Elan an die Ermittlungen macht, gefällt nicht allen Bewohnern von Fall, was Peter da macht und schon bald gerät er in arge Schwierigkeiten.

Die Wortspielerei: Peter Fall, strandet auf Grund von Schneefall im Ort Fall, begegnet dem Leser durch das ganze Buch hindurch und sorgt durchaus für die ein oder andere amüsante Szene. Insgesamt aber werden Krimifans wohl nicht rundherum zufrieden sein. Das Konzept des Whodunit wird zwar recht gelungen umgesetzt, bei der Aufklärung des Verbrechens gibt es aber doch ein paar Defizite! Zunächst landet der arg gebeutelte und in Selbstmitleid schwelgende Peter Fall in dem von der Außenwelt abgeschnittenen Dorf und wird recht bald mit dem Mord konfrontiert. Da das Dorf eingeschneit ist, muß sich der Mörder also unter den Bewohnern befinden. Peter beginnt mit den Befragungen und hat schon bald reichlich Verdächtige und Motive zur Auswahl, hier kann man als Leser mitraten und sich auf Tätersuche begeben. Allerdings haben die Dorfbewohner schon bald einen eigenen Täter, von dessen Schuld fast alle überzeugt sind. Natürlich ist das so offensichtlich, dass es gar nicht stimmen kann! Die tatsächliche Entlarvung des Täters ist dann leider so einfallslos und ohne jede Raffinesse, dass man als Leser dann schon recht enttäuscht ist. Auch in der Handlung gibt es kleine Ungereimtheiten und Logikfehler, die man aber durchaus verschmerzen kann.
Die Charakterzeichnung ist im Großen und Ganzen ok, allerdings werden hier doch reichlich Klischees bedient, sowohl bei der Hauptfigur, wie auch bei den Dorfbewohnern, wer wenig Krimis liest, den stört dies sicher weniger, Krimivielleser begegnen hier allerdings wenig originelle Charaktere.
Der Schreibstil des Autors ist aber flott und eingängig und weist auch einigen Humor auf, so dass sich das Buch zügig lesen läßt, das offene Ende weist auf einen weiteren Teil hin, der mit dem Titel "MordFall" auch bereits erschienen ist.

FaziT: solider Krimi, allerdings werden reichlich Klischees bedient und bei der Auflösung des Mordfalles hätte ich mir ein wenig mehr Raffinesse erhofft.

11.04.2016 19:21:02
psschulz2

Diesen Krimi konnte ich flüssig lesen, und ich habe ihn gerne gelesen, denn er war interessant, unterhaltsam und spannend. Nicht zu langatmig durch präzise Wortwahl. Die eigentliche Krimi-Geschichte ist recht originell und hat ein furioses Finale mit fast schon zu viel shoot-out für so ein Umfeld.
Allerdings:
Er bedient 2 Klischees: Einmal das des in Krisen (Schaffenskrise und Beziehung-/Lebenskrise) geratenen Autors, und zum Zweiten das des total eingeschneiten und von der Außenwelt abgeschnittenen Ortes (fiktives Dorf in den Alpen) ohne Polizei und Kriminaltechnik – für mich ein wenig zu viel Klischees.
Dann gibt es in der eigentlichen Krimi-Geschichte mehrere kleine Ungereimtheiten, über die ich hier nicht zu viel erzählen kann, ohne künftigen Lesern die Spannung zu nehmen, aber vielleicht so viel zu zweien davon: Bei einer geht es um die Kraft einer Frau, einen bewusstlosen Mann eine Treppe hinauf in ein Bett zu tragen; und bei der anderen darum, ob der Täter seine Fingerabdrücke wirklich hätte fürchten müssen . Zur dritten und den weiteren kann ich wirklich nichts sagen, ohne zu viel vorwegzunehmen.