Tokio Kill

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • New York: Simon & Schuster, 2014, Titel: 'Tokyo Kill', Originalsprache
  • München: Heyne, 2015, Seiten: 496, Übersetzt: Ulrike Clewing

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Andreas Kurth
Killer, Krieger und große Kunst

Buch-Rezension von Andreas Kurth Dez 2014

Der japanische Geschäftsmann und ehemalige Soldat im Zweiten Weltkrieg, Akira Miura, wendet sich mit einem dringen Anliegen an Brodie Security. Die erfolgreiche Ermittleragentur hat der Vater von Jim Brodie vor vier Jahrzehnten gegründet - und nun sitzt Jim, eigentlich Kunsthändler und geschätzter Experte für asiatische Kultur, immer öfter am Schreibtisch seines verstorbenen Vaters in Tokio, statt in seinem Geschäft in San Francisco zu sein.

Akira Miura wird von seinem sich merkwürdig verhaltenden Sohn begleitet. Der alte Mann ist sich sicher, dass ihn gefährliche Feinde aus der dunklen Vergangenheit in den Zeiten des Krieges töten wollen. Erste Ermittlungsansätze deuten auf chinesische Triaden hin, und führen zu Kriegsverbrechen aus der Zeit der japanischen Besetzung der Mandschurei.

Als kurz nach dem Besuch der Miuras der Sohn in einem Rotlichtviertel grausam ermordet und verstümmelt wird, scheinen sich die Befürchtungen des alten Mannes zu bestätigen. Jim Brodie und seine Mitarbeiter stoßen bei ihren Ermittlungen auf Geheimbünde, zwielichtige Gestalten und einen Kampf um Schuld und Sühne. Menschenleben scheinen in dieser Gemengelage nichts wert zu sein - und dann wird es für Brodie immer undurchsichtiger.

Ein nachdenklicher, aber dennoch entschlussfreudiger Protagonist

Jim Brodie ist eine ungewöhnliche Figur, und das hat mir schon bei der Lektüre von JapanTown außerordentlich gut gefallen. Barry Lancet macht in seinem neuen Thriller nahtlos weiter mit den rasanten Ereignissen rund um den handelnden Detektiv oder ermittelnden Händler – je nach Perspektive. Der Autor baut dabei erneut einen guten Spannungsbogen auf.

Jim Brodie betreibt in San Francisco mit großer Fachkenntnis und viel Herzblut ein Antiquitätengeschäft, aber in Tokio ist er unfreiwilliger Teilhaber einer Ermittlungsagentur. Seine Ehefrau wurde vor einigen Jahren ermordet – und das hat seinen Charakter und seine Denkweise nachhaltig geprägt. Nicht zuletzt aufgrund dieser Vorgeschichte ist er kein Draufgänger, sondern ein nachdenklicher, aber dennoch entschlussfreudiger Mensch.

Brodie hat eine sechsjährige Tochter, die er viel zu oft vernachlässigen muss, was ihm ein ständiges schlechtes Gewissen beschert. Die Amerikaner würden ihn wohl einen smarten Burschen nennen – mir fällt im Deutschen keine passendere Bezeichnung ein.

Der Autor hat akribisch und eingehend recherchiert

Die Serie um Jim Brodie nimmt mit dem zweiten Band so richtig Fahrt auf. Das liegt auch am flüssigen und gut zu lesenden Erzählstil von Barry Lancet. Der Autor hat offensichtlich akribisch und eingehend recherchiert, wobei ihm seine Kenntnis beider Länder offensichtlich geholfen hat. Auch mit dem neuen Roman verschafft Lancet seinen Lesern gute Einblicke in interessante Aspekte der japanischen Geschichte und Kultur. Kampfsport wird ebenso beleuchtet wie japanische Besonderheiten im Zweiten Weltkrieg.

Dazu kommen noch das ganz spezielle Verhältnis von Japan und China - sowie das Denken beider Bevölkerungen übereinander. Die herausragende schriftstellerische Leistung ist dabei die Verknüpfung all dieser Aspekte mit einer wirklich spannenden Romanhandlung. Barry Lancet streut die vielen Hintergrund-Informationen nicht einfach wahllos ein, sondern nutzt sie sehr geschickt, um damit die Handlung voranzutreiben und die Spannung zu erhöhen.

Jim Brodie ist der unumstrittene Star der Handlung

Neben dem Haupt-Protagonisten sind vor allem sein Chef-Ermittler sowie seine Tochter wichtige Neben-Akteure. Jim Brodie ist aber der unumstrittene Star der Handlung, mit allen Aspekten und Ungereimtheiten seines Charakters. Er verknüpft Fachwissen und Intuition in bemerkenswerter Weise.

Seine verantwortungsbewusste Haltung gegenüber seiner Tochter, die bereits viel durchmachen musste in ihrem noch jungen Leben, verleiht ihm dabei mehr als sympathische Züge. Aber auch gegenüber seinen Mitarbeitern und Kollegen zeigt er Sorge und Mitgefühl. Er ist sich der Folgen und Konsequenzen unerwarteter – aber auch bewusst herbeigeführter - Ereignisse mehr als bewusst.

Bei Kämpfen und Auseinandersetzungen hat er zuweilen etwas viel Glück, kommt in aller Regel relativ ungeschoren davon. Das macht ihn aber keineswegs zu einem unglaubwürdigen Superstar – und so nimmt man das augenzwinkernd hin. Tokio Kill bietet wie der Vorgängerband enormes Lesevergnügen, und so freue ich mich bereits auf den nächsten spannenden Fall mit Jim Brodie und seinen engagierten Kollegen.

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