Der Fünf-Minuten-Killer

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • New York: Atria, 2014, Titel: 'Five Minutes Alone', Originalsprache
  • München: Heyne, 2015, Seiten: 608, Übersetzt: Frank Dabrock

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Für jeden Detective ist es ein Albtraum: Die Begegnung mit den Angehörigen von Mordopfern, die tief erschüttert nur noch einen Wunsch haben. Fünf Minuten alleine mit dem Täter, fünf Minuten, um sich zu rächen. Der Polizist Theo Tate kann ein Lied davon singen, denn seine Heimatstadt Christchurch ist in den letzten Jahren von mehreren brutalen Verbrechensserien heimgesucht worden. Und jetzt ist es wieder soweit. Ein perfider Mörder terrorisiert die Stadt. Er wird bekannt als der Fünf-Minuten-Killer, denn er gibt den Hinterbliebenen von Gewaltopfern eben jene fünf Minuten der Rache: Ob sie wollen oder nicht ....

Der Fünf-Minuten-Killer

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Letzte Kommentare:
11.09.2020 22:05:23
Stefan Roth

Paul Cleave hat mich vor Jahren mit seinem Buch „Der Siebte Tod“ begeistert, auch „Opferzeit“ war lesenswert. Nun habe ich das dritte Buch von ihm „Der 5-Minuten Killer“ gelesen.

Allerdings wusste ich nicht das das Buch der Abschluss einer Trilogie rund um die Christchurcher Polizisten Theodor Tate und Carl Schroder ist. Es wurde recht oft auf das Bezug genommen was in den Bänden 1 +2 geschah, allerdings wurde immer, fast zu ausführlich und auch in Wiederholungen, erklärt, was die beiden Cops zusammen erlebt haben, fast als würde der Autor davon ausgehen das seine Leser die ersten beiden Bände nicht gelesen haben.

Dem Tempo der Handlung tat das nicht gut, auch ist das Buch mit insgesamt 600 Seiten deutlich zu umfangreich geraten. Die beiden Polizisten (wobei Carl Schroder nur EX Polizist ist, also mittlerweile Privatier) handeln so gar nicht nach dem was man sich gemeinhin unter 2 vernunftgesteuerten Polizisten vorstellen würde, aber genau daraus bezieht die Geschichte ihre Spannung. Tate und Schroder sind wohl auch nur im Kontext der ersten beiden Bücher zu verstehen, ansonsten müsste man die Story sofort als hanebüchen und unlogisch abtun.

Gefallen hat mir einmal mehr der flotte Schreibstil von Paul Cleave, er versteht es ausgezeichnet in der ersten Person eine Geschichte zu erzählen, was den meisten Autoren eher abgeht, die getrauen sich erst gar nicht an Bücher, geschrieben in der ersten Person, heran.

Paul Cleave hat mit „Der 5- Minuten Killer“ wieder einen spannenden und interessanten Thriller, diesmal mit einigen Längen, abgeliefert. Sein Buch ist gut, aber nicht herausragend und für mich

75 von 100 ° wert.

22.03.2018 18:55:20
Krimisofa.com

Einzelbewertung:

Plot: 4/5
Atmosphäre: 5/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 5/5
Showdown: 4/5

Dean Koontz‘ Bücher sind einzigartig. Kaum fängt man an, sie zu lesen, will man nicht mehr aufhören. Mein erster Koontz war „Irrsinn“ und ab dann habe ich diesen rasanten Schreibstil geliebt; es folgten etliche andere, die meisten davon mit einem Insekt am Cover. Mein letztes war „Frankenstein – Das Gesicht“, welches mich gar nicht begeistert hat, weshalb ich danach eine Koontz-Pause eingelegt habe, die nach sechs Jahren nun mit „Suizid“ sein Ende gefunden hat - und ich bereue nichts.

Jane Hawk ist Ende 20, bildhübsch, und toughe FBI-Agentin. Sie liebt ihren Sohn Trevor über alles; bevor er stirbt, würde lieber sie sterben wollen. Während sie quer durch die USA tingelt, passen gute Freunde von ihr auf Trevor auf, denn sie kann ihn nicht auf ihre Mission mitnehmen, auch wenn sie das am liebsten tun würde. Jane schläft in Motels, am besten alle zwei Tage in einem anderen, weil die Gefahr besteht, dass ihre Widersacher sie ausfindig machen könnten. Wobei schlafen bei ihr ohnehin ein relativer Begriff ist, denn sie schläft nicht viel, auch wenn sie das zu Fehlern verleitet, weshalb sie sich zeitweise mit Alkohol zum schlafen zwingen muss. Der Charakter von Jane ist unnahbar, nicht wirklich greifbar und weder sympathisch, noch unsympathisch. Fast wirkt Jane wie ein seelen- und gefühlloser Android, was perfekt zur Atmosphäre passt.

„Suizid“ ist der erste Teil der Jane-Hawk-Reihe und ab der ersten Seite ist man in der Geschichte drin. Den Selbstmord von Nick bekommt man als Leser nicht mit, da die Geschichte einige Monate danach beginnt; man bekommt ihn aber nacherzählt. Ab der ersten Seite umgibt einem eine Atmosphäre, an die man sich erst gewöhnen muss, denn sie ist nicht nur dicht, sondern auch verdammt düster, sodass sie einen bedrückt. Die Atmosphäre würde eher zu einem männlichen Protagonisten passen, aber Jane steht sie mindestens genau so gut, denn sie agiert nicht wirklich weiblich – fast hat man das Gefühl, Koontz hatte beim Schreiben einen Mann vor den Augen gehabt, dem er einen Frauennamen gegeben hat. Trotz der düsteren Atmosphäre wird nicht nur Jane durch die USA gejagt, sondern auch der Leser durchs Buch.

Am Rande der Geschichte bekommt man mit, dass in Philadelphia ein Terroranschlag verübt wurde, bei dem - analog zu 9/11 - ein Flugzeug auf einem Highway zum Absturz gebracht wurde und etliche Menschenleben gekostet hat. Obwohl er nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat, nimmt der Terroranschlag zumindest am Anfang eine relativ große Rolle ein. Später schlägt die Handlung eine Richtung ein, die an Marc Elsbergs „HELIX“ erinnern, was überaus interessant ist.

Im Prinzip hat „Suizid“ nur einen Erzählstrang, nämlich der um Jane Hawk. Aber zwischendurch nimmt der Leser immer wieder andere Perspektiven ein, etwa die des mutmaßlichen Antagonisten. Erst recht spät gesellt sich dann doch ein zweiter Strang dazu. Etwaige Liebes- oder gar Sexszenen erspart uns Koontz zum Glück - sie würden auch weder zur Atmosphäre, noch in den Kontext passen.

Den einzigen Kritikpunkt ist kein wirklicher, weil es Koontz‘ Stil ist, dass abgesehen vom Hauptcharakter nahezu alle Charaktere in seinen Büchern blass sind. Das trifft auch auf „Suizid“ zu. Das kann allerdings problematisch werden, wenn sie später doch noch eine größere Rolle einnehmen.

Tl;dr: „Suizid“ von Dean Koontz ist ein rasanter Thriller, der eine äußerst düstere Atmosphäre hat, an die man sich erst gewöhnen muss. Der erste Teil der Jane-Hawk-Reihe hat eine irrsinnig toughe Protagonistin, die ihre Rolle voll und ganz auszufüllen weiß, und die weder sympathisch noch unsympathisch ist. Später schlägt „Suizid“ eine Richtung ein, die an „HELIX“ von Marc Elsberg erinnern.

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