Untervörde

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 2014, Seiten: 192, Originalsprache

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Andreas Kurth
Wenn Tote scheinbar zurückkehren

Buch-Rezension von Andreas Kurth Nov 2014

Klara Göbel ist zunächst in einem kleinen Dorf an der Weser aufgewachsen. Nach einem schrecklichen Unglück, bei dem ihre Mutter starb, hat die Familie dann den Wohnort gewechselt. Die inzwischen erwachsene Klara wohnt mittlerweile in Berlin, und kehrt bei einer Radtour mit einer Freundin entlang der Weser in ihre Heimat zurück. Während ihre Begleiterin sich nicht gut fühlt, die Tour abbricht und nach Berlin zurückkehrt, erreicht Klara ihr Heimatdorf und findet dort ein Kreuz am Wegesrand. Dort ist der Name ihrer Mutter Viola verzeichnet – sie starb vor 16 bei einem Unfall. Weil Klara eine Panne mit dem Fahrrad hat, bleibt sie in Untervörde, um ihr Fahrzeug reparieren zu lassen. Die junge Frau sorgt in dem kleinen Nest für Aufregung, ist sie doch ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Nach einigen Gesprächen findet Klara heraus, dass ihre Mutter Viola keinesfalls bei einem Unfall ums Leben kam, sondern vergewaltigt und anschließend erdrosselt wurde. Der vermeintliche Mörder, Bernd Pohlmeier, ist der Vater von Klaras Jugendfreundin Vera und hat seine Strafe bereits abgesessen. Als er dann tot am Ufer der Weser gefunden wird, gerät Klara schnell in das Visier der Polizei. Nun muss sie sich intensiver als geplant mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen.

Enorme psychologische Spannung

Der Kriminalroman von Christiane Höhmann kommt zunächst recht unspektakulär daher, um dann enorme psychologische Spannung aufzubauen. Die Radtour der Protagonistin führt an der Weser entlang, offensichtlich hat sie sich keine Gedanken darüber gemacht, dass sie in ihrer alten Heimat vorbei kommt. Ihre Freundin macht wegen körperlicher Probleme kehrt und fährt wieder nach Berlin zurück – Klara ist allein, und die Kulisse für den Roman damit bestens bereitet. Den ersten emotionalen Höhepunkt gibt es, als sie unversehens auf das Kreuz mit dem Namen ihrer Mutter trifft. Der Leser ist durch den Klappentext bereits darüber informiert, dass Viola Göbel nicht bei einem Unfall starb, sondern ermordet wurde. Klara dagegen wird durch eine abgesprungene Fahrradkette im Dorf festgehalten – und erfährt in ganz kleinen Häppchen, was wirklich mit ihrer Mutter passiert ist. Dieser Abschnitt des Buches ist wirklich faszinierend, denn hier erfahren Protagonistin und Leser zeitgleich etliche wichtige Zusammenhänge der lange zurück liegenden Geschehnisse.

Aufruhr in dem kleinen Ort an der Weser

Ihre offenbar frappierende Ähnlichkeit mit ihrer Mutter führt dazu, dass Klara für einigen Aufruhr in dem kleinen Ort an der Weser sorgt. Der nicht vergessene, aber gründlich verdrängte Mord steht einigen Untervördern plötzlich wieder dicht vor Augen. Das Thema des Buches, die Konfrontation von Menschen mit einer verdrängten Vergangenheit, wird stufenweise aufgebaut, und damit die Spannung immer weiter gesteigert. Die psychologischen Aspekte sind dabei gelungen gestaltet, die ermittelnden Polizisten geraten dadurch ziemlich in den Hintergrund. Vielleicht ist das so gewollt, aber ich hätte mir an der Stelle etwas mehr Ausführlichkeit und Tiefe gewünscht. Die Lösung wird gewissermaßen von den handelnden Personen selbst aufbereitet, die Leistung der Ermittler kommt mir etwas zu kurz. Die Polizisten bleiben insgesamt etwas blass, hier hätte die ‚Autorin noch etwas weiter ausholen dürfen. Das wird allerdings durch einige falsche Fährten, authentische Dialoge und einen flüssigen Schreibstil zumindest teilweise ausgeglichen. Der ziemlich überraschende Abschluss ist dann nochmals ein kleines Highlight. Insgesamt also – trotz kleiner Schwächen – ein lesenswerter Roman.

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