Der Code

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Osterwold Audio, 2014, Seiten: 2, Übersetzt: Uve Teschner, Bemerkung: ungekürzte Lesung

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Andreas Kurth
Wie real kann ein Thriller sein?

Buch-Rezension von Andreas Kurth Nov 2014

In drei europäischen Hauptstädten passieren drei Verbrechen, deren Zusammenhang lange Zeit unklar bleibt. In Berlin schießen Unbekannte – als Sanitäter verkleidet - einen Obdachlose scheinbar grundlos nieder und schaffen ihn in einem Rettungswagen weg – ohne jede Spur, und ohne dass er vermisst wird. Ganz anders in Stockholm, wo der Militär-Kryptologe William Sandberg einen Selbstmordversuch unternimmt, und anschließend spurlos aus dem Krankenhaus verschwindet. Da seine Wohnung nahezu leer geräumt ist, glaubt die Polizei, dass er freiwillig gegangen ist. In Amsterdam wurde die junge Sumerologin Janine Haynes schon vor Monaten in einem Café betäubt und entführt. Sandbergs Ex-Frau Christiane, eine erfahrene Journalistin, glaubt nicht an ein freiwilliges Verschwinden von William. Er hat ein Foto ihrer gemeinsamen, verstorbenen Tochter zurück gelassen – und das würde er niemals tun. Mit einem Praktikanten an ihrer Seite macht sich Christiane auf die Suche, und schon bald gibt es keinen Zweifel mehr, dass William entführt wurde. Es geht der unbekannten Organisation, die ihn in ihre Gewalt gebracht hat um die Entschlüsselung einer Botschaft geht, die in der DNA des Menschen verborgen liegt – was für alle unabsehbare Folgen haben kann.

Geschickte Mischung aus Fiktion und Realität

Fredrik T. Olsson hat mit Der Code ein wirklich rasantes und spannendes Thriller-Debüt vorgelegt. Er hat dabei eine überaus geschickte Mischung aus Fiktion und Realität geschaffen, die neben den starken Charakteren enorm zur Faszination der Geschichte beiträgt. Eine Organisation, die Nationen-übergreifend agiert, ist dabei nichts Besonderes. Aber Dauer und Motivation ihrer Aktivitäten sind es dann doch – zu tief darf ich hier nicht ins Detail gehen, aber der Autor hat insgesamt ein Bild gezeichnet, das faszinierend und beängstigend zugleich ist. Vieles bleibt lange oder gar komplett im Nebel, aber das ist für die Geschichte am Ende nicht wirklich relevant. Olsson schildert Struktur und Herkunft der Beteiligten nur soweit es für die Geschichte notwendig ist, und in meinen Augen unnötigen Ballast lässt er dann lieber weg. Das macht die Erzählung richtig griffig und überaus süffig zu lesen. Die eher realitätsbezogenen Aspekte hat der Autor offenbar gut recherchiert, so ist jedenfalls mein durchgängiger Eindruck.

Die Protagonisten entwickeln sich

Seinen Protagonisten verordnet der Autor im Laufe der Geschichte einen durchgreifenden Wandel der Persönlichkeit. William Sandberg, ein depressiver Wissenschaftler, der eher lebensuntüchtig erscheint, wofür auch seine Suizidversuche sprechen, entwickelt sich zu einer starken und zeitweise dominanten Figur. Dafür sind zum einen die dramatischen Ereignisse verantwortlich, zum anderen aber auch die Gespräche mit seinen Mitstreitern. Er erkennt, dass er letzten Endes auch wieder Verantwortung für andere Menschen übernehmen muss – auch wenn er sich eine Mitschuld am Tode seiner Adoptivtochter gibt. Befeuert wird diese Haltung vom Verhalten der jungen Wissenschaftlerin Janine Haynes – einer von Beginn an starken Persönlichkeit. Sie will sich mit ihrer Gefangennahme nicht abfinden und sucht ständig nach Möglichkeiten, aus dem Schloss der Organisation zu fliehen. Aber auch der Praktikant Leo Björk, der von Christina Sandberg überraschend ins Vertrauen gezogen und an der Suche nach ihrem Mann beteiligt wird, wandelt sich vom grauen Mäuschen zu einer aktiven Figur. Die kleine Gruppe – später noch ergänzt durch den Freund von Janina – formiert sich zu einer engen und schlagkräftigen Gemeinschaft.

Medien-Meldungen korrespondieren mit Roman-Handlung

Die mit vielen wissenschaftlichen Details angereicherte und stets rasante Geschichte bietet dem Leser viele Wendungen und Überraschungen. Besonders faszinierend dabei ist, dass die aktuellen Meldungen der Medien im Sommer und Herbst 2014 mit der Handlung des Buches in vielerlei Aspekten zu korrespondieren scheinen. Wenn Ebola-Patienten auf der ganzen Welt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen behandelt werden erinnert das doch sehr stark an etliche Passagen des Romans – auch wenn in der Realität nicht ganz so brutal gegen die Seuche vorgegangen wird. Auf alle Fälle kann man dem Szenario des Autors perfekt folgen. Fredrik T. Olsson hat mit Der Code gezeigt, dass er ein wirklich guter Geschichtenerzähler ist. Der Verlag teilt im Klappentext mit, die Rechte seien bereits an Hollywood verkauf – auf den Film freue ich mich jetzt schon.

Der Code

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Letzte Kommentare:
23.04.2017 20:37:19
walli007

Sandberg

William Sandberg hält es in seinem Leben nicht mehr aus, seine Tochter ist gestorben, er ist geschieden, er versucht, sich umzubringen. Er kann gerettet werden und er verschwindet. Seine Ex-Frau Christina, eine Journalistin, macht sich auf die Suche nach ihm. An dem Ort, an den er gebracht wird, trifft er Janine Haynes, die bereits seit mehreren Monaten an dem verwunschenen Ort ist. Beide sind Wissenschaftler und in kleinen Einzelteilen erfahren sie, aus welchem Grund sie in diese abgelegene Anlage gebracht wurden. Es wurde eine Nachricht gefunden, die entschlüsselt werden soll. Unbekannt ist, wer die Nachricht verfasst hat und welchem Zweck sie dient.

Der eigentlich lebensmüde William Sandberg merkt in einem Moment wie sehr er doch noch am Leben hängt. Die tatsächliche Lebensgefahr bringt ihn zum Nachdenken und er beginnt, hart an der verlangten Aufgabe zu arbeiten. Die viel jüngere Janine steht ihm als Wissenschaftlerin in nichts nach und gemeinsam finden sie unglaubliche Hinweise über die Bedeutung der Nachricht. Von ihren Entführern erfahren sie weitere Zusammenhänge, die beinahe unglaublich sind. Erst als ihnen die Labore gezeigt werden, in denen frühere Wissenschaftler ihre Forschungen durchgeführt haben, wird ihnen die ganze Tragweite der Sache bewusst.

Ein fesselndes Szenario breitet Fredrik T. Olsson in seinem Roman aus. Schnelle Wechsel zwischen den verschiedenen Orten, immer unheimlichere Begebenheiten, schreckliche Bedrohungen geben der Handlung eine Geschwindigkeit, die kaum auszuhalten ist. Als Buch wäre man sicher geneigt, das Buch nach dem Aufschlagen der ersten Seite nicht mehr aus der Hand zu legen, weil man es einfach nicht abwarten kann, zu erfahren wie es weitergeht. Wahrscheinlich lag es in der Absicht des Autors, einige Fragen ungeklärt zu lassen. Doch die dargestellten Ereignisse nehmen einen so furiosen Verlauf, dass man kleine Unstimmigkeiten schnell verzeiht.

Das hier vorliegende ungekürzte Hörbuch hervorragend vorgetragen von Uve Teschner macht es schon aufgrund der Länge doch ab und zu notwendig, eine Pause einzulegen. Doch nach jedem Absetzen ist man schnell wieder in der Handlung und die Neugier und die Spannung bleiben bis zum Schluss erhalten.

06.04.2016 21:03:39
Michael v.B.

Die Leseprobe auf dem iPad und der günstige Preis waren die Entscheidung, mal etwas ganz anderes zu lesen. Und ich bin nicht enttäuscht worde. In 3 Tagen habe ich es verschlungen. Der Leser muss schon dran bleiben, damit die Komplexität verstanden wird. Wenn überhaupt, dann kann das Buch mit Blackout verglichen werden. Es ist nunmal ein besonderes Genre. Abseits von Serienkillern und verquasten und nicht verstandenen Einzelgängern, die durch unsere sog. Bestseller geistern. Ich fand es toll und denke auch nicht darüber nach, wie unrealistisch es ist. Es hat mich blendend unterhalten.

23.02.2016 10:34:08
Janosch79

Was wurden Lobeshymnen auf diesen Thriller abgegeben und auch Vergleiche zu "Verblendung" von Stieg Larsson angeregt. Für mich war dieser schwedische Thriller leider eine Enttäuschung!

Inhalt: In Amsterdam fällt die junge Wissenschaftlerin Janine Haynes einem Verbrechen zum Opfer. Zur gleichen Zeit ermorden drei als Sanitäter getarnte Unbekannte einen Obdachlosen in Berlin. Und in Stockholm verschwindet der Kryptologe und Software-Experte William Sandberg spurlos aus seinem Klinikbett. Seine Exfrau Christiane glaubt an eine Entführung. Drei Opfer, drei scheinbar unabhängige Fälle – doch sie alle sind Puzzleteile eines Geheimnisses, das viel zu lange bewahrt worden ist.


Vom Grundprinzip hat mir dieser Thriller schon gefallen. Die verschiedenen Handlungsstränge sorgten auch zunächst für Spannung bei mir, aber nur bis zur Hälfte des Buches.
Das Problem dieses Thrillers ist einfach, dass die Handlung in der zweiten Hälfte sehr oberflächlich und auch unlogisch wird. Viele Fragen bleiben unbeantwortet und es fehlen mir die wissenschaftlichen Aspekte, die beispielsweise bei den Thrillern von Ilkka Remes das Salz in der Suppe sind.


Mir kommt es wie ein typisches Katastrophen-Szenario vor, das nur darauf wartet endlich verfilmt zu werden. Doch der geneigte Leser möchte echtes Kopfkino erleben. Mitfiebern, mitleiden und ein authentisches Werk in den Händen halten, wie es bei "Verblendung" definitiv der Fall war.
Das Gesamtwerk ist einfach zu lang geraten und verliert sich in unnötigen Längen.
Ich weiß jetzt, warum ich die Wissenschafts-Thriller von Ilkka Remes so schätze!

21.03.2015 07:22:07
Seeblick

Das Buch ist spannend, deshalb hörte ich es mir auch bis zum Schluss an. Als Buch hätte ich es wahrscheinlich zur Seite gelegt. Das Thema ist mir zu „aufgeblasen“. „Ich muss mal schnell die Welt retten!“ Um nicht weniger geht es hier. Das ist mir meistens zu viel, zur Entspannung sehe ich mir mal einen Film mit solchem Inhalt an, oder höre mir eben das Buch bis zum Ende an und… bin enttäuscht. Keilschrift in der DNA? Es gäbe, wenn man an Gentechnik in der Medizin und Landwirtschaft wirklich realistischere Ansätze, um ähnliche Horrorvisionen zu konstruieren. Wer aber solche abstrusen Sachen und weltverschwörerische Themen mag, der ist hier gut bedient. Dass es manchmal (pseudo- ) philosophisch und spirituell wird ist schon eher peinlich. Die Protagonisten kommen einem bekannt vor: aus Katastrophenfilmen und ähnlichen Hollywoodproduktionen. Ja, manchmal wird es aktuell, wenn man an Ebola und andere Epidemien denkt. Ich habe dem Buch wegen der Spannung (aber auch nur deshalb) mit 60 ° bewertet. Zum Glück hatte ich die CDs nur geliehen…

14.12.2014 08:24:49
Anja S.

Aufgrund dieser enthusiastischen Rezension über den "Code" habe ich mir dieses Buch mit großen Erwartungen besorgt. Und ja, es war sehr spannend und unterhaltsam zu lesen- bis auf das Ende, was nun wirklich banal ist und nun so gar nicht nicht zu den restlichen 7/8 des Buches passt.
Ich will jetzt nichts weiter verraten, daher ist es schwierig, noch genauere Kritikpunkte anzubringen, aber da hätte ich mir mehr erwartet.

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