Nebelmord

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Reykjavik: Veröld, 2013, Titel: 'Lygi', Originalsprache
  • Berlin: Argon, 2014, Übersetzt: Daniel Drewes

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Jörg Kijanski
Packender und ausgefallener Plot

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2014

Drei Männer und eine Frau befinden sich auf der Felseninsel Storidrangur, auf deren Spitze nur ein kleiner Landeplatz sowie der Leuchtturm eine Aufenthaltsmöglichkeit bieten. Einen Tag und eine Nacht sollen sie dort bleiben, um vor allem Wartungsarbeiten am Leuchtturm vorzunehmen, aber dann zieht ein heftiges Unwetter auf und am nächsten Morgen ist eine Person verschwunden...

Nina arbeitet für die Polizei in Reykjavik. Dort ist sie in Ungnade gefallen, soll zur Strafe das brachliegende Archiv ausmisten und sichtet zunächst die alten Unterlagen. In einem dieser Fälle musste offenbar 1985 ihr Ehemann als sechsjähriges Kind als Zeuge aussagen, aber wesentliche Teile des Vorganges fehlen, so dass sich ihr der Zusammenhang nicht erschließt. Könnte dieser lang zurückliegende Vorfall dazu geführt haben, dass ihr Mann vor einem Monat einen Selbstmordversuch unternahm und seitdem im Koma liegt...

Derweil kommen Nói und seine Familie aus ihrem Urlaub zurück. Sie hatten die Idee, ihre Häuser mit einem amerikanischen Ehepaar zu tauschen. Zurück im Skerjafjördur in Reykjavik fällt vor allem Nói auf, dass sich einige seltsame Dinge ereignet haben. So haben die Gäste einen Mantel und eine Tüte mit schmutziger Wäsche zurückgelassen, das Haus riecht merkwürdig, ein Schlüsselbund fehlt und die Lampen der Außenbeleuchtung wurden zerstört. Zudem reagieren die Eheleute nicht auf Mails...

Probleme, Probleme, Probleme.

Nebelmord ist der aktuelle Stand-alone-Thriller der isländischen Topautorin Yrsa Sigurdardottir, die zunächst mit ihrer Serie um die Rechtsanwältin Dora Gudmundsdottir für Aufsehen sorgte. Seit einigen Jahren schreibt sie nun bevorzugt Romane abseits dieser Reihe mit wechselnder Qualität, wobei Nebelmord eindeutig zu empfehlen ist. Zu Beginn zieht sich die Geschichte ein wenig, denn gleich drei Handlungsstränge mit ihren unterschiedlichen Protagonisten wollen eingeführt und vorgestellt werden. Dies dauert naturgemäß und so fragt man sich nach einiger Zeit, worin denn hier der "Thrill" besteht?

Vier Personen, die sich nicht gerade sympathisch sind, verbringen sich in die Länge ziehende Stunden auf einem klaustrophobisch engen Felsplateau, bevor die erste Person über Nacht verschwindet. Doch dies ist nicht möglich, denn es gibt keine Versteckmöglichkeiten. Wer nicht aufpasst, stürzt in den sicheren Tod, wie man anhand des Buchcovers sehen kann. Ein bedauerlicher Unfall oder hat einer der übrigen Personen nachgeholfen?

Derweil recherchiert Nina die Umstände, die zum Selbstmordversuch ihres Mannes geführt haben könnten. Da sie eine Anzeige gegen einen Kollegen gestellt hat, ist sie zurzeit äußerst unbeliebt und völlig auf sich alleine gestellt. Selbst ihr Chef Örvar verhält sich ihr gegenüber höchst distanziert. Auf sich allein gestellt ist auch Nói, der kurz nach der Urlaubsrückkehr vermutet, dass das amerikanische Ehepaar einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein muss. Niemand würde doch in einem derart chaotischen Zustand ihr Haus hinterlassen. Seine Frau Vala findet jedoch, dass er zunehmend unter Paranoia leide und maßlos übertreibe, wodurch sich die familiäre Situation zuspitzt.

 

"Nina war zwar nicht daran beteiligt gewesen, hatte sich aber für den Fall interessiert. Wahrscheinlich musste sie sich damit abfinden, dass sie für den Rest ihres Lebens ein unnatürliches Interesse an Selbstmorden haben würde. Die Polizei vermutete, dass Lárus sich umgebracht hatte. Erst Stefán, dann Pröstur und jetzt er. Aller guten Dinge sind drei."

 

Probleme, wohin man sieht und dennoch ist Nebelmord vom Mainstream der skandinavischen Thriller, die mit ihren düster-depressiven Grundstimmungen die Regale der Buchhändler fluten, weit entfernt.

Das Unheil naht langsam, aber sicher. Tolle Cliffhanger erhöhen das Lesetempo.

Drei Personen merken in unterschiedlichen Szenarien, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Drohendes Unheil zieht auf und dies nicht nur in Form einer Schlechtwetterfront vor Storidrangur. Leise, unscheinbar und immer wieder von hervorragenden Cliffhangern begleitet.

Man muss sich (vielleicht) über die ersten hundert Seiten "retten", die in der Tat etwas kürzer hätten ausfallen können. Aber spätestens nach dem ersten Drittel lässt einen der Plot nicht mehr los. Ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt oder ob es sich um Unfälle und Selbstmorde handelt, bleibt lange Zeit offen. Genauso wie die Frage, ob die verschiedenen Szenarien miteinander zusammen hängen? Hier bedient sich die Autorin eines sehr feinen Kniffs, den möglicherweise im Lesefieber nicht alle auf Anhieb mitbekommen. Umso mehr schlägt einen die (überaschende) Auflösung in das Polster der heimischen Krimi-Couch.

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Letzte Kommentare:
30.03.2015 20:49:09
Stéphane Barth

Mir gefällt der Schluss nicht. Die sich ziehende Geschichte, wie oben genannt, finde ich toll. Dass die eine Familie (Wohnungstausch) hingegen so tragisch enden muss, finde ich doof. Und dass die Polizistin sogar ganz am Ende der Story dem Mörder ins Visier gerät, ist einfach zu viel des "Guten". Aber eben: es ist kein Krimi im Stil von Arnaldur Indridason, dessen Kommissar über viele Bände am Leben bleiben muss, sondern ein Thriller. Ich wünsche Nina viel Glück!!!

22.02.2015 20:05:37
Laura

Leider sind die ersten 200 Seiten langweilig. Sorry dass ich es so sagen muss aber es ist wirklich nicht gut zureden. Danach geht's richtig ab und die Auflösung ist top!! Die letzten 70 Seiten fliegen einem nur so um die Ohren. Genial!! Schade ist, dass dieses Buch so langweilig und so spannend zugleich ist was soll man dazu sagen? Lesenswert ist es alleweil.

Leider ist mir nie wieder so ein spannendes Buch wie Geisterfjord von Yrsa unter die Finger gekommen das ist einfach nicht zu übertreffen!!!

03.02.2015 11:23:53
Maitre

Hallo liebe Krimifreunde, ich habe mich über die ersten 300 Seiten gerettet und muss sagen,ein spannender Krimi ist das nicht. Vielleicht mag etwas Spannung im Spiel sein aber das können die Isländer besser. Allen voran Alandur Indidrason. Das mit den drei Handlungsträngen mag gut sein, doch irgendwann ab Seite 300, wenn man denn soweit kommt, sollte es ein Krimi werden.