Absolute Zero Cool

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Dublin: Liberties, 2011, Titel: 'Absolute Zero Cool', Originalsprache
  • Hamburg: Edition Nautilus, 2014, Seiten: 320, Übersetzt: Robert Brack

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Lars Schafft
Wenn dem Krimi der Krimi abhanden kommt

Buch-Rezension von Lars Schafft Okt 2014

Spätestens durch Harry Rowohlts Übersetzung des irischen Krimischriftstellers Ken Bruen und die Verfilmung dessen Jack-Taylor-Reihe, die im ZDF zur Prime Time lief, hat sich das Etikett "Irish Noir" etabliert, mehr und mehr Autoren von der grünen Insel finden den Weg ins Deutsche. Einer davon ist Declan Burke, der seinerseits auch einen sehr interessanten Blog über Kriminalromane betreibt und als kenntnisreicher Rezensent gilt. Glaubt man den Zitaten und Auszeichnungen auf dem Buchrücken, ist Absolute Zero Cool die Entdeckung im Genre schlechthin. Doch nach der Lektüre bleibt der Leser relativ ratlos zurück und wird selbst die Frage, ob er überhaupt einen Krimi gelesen hat, nur schwerlich bejahen können.

Zumindest in einem Punkt trifft die Werbetrommel den richtigen Ton: Etwas wie Absolute Zero Cool wird man wahrscheinlich noch nicht gelesen haben. Denn der Plot ist positiv ausgedrückt neuartig, negativ gesagt doch sehr wirr. Der Ich-Erzähler ist Schriftsteller und hat seit Jahren einen unveröffentlichten Krimi in der Schublade, in dem ein Krankenhausangestellter Sterbehilfe leistet. Aber, wie erwähnt: Es bleibt ein Manuskript. Was sich der Protagonist dieser Zeilen nicht gefallen lassen will: Er stellt seinen Erfinder zur Rede und fordert die Umschreibung und Fertigstellung seiner Geschichte. In der neuen Version soll von der Sterbehilfe nicht mehr groß die Rede sein, stattdessen soll der Höhepunkt darin bestehen, dass er das Krankenhaus in die Luft jagt.

Doch genau an diesem Punkt, wo man noch hofft, auf etwas wirklich Originelles zu stoßen, geht die Krimihandlung den Bach herunter. Größtenteils besteht Absolute Zero Cool aus einem fortwährenden Dialog zwischen dem Autor und seiner Figur, die beiden besprechen Textänderungen und diskutieren den weiteren Fortgang des Plots. Diese neu erarbeiteten Kapitel liest man dann wieder aus der Gedankenwelt des Protagonisten Billy Karlsson, der sich oftmals in Gedankenspielen antiker Philosophie verliert, was bei Declan Burke leider nicht unterhaltsam, sondern eher belehrend wirkt. Als ob das nicht reichte, schreibt der fiktionale Charakter im Buch sein eigenes Buch (Arbeitstitel: "Sermo Vulgus") und beendet seine unspannenden Tagesberichte vom Kinogang mit seiner Freundin oder dem unerlaubten Rauchen auf dem Krankenhausparkplatz jeweils mit einem Sinnspruch des Tages. Von Shakespeare über Bukowski bis hin zur Bibel.

So hangelt man sich zunehmend gelangweilt von einer Erzähl- und Metaebene zur nächsten und wartet auf eine Erleuchtung oder zumindest den springenden Punkt. Ganz zum Ende trumpft Declan Burke dann doch noch mit etwas, was die Bezeichnung "Kriminalroman" ansatzweise rechtfertigt, auf. Bis dahin ist folgender Dialog zwischen Ich-Erzähler und seinem Helden repräsentativ:

 

"Was meinst Du mit 'am Ende angekommen'?"
"Wenn das Buch fertig ist."
"Wovon redest du denn da? Der einzige Grund, weshalb wir die Geschichte überarbeiten, ist doch der Anschlag auf das Krankenhaus. Ich kann doch nicht darum herum schreiben, was du dazu meinst. Das geht total schief."
"Wir machen halt ein Experiment", sagt er.

 

Genau so wirkt Absolute Zero Cool dann leider auch: Eine Fingerübung des Kritikers, die beweisen soll, dass er selbst nicht nur gut, sondern ganz besonders originell zur Feder greifen kann. Als Krimi funktioniert der Roman aber gar nicht, und nur Leser, die sich an postmoderner Schreibtechnik, Intertextualität und philosophischen Ergüssen begeistern können, werden Declan Burkes Debüt auf Deutsch tatsächlich cool finden.

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