Das ermordete Haus

Erschienen: Januar 1999

Bibliographische Angaben

  • Paris: Denoël, 1984, Titel: 'La Maison assassinée', Seiten: 303, Originalsprache
  • Bern; München; Wien: Fretz & Wasmuth, 1999, Seiten: 317, Übersetzt: Jörn Albrecht
  • Bern; München; Wien: Scherz, 2000, Seiten: 317
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2007, Seiten: 315
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2015, Seiten: 316

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Lars Schafft
Das klingt echt, das hält den Leser am Ball

Buch-Rezension von Lars Schafft Mai 2003

Der Mord an einer Familie ist vermeindlich aufgeklärt, doch nach gut 20 Jahren lässt Séraphin Monge, der einzige Überlebende des Massakers und damals noch ein Säugling, die grauenvolle Geschichte wieder lebendig werden. Er reißt das Haus seiner Familie komplett ab und widmet sich - trotz so mancher Nachstellungen der jungen Dorf-Schönheiten - ganz seinen Racheplänen. Doch jemand kommt ihm zuvor...

Was Pierre Magnan dem Leser dabei präsentiert, kann gut und gerne Kriminalroman genannt werden - wenn auch nicht im klassischen Sinne. Magnans Sprache ist blühend und malerisch, allerdings aus der Perspektive eines wenig beteiligten Erzählers. So ganz will dem Leser die Figur des Séraphin Monge nicht schlüssig erscheinen. Die Frage, ob es ein Verrückter ist, dessen tote Mutter ihn in seinen sexuellen Alpträumen verfolgt, kommt auf und bleibt ungeklärt. Auch die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, wenn auch zu der Haute Provence nach dem 1. Weltkrieg angemessen und damit die Atmosphäre positiv beeinflussend.

Plätschert der Plot anfangs sehr gemächlich, gewinnt er dennoch nach dem ersten Mord an Fahrt: Magnan wechselt die Perspektive und die Zeit, springt mitten in der Erzählungüber 50 Jahre nach vorne, um seine Geschichte von damaligen Zeitzeugen erzählen lassen. Das klingt echt, das hält den Leser am Ball.

Die Auflösung der Morde, auf die der Leser 300 Seiten wartet, ist etwas abstrus, geheimnisvoll, andererseits aber dem Roman entsprechend. Auch wenn Pierre Magnan ein begnadeter Erzähler ist, bleibt "Das ermordete Haus" eine Legende, wie sie so oder ähnlich heutzutage sicherlich noch in den kleinen französischen Dörfern erzählt wird. Aber wollte genau das Magnan nicht auch in Buchform umsetzen?

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