The Drop - Bargeld

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Zürich: Diogenes, 2014, Seiten: 256

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Jörg Kijanski
Keineswegs nur die Romanvorlage zum Film

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2014

Bob Saginowski ist Barkeeper in einer sogenannten Drop Bar, die angeblich seinem Cousin Marvin, in Wirklichkeit aber der tschetschenischen Mafia gehört. Deren Leute liefern hier, in unregelmäßigen Abständen und stets unangekündigt, ihre illegalen Tageseinnahmen, den sogenannten Drop, ab. Eines Tages findet Bob auf dem Heimweg in einer Mülltonne einen Hundewelpen und lernt zudem noch eine Frau namens Nadia kennen. Bis dahin musste der kontaktscheue Bob keinerlei Verantwortung außer für sich selbst übernehmen, doch der Hund hat es ihm angetan und auch für Nadia entwickelt er zaghafte Sympathie. Als wenig später jedoch Marvins Bar überfallen und dabei der Drop gestohlen wird, gerät sein Leben zunehmend aus den Fugen, denn nach dem Raub ist es mit der Ruhe vorbei. Mafia wie Polizei interessieren sich plötzlich für Bob, mehr als diesem lieb sein kann ...

Atmosphärisch dichtes, düsteres Setting.

The Drop - Bargeld ist der aktuelle Roman von Bestsellerautor Dennis Lehane, der von Michael Roskam verfilmt wurde – in den Hauptrollen Tom Hardy (Bob), Noomi Rapace (Nadia) und James Gandolfini (Marvin) - und 2014 in den deutschen Kinos zu sehen war.

 

"Aber in den letzten sieben Tagen hatte er einen (immer noch namenlosen) Hund gefunden, hatte Nadia getroffen, einen bewaffneten Raubüberfall überlebt, hatte den Hund bei sich aufgenommen und Besuch von Gangstern bekommen, die in einem Lieferwagen Männer folterten."

 

Der Roman umfasst rund 220 Seiten und kostet 19,90 Euro im Hardcover, was zunächst nach einem "ambitionierten" Preis-Leistungs-Verhältnis aussieht. Doch wer nicht bis zur Taschenbuchausgabe warten möchte, darf zugreifen und die von Lehane bekannte Qualität erwarten. Dies gilt allerdings mit einer kleinen Einschränkung, denn beim Dialogaufbau hat es sich der Autor an etlichen Stellen recht einfach gemacht. Bob sagte: "...", Nadia sagte "...", Bob sagte "..." und so weiter, was in der vorkommenden Häufigkeit ärgerlich ist. Betont werden muss aber, dass sich dieser Einwand nur auf den Aufbau, nicht auf die Dialoge selber bezieht, die wie gewohnt vortrefflich gelingen.

Hoffnungslose Looser versuchen ihren Schnitt zu machen.

Trotz des geringen Buchumfangs gelingt es Lehane meisterhaft, seine problembehafteten Figuren zu entwickeln und in ein äußerst düsteres Setting zu stellen. Alle haben mit Problemen zu kämpfen, zählen mehr oder weniger zum (teilweise) kriminellen Bodensatz der Gesellschaft. Folgerichtig hat auch der ermittelnde Detective Evandro Torres einige Probleme mit sich herumzutragen. Die Biografien der Figuren sowie deren Beziehungen untereinander sind hervorragend und verschachtelt umgesetzt, wobei es Lehane meisterhaft versteht, auf wenigen Seitenzahlen viel Inhalt unterzubringen. Lehane verschwendet keinen Platz, sondern treibt stattdessen die Vorstellung seiner Charaktere ebenso wie die Handlung fulminant voran.

 

"Aber was kann man schon machen?
Man kann das Leben nicht kontrollieren."

 

Dabei ist es vor allem ein Erlebnis, Bob beim vermeintlichen "Erwachsenwerden" zuzusehen. Kontaktscheu und generell stark introvertiert kommt er nach und nach aus seinem Schneckenhaus gekrochen und erweckt zum Leben. Dies ist dringend angebracht, denn er muss nicht nur erstmals Verantwortung für andere übernehmen, wenngleich zunächst nur für den kleinen Hund, sondern sich zudem den Ermittlungen von Torres und dem Druck der örtlichen Mafiosi erwehren. Wie schon zuletzt bei Shutter Island gelingt Lehane erneut ein ebenso überraschendes wie grandioses Finale. Und schon erscheint der Kaufpreis für dieses Leseerlebnis in einem ganz anderen Licht. Großes Kino!

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