Die Stadt der toten Mädchen

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • New York: St. Martin's Press, 2012, Titel: 'Cut through bone', Originalsprache
  • Berlin: Ullstein, 2014, Seiten: 416, Übersetzt: Peter Friedrich

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Jörg Kijanski
Mainstream aus dem Baukasten.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2014

Seit drei Monaten arbeitet die junge und unerfahrene Puerto-Ricanerin Rachel Vasquez für den alternden Privatdetektiv Clayton Guthrie und bereut bereits ihre Entscheidung. Statt spannender Ermittlungsarbeit sitzt sie stundenlang vor ihrem Computer und ist mit langwierigen Beobachtungen und Analysen beschäftigt. Dies ändert sich als sie einen neuen Auftrag erhalten. Die Cousine der ermordeten Camille Bowman bittet Guthrie zu ermitteln wer der Mörder sei, da die Polizei ihre Untersuchungen eingestellt habe. Beim NYPD ist man überzeugt mit Greg Olsen, dem Verlobten von Bowman, den Schuldigen bereits gefunden zu haben, denn die Mordwaffe war auf ihn zugelassen und wurde in seiner Wohnung gefunden. Der Fall erregte großes Aufsehen in den Medien, da Bowman die letzte Frau in einer Mordserie war, deren Opfer auffallend blond und schön waren. Von den "Barbiepuppen-Morden" ist in der Klatschpresse die Rede. Will man Olsen womöglich für alle Morde verantwortlich machen?

 

"Aber er wird nicht reden?", fragte Vaquez.
"Ich fürchte, nein", antwortete er. "Wahrscheinlich hatte er gar nicht so unrecht. Es geht immer um Geld. Der Mann im Gefängnis bezahlt es, sonst stünde niemand auf seiner Seite."
"Das ist eine der hässlichen Seiten von Amerika", stimmte Guthrie zu.

 

Das ungleiche Ermittlerduo stürzt sich in die Arbeit und findet heraus, dass Bowman ein schillerndes Privatleben führte, bei dem sexuelle Eskapaden dazu gehörten; bis sie Olsen kennenlernte. Sollte ein ehemaliger Geliebter der wahre Mörder sein? Eine Spur führt an die Universität an der beide studierten und wo sich verschiedene Gruppierungen nicht wohlgesonnen gegenüber stehen. Je länger die Spurensuche dauert, desto mehr verdichtet sich jedoch der Verdacht, dass die Lösung des Rätsels bei Olsen selbst und dessen militärischer Vergangenheit zu finden ist...
Zahlreiche Spuren wollen verfolgt werden.

Besonders interessant an dem vorliegenden Buch ist der Autor, denn dieser wurde wegen Totschlags bereits 1988 zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein jetzt bei Ullstein erschienener Krimi ist ein Sammelsurium altbekannter Zutaten für einen Thriller der Marke "Stangenware". Ein alternder Detektiv, der seine ganze Erfahrung in die Waagschale wirft, arbeitet mit einer übermotivierten Anfängerin zusammen, der es vor allem darum geht, ihrem sozialen Milieu zu entkommen. Klar, dass sich die Beiden anfangs nicht gut verstehen und ebenso klar, dass sich dies im Verlauf der Handlung noch ändern wird. Hinzu kommen ein paar abenteuerlustige Studenten, verfeindete Kommilitonen und ein damals hochdekorierter Elitesoldat aus Afghanistan, der dummerweise gerade einsitzt, da das NYPD ihn für den Mörder seiner Verlobten hält.

 

"Der springende Punkt ist der, die Paschies taten das, weil sie nie das Gefühl hatten, uns trauen zu können, dass wir sie unterstützen würden, und so gingen sie einfach zurück zu den Taliban. Das war dumm. Sie gingen zurück zu den Taliban, weil sie uns hassten. Das ist gesunder Menschenverstand. Man gibt sich nicht mit Gangstern ab, wenn man Gangster hasst – man geht auf die andere Straßenseite. Aber die Lamettaträger wussten ja alles besser, sie können anscheinend nicht glauben, dass jemand ein ernsthaftes Problem mit den guten alten US von A hat. So ein Genie kam also auf den tollen Gedanken, alles wird gut, wenn man unsere Einheiten an einzelne Dörfer bindet – Einbettung. Das war der Punkt, wo es in Afghanistan echt bizarr wurde."

 

Nicht oft liest man einen Thriller, in dem von offizieller Seite so wenig ermittelt wird und so spielen neben dem NYPD auch FBI und CIA (trotz Serienmörder) kaum eine Rolle. Die Detektive gehen zahlreichen Spuren nach, wobei Guthrie seine unerschöpflichen Kontakte zur New Yorker Unterwelt nutzt. Doch folgen in weiten Strecken die Protagonisten Hinweisen, deren Erzählstrang nicht selten plötzlich aus der Handlung verschwindet (ohne Auflösung).

Das Legen falscher Fährten gelingt dennoch ganz gut, aber nachdem die Täterfrage geklärt ist, kommt es zu einem allzu abenteuerlichen Showdown. Bleihaltig, unglaubwürdig und völlig überzogen. So ist Die Stadt der toten Mädchen ein Mainstream-Produkt, welches man lesen kann, aber sicher nicht in jedes Bücherregal gehört. Hierzu trägt maßgeblich der bisweilen nervige Erzählstil bei. Unzählige Male wird Guthrie wahlweise als "der kleine Detektiv" oder "der kleine Mann", mitunter sogar in aufeinanderfolgenden Sätzen, bezeichnet. Dabei versteht man seine geringe Körpergröße ja bereits beim ersten Mal. Ähnliches trifft auf andere Figuren zu ("der große Mann", "der blonde Mann") und so überrascht es nicht, dass Rachel Vasquez des Öfteren "die junge Puerto-Ricanerin" ist. Auch zwei Eigenschaften, die man beim ersten Lesen verstanden hat.

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