Die Madonna von Notre-Dame

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2014, Seiten: 6, Übersetzt: Jürgen Holdorf

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Andreas Kurth
Priester, Prostituierte und ein Kämpfer für die Wahrheit

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jul 2014

Eine ganz in weiß gekleidete junge Frau sitzt tot in der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Ihr Tod erregt mehr mediale Aufmerksamkeit, als es den Klerikern in der großen Kirche recht sein kann. Denn die Tote hat durch ihre auffällige Kleidung und ihr provozierendes Verhalten schon zuvor für reichlich Aufmerksamkeit gesorgt. Bei einer Prozession wurde sie von einem religiösen Fanatiker attackiert, und der Mann gilt nun auch schnell als Hauptverdächtiger. Die Vertreter des Klerus und der Polizeibehörden wollen den Fall schnellstmöglich abschließen. Pater Kern, der im Sommer stets als Vertretung in der Kathedrale seinen Dienst versieht, ist jedoch nicht davon überzeugt, dass der vermeintliche Mörder der wahre Täter ist. Und so macht er sich auf die Suche, und findet in der jungen Staatsanwältin Claire Kauffmann eine Verbündete. Trotz gesundheitlicher Probleme kämpft er sich durch das Dickicht von Lügen, Sünden und Geheimnissen rund um die berühmteste Kirche in der französischen Hauptstadt.

Amateurhaft und anachronistisch

Alexis Rougougneau hat mit seinem Erstlingsroman Die Madonna von Notre-Dame ein Buch der leisen und nachdenklichen Töne vorgelegt. Nach dem Mord bringt der Autor dem Leser zunächst seine Protagonisten und das Szenario rund um das imposante Gotteshaus näher. Der eher ruhige Stil von Rougougneau ist geprägt von ausführlichen und in die Einzelheiten gehenden Beschreibungen seiner Schauplätze. Daneben dominieren jedoch die insgesamt authentisch wirkenden Charaktere. Pater Kern beispielsweise ist eine verletzliche Persönlichkeit, mit gesundheitlichen Schwächen, die ihn besonders sympathisch und liebenswert machen. Er ist ein einsamer Kämpfer für die Wahrheit, einzig ausgerüstet mit seiner Neugier und seiner Hartnäckigkeit. Er lässt sich auch von Widerständen und Rückschlägen nicht abhalten, weiter nach der Wahrheit zu suchen. Seine Ermittlungsmethoden sind ebenso amateurhaft wie anachronistisch aber gerade das macht ihn zu einer unverwechselbaren Figur in der heutigen Zeit der knallharten Polizisten und Staatsanwälte.

Gerechtigkeitssinn als Antrieb

Die teilweise düstere und melancholische Atmosphäre, die der Autor verbreitet, passt perfekt zu seinen Protagonisten. Zuweilen vernachlässigt Alexis Rougougneau dabei die eigentliche Kriminalgeschichte, aber angesichts der Kürze des Romans kommt dabei keinerlei Langeweile auf. Natürlich hätte er den Fall noch weiter auswalzen und komplizierter machen können, das hätte wohl auch der Spannung gut getan. Aber dadurch wäre dieser Roman ein anderer geworden, und ob er mir dann besser gefallen hätte, bezweifle ich doch sehr.

Ragougneaus leichter Erzählstil und seine feine Ironie machen den Roman schon mehr als lesenswert, aber der Star ist eben der ungewöhnliche Protagonist. Pater Kern ist ein aufrechter Christ, der sich von seinem Gerechtigkeitssinn treiben und leiten lässt. Seine biografischen "Schnipsel", die der Autor immer wieder geschickt einstreut, machen deutlich, dass in dieser Figur noch mehr Potenzial steckt. Geprägt wurde Kern durch die enge Beziehung zu seinem Bruder und durch seine mehr als ungewöhnliche Krankheit. Das wird aber so unaufdringlich geschildert, dass man es als Leser fast beiläufig zur Kenntnis nimmt. Einige Rätsel packt der Autor allerdings auch in seine Nebenfiguren hinein, in seinem nächsten Roman darf er der toughen Staatsanwältin durchaus mehr Raum geben. Zwischen vielen Romanen mit reichlich Leichen, viel Action und atemloser Spannung ist dieser Krimi mal eine überaus unterhaltsame Erholung der besonderen Art und wirklich lesenswert, da sei nochmals betont.

Die Madonna von Notre-Dame

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Letzte Kommentare:
02.12.2014 19:51:41
nati

Mord in Notre Dame
Das Buch weckt durch das wunderschöne Cover das Interesse.

Als der Küster Gérard vor der Frühmesse seine Routinearbeiten verrichtet, wird ihm vom Aufseher ein Bombenalarm im Chorumgang gemeldet. Als er sich der vermeintlichen Bombe nähert, findet er eine wunderschöne junge Frau in einem kurzen weißen Kleid. Nach einem flüchtigen Blick auf die Frau, verrichtet er in Ruhe seine Tätigkeit weiter, da gleich die 9-Uhr-Messe beginnt und Pater Kern keine Verspätung duldet. Als sich eine Amerikanerin zu ihr auf die Bank setzen möchte und die Unbekannte keine Reaktion auf ihre Frage zeigt, wird klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Doch die eintreffenden Sanitäter können nur ihren Tod feststellen. Die Kirchenleute sind etwas überfordert mit der Situation und veranlassen, dass alle Besucher die Kirche verlassen. Die herbeigerufene Polizei unter der Leitung von Commandant Landard und die engagierte sowie entschlossene Staatsanwältin Claire Kauffmann sprechen mit den Beschäftigten der Kathedrale. Schnell wird bekannt, dass die junge Frau bereits am Vortag bei der Prozession neben der Statue der Jungfrau für Aufregung in ihrem kurzen Minikleid gesorgt hat. Ein blonder Junge mit einem blassen Engelsgesicht hat sich auf sie gestürzt, an den Haaren gepackt und sie als Hure beschimpft. Ein Aufseher hat den Mann verjagt. Die Polizei ist der Meinung in dem jungen Mann mit dem Engelsgesicht den Täter gefunden zu haben. Doch hat er wirklich die junge Frau umgebracht? Pater Kern ist anderer Meinung und beginnt zu ermitteln.

Der Schreibstil gefällt mir gut, manchmal kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Atmosphäre in der Kathedrale von Notre Dame mit ihren gestrandeten Seelen und den vielen tausend Besuchern, die täglich in die Kathedrale strömen, sind sehr anschaulich beschrieben, so dass man sich direkt in das Gotteshaus hinein versetzt fühlt. Meiner Meinung nach, kam aber die Spannung in dem Buch etwas zu kurz, da hatte ich mir nach dem Klappentext mehr versprochen. Sie stieg am Anfang etwas an, flachte auf vielen Seiten ab, bis am Ende es wieder etwas spannender wurde. Ein Steigerungspotential in den nachfolgenden Bänden wäre wünschenswert.

02.09.2014 15:04:54
Nuigurumi

Wer bei diesem Buch einen actiongeladenen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein, aber Freunde von Büchern mit viel Atmosphäre und interessanten Charakteren sind hier richtig.

Pater Kern ist Pfarrer in einer Gemeinde außerhalb von Paris und macht jedes Jahr im Sommer Urlaubsvertretung in Notre Dame. Er leidet seit seiner Kindheit an einer Krankheit, die ihm regelmäßig große Schmerzen bereitet und wodurch er kleinwüchsig ist. Er hatte einmal einen älteren Bruder, dessen Verlust ihm sehr nahe gegangen ist. Sein Tod scheint mit einem Gefängnisaufenthalt zu tun zu haben, weswegen Pater Kern sich auch um Gefängnisinsassen kümmert. Zu einem von ihnen, Djibril, hat er ein besonders enges Verhältnis entwickelt.

Am Morgen des 16. August fällt den Angestellten von Notre Dame eine ungewöhnliche Frau auf, die schon stundenlang in einer Bank sitzt. Sie ist sehr schön und trägt ein sehr kurzes weißes Kleid. Als eine andere Frau sich neben sie setzt, kippt sie aus der Bank, denn anscheinend ist sie schon mehrere Stunden tot. Commandant Landard und die Staatsanwältin Claire Kauffmann übernehmen den Fall. Sie finden heraus, dass die Frau schon am Tag zuvor bei der Prozession zu Maria Himmelfahrt gesehen wurde und dass es einen Zwischenfall gab. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden und die Polizei legt den Fall zu den Akten. Damit sind alle zufrieden, denn auch die Kathedrale hat wenig Interesse daran, den Fall weiter aufzubauschen und möchte zum Alltag zurückkehren. Nur Pater Kern und die Staatsanwältin sind der Meinung, dass das etwas voreilig war…

Neben Pater Kern gibt es noch viele interessante Charaktere: Commandant Landard, ein Chauvinist, wie er im Buche steht, der mit Schwächeren kurzen Prozess macht; Claire Kauffmann, die von den Geistern ihrer Vergangenheit eingeholt wird und an der die Zweifel an der Justiz zu nagen beginnen; der Clochard Kristof, der so viel verloren hat und trotzdem so viel gibt; Pater Kerns Freund Djibril im Gefängnis; die Dame mit den Mohnblumen, die von allen gemieden wird – über sie alle hätte ich gern mehr erfahren.

Dass der Autor diese Charaktere nicht noch weiter einbezogen und dem Leser mehr über sie erzählt hat, fand ich sehr schade. Das Buch ist relativ dünn, liest sich sehr schnell und mir hat sehr viel gefehlt. In den Charakteren und in der ganzen Geschichte steckt so viel mehr Potenzial! Ich weiß nicht, ob dies der Auftakt zu einer Reihe ist und der Autor zum Beispiel die Geschichte von Pater Kerns Bruder im nächsten Buch noch detailliert erzählen und Claire Kauffmann mehr einbeziehen will, aber selbst wenn es so ist, hat er den Inhalt zwischen den einzelnen Bänden leider schlecht aufgeteilt.

Es wäre trotzdem schön, noch mehr von Pater Kern zu lesen. Im Gegensatz zu den meisten anderen "geistlichen" Ermittlern in der Literatur hat er nichts von ihrem Scharfsinn, sondern wirkt eher tollpatschig, aber er hat etwas sehr Liebenswertes und Menschliches und versucht, das Gute in den Menschen zu sehen, was ihn sehr sympathisch macht.

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