Das Dorf

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2014, Seiten: 6, Übersetzt: Sascha Rotermund

Couch-Wertung:

60°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

3 x 91°-100°
4 x 81°-90°
2 x 71°-80°
2 x 61°-70°
1 x 51°-60°
1 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
3 x 1°-10°
B:64.875
V:15
W:{"1":1,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":2,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":1,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":1,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":1,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":1,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":1,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":1,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":1,"88":0,"89":0,"90":1,"91":1,"92":0,"93":0,"94":0,"95":1,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Andreas Kurth
Guter Plot wird eher mäßig umgesetzt

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jul 2014

Bastian Thanner bekommt einen überraschenden Anruf seiner Ex-Freundin. Er war nur ein paar Wochen mit ihr zusammen, und das ist zwei Monate her, aber jetzt glaubt er echte Verzweiflung in ihrer Stimme zu erkennen. Sie brauche seine Hilfe, fürchte um ihr Leben, behauptet Anna. Sie spricht von einem Dorf, in dem sie gefangen gehalten werde. Dann bricht die Verbindung ab. Gegen jede Vernunft macht sich Bastian gemeinsam mit seinem Freund Safi auf den Weg nach Mecklenburg, wo die beiden das mysteriöse Dorf auch finden. Die Polizei gibt sich mehr als zurückhaltend, und auch die Dorfbewohner sind nicht gerade kontaktfreudig. Bastian und Safi beginnen mit ihren Nachforschungen, und plötzlich ist Safi verschwunden. Nun wird es für Bastian immer seltsamer, denn die Leute im Dorf wollen sich weder an Anna noch an Safi erinnern. Angeblich sind die Telefonleitungen kaputt, und der junge Mann ist plötzlich im Dorf wie ein Gefangener. Für Bastian Thanner entwickelt sich ein Alptraum, der ihn an die Grenzen der Belastbarkeit und teilweise sogar darüber hinaus führt.

Geschichte wird irgendwann vorhersehbar

Arno Strobel hat schon einige Psycho-Thriller geschrieben, Das Dorf ist in meinen Augen nicht unbedingt sein bester Roman. Der Plot ist an sich gut, aber man hätte deutlich mehr daraus machen können. Ab einem bestimmten Punkt wird die Geschichte allerdings ziemlich vorhersehbar, zumindest dann, wenn man schon den einen oder anderen Roman von Arno Strobel gelesen hat. Wer zum ersten Mal einen Psycho-Thriller dieses Autors in die Hand nimmt, wird das vermutlich völlig anders beurteilen. Für mich gab es allerdings schon bald nur zwei Möglichkeiten, wie die Sache am Ende ausgehen wird, es war dann am Ende eine Mischung aus beidem. Das sollte potenzielle Leser nicht davon abhalten, dieses Buch zu lesen, denn seinen flüssigen und gefälligen Schreibstil hat Arno Strobel auch hier wieder zu Papier gebracht. Die Dialoge sind glaubwürdig und authentisch, bei den Figuren hätte ich mir allerdings insgesamt mehr Sorgfalt gewünscht.

Der gewohnte Feinschliff fehlt

Die psychologischen Raffinessen sorgen immerhin dafür, dass Spannung erzeugt wird. Und Bastian Thanner ist eine durchaus sympathische Figur, mit der man als Leser gerne mitfiebert. Die Frage, was seiner Fantasie entsprungen ist, oder was doch real sein könnte, wird für viele Leser lange offen bleiben. Allerdings hätte die Kulisse etwas umfangreicher ausgeschmückt werden können. Und auch die unheimliche Gruppe, die dort offenbar ihr dunkles Unwesen treibt, hätte man dem Leser noch näher bringen können. Das Rätsel, ob in dem merkwürdigen Dorf wirklich satanische Messen oder ähnliche Zusammenkünfte abgehalten werden, sorgt für nachhaltiges Rätseln beim Leser. Insgesamt fehlt jedoch der Feinschliff, den ich aus den vorigen Büchern des Autors gewohnt war.

Arno Strobel versteht es eigentlich gut, mit den unterschwelligen Ängsten seiner Leser zu spielen, aber in Das Dorf funktioniert das für mich nicht so gut, wie ich es noch in Das Rachespiel wahrgenommen habe. Im Finale werden zwar diverse Rätsel gelöst, aber – um mich zu wiederholen – das Ende war dann doch irgendwann zu vorhersehbar. Die Lektüre ist dennoch durchaus unterhaltsam, aber vielleicht sollte sich der Autor für seinen nächsten Roman mehr Zeit nehmen, um ihn wieder so ausgefeilt zu gestalten, wie man es von ihm eigentlich gewohnt ist – um damit seine Leser wirklich zu fesseln.

Das Dorf

Das Dorf

Deine Meinung zu »Das Dorf«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
19.03.2018 12:13:10
Johanna Reiter

Ich habe auch eine Rezension geschrieben: Mir hat das Buch sehr sehr gut gefallen. Auf meinem Blog habe ich alles verschriftlicht. Ich freue mich über Feedback, auch bei den weiteren Artikel die auf der Webseite zu finden sind.
https://lerchalschas.wordpress.com/2018/03/19/das-dorf-von-arno-strobel/

03.01.2018 23:58:25
Kardian

Schlecht - einfach nur schlecht!

So ein schlechtes Buch habe ich selten (angefangen) zu lesen. Sprachlich viel gelobt, bin ich vom flachen Schreibstil doch eher enttäuscht. Andauernde Wiederholungen von Phrasen langweilten mich, gefühlt ein Drittel des Textes besteht aus rhetorische Fragen, das nervte mich einfach nur noch. Ich habe das Buch daher nicht zu Ende gelesen.

21.10.2017 22:31:43
Jens

Leider ziemlich inkonsistent.

Warum spielen die Leute die Abweisenden, die Untoten und die Psychopathen?
Nur, um Bastian zu verwirren?

Vermutlich wäre das mit den angesprochenen Psychodrogen und ein paar entsprechenden Powerpointfolien mit entsprechenden Texten genauso gut gegangen.

Die Vermischung zwischen Wirklichkeit und Realität hatte einen gewissen Reiz - war aber teilweise unlogisch.

Vor allem am Ende.
Da ist die Rede von Theaterblut.
Wofür?
Hat Bastian nun zugestochen oder nicht?
Falls ja, wozu das Theaterblut?
Und diese Inszenierung sollte der Polizei entgangen sein? Oder was der Polizist Teil des Komplotts?
Dann war da auch noch die Rede davon, dass Safi betäubt wurde?
Und dann stand er noch senkrecht?

Und eine zynische Psychiaterin, die völlig abgebrüht und ohne Motiv ihrer Rachsucht fröhnt - und dann kotzen geht?
Naja .
Und ein Bastian, der das nicht riecht?
Naja ...

Alles in allem eher schwach.

26.06.2016 09:20:59
Karin

Sehr schlechtes Buch, bin extrem enttäuscht.
Geschichte langweilig, total unglaubwürdig
und nervig.
Habe das Buch oft weggelegt und wollte mehrmals gar nicht mehr weiterlesen. Solange habe ich noch nie gebraucht um ein Buch zu lesen!
Ich werde mir kein weiteres Buch mehr kaufen von
ARNO STROBEL.
SCHADE

Nicht empfehlenswert!

27.07.2015 14:26:10
Michael Kühnapfel

Seltsam, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Ich fand Strobels Stil hölzern, die Dialoge unrealistisch und langweilig (wer redet so? wer antwortet so?) und den Protagonisten unsympathisch und flach geschildert.
Durch die Vorhersehbarkeit der Handlung, die auch noch völlig an den Haaren herbeigezogen war (dabei hatte das Thema und die Gegend so viel Potenzial) fand ich überaus langweilig.
Safi, eine Figur, die aus einem Wettbewerb des Autors stammt, war zwar unrealistisch, aber interessant - und die vielen Zwangsstörungen dieser Figur spielten später keine Rolle mehr. Ein schlechtes Buch.

20.05.2015 16:54:12
Hans Weder

Bislang der Tiefpunkt 2015. Die Geschichte wirkt konstruiert - leider nicht sehr solide. Die schmissige Sprache kann das nicht retten. Das tatsächlich grösste Problem ist jedoch, dass man sich als Leser ärgert: Allzu oft entsteht der Eindruck, dass unsorgfältig - vielleicht sogar schlampig - gearbeitet wurde.Fazit: Eher nein.

01.05.2015 15:27:58
hafre

furchtbar,grottenschlecht !!!
Es war im Buch mindestens 100 mal von " den Kerlen" und " meiner Anna"
die Rede. Aus meiner Sicht eine
zusammengestolperte Geschichte.
Ich hätte das Buch gerne nach 100
Seiten in die Ecke geworfen.
Schade, aus der Idee hätte der Autor viel mehr machen können.
Für mich ist es ein Rätsel, wie das Buch in die Spiegel-Bestsellerliste kommen konnte.

03.04.2015 19:38:45
Rezipient

Sprachlich grauenhaft. Der Satz: "Anna ist jung, hat braune Haare und ist sehr hübsch" wurde viel zu oft wiederholt und erinnert an einen schlechten Schüleraufsatz.
Der Plot ist abstrus und entbehrt jeder Logik, der Protagonist weist keinerlei Tiefe auf und hat mein Interesse leider in keiner Hinsicht geweckt. Leitmotive werden nur rudimentär bearbeitet und haben keine weitreichende Bedeutung für die Handlung. Diese ist im Übrigen - trotz rasantem Einstieg - langatmig. Hin und wieder kehrt die Hoffnung auf eine positive Wende zurück, der Leser wird jedoch enttäuscht.
Alles in allem das Geld nicht wert.

14.03.2015 16:11:44
Bob

Vorweg: Dieser Roman "Das Dorf" von Arno Strobel ist sowas von grottenschlecht und unglaubwürdig, es ist echt unfassbar!!!

Warum sollten Menschen sich an einer Person (in Form von Bastian T.) rächen wollen, die für das Leid, das ihnen angetan wurde, überhaupt nichts dafür kann? Also wissentlich, wohlgemerkt?? Das ist absolut unglaubwürdig und sowas von bescheuert...
also echt...

Ich ärgere mich sehr, daß ich das Buch gekauft habe und (viel schlimmer) auch noch bis zum grandiosen Ende gelesen habe.

15.01.2015 14:32:09
Schneewittchen76

Ich hin ein großer Fan von Psychothrillern und besonders von Arno Strobel. "Der Sarg" und "der Trakt" fand ich toll. Allerdings verliere ich schnell das Interesse, wenn es zu abgefahren ist und absehbar ist, dass entweder der Held einen an der Waffel hat, oder Science Fiction, Zeitreisen o.ä. im Spiel sind.
Den Anfang bzw ersten Teil fand ich sehr spannend, zumal ich "geheimnisvolle verlassene Dörfer" oder Städte als Schauplatz sehr mag. Das Ende ist für mich sehr enttäuschend und viel zu einfach. Die Motive, die zu dem ganzen Geschehen führen, sind lächerlich. Nur weil eine Person mal etwas behauptet hat, steigern sich mehrere Personen in ihren Hass auf jemanden hinein, der eigentlich gar nichts damit zu tun hat.
Hm. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, da stand ein Autor unter Zeitdruck. Aus der wirklich guten Grundidee hätte man sehr viel mehr machen können.

11.01.2015 11:57:10
Sven Martens

Am Anfang dochte ich, mein Gott was für ein Superbuch. es war unglaublich spannend und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Später dann kamen die sogenannten Wahnvorstellungen bei der Hauptperson zum Vorschein. Nun wußte man gar nicht mehr was Realität und was Fiktion war. Schade. Eigentlich ein zunächst gutes Buch, das man auch bis zum Ende lesen kann. Aber irgendwie kann spätestens in der Mitte vom Buch erahnen, wie das Buch vermutlich ausgeehn wird.
Und genau so ist es gekommen.

02.01.2015 11:23:34
Margit Raven

Ich möchte meine vorhergehende Meinung noch um wenige Worte ergänzen. Ich habe im Anschluss an den Roman "Das Dorf" den neuen John Nesbo "Sohn" glesen. Hier liegen Welten dazwischen. Gegen einen begnadeten Autor wie Nesbo ist Arno Strobel in die Kategorie "Groschenroman-Schreiber" einzuordnen. Denn während man bei Nesbo von der ersten Seite an eine Verbindung mit den verschiedenen Romanfiguren eingeht, von der großartigen Sprache gar nicht zu reden, passiert bei Strobel gar nichts Derartiges. Flach, niveaulos und literarisch einfach schlecht.

01.01.2015 10:03:11
Margit Raven

Völlig unglaubwürdig und dadurch nervig zu lesen. Abgelutschte Themen wie "schwarze Messen", "Dorf der Zombies", "lebendig begraben werden". Strobel hat völlig unterlassen, seinen Protagonisten näher zu beschreiben, so dass sich der Leser kein Bild von diesem Bastian machen kann. Völlig daneben ist auch der häufig sich wiederholende Begriff "seine" Anna/was haben sie mit "seiner" Anna gemacht".Er kannte die Frau gerade einmal ein paar Wochen, auch auf die Beziehung der beiden wird kaum eingegangen. Strobel ordnet seinen Roman "Das Dorf" in das Genre "Psychokrimi" ein. Für mich war die Geschichte nicht mehr, als ein finsteres, etwas blutiges Märchen.

26.12.2014 18:13:15
dani.p

Das war nun das 4. Buch, das ich von Arno Strobel gelesen habe. Ehrlich gesagt fand ich es unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar. Ich fand es weder spannend noch fesselnd. Das Ende war interessant, aber das war es dann auch schon. Schade. Der Trakt war bisher das beste Buch. Rachespiel liegt noch auf dem Lesestapel...

23.12.2014 21:20:19
dzi

"Das Dorf" ist der neue Psychothriller von Arno Strobel, der am 18. Dezember bei den S. Fischer-Verlagen erschienen ist. Die Handlung spielt in einem kleinen fiktiven Dorf an der dünn besiedelten Müritz. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Journalisten Bastian Thanner. Seine Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben, als er noch sehr jung war. Er hat nur wenige ausgesuchte Freunde. Nachdem Thanner einen Anruf seiner Ex-Freundin Anna bekommt, in dem sie ihn in Todesangst um Hilfe bittet, beschließt Thanner in das Dorf zu reisen, um seine Liebe zu retten. Dort angekommen, scheint diese Aufgabe jedoch noch schwieriger, als zunächst angenommen. Es gibt kein Telefonnetz (was für einige Menschen heute schon ausreichend wäre, um einen Psychothriller zu erleben), keinen Strom und die Menschen scheinen auf seltsame Art und Weise paralysiert. Je mehr Thanner versucht, das merkwürdige Verhalten der Anwohner zu ergründen, desto tiefer gerät er in einen Strudel, der ihn mehr und mehr an seinem Verstand zweifeln lässt.
Die Geschichte von Arno Strobel überzeugt. Der Leser kann sich ohne Probleme in die Gedanken und Gefühle von Bastian Thanner hineinversetzen. Der nette junge Mann von nebenan, der natürlich nicht ohne Fehler und Makel ist, sich aber für den einen Menschen, den er liebt, aufopfern würde. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Beziehung nicht von langer Dauer war, denn für Bastian war die Intensität entscheidend. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er alles auf eine Karte setzt, entgegen des schlechten Gefühls und seiner Angst. Dass er trotz des seltsamen Verhaltens der Dorfbewohner immer wieder mutig und teilweise wütend alles daran setzt, die Menschen in seinem Leben zu beschützen, ist nicht ungewöhnlich. Strobel gelingt es, den Lesern mehr als nur einen Einblick in die Gefühlswelt von Thanner zu geben. Er lässt sie teilhaben, an der Unsicherheit seines Protagonisten. Fragen, die sich der junge Mann in Gedanken stellt oder ausspricht, lassen nicht nur zu, dass ihn der Leser versteht und sich geradezu mit ihm verbunden fühlt, sondern spiegeln auch die Gesamtsituation wieder, in der sich die Figur befindet: Es scheint aussichtslos und ist demotivierend. Gerade dadurch, dass Bastian anscheinend keine Antworten auf seine Fragen findet oder sie ihm immer wieder zunichte gemacht werden und er schließlich zweifelt, ob das Geschehene Realität oder Fiktion ist, wird die Geschichte greifbarer und intensiver. Der Leser leidet mit. Strobel versteht es mit der Angst des Lesers zu spielen, selbst in eine Situation zu geraten, in der er sich vielleicht nicht mehr auf den eigenen Verstand verlassen kann. Doch während in anderen Thrillern die Protagonisten von unendlichen vielen Einflüssen bedrängt werden, kommt Strobel mit einem einzigen Ort und einer sehr überschaubaren Anzahl an Figuren aus. Gerade das ist ein sehr gelungenes Mittel, um die Enge, in die Thanner getrieben wird, nicht nur mit Worten zu beschreiben, sondern sie durch örtliche Begebenheiten noch zu intensivieren.
Auf den ersten Seiten des Buches kann der Leser zwar die Hilflosigkeit des Protagonisten erahnen, fühlt sie spätestens ab Seite 115. Denn ab da, wird es fast unmöglich, sich von diesem Schicksal zu entfernen. Wer davor flüchten will, wird wie der Protagonist feststellen müssen, dass dies nicht möglich ist. So sehr zieht die Geschichte in den Bann. Beklommenheit, Unsicherheit, Angst, Wut und innere Zerissenheit: All dies teilen die Leser im Laufe der Geschichte mit Bastian Thanner und sie werden es auch am überraschenden Ende, von dem hier nichts verraten werden soll, nicht los – ganz im Gegenteil.
Das Dorf ist ein überaus gelungener Psychothriller, der seinem Leser einiges abverlangt. Hin und hergerissen zwischen "Ich will wissen, wie es weitergeht" und "Ich kann es nicht mehr ertragen", ist alles dabei, was das Lesevergnügen bei einem Thriller ausmacht. Allen, die Lust auf eine gut recherchierte Geschichte mit sehr intensiven Charakteren und einem "Mehr" an Nervenkitzel haben, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Insbesondere diejenigen, die meinen, schon alles gelesen zu haben, werden durch das Ende des Buches eines Besseren belehrt.

Film & Kino
Knives Out

Bestsellerautor Harlan Thrombey feiert mit seiner Großfamilie, der Haushälterin und seiner jungen, hochgeschätzten Pflegerin Marta Cabrera, seinen fünfundachtzigsten Geburtstag im eigenen luxuriösen Herrschaftshaus. Jeder der anwesenden Verwandten bekommt an diesem Abend eine gut gemeinte, aber existentiell bedrohliche Abfuhr mit auf den Weg. Der Beginn einer unruhigen Nacht, an deren Ende der Hausherr tot aufgefunden wird. Titel-Motiv: © MRC II Distribution Company L.P.

zur Film-Kritik