Die Istanbul Passage

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • New York: Atria, 2012, Titel: 'Instanbul Passage', Seiten: 404, Originalsprache
  • München: C. Bertelsmann, 2014, Seiten: 480, Übersetzt: Elfriede Peschel

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Jörg Kijanski
Ein meisterhaftes Verwirrspiel am Bosporus.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2014

Istanbul, die Stadt zwischen Europa und Asien, war während des Zweiten Weltkrieges ein Tummelplatz der Geheimdienste und eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge, die verzweifelt versuchten, ihr Leben zu retten. Der Krieg ist vorbei, doch noch immer warten vor allem zahlreiche Juden darauf, endgültig fliehen und in Palästina ein neues Leben beginnen zu können. Derweil packen die Geheimdienste ihre Koffer, ihre Arbeit ist getan. Doch Tommy King vom amerikanischen Konsulat hat noch einen letzten wichtigen Auftrag zu erfüllen, für den er Leon Bauer einsetzen möchte. Leon erledigte bisher kleinere Laufarbeiten, doch er kennt die Stadt wie seine Westentasche, spricht türkisch und ist daher der ideale Mann. Ein mysteriöser Fremder soll mit einem Fischerboot nach Belek und von dort in ein sicheres Versteck gebracht werden, bevor er in den kommenden Tagen nach Amerika ausgeflogen wird. Bei der Übergabe in Belek hilft der Rumäne Mihai seinem Freund Leon, aber die Übergabe geht gründlich schief. Es fallen Schüsse, Mihai wird verletzt und Leon kann letztlich den Angreifer erschießen bevor das Trio überhastet die Flucht ergreift.

 

"Sie können jetzt niemandem mehr vertrauen, hatte Alexei gesagt und Leon gebeten, ihm zu vertrauen."

 

Nachdem Leon den Unbekannten, der sich ihm als Alexei vorstellt, versteckt hat, erfährt er von Mihai, dass Alexei in Wirklichkeit Jianu sei, der "Judenschlächter", der unter General Antonescu für die rumänischen Faschisten diente, die nach Stalingrad marschierten und in der Stadt Straulesti unvorstellbare Greueltaten an jüdischen Gefangenen begannen. Was tun? Alexei ist ein Kriegsverbrecher, der kurz vor Ende des Krieges die Seiten wechselte, sein Wissen über die Russen den Amerikanern andiente und für diese ein wertvoller Informant ist. Aber soll und darf man so einen Mann wirklich retten? Aber wenn Alexei auspackt, ist auch Leon wegen Mordes dran.

 

"Stalingrad. Ich hatte Glück. Wäre sie tiefer gewesen – Sepsis. Kein Feldlazarett. Man starb entweder gleich oder später."
"Sie waren an der Front? Ich dachte, beim Geheimdienst..."
"Antonescu hat uns gern in die Sturmeinheiten gesteckt. Um auf Nummer sicher zu gehen. Keine Deserteure, kein defätistisches Gerede. Die Russen haben das auch so gemacht."
"Er hat auf diese Weise das Leben seiner Geheimdienstoffiziere aufs Spiel gesetzt?"
"Überlegen Sie mal, wie viele er selbst umgebracht hat. Warum sollte er das nicht die Russen tun lassen?"

 

Amerikaner, Russen und die türkische Staatssicherheit Emniyet interessieren sich brennend für Alexei und so gerät Leon zwischen alle Fronten. Dann verliert Leon mit Tommy King seinen einzigen Ansprechpartner hinsichtlich der Fluchtoptionen für Alexei und auch Mihai, der im Auftrag des Mossad Juden die Ausreise nach Palästina ermöglicht, verweigert Leon seine Hilfe. Der amerikanische Botschafter Frank Bishop wittert derweil einen Verräter in den eigenen Reihen und bittet Leon als Außenstehenden, diesen zu ermitteln. Stattdessen verliebt sich Leon in Bishops attraktive Frau Kay.

Scharaden und Intrigen vor grandioser Kulisse.

Goldenes Horn, Hagia Sophia und Topkapi sind nur einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten Istanbuls, die hier die grandiose Kulisse eines ebensolchen Thrillers bilden, welcher in sieben Kapitel unterteilt ist. Belek, Laleli, Pera, Lanlica, Üsküdar, Büyükada sind jene Stadtviertel, in denen Die Istanbul Passage zunächst spielt bevor es zum Showdown auf der Galatabrücke kommt. Bis dahin muss der Protagonist und Held wieder Willen den Geheimdiensten trotzen, zahlreiche Volten schlagen und sich dabei immer wieder die Frage stellen, wem er eigentlich noch vertrauen kann? Ein spannendes, vertracktes, kniffliges Puzzle mit etlichen Wendungen und ebenso vielen Überraschungen bietet der neue Roman von Joseph Kanon, den sich nicht nur Freunde von John Le Carré auf ihrem Einkaufszettel notieren sollten.

 

"Was machst du, wenn du nichts richtig machen kannst? Nur falsch? So oder so?"

 

Diese Frage stellt die moralische Hürde dar, die Leon zu nehmen hat, denn Alexei war ein Kriegsverbrecher, der für die "Eiserne Garde" Antonescus arbeitete. Das Leid der Juden, welches ihnen von den rumänischen Faschisten während des Krieges angetan wurde und deren noch immer höchst dramatische Situation beim Versuch Europa zu verlassen, bilden den zeitgeschichtlichen Hintergrund dieses Romans, der vielen Lesern unbekannt sein dürfte.

 

"Warum könnte es nötig werden, uns zu treffen?"
"Wir arbeiten zusammen, Mr. Bauer. Wenn Sie ihn finden, werden Sie unsere Hilfe benötigen."
"Um ihn zu töten?"
"Um ihn rauszubringen. Ich dachte, dies sei die von Ihnen bevorzugte Alternative."

 

Für Liebhaber von Spionagethrillern und anspruchsvollen Plots zum Mitdenken ist Die Istanbul Passage eines der Highlights des diesjährigen Krimijahres, das nach einer Verfilmung förmlich schreit.

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