Die Wahrheit und andere Lügen

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • München: Der Hörverlag, 2014, Seiten: 1, Übersetzt: Axel Milberg, Bemerkung: ungekürzte Lesung

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Lars Schafft
Schuld und Sühne

Buch-Rezension von Lars Schafft Mai 2014

Ach du meine Güte! Man muss gar nicht hineinlesen, um vorab zu wissen: Ja, das ist die Schublade literarischer Kriminalroman. Ein schönes Paradoxon im Titel, dazu eigentlich kein richtiger Hinweis auf das Genre Krimi unterstreicht diese Vermutung. Und dann kommt doch alles anders, als man denkt. Der Autor ist ein renommierter Drehbuchschreiber für Tatort-Folgen, dem Flaggschiff der ARD, und nach 70 Seiten Lektüre weiß man bereits, womit man es zu tun hat: Arango hätte früher Kriminalromane schreiben sollen!

Dabei ist seine Geschichte in Die Wahrheit und andere Lügen denkbar simpel: Protagonist ist Bestsellerautor Henry Hayden, der nicht nur mit seiner persönlichen Vergangenheit zu kämpfen hat, sondern auch mit einer schier unglaublichen Lebenslüge. Das, was ihn zum Star gemacht hat, ist das Werk seiner Frau. Er selbst kann weder Prosa schreiben, noch Kopfrechnen. Er ist aber auch ein Lebemann. Und so kommt es, dass die Cheflektorin seines Verlages und gleichzeitig seine Geliebte schwanger wird, er dies gar nicht will, und nach einem Ausweg sucht. Ist doch seine Ehefrau und Autorin "seiner" Zeilen die einzige Frau, die ihn je geliebt hat.

Ein folgenschwerer Fehler

Henry Hayden entschließt sich zum endgültigen Schnitt und begeht dabei einen folgenschweren Fehler, der sein ganzes Leben auf den Kopf stellen soll. Manchmal bringt man halt die Falsche um ...

Erst an dieser Stelle beginnt der "Krimi", was ein paar Kapitel dauert und wofür der Leser ein wenig Ausdauer mitbringen muss. Doch lässt Autor Arango bis dahin keinen Zweifel daran, dass seine kunstvoll formulierten Zeilen auf einen Kriminalroman zusteuern. Die Spannung liegt zwischen den Wörtern. Genauso wie es Arango gelingt, auch über die 250 folgenden Seiten exakt die Balance zu halten zwischen Sagen und Nicht-Sagen.

Wer, woran und wie an was scheitert, überlässt er im Großen und Ganzen dem mündigen Leser, mit stets äußerst klarer Formulierung, präzisen Beobachtungen und überzeugender Metaphorik.

Ambivalent, dieser Bestsellerautor

Überhaupt: Die Figur des Henry Hayden – ein Arschloch vor dem Herrn! Ein Egoist, wie er im Buche steht, nur auf sein eigenes Wohl erdacht. Letztendlich ein Doppelmörder, kaltblütig und berechnend. Aber doch: Er rettet seinem ärgsten Verfolger das Leben, schenkt seinem besten Freund eine neue Zukunft und das alles obendrein völlig uneigennützig. Ambivalenter geht es nicht mehr.

Es mag Autoren geben, die bessere Debüts abgeliefert haben – vor allem im Krimisektor – ich kann mich nur an keinen erinnern. Arangos Die Wahrheit und andere Lügen soll für die einen großartige Hochliteratur sein, für die anderen spannende Unterhaltung. Unterm Strich bleibt ein großer Text über Schuld, Unschuld und unser aller Umgang damit.

Die Wahrheit und andere Lügen

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Letzte Kommentare:
09.04.2015 11:11:44
Annette Traks

Henry Hayden hat es als Schriftsteller zu beachtlichem Ruhm gebracht und kann ein überaus angenehmes Leben in Wohlstand führen. Sein neuester Roman ist auch schon so gut wie fertig, es fehlt nur noch der Schluss. Einzige Schönheitsfehler: Er hat nicht eine Zeile der Werke, die unter seinem Namen veröffentlicht worden sind, selbst verfasst. Autorin ist in beiderseitigem Einvernehmen stets seine Ehefrau Martha gewesen – genau wie beim aktuellen Manuskript. Außerdem ist Betty, Henry's Lektorin und Geliebte, schwanger – und will das Kind unbedingt bekommen.

Henry zieht in Erwägung, seiner Frau Affäre und Schwangerschaft zu beichten, bevor sie selbst dahinterkommt. Doch andererseits ist sie die Garantin seines Erfolgs, daher beschließt er angesichts der möglichen Konsequenzen, Betty lieber aus dem Weg zu räumen.

Eine Gelegenheit ergibt sich schneller als gedacht, doch Henry unterläuft ein fataler Fehler, der eine Reihe folgenschwerer Verstrickungen nach sich zieht. So manches Mal gerät er in Bedrängnis und erkennt sehr schnell, „dass man ihm glauben würde, solange er log. Nur mit der Wahrheit musste er sparsam und weise umgehen.“ (E-Reader, Pos. 1317). Denn „Herrgott im Himmel, dachte Henry, wenn ich die Wahrheit sage, glaubt mir keiner.“ (Pos. 1673)

Sein Schicksal bleibt bis zum Schluss spannend, fordert ein paar zum Teil drastische „Korrekturen“ und letztlich einen Neubeginn.

Resümee:
Nicht nur inhaltlich ist dies ein außergewöhnlicher Roman, sondern auch sprachlich ein Hochgenuss:
Der Autor kann mit Sprache exzellent umgehen, setzt sie subtil und pointiert ein. Dadurch entstehen Wendungen, die den Leser schmunzeln lassen; oft aber bleibt einem das Lachen buchstäblich im Halse stecken.

Ähnlich ambivalent erging es mir mit der Hauptperson Henry Hayden:
Einerseits ist er natürlich ein Hochstapler und Blender - man müsste ihn eigentlich unsympathisch finden, auch auf Grund der Einblicke in seine Vergangenheit. Andererseits aber zeigt er oft (allzu) menschliche Züge und viel Herz.
Er ist ein Lebenskünstler, der aus schwierigen Situationen nicht nur das Beste zu machen versucht, sondern möglichst noch einen Nutzen für sich herausholt.
Ähnlich wie ein kleines Kind kann er seine Handlungen immer wieder vor sich und anderen rechtfertigen und den Kopf aus der Schlinge ziehen.

Je ambitionierter andere Personen dagegen auf der Suche nach der Wahrheit sind, um so größer wurde meine Antipathie ihnen gegenüber.

Der Ausgang ist lange nicht absehbar, denn immer wieder gibt es Wendungen und neue konfliktträchtige Verkettungen, meist als Fügung des Schicksals, unbewusst ausgelöst durch Personen aus Henry's nahem Umfeld.

Dabei wird das Geschehen in erster Linie aus seiner Perspektive erzählt, aber wir erfahren auch andere Sichtweisen – z.B. die von Betty und der Verlagssekretärin oder die des Fischhändlers Obradin. Jede Person lebt in und mit ihrer eigenen Realität.

Sowieso dreht sich thematisch alles um die Gratwanderung aus Lüge und Wahrheit – und vor allem Henry scheint manchmal selbst nicht so recht zu wissen, auf welcher Ebene er sich gerade befindet; zu stark verschwimmen gelegentlich die Grenzen.

Fazit: Ein Roman, der meines Erachtens völlig zu Recht für den Friedrich-Glauser-Preis des Syndikats – der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur – in der Sparte „Kriminalroman-Debüt nominiert worden ist.

12.02.2015 18:49:12
sabinek

Das soll ein Krimi sein ?
Über Spannung kann man unterschiedlicher Meinung sein .
Ich fand das Buch langatmig und daher langweilig .
Das es literarisch wertvoll ist würde ich auch nicht unterstreichen . Ich lese ja nicht nur Krimis und wäre mit einem literarisch wertvollen Buch zufrieden gewesen .
Ich war enttäuscht von dem Buch .

12.02.2015 12:11:15
LynleyFan

Ich habe das Buch geliebt! Erst dachte ich beim Titel: Trivial-Krimi. Aber die Geschichte, die sich hinter dem Autoren und dessen Dreiecksbeziehung steckt, zeigt, wie verzweifelt ein Mensch sein kann, um diese Taten zu begehen. Als sich dann rausgestellt hat, dass er die falsche umgebracht hat, dachte ich, dass er sich jetzt selbst umbringt. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen!

22.11.2014 20:40:09
isabella scheurer

Sascha Arangos Roman ist spannend und kurzweilig. Er bietet interessante Einblicke und Erkenntnisse zur Verbrechensermitllung. Man erkennt den Profi und Drehbuchautor.Zu empfehlen wäre Herrn Arango jedoch, dass er sich als Erstes um eine/n andere/n Lektor/in bemüht. Es wimmelt - gegen Ende des Romans gehäuft - von Rechtschreibfehlern.In Teilen driften seine Beschreibungen ins Triviale ab. Da geht es um einen "monumentale Bizeps".Es finden sich mehrere Szenen, denen es entschieden an Plausibilität mangelt: Nach dem Auskotzen der Lasagne wird sich geküsst; der kalt-berechnende Henry robbt meterweise durch seinen Dachstuhl!Insgesamt packt Herr Arango zuviel an Motivik ein, die dann nicht ausreichend aufgeschlüsselt wird. Am wenigsten überzeugt die Thematisierung des Kindheitstraumas mit den Eltern.
Am Ende erkennt man den Drehbuchautor: Schnell noch einen Riesenwirbel veranstaltet, ein bedeutungsvolles Gespräch zwischen Verbrecher und Rechtsvertreter inszeniert und dann ist es rum.Die Botschaft des Klappentextes, dass der Verbrecher am Ende seiner Schuld nicht entkommen kann, bewahrheitet sich leider nicht (es kommt die Postkarte von irgend woher), so dass es dem Roman auch an Größe und Tragik fehlt.Ich werde mich dennoch auch für einen Folgeroman von Herrn Arango interessieren.

10.10.2014 14:41:21
Rosenzobel

Literarischer Hochgenuss auf 300 Seiten.perfide Wahrheit die zur Lüge mutiert oder war es andersrum.Ich fand das Buch erfrischend anders auch wenn es kein nervenaufreibender Krimi ist.
Leider haben sich auf 1-2 Seiten doofe Rechtschreibfehler eingeschlichen.soetwas sollte nicht vorkommen! Und die handlung mit dem durchdrehenden Fischer und der daraus resultierenden "Narkose" war zu hahnebüchen - Aber es ist verziehen denn ich fand das Buch wirklich klasse und warete ungeduldig auf die Fortsetzung- denn dass es eine geben muss ist eigentlich klar!

10.09.2014 11:47:48
Krimi-Mietze

"Die Wahrheit und andere Lügen" von Sascha Arango

Ein literarischer Leckerbissen!

Die Geschichte ist spannend und der Schreibstil flüssig. Mehrfach waren bestimmte Sätze derartig umwerfend, daß ich gar nicht anders konnte, als beim Lesen innezuhalten und erst einmal darüber nachzudenken. Die kleinen grauen Zellen danken herzlich für diese Anregungen!

Weiter so, Herr Arango, großartig!

16.08.2014 19:35:36
Torsten

Vielleicht sollte ich die KC-Rezensionen noch aufmerksamer lesen, dann hätte ich vielleicht die Warnung vor dem Buch in Form des Lobes "Ja, das ist die Schublade literarischer Kriminalroman." bemerkt.
Der "literatische Anspruch" hat in diesem Fall jedenfalls jeglichen Krimi in dem Buch erstickt - ein Krimi ist das nämlich nun wirklich nicht.
Die Geschichte über Lebenslügen und wie man sich ihnen stellt - oder auch nicht - ist insgesamt tatsächlich nur langweilig und unausgegoren. So etwas wie Spannung kommt in keinster Weise auf.
Fragt sich allenfalls, ob man das Buch unter dem rein literarischen Aspekt besonders gut finden kann. Ich jedenfalls nicht - weder Stil noch Inhalt fand ich besonders, weder Richtung noch Botschaft sind erkennbar, die Geschichte plätschert wenig zielstrebig und eben auch teils hanebüchen vor sich hin.
Ja, die schon in vorherigen Kommentaren kritisierten Szenen sind tatsächlich nichts als völliger Klamauk und schlicht schlecht.
Vor allem aber tragen sie inhaltlich überhaupt nicht zum Gesamtkontext bei - besonders die Geschichte mit dem Fischer - und wären daher eigentlich völlig überflüssig.
Noch eine Anmerkung: Wer andere Kritiken mit der Aussage, der Kritiker hätte die Geschichte nur nicht verstanden und solle besser Jerry Cotton lesen diffamiert, der disqualifiziert damit einzig sich selbst.
Ich jedenfalls habe sehr wohl verstanden was ich gelesen habe - und das war in diesem Fall einfach schlecht und die meist überschwänglichen Besprechungen in vielen Medien kann ich in keinster Weise nachvollziehen.

15.08.2014 17:05:03
charliene

Eine gut geschriebene und packende Geschichte. Bei jeder Lüge fragt ich mich, kommt er diesmal durch oder verstrickt er sich in Widersprüche? Und seltsamerweise ist die Wahrheit oft die Lüge und die Lüge die Wahrheit.
Bei der Art wie sich John und Stephanie (haben sie sich eventuelle gemeinsam über das Buch geärgert?) über das Buch auslassen stellt sich mir die Frage, ob sie wirklich verstanden haben, was sie da gelesen haben. Ein 300 Seiten Werk auf zwei nebensächlich Handlungen zu reduzieren ist doch schon etwas fragwürdig. Eventuell wären da die Hefte von Jerry Cotton doch eine geeignetere Urlaubslektüre.

27.07.2014 12:40:23
charliene

Eine gut geschriebene und packende Geschichte. Bei jeder Lüge fragt ich mich, kommt er diesmal durch oder verstrickt er sich in Widersprüche? Und seltsamerweise ist die Wahrheit oft die Lüge und die Lüge die Wahrheit.
Bei der Art wie sich John und Stephanie (haben sie sich eventuelle gemeinsam über das Buch geärgert?) über das Buch auslassen stellt sich mir die Frage, ob sie wirklich verstanden haben, was sie da gelesen haben. Ein 300 Seiten Werk auf zwei nebensächlich Handlungen zu reduzieren ist doch schon etwas fragwürdig. Eventuell wären da die Hefte von Jerry Cotton doch eine geeignetere Urlaubslektüre.

22.07.2014 00:04:05
John

Quälend langweilig, die Empfehlung in Tageszeitungen nicht zu verstehen. Sollte für mich eine spannende Urlaubs Lektüre sein, endete damit dass ich meine Mitreisenden mit den schlechtesten Passagen immerhin gut unterhalten habe (Tränen vor Lachen).. Ein Fischer der plötzlich einen "Anfall" hat und Mutti alarmiert den Jäger und Notarzt - sie weiß ja was jetzt passiert! Sowas Blödes - Respekt- habe ich noch nicht gelesen. Lakonisch? Tut mir leid das ist lieblos und völlig lächerlich daher geschrieben. Kein Krimi schon eher unfreiwillige Comedy und die leider auch sehr schlecht. Goldene Himbeere des Jahres.

21.07.2014 13:09:24
Stephanie

Ich kann diese Lobeshymnen nicht verstehen - ich finde das Buch ausgeprochen SCHLECHT! Davon mal abgesehen, dass sich mir die Nackenhaare sträuben, wenn ich das Wort "öfters" in einem Text lese, ist das Buch einfach unfassbar schlecht geschrieben. Soll das witzig sein, wenn Henry dem Marder nachstellt und sich eine Harpune (fast) ins Auge schiesst? Dieser Klamauk ist einfach unpassend und blöd. Spannung? Fehlanzeige. Zu keiner Zeit kann man sich wirklich in irgendeine der Personen einfühlen, alles bleibt oberflächlich, platt und irgendwie zusammen gesponnen. Die Geschichte mit dem Vater zum Schluss noch schnell reingepresst - also wirklich - Nein Danke!

20.05.2014 08:24:58
Marius

Die Wahrheit über die Lüge

Dass das mit den Lügen manchmal alles andere als leicht sein kann, das muss der Schriftsteller Henry Hayden in Sascha Arangos Debüt feststellen.
Arango, bislang eher als Drehbuchautor für Tatortfolgen und Spielfilme der Öffentlich-Rechtlichen aufgefallen, legt mit „Die Wahrheit und andere Lügen“ ein beachtliches Debüt als Krimischriftsteller hin, das es zu lesen lohnt. In seinem doppelbödigen Roman entspinnt er einen fiesen Plot um den Schriftstellerstar Henry Hayden, der in Wahrheit keine einzige seiner Zeilen selbst geschrieben hat. Stattdessen hat seine Frau alle Romane verfasst, deren Lorbeeren der Gatte einheimst.
Kompliziert und in Fahrt gerät das Ganze nun, als Henrys Geliebte – eine Lektorin aus dessen Verlag – ein Kind von Henry erwartet. Die Geliebte muss verschwinden, so entscheidet Henry. Doch dabei geht natürlich schief, was schief gehen kann.

Sascha Arango versteht sein Handwerk meisterlich. Nicht einmal 300 Seiten benötigt er für seinen Roman, der Henry genauso wie den Leser durch die Handlung hetzen lässt. Stets steht man Henry ambivalent gegenüber – ein Blender, ein Täuscher und Betrüger, der trotzdem das ein oder andere Mal Herz beweist. Wird der Schriftstellerstar mit seinen Täuschungen und Manövern der Polizei entgehen oder verheddert er sich im eigenen Lügengewirr? Das sind die Fragen, die die Spannung von „Die Wahrheit und andere Lügen“ ausmachen. In einer wirklich sprachlich höchst angenehmen und mitreißenden Prosa verkleidet folgt man Henry Hayden wirklich gerne und sieht den Verwicklungen bis zur letzten Seite gebannt zu. Ein großartiges deutsches Krimidebüt, bei dem sich der Lesegenuss mit der Hoffnung verbindet, schnell neue (Lügen)Geschichten aus Arangos Feder lesen zu dürfen!

20.05.2014 08:16:16
Marius

Die Wahrheit über die Lüge

Dass das mit den Lügen manchmal alles andere als leicht sein kann, das muss der Schriftsteller Henry Hayden in Sascha Arangos Debüt feststellen.
Arango, bislang eher als Drehbuchautor für Tatortfolgen und Spielfilme der Öffentlich-Rechtlichen aufgefallen, legt mit „Die Wahrheit und andere Lügen“ ein beachtliches Debüt als Krimischriftsteller hin, das es zu lesen lohnt. In seinem doppelbödigen Roman entspinnt er einen fiesen Plot um den Schriftstellerstar Henry Hayden, der in Wahrheit keine einzige seiner Zeilen selbst geschrieben hat. Stattdessen hat seine Frau alle Romane verfasst, deren Lorbeeren der Gatte einheimst.
Kompliziert und in Fahrt gerät das Ganze nun, als Henrys Geliebte – eine Lektorin aus dessen Verlag – ein Kind von Henry erwartet. Die Geliebte muss verschwinden, so entscheidet Henry. Doch dabei geht natürlich schief, was schief gehen kann.

Sascha Arango versteht sein Handwerk meisterlich. Nicht einmal 300 Seiten benötigt er für seinen Roman, der Henry genauso wie den Leser durch die Handlung hetzen lässt. Stets steht man Henry ambivalent gegenüber – ein Blender, ein Täuscher und Betrüger, der trotzdem das ein oder andere Mal Herz beweist. Wird der Schriftstellerstar mit seinen Täuschungen und Manövern der Polizei entgehen oder verheddert er sich im eigenen Lügengewirr? Das sind die Fragen, die die Spannung von „Die Wahrheit und andere Lügen“ ausmachen. In einer wirklich sprachlich höchst angenehmen und mitreißenden Prosa verkleidet folgt man Henry Hayden wirklich gerne und sieht den Verwicklungen bis zur letzten Seite gebannt zu. Ein großartiges deutsches Krimidebüt, bei dem sich der Lesegenuss mit der Hoffnung verbindet, schnell neue (Lügen)Geschichten aus Arangos Feder lesen zu dürfen!

15.05.2014 10:27:55
spider

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schriftsteller Henry Hayden, der eigentlich nur ein Hochstapler ist, und keine Zeile jemals selbst geschrieben hat. Morde begeht, für die er nicht belangt wird und auch Gutes tut, allerdings nur, wenn es für ihn von Nutzen ist. Und obwohl er so arrogant und berechnend durchs Leben geht, ist er nicht komplett unsympathisch. Solche Romane mag ich, wenn man am Ende nicht weiß, ob man ihn bedauern oder verachten soll.