Die Tote von San Miguel

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Aufbau, 2014, Seiten: 319, Übersetzt: Winfried Czech
  • Longmont: New Pulp Press Book, 2012, Titel: 'A Death in Mexico', Originalsprache

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Lars Schafft
Alle gringos sind loco

Buch-Rezension von Lars Schafft Mai 2014

Was hat sich der Aufbau-Verlag denn dabei gedacht? Abseits von jeder Reihe oder Programm schießen die Berliner einfach mal einen Kriminalroman aus der Hüfte, der es locker mit allen großen Klassikern aufnehmen kann - Klassikern im Sinne eines Raymond Chandler, im Sinne von Pulp – nicht zufällig wurde das amerikanische Original bei New Pulp Press veröffentlicht. Claro, in gewisser Weise altmodisch, ein schmieriger, süffisanter Krimi mit den Stilmitteln der Dreißiger platziert im Mexiko der Gegenwart.

In der pittoresken Touristenhochburg San Miguel de Allende findet ein betrunkenes Paar nachts die Leiche der jungen Amanda erdrosselt auf dem Gehsteig liegend, ihre Augen wurden entfernt. Ein neuer Fall für Inspektor Hector Diaz, der nicht an einen Ritualmord glauben möchte. Und in der Tat: Die norteamericana Amanda Smallwood, Muse von gar zu vielen Künstlern in dieser amerikanischen Enklave, hatte es faustdick hinter den Ohren. Innerhalb weniger Tage muss Diaz drei Anschläge auf sein eigenes Leben überstehen. Zur Rettung kommt ihm schließlich ein aztekischer Windgott ...

Moral bitte mit allen Mitteln

Jonathan Woods ist Amerikaner und in dem Sinne hält er sich an alles, was die Hardboiled-Tradition ihm vorgibt: Diaz ist ein Einzelgänger, der seine Ruhe in heimischem Alkohol findet, ein ganzes Telefonbuch voller Frauen hat, die er zu seinem Seelenheil einfach so ficken kann, der aber dennoch nichts unterlässt, das brutale Verbrechen aufzuklären. Moral? Ja, bitte, mit allen Mitteln.

Erstaunlich dabei ist, wie oft sich Diaz selbst fragt, tatsächlich noch in einem Dritte-Welt-Land zu leben, obwohl er selbst als Chefkommissar weitestgehend den Überblick behält. Der Fall Die Tote von San Miguel hat viel mit importierter Kriminalität aus den USA zu tun, weist aber doch einen außerordentlichen Flair einer El-Mariachi-Atmosphäre auf.

Gringas und gringos – sie sind alle loco. Und das ist auch schon der einzige Kritikpunkt an diesem Buch, denn leider setzten sowohl Autor Jonathan Woods als auch Übersetzer Winfried Czech zu sehr auf eine wortgetreue Nachbildung des Spanischen. "Es mui interesante" mag stimmen, mag aber nicht jeder verstehen. Das ist unterm Strich sehr ärgerlich, versteht man doch ohne drei Semester Spanisch sicherlich nur die Hälfte. Schlimmer noch: Das hätte der Roman für seine Atmosphäre überhaupt nicht gebraucht.

Für Aficionados der alten Schule

Die Tote von San Miguel ist ein wunderbarer Kriminalroman für alle Fans, die es dreckig – im wahrsten Sinne des Wortes – mögen. Aficionados der alten Schule werden sich freuen, dass ein solcher Schundroman mit all seinen widerlichen Sex- und Gewaltszenen, mit all seiner Verwerflichkeit und mit all seinem Glauben an das Gute, heutzutage noch den Weg aufs Papier findet.

Bisschen übertrieben, vor allem was das Spanische angeht, aber viel reinrassiger geht Krimi nicht.

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