Tribunal

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2014, Seiten: 317, Originalsprache

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Jasna Brandic, Topermittlerin des Tribunals in Den Haag, überlebt als Einzige ein brutales Attentat auf ihren Kronzeugen. Ohne diesen droht das Verfahren gegen den Massenmörder Kovac endgültig zu scheitern. Da erreicht Jasna die Nachricht, dass ein international gesuchter Kriegsverbrecher bereit ist, gegen Kovac auszusagen – vorausgesetzt, sie schafft es, ihn vor seinen eigenen Leuten zu schützen und lebend nach Den Haag zu bringen. Jasna setzt auf eigene Faust alles daran, den Mann zu finden. Sie ahnt nicht, dass sie Teil eines perfiden Spiels ist? Eine Jagd auf Leben und Tod beginnt.

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Letzte Kommentare:
18.12.2015 23:20:01
D.Borovac-Knabe

Leider einige faktische Fehler, angefangen mit den Namen der Personen:
es soll Kovač statt Kovać
es soll Brandić statt Brandič
es soll Orešković statt OreskovičMir fällt es schwer, bei so grundlegenden Versäumnissen das Buch überhaupt anfangen zu lesen. Die, die sich mit der Sprache (BKMS) auskennen, werden mein Anliegen sicherlich nachvollziehen können.

20.10.2015 19:15:03
anyways

17 Monate hat Jasna Brandic gebraucht, um den Belastungszeugen Oreskovic für das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, ausfindig zu machen. Ein Zeuge der den Kriegsverbrecher Kovac überführen könnte, kämpften doch beide bei den „Wölfen“, und sind doch beide mitverantwortlich für den Mord an 3953 Menschen, darunter viele Frauen und Mädchen, die vor ihrer Ermordung vergewaltigt wurden. Aber die „Wölfe“ verfügen auch über ein Jahrzehnt nach Beendigung des Balkankrieges über ein dichtes Netzwerk an Sympathisanten und Informanten und durch Heckenschützen wird eine Aussage Oreskovic verhindert. Siebzehn Monate Ermittlung und schlaflose Nächte umsonst. Doch während sich die Straßen von Den Haag noch von dem blutigem Schock erholen, nimmt ein weiterer „Wolf“, Decknamen Branko,mit Jasna Kontakt auf, auch er will aussteigen und gegen seinen ehemaligen Kameraden und Weggefährten Kovac aussagen. Ganz gleich ob es sich nur um ein Gerücht handelt, die Niederlage, den Hauptbelastungszeugen, so kurz vor der Verhandlung, verloren zu haben, wiegt so schwer, das sich Jasna nicht allzu große Gedanken um die Echtheit des Neuen macht. Sie begibt sich auf die Suche nach Branko, nicht ahnend dass die zukünftigen Geschehnisse eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verwoben sind.

Osteuropa Anfang der 90ziger Jahre, während sich der Ostblock, nördlich des Balkans, über das Ende des Kalten Krieges freut, den Warschauer Pakt aufgibt und Deutschland sich wiedervereinigt, wird aus dem Schwelbrand im Vielvölkerstaat Jugoslawien ein verehrender Krieg, ungeahnten Ausmaßes. Die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen dauert nun schon fast zwei Jahrzehnte an, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund spielt der Thriller von André Georgi.
Der Autor schont seinen Leser nicht, die Grausamkeiten des Krieges, Gräueltaten, Foltermethoden, sowohl physischer und psychischer Natur schildert er ausführlich. Das ganze Buch ist ausschließlich in der indirekten Rede geschrieben, auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, mich live in einer Kriegsberichterstattung zu befinden, auf der anderen Site viel es mir wiederum schwer mehr als drei, vier Seiten am Stück zu lesen, und das nicht nur wegen der oben beschriebenen Fürchterlichkeiten, sondern wegen dem enervierenden Schreibstil. Mühselig hab ich mich durch die Seiten gequält. Alle Geschehnisse, ob das Jasnas Privatleben, oder die Schauplätze in Den Haag oder in Serbien betraf, fanden für mich, durch den eigenwilligen Schreibstil des Autors, irgendwie auf einer Ebene statt. Nichts hob sich vom anderen ab, oder unterschied sich. Durch die indirekte Erzählweise, fehlte mir jeglicher Ansatz von Emotionen. Eine kalte, unbarmherzige Darstellung des Krieges, die durchaus angebracht scheint, aber keine gut gewählte Erzählweise für die Hauptprotagonistin und ihre Geschichte in diesem Thriller.
Ein Thriller mit durchaus viel Potenzial, für mich zu eintönig umgesetzt.

07.07.2014 12:39:13
Christoph Baumann

Habe das Buch aufgrund der guten Kritik in der „zeit krimibestenliste“ geliehen.Kurze Inhaltsangabe:Die „HeldIN“ ist als Ermittlerin für das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag tätig. Hier ermittelt sie gegen den derzeit vor Gericht stehenden Kovać, der versucht mit allen legalen und illegalen Tricks einer Verurteilung zu entgehen. Um doch noch hinreichende Beweise/Zeugen für eine Verurteilung Kovaćs zu finden, ermittelt sie in ihrer gebürtigen Heimat (Ex-) Jugoslawien „undercover“.Kritik:
Ich kann das Buch nicht beurteilen, ohne das (besonders kritische) Ende zumindest anzudeuten. Also ggf. nicht weiterlesen.Das Buch ist gut/flüssig zu lesen. Es ist spannend mit einem stetigen Spannungsaufbau (s.u.!) bis zum dramatischen Ende (s.u.!) Laut einiger Kritiken hier ist das Buch extrem hart/brutal. Vor dem tatsächlichen Hintergrund finde ich die Gewaltdarstellung angemessen, aber vielleicht bin ich als fleißiger J. Ellroy Leser auch schon (zu?) abgehärtet.Das Buch ist laut zeit „Der beste Politthriller zum jugoslawischen Bürgerkrieg“. Auch wenn ein Krimi kein Geschichtsbuch ist, so sind weitere/tiefere Informationen über die Eigenheiten dieses Konflikts kaum zu finden. Während ich das Buch las, kam mir zufällig eine alte GEO Ausgabe zum Thema Kriegsverbrechen / Jugoslawien in die Hände. Diese bietet auf wenigen Seiten mehr Fakten und Hintergründe als die über 300 Seiten des „Tribunals“. Wenn das das Beste ist, wie schlecht ist dann erst der Rest?
Nicht weiter eingehen will ich auch auf:
Die unglaublichen familiären Verwirrungen, das (sexuelle) Verhältnis zwischen Ankläger und HeldIN sowie dem bereits weit vor Buchende dokumentierten Überleben der HeldIN.Diese Mängel verblassen, in Anbetracht des absolut lächerlichen Finales. Nicht genug, dass ein! alter Kämpfer mit einer entzündeten Beinwunde! die ebenfalls verletzte! HeldIN aus den Händen von drei! gesunden Kämpfern befreit. Nein, beide flüchten –nur mit der Hilfe von Morphium – in bitterkalter Witterung durch einen Nationalpark vor insgesamt neun! gesunden Kämpfern, von denen einer ein erfahrener Sniper mit Scharfschützengewehr ist. Und wird die HeldIN es schaffen, oh wie spannend.Fazit:
Historisch Thema verfehlt. Plot mit lächerlichem – für den kommerziellen Erfolg aber wohl unvermeidlichen - „blockbuster Action happy end Finale“ . Note 4 gem. Krimicouch 30 Punkte

03.06.2014 17:31:35
unclethom

Rasant, spannend, teilweise bedrückend und aus mehreren Perspektiven geschriebener Thriller, den man voll Konzentriert lesen sollte, ansonsten besteht die Gefahr schnell den Faden zu verlieren.
Der Autor ist mir Drehbuchautor durchaus bekannt, umso gespannter war ich auf Tribunal. Manchmal hatte ich das Gefühl einen Pressebericht zu lesen, was dem Buch aber nicht abträglich war. Die Schauplätze und Protagonisten sind glasklar beschrieben so dass ich das Gefühl hatte, vor Ort zu sein.
Diejenigen unter den Lesern die damals den Jugoslawienkrieg am TV verfolgt haben werden das eine oder andere Dejavuerlebnis haben bei der Lektüre, auch musste ich das eine oder andere mal schlucken. Deshalb ist es für Zartbesaitete Leser eher nicht zu empfehlen.
Ich fühlte mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten und bin gespannt auf weitere Romane des Autors.
Ich kann für das Buch 4 von 5 Sternen vergeben.

26.03.2014 12:35:56
Marius

Das Tribunal des Todes

Mehr als zwanzig Drehbücher zu Fernsehfilmen wie Bella Block oder dem Tatort stammen aus seiner Feder – und nun hat André Georgi mit „Tribunal“ seinen ersten Roman vorgelegt.
Wenn man den Roman so liest, glaubt man kaum, dass Georgi bisher eher konventionelle Krimikost abgeliefert hat. „Tribunal“ ist unglaublich hart, schnell und realitätsnah.
In seinem Debüt stellt der Autor das Den-Haager-Kriegsverbrecher-Tribunal in den Mittelpunkt seiner Erzählung, bei dem ehemaligen jugoslawischen Kriegsverbrechern der Prozess gemacht werden soll. Namen wie Karadzicic, Milosevic und Mladic tauchen immer wieder mal auf, die Massaker von Srebrenica hat man noch im Hinterkopf. Doch schon längst haben wir die Massaker, die sich auf unserem Kontinent vor gar nicht allzu langer Zeit ereignet haben, aus dem Bewusstsein verdrängt. Genau dahin, wo es weh tut, geht nun André Georgi.
Hochtourig erzählt er von den Massakern, die sich Serben und Kroaten gegenseitig angetan haben, von Schlächtern und Profiteuren und vom Versuch, die Massaker aufzuklären und die Täter ihrer Strafe zuzuführen.
Für mich besteht eben genau darin die Qualität von „Tribunal“ - es ist nicht nur ein extrem gewalttätiger Thriller, dies ist nur ein Aspekt des Buches. Georgi ruft uns ins Gedächtnis, wie gerne die Mächtigen damals die Augen geschlossen hielten und wie tief verwurzelt die Konflikte auch heute noch sind.

Ein beeindruckendes Buch, dem das klassische Leibwächter-Thema zugrunde liegt. Fehler müssen ausgebügelt werden, Zeugen müssen geschützt werden denn schließlich muss ja der Gerechtigkeit Genüge getan werden.
Eine der Überraschungen des Jahres – nicht nur weil er im selben Verlag erscheint, sind Vergleiche mit Don Winslow erlaubt. Harte Sprache, schnelle Schnitte, viel Action - doch so viel tiefgründiger als die dutzendfach auf den Markt geworfenen Bücher, die die Thriller-Tische bedecken!

25.03.2014 14:47:45
subechto

Tatort Balkan

Der Klappentext verspricht einen spannenden und intelligenten Politthriller, vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten. Es geht um Kriegsverbrechen auf dem Balkan 1992: Vergewaltigung und Anstiftung zur Vergewaltigung von Mädchen und Frauen im Alter zwischen 12 und 72. Der Tatort: Višegrad an der Drina, an der Grenze zwischen Serbien und Bosnien-Herzegowina.

Kovać, ehemaliger Kommandant einer Elitetruppe der serbischen Armee, ist in Den Haag wegen Massenmordes angeklagt. Jasna Brandic, Topermittlerin einer internationalen Spezialeinheit, hat nach langen Ermittlungen den Kronzeugen Oreskovič in die Niederlande gebracht, damit er vor dem Tribunal gegen Kovać aussagen kann.

Nach dessen Ermordung ergreift sie ihre letzte Chance und reist erneut nach Serbien, um Kovać‘ ehemaligen Weggefährten aufzuspüren und nach Den Haag zu bringen. Dort gerät sie in einen Strudel aus Intrigen und Gewalt. Ein sehr persönlicher Einsatz, den sie fast mit ihrem Leben bezahlt…

André Georgi erzählt seine Geschichte in klaren, staccato-mäßigen Sätzen, unglaublich spannend und realitätsnah, manchmal kaum auszuhalten. Insgesamt ein Buch, das den Verstand und die Seele berührt. Ein Buch mit Herzblut, das einen nicht mehr los lässt.

Fazit: Uneingeschränkt empfehlenswert!