Lebendig

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Baltimore: Cemetery Dance Publications, 1998, Titel: 'Right to life', Originalsprache
  • München: Heyne, 2014, Seiten: 240, Übersetzt: Kristof Kurz

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»Ihr erster Gedanke war, dass man sie lebendig begraben hatte. Dass sie sich in einem Sarg befand. Unter ihrem Rücken spürte sie Holz, und dicke Bretter auch zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten, so nah, dass sie gerade noch den Arm heben konnte, um zu erfühlen, dass auch über ihr Holz war. Nie zuvor hatte sie Angst vor engen Räumen gehabt. Doch dieser Raum machte ihr große Angst.«

Lebendig

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Letzte Kommentare:
09.06.2014 22:49:25
analgetikum

Leider, leider.
Ich bin ein großer Bewunderer der Bücher von Ketchum, aber mit diesem Buch wurde ich leider enttäuscht.
Das, was Ketchum in seinem Schreibstil und dem Aufbau seiner Geschichten sonst ausmacht ist zwar ansatzweise vorhanden, aber eben nur ansatzweise. Hier wäre viel mehr drin gewesen. Vor allem auch auf emotionaler Ebene.

Wer andere Bücher von Ketchum kennt wird wissen, wozu dieser Mann fähig ist. Deshalb passt dieses Werk so gar nicht dazu. Es scheint fast so, als er hätte er an einem freien Wochenende, an dem nichts im Fernsehen lief und seine Frau ihre Periode hatte, nichts besseres zu tun gehabt und deshalb beschlossen, mal eben ein Buch zu schreiben.
Man merkt einfach, dass da nicht so viel Herzblut drin steckt als bei seinen anderen Büchern.
Schade.

Lebendig ist sicher kein schlechtes Buch. Wer den Autor nicht kennt, wird womöglich auch dieses Buch großartig finden. Aber das ist halt die Sache mit der Erwartungshaltung. Ketchum hat schon so großartige Werke wie The Lost, Wahnsinn oder Evil abgeliefert; und da verblasst Lebendig im direkten Vergleich dazu nunmal.

12.05.2014 16:55:17
Annette Traks

Sara und der verheiratete Greg haben seit 6 Jahren ein Verhältnis miteinander, aber obwohl sie sich lieben, würde Greg nie seine Frau und sein Kind verlassen. Nun ist Sara schwanger, und im Grunde ihres Herzens wünschen sich beide ein Baby, vor allem Sara, deren kleiner Sohn vor ein paar Jahren ertrunken ist. Doch in ihrer Situation scheint es dem Paar unmöglich, das Kind zu bekommen. Schweren Herzens haben sie sich daher zu einer Abtreibung entschlossen und befinden sich mit dem Auto auf dem Weg in die Klinik.

Greg lässt die Schwangere in der Nähe des Eingangs aussteigen, bevor
er in einer der Seitenstraßen einen Parkplatz sucht. Wie schon bei ihrem Besuch in der Vorwoche protestieren auch heute vor dem Krankenhaus Abtreibungsgegner, doch Sara geht tapfer ihren Weg. Da fährt plötzlich ein Wagen dicht an sie heran, die Beifahrertür öffnet sich, jemand umfasst sie, dann bohrt sich die Nadel einer Spritze in ihren Arm und Sara verliert das Bewusstsein. Als sie wieder erwacht, befindet sie sich in einer Holzkiste in einem Kellerverlies:

Sie wurde von einem Paar mittleren Alters entführt, das selbst keine Kinder bekommen kann. Für die Schwangere beginnt ein Martyrium, denn den Kidnappern geht es lediglich um das Ungeborene, die werdende Mutter setzen sie unglaublichen Folter-Torturen aus. Sie drohen ihr, dass eine mächtige Organisation über dem gesamten Geschehen wache, die alles über sie, Greg, ihre Angehörigen und sogar ihre Schüler wisse. Für jeden Ungehorsam gegenüber ihren Peinigern, jeden Fluchtversuch würden diese büßen müssen. So bleibt Sara nichts anderes übrig, als sich zu fügen, doch dann tritt eine Wende ein ...

Als Bonus-Material sind dem Buch 2 Kurzgeschichten beigefügt:

Tapferes Mädchen:
Die 4-jährige Suzy wählt den Notruf und erklärt, dass es ihrer Mutter nicht gut gehe. Durch einfühlsames Fragen erfährt der Officer, dass die Frau offensichtlich in der vollen Badewanne ausgerutscht ist und das Bewusstsein verloren hat; das Wasser hat die Kleine bereits abgelassen. Sie öffnet der Rettungsmannschaft die Haustür und rettet ihrer Mutter durch ihr besonnenes Verhalten das Leben. - Reporter entdecken anschließend jedoch, dass die Frau dies möglicherweise gar nicht verdient hat.

Rückkehr:
Ein Mann hat vor 4 Tagen einen tödlichen Unfall erlitten. Er kehrt noch einmal zu seiner Frau und der Katze zurück, denn er hat noch etwas zu erledigen.

Resümee:
Jack Ketchum thematisiert in dem Roman und den beiden Geschichten auf schockierende, das heißt eigenwillig-unkonventionelle Weise Themen unserer Zeit: Abtreibung, Kindesmisshandlung und Tod des Partners. In allen 3 Texten erfährt die Handlung zum Schluss eine überraschende Wendung, denn Ketchum nimmt sich der Opfer an. Doch gibt es ein Happy End? Einerseits – andererseits ….In jedem Fall bleibt der Leser nachdenklich zurück.

Zu „Lebendig“:
Der Leser wird sowohl in Bezug auf Täter als auch Opfer mit Gewalt, seelischen Qualen und psychischen Abgründen konfrontiert. Dabei schwelgt Ketchum aber keinesfalls in Gewalt-Phantasien, sondern schildert sie knapp, eiskalt, fast schon medizinisch-sachlich. Die Detail-Treue und Eindringlichkeit wirken dabei schockierend. Das Grauen bekommt auf diese Weise etwas Reales, dem der Leser sich stellen muss, denn ihm wird keine Ausweichmöglichkeit geboten. Das wird außerdem auch durch einen dynamisch-straffen Erzählstil verhindert.
Das zunächst ausgelieferte, hilflose Opfer macht eine Entwicklung durch,
bei der es zum Schluss aus Selbsterhaltungstrieb selbst zum willensstarken Täter wird – und das ist gut so!

Kurz: Ich war zunächst sehr skeptisch, ob mir das Buch gefallen wird, denn Gewalt-Szenarien schrecken mich eigentlich ab! Die Art, wie Jack Ketchum damit umgeht, hat mich jedoch in den Bann gezogen, die unkonventionelle Art, die Thematik umzusetzen, fasziniert und nachdenklich zurückgelassen.