16 Bohnen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • New York: Phoenix, 1944, Titel: 'The case of the 16 beans', Seiten: 256, Originalsprache
  • Berlin: Edition Phantasia, 2013, Seiten: 320, Übersetzt: Joachim Körber

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Jochen König
Wie eigenwillig sind die Bohnen!

Buch-Rezension von Jochen König Dez 2013

Dass Verleger und Übersetzer Joachim Körber in seinem Nachwort ganz vorsichtig und in Anführungszeichen 16 Bohnen als Keelers "konventionellsten" Kriminalroman benennt, zeugt von Humor und dem Wissen, dass Keeler alle möglichen Texte verfasst hat, nur keine konventionellen.

Im letzten Kriegsjahr 1944 entstanden, als Kriminalliteratur und -film bereits straßentauglich, schwarz und hartgesotten waren, geprägt von der Weltwirtschaftskrise und dem aufkeimenden Krieg, wirkt 16 Bohnen wie aus der Zeit gefallen. Sowohl vorwärts wie rückwärts.

Es wird viel gesessen und geredet, gerade so wie es im betulichen Rätselkrimi des frühen 20. Jahrhunderts sehr beliebt war.  Beispielsweise über unmögliche Erbschaften – eben jene 16 Bohnen – hinter denen sich nur ein vertracktes Rätsel verbergen kann; oder über seltene Bücher, die möglicherweise das gesammelte Wissen der östlichen Welt beinhalten können.

Die Hauptfiguren heißen Boyce Barkstone und Gilbert Parradine, es treten aber auch auf: Professor (der "Bohnologie"!) Sealwell Zack, Ochiltree Zark, Jeronymo Asphital, Hutchcock McDolphus sowie ein beinloser Bettler auf einem Rollbrett, John Hoi genannt, der eigentlich Jonathan G. Wing heißt und Rechtsanwalt ist.

Die Realität ist nur ein Paralleluniversum entfernt. Stringente Dramaturgie ebenfalls. Der Roman beginnt mit Boyce Barkstones enttäuschender Erbschaft und der Hoffnung, keinem schlechten Witz sondern einem abenteuerlichen Rätsel mit ungewissem, aber befriedigendem Ausgang aufgesessen zu sein.  Nach 88 Seiten endet dieser Erzählstrang abrupt, und wir werden Zeuge der verzweifelten Versuche Gilbert Parradines, des nahezu einmaligen chinesischen Wunderwerks "Der Weg hinaus" habhaft zu werden.

Jenes Buch mit dem bedeutungsvollen Titel ist, neben wenigen gemeinsamen Bekannten, das einzige Bindeglied zwischen den beiden Erzählsträngen. Der reiche, ein wenig an Howard Hughes gemahnende, Parradine wird schließlich Opfer einer Entführung - was der raffinierte Keeler gleich zu einem Cliffhanger nutzt, denn umgehend rücken die 16 Bohnen wieder in den Mittelpunkt. Erst wenn diese Geschichte auserzählt ist, wendet sich Keeler wieder dem in einer lebensbedrohlichen Bredouille steckenden Parradine zu. Nicht ohne zwischendurch ein Kapitel Konfuzius und der "ältesten Detektivgeschichte" der Welt zu widmen. Keeler verweigert sich konsequent modernem Gehetze, es ist immer Zeit für eine Erörterung, ein klärendes Gespräch und mehr oder minder verschrobene Ansichten über das Wesen der Welt, der Geschichte und des Lebens.

Das geschieht mit geradezu altertümlicher Betulichkeit, verweist aber gelegentlich auch lautmalerisch und mit bewusst auf die Spitze getriebenem Slang auf die experimentelle Literatur kommender Jahrzehnte. Als bloße ´Räuberpistole' besitzt 16 Bohnen eindeutig zu wenig Action, lieber überschreitet Keeler vorsichtig Grenzen zur phantastischen Literatur, was sich besonders an der Schilderung von Innenräumen und labyrinthischer Architektur zeigt.

Nein, konventionell ist hier gar nichts, es sei denn das Vorhandensein einer rudimentären Struktur reicht schon, um von Konvention zu sprechen. Keelers Buch ist ein eigenwilliges Gebräu in  einer herzerwärmenden Verpackung, die an ein sorgfältig gebundenes, klassisches Lesebuch erinnert, dem man sich mit Staunen, Wundern oder Verwirrung nähern kann. Auf jeden Fall nicht unbeeindruckt und immer im Bewusstsein Seite um Seite etwas Besonderem zu folgen. Ob man es gut findet oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Im Universum nebenan.

Wenn 16 Bohnen der eher harmlose Einstieg in die literarische Welt des Harry Stephen Keeler sein soll, dann dürfen wir uns noch auf einen  wilden Ritt gefasst machen. Wie der aussieht? Sagt die "chinesische Spruchweisheit", mit der die ´perfekte' Entführung' Gilbert Parradines endet: "Keine Ahnung". Nicht  nur Körber, auch Keeler kann ulkig sein.

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