Die Stimme des Vergessens

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • München: Piper, 2014, Seiten: 432, Originalsprache

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:72
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":1,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}

Als Kristina Mahlo das Haus des verstorbenen Albert Schettler betritt, sind die Zeichen seiner Paranoia unübersehbar. Die Türen sind mehrfach gesichert, alle Fenster vergittert. In einem Brief, den er hinterlassen hat, steht, jemand werde versuchen, an den brisanten Inhalt seines Bankschließfachs zu gelangen. Kristina hält das für Verfolgungswahn, doch dann werden die Unterlagen tatsächlich gestohlen. War Schettlers Angst begründet? Kristinas Recherchen bringen ungeahnte Wahrheiten ans Licht …

Die Stimme des Vergessens

Die Stimme des Vergessens

Deine Meinung zu »Die Stimme des Vergessens«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
13.11.2016 11:35:41
walli007

Anwältin der Toten

In ihrer Tätigkeit als Nachlassverwalterin sieht Kristina Mahlo eine Berufung. Sie will bei der Bearbeitung ihrer Fälle den Toten gerecht werden. Manchmal stößt sie auf Lebensgeschichten der Verstorbenen, die berührend oder auch verstörend sein können. Mit der Betreuung des Nachlasses von Albert Schettler macht Kristina Mahlo Bekanntschaft mit einem Verstorbenen, der sich schon vor seinem Ableben sehr aus der Welt zurück gezogen hatte. Von allen Seiten fühlte er sich bedroht und verbarrikadierte sich in seinen vier Wänden. Nur kurz vor seinem Tod hatte er Maßnahmen ergriffen, um eine Begebenheit aus seiner Jugend an die Öffentlichkeit zu bringen. Dies sollte allerdings erst nach seinem Ableben geschehen und durch die Nachlassverwaltung in die Wege geleitet werden.

Durch eine Unachtsamkeit verliert Kristina jedoch die Unterlagen und gerade dies ist ein Ansporn für sie, aufzudecken, wodurch sich der Tote so bedroht gefühlt hat. Bei ihrer persönlichen Auffassung von der Ausübung ihres Berufes macht sie immer eine Gratwanderung durch zwischen einer distanzierten Abarbeitung der ihr zugeteilten Fälle und der akribischen Erforschung aller Umstände, die den Nachlass betreffen könnten. Mit ihrer vor Leben sprühenden Assistentin Funda kniet sich die 33jährige Kristina in die Durchsicht der Unterlagen, die Schettler hinterlassen hat. Nach und nach kommt sie einem Geheimnis seiner Vergangenheit auf die Spur, einer Schuld, die nie wirklich beglichen wurde.

Als passionierter Krimileser mag man annehmen, man kenne Vieles bereits und es könne nichts wirklich Neues mehr geben. Mit Hilfe der Nachlassverwalterin Kristina Mahlo betritt man dann allerdings doch ein weniger bekanntes dafür aber umso spannenderes Betätigungsfeld. Hat man vielleicht schon einmal einen Bericht im TV gesehen, in dem geschildert wird, dass eine Nachlassverwaltung oder auch Erbenermittlung sehr ungewöhnliche Geschichten zutage fördern kann, so wird in diesem Kriminalroman von Sabine Kornbichler dieser Eindruck noch verstärkt. Das Leben des Toten wirkt nach, er hätte eine Geschichte zu erzählen gehabt. Vielleicht sind die Erlebnisse der Verstorben nicht immer schön, doch sind sie durchaus einen Moment der Zeit und des Innehaltens wert. Mit einer Art des Respekts macht sich Kristina Mahlo auf die Suche nach der Geschichte des Albert Schettler. Ruhig und zielgerichtet lässt sie sich nicht davon abbringen, dass vor der Abwicklung des Nachlasses zu klären ist, wieso der Verstorbene sich bedroht fühlte. Mit ihren fein gezeichneten und authentischen Charakteren und einem ausgeklügelten Fall fesselt Sabine Kornbichler ihre Leser. Sowohl die Autorin als auch die Figur der Nachlassverwalterin Kristina Mahlo erweisen sich als echte Entdeckung, von der es zum Glück noch mehr zu lesen gibt.

Bei diesem Band handelt es sich um den zweiten Band einer bisher dreiteiligen Reihe.

18.10.2015 13:04:53
Cinnamon's

Dieser zweite - vom ersten unabhängige- Band in der "Kristina-Mahlo-Reihe" ähnelt im Stil und Ablauf sehr dem ersten. Man trifft die gleichen Hauptprotagnisten wieder, die Handlung spielt am selben Ort, die Verbindungen zwischen den bekannten Personnen sind immer noch dieselben.
Auch die Art und Weise wie Kristina Mahlo in eine Detektivgeschichte rutscht ist ähnlich: eigentlich geht es sie nichts an, aber sie ist irgendwie doch betroffen und steht unter ihrem eigenen Zwang die Wahrheit herauszufinden. Im ersten Band war es das Verschwinden ihres Bruders, der sie motivierte den Fall zu lösen, hier ist es weil ihr, wie vorausgesagt, die Unterlagen entwendet wurden, sie sich verantwortlich fühlt, und sie seit ihrem ersten Fall keine Fragezeichen mehr ertragen kann.
Wenn es mich im ersten Buch schon etwas erstaunt und verstimmt hat, dass ein Laie sich um die Lösung von Kriminalgeschichten bemüht, so habe ich es in diesem zweiten Band als noch störender empfunden. Meine ganze Lektüre hat mich ein Gefühl der Ungalubwürdigkeit begleitet, wie sich Kristina Mahlo solche Recherchen anmassen kann, und wieso schliesslich alle auf ihre Fragen und Forderungen eingehen, wenngleich auch einige Charaktere aus dem Buch zuerst genau diese Unlogik hervorheben. Mich hat diese unlogische Situation genervt, aber dennoch war die Lektüre spannend und unterhaltsam.
Ich habe gerne all die bekannten Personen aus dem ersten Buch wiedergetroffen, habe mich wieder in dieser Atmosphäre wohl gefühlt. Die Ermittlungsgeschichte war allerdings genauso wirr wie im ersten Band: es tauchen viele Personen auf, die alle mehr oder weniger umwegig etwas miteinander gemeinsam haben, man weiss nur nicht unbedingt was und warum. Ich fand es wieder schwierig den Faden zu behalten und die diversen Handlungsstränge zusammenlaufen zu lassen. Allerdings hat in diesem Band die Autorin hin und wieder mal eine Zusammenfassung eingestreut, was verglichen zum ersten Band etwas geholfen hat.
Die Endauflösung kam dann schliesslich genauso plötzlich und etwas lieblos-übereilt, wie im ersten Band. Zudem fand ich sie wenig glaubwürdig, so wie eben auch die ganze Recherchierhaltung von Kris Mahlo.
Ich kann also dieses Buch in seiner Form und Inhalt nicht hervorragend finden, dennoch hat es mich gefesselt, und ich wollte wissen wie es weiter geht... nun werde ich auch den dritten Band lesen!

05.01.2015 16:21:50
Manfred Slawny

Um es kurz zu machen. Ich habe die beiden Mahlo-Bücher gelesen und sie haben mir beide sehr gut gefallen. Die Ich-Erzählform hat sehr gut gepasst und die Dialoge sind kurzweilig, nachdenklich und nie klischeehaft. Die Hauptfiguren sind sympathisch und die Fälle nie langweilig. Die ganz großen Überraschungen gibt es nicht aber beide Bücher sind von einer ansteckenden Leichtigkeit.

07.11.2014 00:35:30
yorick

Ich habe Die Stimme des Vergessens als Hörbuch genossen, und muss eingangs gleich loswerden, dass Vanida Karun als Sprecherin eine gute Figur macht. Mit leichten Sprechnuancen verleiht sie den unterschiedlichen Personen und deren Stimmungslagen Charakter, ohne dabei jemals zu übertreiben oder grotesk zu wirken.

Auffällig ist jedoch dass neben der Autorin Sabine Kornbichler nicht nur die Vorleserin passenderweise weiblich ist, sondern auch die nachlassverwaltende Protagonistin Mahlo als Möchtegern-Privatermittlerin nebst penetrant gutgelaunter Assistentin und teetrinkender bester Freundin. Also beinahe ein Mädchenroman, in dem eigentlich nur noch der Ponyhof fehlt. Männer treten lediglich in der Rolle der Tatverdächtigen sowie der diversen Liebhaber in Erscheinung, wodurch der Story ein gewisser Östrogenüberschuss anhaftet.

Die Handlung selbst ist etwas grobmaschig gestrickt, und es werden fortwährend neue Personen eingeführt und deren komplizierte Verbindungen untereinander gesponnen. Spätestens nach der Hälfte der Erzählung musste ich in dem Wirrwarr bei jedem Namen dreimal überlegen, wo dieser überhaupt einzuordnen war. Ahh ja Moment, das war der Typ, der bei der alten Tante geklingelt hat, die im Haus direkt unter der Schwester der Frau wohnte, die damals die zwei kleinen Kinder hatte, und hintenrum dann über ihren Schwippschwager bla bla bla.

Neben der vordergründigen Handlung, die zum Anfang des Buches deutlich herausgearbeitet wird, kristallisiert sich nach und nach heraus, dass ein bislang unentdeckter Handlungsstrang eigentlich der Entscheidende ist. Zum Glück war mir dies vorab nicht bekannt, denn jene klappentexttypischen "Schatten der Vergangenheit", die die Hauptpersonen in aktuellen Romanen offenbar beinahe zwangsläufig einholen, sind mir durch ständige Wiederholung fast so zuwider wie plötzlich aufgetauchte Manuskripte mit Geheimcodes aus dem Mittelalter.

Manchmal driften die Ausführungen beinahe ins lächerlich Banale ab, wenn es darum geht, beide Ebenen miteinander zu verknüpfen, weil es an einigen Stellen absolut unglaubwürdige Handlungsbrücken gibt, die die Autorin aufrecht und festen Schrittes schamlos überquert, um den Handlungsverlauf zu rechtfertigen. Nur soviel sei als Beispiel verraten: einer der männlichen Statisten aus Handlung 1 wird im Laufe der Geschichte dadurch als Schurke aus Handlung 2 überführt, dass ihm seine Perücke heruntergerissen wird, mit der er bislang Gott und die Welt erfolgreich verarscht hat. Ohh, was für eine Überraschung! Da gefriert einem vor Schreck die Wimperntusche, denn so einen tiefen Griff in die erzählerische Trickkiste gab es seit Edgar Wallace und TKKG nicht mehr!

Als lustiges Beigeplänkel gibt es gleich einem Roten Faden quer durchs Buch Beziehungskrisen noch und nöcher, ständige Wiederholungen der bereits abgespulten Handlung, wenn die Mahlo irgendeinem neu aufgetauchten Statisten nochmal die Fakten erklärt, und auch immer wieder Anspielungen auf einen früheren spannenden Nachlassverwaltungsfall, der mir allerdings unbekannt ist, und weswegen sich das für mich so wie Insiderwissen darstellt, dem ich als Außenseiter etwas ratlos gegenüberstehe.

Nun wartet man im letzten Viertel des Buches händeringend darauf, dass es wenigstens den großen Paukenschlag zum Schluss der Geschichte gibt; dass doch nicht alles so war wie es über viele Seiten hinweg künstlich aufgebaut wird. Was soll ich sagen? Der erhoffte Paukenschlag ist kaum mehr als ein Tischfeuerwerk das mit abgebrochener Lunte im Regen steht. Meine wildesten Fantasien von einem dramatisches Ende finden im letzten Kapitel selbst ein dramatisches Ende.

Fazit? Nun, ein Roman, der wenigstens als Hörbuch dank der Erzählerin Vanida Karun nicht in die Kategorie "verschwendete Zeit" fällt, und wenn man sich für seichte Romane mit starken Frauen sowie deren etwas konstruiert wirkenden Heldentaten und vor billigen Klischees strotzenden Beziehungskrisen interessiert, dann findet man an Sabine Kornbichlers Stimme des Vergessens vielleicht sogar seinen Gefallen. Ein Schrei des Entzückens entlockt mir diese trojanische Beziehungskiste, die sich in einem Krimipferd versteckt, jedoch unter keinen Umständen. Ich werde da mal ganz schnell den Mantel des Vergessens drüber ausbreiten.