Breaking News

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2014, Seiten: 950, Originalsprache

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Jürgen Priester
Geschichtsunterricht mit Thriller-Attitüde

Buch-Rezension von Jürgen Priester Nov 2013

Tom Hagen ist Sensationsreporter und auf dem absteigenden Ast. Ihn noch als investigativen Journalisten oder Kriegsberichterstatter zu bezeichnen, wäre nicht treffend, obwohl er beides einmal gewesen ist. Vor einigen Jahren war er der Topstar eines auflagenstarken deutschen Nachrichtenmagazins, bis er eine von ihm mitinitiierte Lösegeldforderung bei einer Geiselnahme durch die Taliban in den afghanischen Wüstensand setzte, die einigen das Leben kostete. Gegenwärtig arbeitet er für ein zweit- oder drittklassiges Online-Nachrichtenportal in den Krisengebieten der Welt, immer auf der Suche nach dem großen Knaller, der ihn wieder an die Spitze seiner Zunft katapultieren könnte. So versucht er unter Lebensgefahr gegen Ende des Libyen-Konflikts an Muammar Gaddafi heranzukommen, dessen Tage (Stunden) zu diesem Zeitpunkt schon gezählt sind. Als ihm das misslingt, setzt Tom Hagen sich über Damaskus nach Israel ab. Dort werden ihm durch Vermittlung eines ehemaligen Kollegen zwei CDs mit angeblich brisantem Inhalt zugespielt. Da er die erlangten Daten nicht richtig zu deuten weiß, spinnt er sich eine Verschwörungsgeschichte zusammen, die seinen (alten) Arbeitgeber zur Bereitstellung weiterer Finanzmittel animieren soll. Was Hagen nicht ahnt, ist, dass sein Telefonat mit der Redaktionsleitung abgehört wird, aber er wird es später schmerzlich erfahren.

Frank Schätzings Breaking News ist ein spannender Thriller mit reichlich Actionszenen und wilden Verfolgungsjagden auf geschätzten 300 Seiten. Ein Reporter wird unbeabsichtigt Spielball und Mitspieler einer Verschwörung innerhalb der israelischen Geheimdienste. Der Thriller allein erfüllt durchaus die Erwartungen, die Freunde des Subgenres an selbiges stellen. Nun hatte aber der Autor die Absicht, die Idee, die Ambition, den Thriller-Plot in einen großen geschichtlichen Kontext einzubetten, und davon handeln die "restlichen" ca. 600 Seiten.

Beginnend in den 1930er Jahren erzählt Frank Schätzing die Geschichte der Brüder Jehuda und Benjamin Kahn, zweier fiktiver Figuren, die Spielkameraden eines gewissen Arik Scheinermann waren, der später einmal als Ariel Scharon die Geschicke Israels maßgeblich bestimmen sollte. Die Eltern der drei waren gerade in die "nationale Heimstätte für das jüdische Volk" (Balfour-Deklaration) eingewandert und versuchten, sich mit den dortigen Verhältnissen zu arrangieren. Das Leben im Palästina zur damaligen Zeit war geprägt durch den Konflikt zwischen den ansässigen und in zunehmend größerer Zahl einwandernden Juden und ihrer arabischen Nachbarn. "Konflikt" mag ein zu harmloses Wort sein für das, was sich dort durch die Jahrzehnte abspielte und bis heute noch abspielt. Trotz aller Verhandlungen, Abkommen, Initiativen Dritter und wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen scheint kein friedvolles Nebeneinander von Israelis und Palästinensern möglich zu sein. Gründe dafür kennt man aus den Medien zuhauf, da kann auch Frank Schätzings Abriss der Geschichte des Nahen Ostens nichts Neues/Erhellendes bieten.

Stellvertretend für die Menschen dieser Region entwickeln sich die Protagonisten des Romans entlang der historisch belegten Daten und Fakten. Ein potenzieller Leser sollte schon an Geschichte im Allgemeinen und an der Israels im Speziellen interessiert sein. Vieles von dem, worüber Schätzing schreibt, hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Anderes ist weniger bekannt oder entspringt der Fantasie des Autors. Für den Leser ist es nicht immer leicht, gerade bei Nebenschauplätzen die Unterscheidung zwischen Faktum und Fiktion zu ziehen, zumal Schätzing sich in einer Art Omnipräsenz anmaßt, belehrend und kommentierend eingreifen zu dürfen, dabei seine retrospektive Position oftmals ignorierend. Man muss sich bei der Lektüre bewusst sein, dass der Autor nicht die historische Wirklichkeit abbildet, sondern seine ganz persönliche Interpretation von Ereignissen und Personen.

Die Geschichte eines Staates und seiner Anrainer über einen Zeitraum von 80 Jahren in einem Roman zu beleuchten, kann nur schlaglichtartig geschehen. Frank Schätzing ist zwar bemüht, Zusammenhänge aufzuzeigen und einen roten Faden (der Aufstieg des Ariel Scharon) zu entwickeln, doch leider verliert er sich allzu oft in Belanglosigkeiten, die die Geduld des Lesers doch arg strapazieren.Mehrmals war der Rezensent versucht, die geschichtlichen Kapitel zu überfliegen. Geschichte (Historie) ist nicht spannend in einem unterhaltsamen Sinn. Sie kann Spannung erzeugen, Ängste wecken, wenn sie aktuell stattfindet. Dazu braucht man in diesen Tagen nur einen Blick Richtung Osten auf die Ukraine zu werfen. Dort wird das Wohl der Menschen im Machtpoker der Global Players geopfert. Parallelen zum Nahost-Konflikt sind überdeutlich. Geschichte wiederholt sich immer, wenn alleinseligmachende Ideologien oder Religionen aufeinanderprallen. So gesehen bietet Schätzings Breaking News anschaulichen Geschichtsunterricht, wenn man den subjektiven Blickwinkel des Autors nicht aus den Augen verliert.

Wem könnte man Breaking News als Lektüre empfehlen? Für einen Liebhaber der Spannungsliteratur ist das Mischungsverhältnis von Thriller und Geschichtsschreibung bzw. historischem Roman zu unausgewogen. Trotz einiger Action-Einlagen zuvor nimmt die Thrillerhandlung erst ab Seite 480 richtig Fahrt/Spannung auf. Das ist eine ziemlich lange Durststrecke. Zu lang nach Empfinden des Rezensenten. Da wird mancher Geduldsfaden schon vorher reißen.

Am ehesten empfiehlt sich der Roman für Leser, die an der Politik und Geschichte des letzten Jahrhunderts interessiert sind. Die Kenntnis von Eckdaten der leidvollen Geschichte Palästinas ist von Vorteil, um den Irrungen und Wirrungen der religiösen, ethnischen und politischen Auseinandersetzungen folgen zu können, wobei zudem die Lebensläufe der (fiktiven) Protagonisten als chronologisches Gerüst helfen werden.

Frank Schätzing ist ein überzeugender Erzähler, der seine Romane mit umfangreichen Recherchen akribisch vorbereitet und aus einem immensen Sprach- und Wissensschatz schöpfen kann. Ob gewollt oder ungewollt schleicht sich da des öfteren ein belehrender Unterton ein, den der sensible Leser als unangemessen/unangenehm auffassen kann. Ein ähnliches Unbehagen erzeugt eine stilistische Eigenheit Schätzings, die in diesem Roman über die Gebühr strapaziert wird. Das Fragmentieren von Sätzen oder das Weglassen von Satzteilen ist als Stilmittel beliebt geworden, wenn ein Autor z.B. Tempo, Hektik, Dynamik ausdrücken oder den sogenannten "Bewusstseinsstrom" deutlich machen will. Schätzing hat sich darauf kapriziert, bei vielen Handlungsabläufen die Personalpronomina wegzulassen, ohne dass es einen erkennbaren Sinn macht, sondern nur affektiert wirkt.

Unterm Strich ist Breaking News ein Zwitterding, weder Fisch noch Fleisch, das keinem Gourmet auf der Zunge zergehen wird. Die Bewertung des Rezensenten von 65° ist auch nur ein Kompromiss. Der Thriller-Anteil des Romans hat wirklich Klasse, wird aber vom Volumen des historischen Teils erdrückt.

Breaking News

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Letzte Kommentare:
11.09.2018 00:27:03
Beeblebrox

Mein ganzes Leben hat mich in der Tagesschau dieser Konflikt im nahen Osten begleitet. Als Kind habe ich natürlich nichts verstanden. Als Jugendlicher hat es mich nur zum Teil interessiert. Als junger Erwachsener habe ich eigentlich nur fassungslos davor gestanden.
Durch Frank Schätzing habe ich nun wenigstens ein klein Wenig verstanden.
Für mich macht es das nur noch schlimmer das dort befreundete Nachbarn (Israelis und Palestinenser) von Hardlinern auf beiden Seiten maltretiert werden.
Ich habe extra nicht von den entsprechenden Glaubensrichtungen geschrieben.
Religion hilft keinem das gibt immer nur Krieg und ist Unsinn.

08.05.2018 09:18:35
Elena Zeller

Ich bin jetzt auf Seite 360 und finde dieses Buch absolut spannend! Jetzt schon bin ich angeregt, zu den Themen weiter zu recherchieren. Allerdings ist es durchaus eher ein historischer Roman als Thriller (bis jetzt). Wenn man jetzt nicht unbedingt an die Geschichte Israels interessiert ist, sollte die Finger davon lassen. Wenn man aber sich bilden möchte und dabei wirklich Spaß haben will - absolut empfehlenswert.
Die Sprache hat ihre Höhen und Tiefen - wie fast jedes Buch. Man gewöhnt sich daran - und konzentriert sich auf den Inhalt. Der ist nämlich wirklich goldwert.
Ich bin FS für diese Aufbereitung der Geschichte mehr als dankbar. Es braucht viel Mut, so ein Buch zu schreiben.

15.11.2017 14:24:56
Wolf K. Martin

Ich muss voranschicken, dass "Breaking News" das erstes Buch von FS war, welches ich gelesen habe. Ja, ich habe die fast 1000 Seiten vollständig verschlungen.
Mich hat das Buch nicht gelangweilt, sondern im Gegenteil auf eine besondere Art "gefangen" genommen. Das Hineinweben der Geschichte Israels in die persönliche Story des Journalisten Tom Hagen und die anschließende Synthese hinein in die rasante Hetzjagd durch Israel empfand ich als fantasievoll gelungenen Plot eines quasi-historischen Romans.
Das Buch ist Sachbuch und Roman zugleich und dadurch eine unterhaltsame Lektüre für geschichts- und politikinteressierte Leser.Für mich darf ein Roman durchaus lehrreich und unterhaltend zugleich sein. Das ist FS gelungen, denn in den geschichtlichen Teilen habe ich mich immer gefragt, wie der andere Teil weiter geht und umgekehrt.
Einigen Kritikern möchte ich ein Geständnis machen: Obwohl ich sehr an Geschichte interessiert bin, hätte ich nicht ohne eine konkrete Veranlassung einen Wikipedia-Artikel über die Geschichte Israels gelesen. Insofern bin ich für die "Geschichts-Belehrung" seitens FS dankbar und fand sie lustmachend auf mehr.Angeregt dadurch, werde ich mir nochmal den über 40 Jahre alten Roman "O Jerusalem" von Dominique Lapierre und Larry Collins vornehmen, der die Entstehungsgeschichte Israels als Hintergrund hat.
Zur Kritik an der Sprache von FS: Wer von einem Politthriller erwartet, in der Schönheit der deutschen Sprache baden zu können, hat wahrscheinlich zu hohe Erwartungen. In diesem Roman dient die Sprache dem Plot und auch das ist durchaus gelungen. Dennoch ist es richtig, es gibt sie, die sprachlichen Tiefen und aber auch die Höhen.Insgesamt habe ich den Roman bereits mehrfach weiter empfohlen.

07.09.2017 15:33:38
MuellBer

Kann ich alles nur bestätigen. Mit Vorfreude und Spannung habe ich mir das Buch zu Gemüte geführt, noch nicht ganz, aber bei den Rezessionen der anderen Leser schwant mir fürchterliches. Bin jetzt bei etwas über 50%, schon mehrfach mit dem Wegleggedanken behaftet, was aber nicht mein Stil ist. Es wäre die erste Lektüre die ich nicht bewältige.
Habe "Der Schwarm " gelesen. Auch "Limit" hat mir gut gefallen.
Nur eben bei "Breaking News" war bisher kein Punkt zum ansetzen und mit fiebern gefunden.
In der Hoffnung doch noch den einen oder anderen fesselnden Aspekt zu entdecken bleibe ich am Ball.vorläufig.

06.04.2017 08:37:36
Der tolle Hecht

Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein Hecht unter den Fischen (respektive Büchern). Es ist flink wie ein Hering, doch imposant wie ein Walhai. Geschmeidig vergeht der Roman nicht etwa wie ein Barsch, sondern viel eher wie ein wilder Saibling. Mhmmm...

Freundliche Grüsse aus dem Ostfriesenland

Der grosse Spatz

20.03.2017 20:27:03
Martin Schrönghammer

Ich sehe es so wie Jens es bereits gesagt hat, wie kann ich aus Egoismus das Leben von Geiseln und Soldaten so aufs Spiel setzen? Ich weiss nicht bei allen Guten Dingen die er unabstreitbar wohl erwirkt hat kann ich von so etwas nicht absehen und ab diesen frühen Punkt war mir das Buch irgendwie madig...

14.12.2016 14:44:39
MC

Hatte ebenfalls, wie die Anderen, hohe Erwartungen und habe mir das Buch zu meinem Geburtstag schenken lassen.
Und der Funke wollte einfach nicht überspringen. Viel zu viel Sachbuch in zu komplexer Form. Will ich mir die Geschichte Israels rein zeihen, kann ich das auf Wiki wohl besser. Die Geschichten aus der Vergangenheit sind bestimmt gut recherchiert, aber dennoch ziehen sich endlos in die Länge und sind an Dramatik kaum zu unterbieten. Die Action Anteile mit Tom Hagen sind nicht schlecht, aber auch nicht wirklich fesselnd. Bis 3/4 des Buches habe ich noch gedacht, komm bestimmt noch... Irrtum. Nach der nächsten langweiligen Geschichtsstunde kam nur noch eine und noch eine. Hab das Buch dann wirklich wütend weg gepfeffert und in die Spende gegeben. Vielleicht hat ja wer sonst die Muße die 1000 Seiten zu Ende zu lesen. Schade!

25.10.2016 19:19:52
Siegward Rutsch

Habe " Der Schwarm " gelesen. Fand ich super. Auch "Limit " hat mich noch sehr gefesselt. Habe mich dann total auf "Breaking News " gefreut. Doch ich finde es sehr enttäuschend. Auch die vorherigen Bücher brauchten immer einige Seiten um Fahrt aufzunehmen.Doch 3/4 des Buches; sorry, einfach zu langweilig. Habe mir wirklich Mühe gegeben, doch dann aufgegegeben.

06.10.2016 12:05:56
Helena

Ich bin Jahrgang 48, hätte also vieles aus beschriebener Zeit mitbekommen müssen. Als junger Mensch hat mal aber leider andere Interessen und so rauschte vieles an mir vorbei. Dieses Buch hat mir sehr heholfen das JETZT zu verstehen und das in einer Form die ich sehr spannend fand. Auch die Schreibweise aus der Sicht des Berichterstatters fand ich angemessen. Alles in allem ein sehr gelungenes Buch.
Zudem bin ich zu der Überzeugung gelangt das es in Nah-Ost keinen Frieden geben kann, dazu dind die Fronten zu verhärtet.

05.08.2016 09:33:15
LOthar Fohrn

Frank Schätzing hat gute Sci-Fi - Romane geschrieben, auch spannende Historienromane oder einfach nur Thriller.
Aber Breaking News ist so ziemlich der langweiligste Roman, der je aus der Feder des Autors gekommen ist.
Ich kenne bislang niemanden, der das Buch (immerhin > 850 Seiten) zu Ende gelesen hätte. Auch ich habe nach 500 Seiten das Handtuch geworfen. Langweilig, langweilig, langweilig.
Wenn ich etwas über die Geschichte Israels wissen möchte, dann kaufe ich mir ein Geschichtsbuch. Von Schätzing erwarte ich einen spannenden Thriller, wenn das Buch so angeboten wird.

31.01.2016 13:57:28
Franz Winkler

Die denkbar komplizierte Geschichte Israels und den Konflikt mit den Palästinensern in eine generationenübergreifende Geschichte einzuflechten habe ich genial gefunden. Auch wenn manche Sichtweisen stark subjektiv sind, gewinnt man doch einen sehr guten Einblick in diese historische Entwicklung! Dass sich dann einer der Protagonisten auch noch als Scharon herausstellt, macht die Sache spannend und fesselnd. Die letzten 600 Seiten habe ich verschlungen und daneben einige Zeit mit Lesen diverser Wikipedia-Einträge zum Thema Israel, besetzte Gebiete usw. verbracht.

Leider gibt es aber auch ein paar negative Aspekte: Erstens geht mir dieser reißerische, auf Überchecker getrimmte Schreibstil Schätzings, vor allem in den Kapiteln, die Tom Hagen und Cox beinhalten, mit Fortdauer des Buches auf die Nerven. Ein so umfassender Plot hätte sich mehr Niveau verdient. Zweitens kommt das Buch auf den ersten 300 Seiten nur schwer in die Gange.

Abgesehen davon war ich traurig, als das Buch nach fast 1000 Seiten doch zu Ende kam, ich hätte gerne noch weitergegeben. Recherche und Aufarbeitung des Themas erstklassig, Schreibstil unbefriedigend!

23.11.2015 12:43:03
Claudia Dollinger

Ein wunderbares, mutiges, erkenntnisreiches und dabei spannendes Buch,- ja, nicht immer leicht zu lesen,- denn die Verhältnisse in diesem Land Israel sind ja auch nicht leicht zu verstehen...mir hat es sehr geholfen, ein bisschen klarer zu sehen. Meine Vermutung, dass die Verhältnisse in Israel und den arabischen Ländern eben nicht so einfach sind, wie sie uns hier in der Presse oder von überzeugten Israelgegnern ...usw dargestellt werden:
Zionisten sind an allem schuld oder die Palästinenser, oder die USA oder die Engländer...
Überall sind die Menschen und ihre Emotionen die Mitgestalter der Geschichte und niemand sollte sich erlauben, genau über alle Bescheid zu wissen. Schätzing hat mit großem Respekt vor allen Beteiligten an diesem Konflikt geschrieben und mir viele verschiedene Denkweisen gezeigt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!

11.11.2015 16:59:51
Walter K. Ludwig

Schätzing kann superspannend schreiben, gar keine Frage. Und er beschäftigt sich immer sehr intensiv mit der jeweiligen Thematik. Vielleicht manchmal zu intensiv? Streckenweise wirkt "Breaking News" fast wie ein Sachbuch. Möchte, wer zu einem Thriller greift, wirklich bis in letzte Detail über die Bewässerung der Golan-Höhen informiert werden?
Einige Szene erscheinen mir zudem vollkommen unrealistisch: z. B. dass ein deutscher - vermutlich ungedienter - Journalist reihenweise Israelis im Nahkampf ausschaltet ... Hallo? Nahezu jeder Israeli war bzw. ist (als Reservist) beim Militär. Dort wird eine Nahkampftechnik namens Krav Maga gelehrt. Noch Fragen?
Trotzdem: Das Positive überwiegt - wie immer - bei weitem! Schätzing ist einer unserer Besten. Fazit: Weniger wäre mehr gewesen.

09.09.2015 00:25:21
Jens

Fruscht isch Luschdverluschd

Und genau so ging es mir:
erst Frust, dann die Lust am Weiterhören verloren.

Nachdem der Anfang erst mal ganz interessante Einblicke in die Denkweise der Talibans zu geben schien brach nach einem durch eine lustlose Journalistenkuh verpatzter Einsatz völlig unvermittelt ab und man wird ins Jahr 1929 katapultiert - erst dachte ich, mein Player wäre in ein anderes Hörbuch gesprungen.

Die Kuh hat sich von einem sich völlig selbst überschätzenden Journalisten, der irgendwie Sandkasten und Krieg nicht auseinanderhalten kann, aus nicht näher bezeichneten Gründen überreden (Sex halt mal wieder) lassen, bei einer geplanten Geiselbefreiung dabei zu sein. Da es nicht ihre eigene war setzt sie aus Mutwillen das Leben einer Einsatztruppe und der Geiseln auf's Spiel.

HAHA - solche Helden braucht das Land :-(

Wenn das die Journalisten von heute sind dann gute Nacht.

Naja - nachdem Ort und Zeit für mich nicht mehr nachvollziehbar waren (1929 Kuhstall, Israel) habe ich weitergezappt und wollte den verlorenen Faden aufgreifen ...
Aber außer langatmigen Familiengeschichten habe ich nichts mehr gefunden und dann ziemlich gefrustet ausgeschaltet.

Man muss schon hart im Nehmen sein, um sich da durchzuwühlen. Ich bin es nicht.
Nie wieder FS !

05.09.2015 09:40:31
Kay Moldenhauer

ich kann mich 65° nur anschließen, der roman hat im ersten drittel etliche längen, und für meine geschmack zu häufige zeitsprünge um der geschichtliche abhandlung grecht zu werden. Insgesamt finde ich die historischen hintergründe sehr interressant dargestellt. Gestört haben mich die in geschriebenen satzfragmente, den sinn habe ich nicht verstanden. Gut fand ich das herausgearbeitete emotionale moment der freunde und verwandten im kontext der ethnischen, religiösen und fanatischen begebenheiten.Alles in allem fand ich das buch gut, deutlich besser als "Limit" aber weit weniger spannend als " Der Schwarm"

24.08.2015 17:02:38
michaela

Bin mehr am googeln als am lesen!aber man wird nicht dümmer beim lesen.ist pflicht franks bücher zu lesen.es ist aber sehr anstrengend!teilweise muss ich die seiten 2mal lesen!smile.bin aber froh wenn ich das buch geschafft hab,denn es ist wirklich anspruchsvoll!es bekommt sicher auch wie all die anderen bücher von schätzing einen besonderen platz in meinem herzen!lg

12.03.2015 10:27:00
TorstenEffenbach

Ich fand das Thema Israel super spannend. Das Buch hat mir leider trotzdem nicht gefallen, weil es sich liest, als hätte Schätzing einfach alles, was er je über dieses Land gelesen hat, aneinandergepappt. Es ist viel zu lang, dadurch streckenweise langweilig und der Stil, der sehr dem der neuen Don Winslow Bücher gleicht, passt hier leider auch nicht wirklich. Schade, da hätte man mehr drauß machen können.

14.02.2015 13:07:15
dieter47

Wer die außerordentlich langatmigen ersten 350 Seiten durchhält, kann durchaus noch Spaß an der Lektüre finden. Die Story ist gut und auch hochaktuell (es gibt erneut Versuche, den jüdischen Tempel auf dem Tempelberg in Jerusalem wiederaufzubauen!). Schätzings Stil finde ich allerdings entsetzlich und nervig. Mehr als 50° kann ich nicht vergeben. Die nächsten Bücher sollten maximal 500 Seiten haben, sonst lese ich sie nicht mehr.

19.11.2014 16:18:20
HJ Wimmer

..als Schätzing Fan habe ich das Buch einfach gekauft (Kindle), Nach dem ersten Drittel habe ich meiner Frau gesagt, hmm ist das jetzt eine Krimi oder ein Geschichtsbuch. Kurzum es ist beides und der Actionteil ist spannend und schnell und der Geschichtsteil interessant, (Exodus von Leon Uris war das aber auch schon) .. Fazit: gute Unterhaltung und (wenn auch verfärbt) lesenswerte Darstellung historische Zusammenhänge, gerade vor dem Hintergrund der aktellen Geschehnisse in Israel.

01.11.2014 10:42:55
Schnauzerfan

Bin das Buch mit großer Erwartung angegangen, um dann festzustellen daß es am besten in den Kramschkisten der Discounter aufgehoben wäre. Da kostet ein Buch € 3.95, und mehr ist es auch nicht wert.
Auch mir ist es völlig unverständlich wie das Buch in die Bestsellerlisten des SPIEGEL kommen konnte
Mein Fazit: nicht kaufen, und ein weiteres Exemplar von diesem Autor werde ich mir nicht antun.

10.10.2014 20:25:34
Michael Nikel

Der Rezension von Herrn Priester kann ich mich nur anschließen. Und wie bei Frau Bernsdorf haben mich die ersten Romane Lautlos, die Dunkle Seite und der Schwarm zum Fan gemacht. Limit war mir schon zu langatmig und in großen Teilen langweilig. In der Hoffnung, das Herr Schätzing mit Breaking News zu seinem alten Stil zurückfindet habe ich mir das Buch gekauft. Ich wurde enttäuscht. Damit streiche ich ihn von der Liste meiner Lieblingsautoren.

21.07.2014 13:24:14
Mona Bernsdorf

Ein meiner Meinung nach total überflüssiges Buch von einem an Selbstüberschätzung (Wortwitz!) leidenden besserwisserischem Schreiber. Nach "Der Schwarm" und "Limit", die mich zum Fan werden ließen, eine herbe Enttäuschung. Wer sollte denn ohne absolviertes Studium der Nahost-Problematik dieses überdimensionale Werk verstehen? Spannung? Wie sollte die denn bei den durch Hin- und Her-Sprüngen in zeitl. Abläufen und Lebensgeschichten verloren gegangenem Überblick aufkommen?

18.07.2014 12:44:05
Die Schwimmerin

Frank Schätzing ist ein außergewöhnlicher Schriftsteller mit einem Gespür dafür, was in der Welt gerade passiert oder passieren wird. Er ist immer an dem Puls der Zeit und behandelt die wichtigen aktuellen Themen der Welt auf einer fiktionalen Art und Weise, die großen Zusammenhänge aufzeigen, aber zugleich spannend und unterhaltsam ist. Er ist fleißig und intelligent beim Stoffsammeln und wortgewandt beim Stoffverwerten. Ihm gelang es, große Themen der Welt mit vielen überzeugenden Details in seine Romane zu integrieren, wie „Der Schwarm“, „Limit“ und nun „Breaking News“.

29.06.2014 09:22:55
C.Pfeiffer

Für dieses Buch gibt es sicher ein Für und Wider. Als Liebhaber sowohl von Thrillern, als auch historischen Büchern, war ich fasziniert über die gelungene Verknüpfung.

Ist man zu Anfang etwas verwirrt über den plötzlichen Sprung aus dem Afganistan dieses Jahrhunderts ins Israel der 30iger Jahre, so erzeugt spätestens der Name des mehr als umstrittenen Ariel Sharon höchste Aufmerksamkeit.
Man muss dieses Buch, trotz der Einflechtung historischer Daten als das nehmen, was es meines Erachtens ist: ein spannender Thriller mit allem was dazu gehört! Eine Fiktion mit echten Eckdaten aus dem Leben eines Politikers.
Alles in allem gelungen.

24.06.2014 21:31:29
Jazzoxnpz

Also ich kann mich den Kommentaren hier nur anschließen. Die Idee ein solches Buch zu schreiben ist ja gut, aber der Autor ist der selbstgestellten Aufgabe augenscheinlich nicht gewachsen. Die Geschichte ist mäßig und wenn sie alle 30 Seiten von einer 100 Seitigen historischen Abhandlung unterbrochen wird, wird der kleinste Ansatz von Spannungsaufbau schon im Ansatz erstickt. Die Geschichte Israels zu erzählen, sollte dann doch jemand, der sich damit auskennt, mal ganz abgesehen davon, dass ich es extrem fragwürdig finde Sharon als Gutmenschen darzustellen und die Palästinenser praktisch nicht vorkommen.
Nachdem Schätzing sich quasi selbst zum Naturwissenschaftler erklärt hat, möchte er jetzt ganz offensichtlich auch noch von Talkshow zu Talkshow tingeln und der Welt erklären, wie der nahe Osten funktioniert. Aber dazu braucht es mehr, als ein halbherzig zusammengeschustertes Buch, bei dem man merkt, dass der Autor spätestens in der Hälfte die Lust und auch den Überblick verliert.

Ärgerlich ist, dass ein Verlag ein schaffen kann, eher minderwertiges Buch, mit Hilfe eines extremen Marketingaufwandes in die Spiegel Bestsellerlisten zu heben. (ADAC lässt grüßen)
Unverschämt finde die vielen Rechtschreibfehler. Bei einem Buch, das es quasi per Topzuschlag auf den Preis von 30 Euro bringt, sollte man eigentlich erwarten können, dass der Verlag sich die Mühe macht, vernünftig zu lektorieren.
Nicht kaufen

10.06.2014 16:07:53
erika materne

Habe das Buch gelesen und frage mich, was das soll. Kein Krimi, sondern ein geschichtliches langatmiges Epos ohne Hohen und Tiefen.Wenn mich die Geschichte Israels interessiert, kaufe ich mir ein Buch ohne das Beiwerk eines verkrachten Journalisten , sondern ein wissenschaftliches aufgearbeitetes
Werk.
Herr Schätzing mag ja ein guter Werbemann sein, aber zum "Bücherschreiber" gehört ein bischen mehr, denke ich mal.
Allein die perönliche Überzeugung reicht nicht immer.

15.05.2014 22:10:17
theKicker

Nö Schätzing: das war nix.

Ich habe auch schon mehrere Bücher von ihm gelesen: Zuerst Den Schwarm, dann das Ding mit dem Mond - da wurde schon klar, dass er schwächer wird - und jetzt dieses Drama über Juden, Araber, Reporter, Familien, Politiker, Soldaten, ... und was weiss ich denn noch.

Schätzing versucht mit aller Gewalt ein deutscher Follet zu werden und scheitert grandios.

NICHR LESEN.

27.04.2014 13:44:27
Oldman

Bislang hatte ich zwei Bücher von Schätzing gelesen und mir vorgenommen, dies wären auch die letzten gewesen. Er erschien mir eigentlich nach dieser Lektüre als ein maßlos überschätzter Werbetexter mit einem extrem guten Verkaufsmangement. Seine öffentllichen Auftritte trugen m.E. dazu bei, in ihm einen selbstverliebten Blender zu sehen. Und nun diese Überraschung. Bekomme sein 950 Seiten starkes Buch als Präsent, beschließe es zu lesen und muß sagen, hier hat er eine sehr gute Performance abgeliefert, die ich ihm niemals zugetraut hätte. Gut, das Thema Israel/naher Osten hat mich immer schon interessiert, aber dieser Plot ist zwar sprachlich oft flapsig aber dennoch gut erzählt, und seit " Exodus " von dem leider verstorbenen Leon Uris habe ich keinen Roman mehr in die Hände bekommen, der diese Thematik so gut und trotzdem unterhaltsam behandelt. Muß ehrlich zugeben, dieses Buch steht erstaunlicherweise zurecht oben auf den Bestsellerlisten.

17.04.2014 10:00:42
Gabriele Kraus

Nach 955 Seiten zugeklappt und am liebsten noch einmal von vorne angefangen. Schätzings Neuerscheinung gelingt es, einerseits den Nahostkonflikt historisch zu verarbeiten und dem Leser nahe zu bringen, andererseits aber auch die für jeden kriegerischen Konflikt gültige Frage nach der möglichen Alternative in den Focus zu rücken. Die wechselvolle Geschichte Isreals zeigt, dass weder Kampf noch Nachgeben zu einer nachhaltigen Lösung führen, so lange eine Gruppe von Fanatikern sich und ihre Ideen als einzige Wahrheit sehen und durchboxen wollen. Angesichts des nun schon über 10 jahre andauernden "Kriegs gegen des Terror", der klammheimlich die Totalberwachung des Bürgers sanktioniert, ein hochaktuelles Buch. Wo auch immer man in die Geschichte zurückblickt: religiöser Fanatismus ist immer ein Grundübel gewesen. Ich betrachte es als mutig, den jüdischen Fundamentalismus davon nicht auszunehmen. Wunderbar ist die um die Kernaussage gewobene Familiensaga, die verdeutlicht, dass der einzelne Mensch eigentlich durchaus in der Lage ist, mit dem sog. Feind friedlich zu koexistieren. Ich war selbst bis Ende 1970 vielfach in Isreal und habe eigentlich nur festsellen können, dass zwischen vielen Palästinensern und Isrelis ein normaler Umgang herrschte und auch Freundschaften gepflegt wurden. Aber das waren eben wohl normale Menschen ohne Sendungsbewusstsein. Breaking News ist ein rundum gelungenes Buch und wesentlich mehr als nur ein Thriller.

30.03.2014 21:52:52
Beatrice Reichert

Ich muss dem verehrten Rezensent UDO recht geben: Frank Schätzing hat das Schreiben im verstaubten Literaturuniversum Deutschland neu erfunden. Er befehligt seine Verleger, er weist dem Lektor die Tür und er zeigt wohl auch dem PR- und Marketingteam, wo's langgeht. Das ist tatsächlich eine beachtliche Managerleistung. Besser ist Schätzing als Autor damit aber weiß Gott nicht geworden. Im Gegenteil. Die Mache erinnert eher an Dan Brown Vermarktung. Je höher die Auflage, desto bescheidener die literarische Substanz. Gut, das es da noch die Bewertung bei Krimi-Couch gibt. Ich vergebe magere 59, mehr liegt einfach nicht drin.

30.03.2014 16:16:00
UDO

Ich weiß natürlich, dass diese Rubrik nur eine Falle ist!
Niemand kann Frank Schätzing kritisieren. Denn nachdem er zunächst einmal seine Verleger erfunden hatte, erkannte er, dass es ihn langfristig am wenigsten kostet, wenn er auch die eigene Vermarktung erfindet und damit Kritikern und Lesern dort feste Plätze anweist, wo er sie im Auge hat. Er wusste – erstens–, wie sowas geht, tat es – zweitens – auch, und ist nunmehr – wie man sieht – völlig durch damit. Gut zu wissen und schön zu sehen. The one that got away. Oder zumindest einer von sehr Wenigen.
Also tue ich das Einzige, was da übrig bleibt: Ich bedanke mich hiermit artig bei ihm für das Vergnügen, in den von ihm geschaffenen Universen als Leser vorzukommen. Danke für seine Figuren. Es gibt nichts Schöneres als mit ihnen zu spielen und zu zanken – es sei denn: leben, lachen und weinen zu können, ohne irgend eine Ermutigung nötig zu haben. Denn wenn das überhaupt möglich ist – ich kann es jedenfalls nicht. - Gruß, Udo

26.03.2014 07:44:37
Pumsmogul

Da kann man wieder mal sehen, wie unterschiedlich Bücher anklang finden. Habe alle Schätzing gelesen, meines Erachtens ist sein neuestes Werk sein mit Abstand bestes. Wie immer Orte und Hintergrund der Handlung sehr gut recherchiert, eine sehr spannende Story und sprachlich ein Hochgenuß. Außerdem lernt man eine Menge über die Wurzeln des Nahostkonflikts und des Palästinaproblems. Wer an diesem Buch beim Lesen keinen Spaß hat, wird schwerlich etwas auf dem Krimimarkt finden, dass mehr Freude bereitet.
Das einzig kritikwürdige ist die lange Wartezeit bis der nächste "Schätzing" erscheinen wird...

25.03.2014 15:34:02
Martin Hoffmann

Frank Schätzing, die germanische Textmaschine hat wieder einmal zugeschlagen. Und so funktioniert sie: Fachbücher, -zeitschriften, Lexikonartikel (dieses Mal über Ariel Sharon, Sechstagekrieg, Libanonkonflikt, ect.) werden durchkämmt, das angelesene Wissen wird mit Hilfe von Inhalten diverser Nachschlagewerke ausschweifend ergänzt, mit Dialogen versehen, zu Kapiteln komprimiert und mit Elementen der Spannung aufgepeppt.Soll dieser zusammengestückelte, langatmige und stellenweise sehr bemühende Brocken tatsächlich das literarische Großereignis des Jahres sein? Na ja: Wenn da nicht eine riesige Marketingmaschine dahinter stünde...

16.03.2014 10:54:21
Eglfinger

Inhalt:
"Tom Hagen, gefeierter Star unter den Krisenberichterstattern, ist nicht zimperlich, wenn es um eine gute Story geht. Die Länder des Nahen Ostens sind sein Spezialgebiet, seine Reportagen Berichte aus der Hölle. Doch in Afghanistan verlässt ihn sein Glück. Eine nächtliche Geiselbefreiung endet im Desaster. Hagens Ruf ist ruiniert, verzweifelt kämpft er um sein Comeback. Drei Jahre später bietet sich die Gelegenheit in Tel Aviv, als ihm Daten des israelischen Inlandgeheimdienstes zugespielt werden. Hagen ergreift die Chance - und setzt ungewollt eine tödliche Kettenreaktion in Gang...
Breaking News ist ein mitreißender Thriller vor dem Hintergrund einer epischen Saga. Zwei Familien wandern Ende der zwanziger Jahre nach Palästina ein – in eine von Legenden, Kämpfen und Hoffnungen beherrschte neue Welt, wo Juden, Araber und britische Kolonialherren erbittert um die Vorherrschaft ringen. Bis in die Gegenwart, über Generationen hinweg, spiegeln und prägen beide Familien Israels atemlose Entwicklung.
Als Hagen in der jungen Ärztin Yael Kahn eine unerwartete Verbündete findet, erkennt er, dass auch sein Schicksal eng mit der Geschichte des Landes verbunden ist. Doch mit Yael an seiner Seite gehen die Probleme erst richtig los." (Quelle: KiWi-Verlag - Breaking News)


Meine Meinung:
Frank Schätzing erfindet sich neu. Anstelle eines fiktiven Thrillers, wagt er sich an eine Familiensaga, die im Nahen Osten, genauer in Israel und Palästina spielt, heran. Es geht um zwei jüdische Familien, die Ende der 1920er Jahre nach Palästina auswandern, zu einer Zeit, als Palästina noch unter dem Mandat Großbritanniens verwaltet wird und gleichzeitig Juden einwandern um aus der Diaspora zurückkehren um endlich wieder einen Heimatstaat zu bekommen. Die meisten Charaktere sind dabei fiktiv und manche basieren auf realen Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Ariel Scharon, die aber auch zumeist in einem fiktiven Szenario spielen. Schätzing gelingt es äußerst geschickt, reale Fakten in diese fiktiven Szenarien einfließen zu lassen. Besonders gut hat mir dabei auch gefallen, wie Schätzing die Hauptprotagonisten streiten lässt über all die Themen und politischen Taten, die in diesem schwierigen Umfeld tagtäglich eine Rolle spielen. Er legt sich nicht fest auf "Gut und Böse", sondern beleuchtet Themen wie Siedlungspolitik mit Hilfe seiner Protagonisten von mehreren Seiten.
Im Nebenstrang spielt Tom Hagen, ein Krisenberichterstatter, die Hauptrolle. Hier beleuchtet Schätzing ein wenig, wie Krisenberichterstatter ticken, und warum sie sich ständig der Gefahr aussetzen. Es geht nicht immer nur darum, um uns normalen Tagesschau-Zuschauer, ein tatsächliches Bild der Geschehnisse, abseits von staatlicher Propaganda, aus heißen Regionen zu übermitteln. Es geht oftmals auch einfach nur um den Kick, den sie benötigen, weil sie im friedlichen und beschaulichen Zuhause es nicht mehr aushalten.
Mit diesem Nebenstrang wird die Familiensaga dann zu einem sehr anspruchsvollen Thriller.
Der Schreibstil von Schätzing ist außergewöhnlich. Er passt sich immer der gerade begleiteten Person an. Er bricht Sätze einfach ab, schreibt in Großbuchstaben oder diktiert Wörter, wie zum Beispiel "F-R-I-E-D-E-N". Es klingt jetzt etwas komisch, aber dadurch kann man sich gerade richtig gut in die Gefühlslage der Personen hineinversetzen.


Mein Fazit:
Eine sehr gut recherchierte Familiensaga, die sich zu einem actionreichen Thriller ausweitet. Selbst Ken Follett kann hier noch was lernen. Von mir gibt es hierfür 88 Grad.

13.03.2014 09:50:07
J. M. Mann

Gleich mal vorweg: Ein Kauf ohne Reue. Frank Schätzing ist mal wieder ein großer Wurf gelungen.
Für den Thriller Handlungsstrang gibt es eine Film-Script-artige Erzählweise, die dankenswerterweise durch die Familiensaga unterbrochen wird. Ansonsten zu viel der Spannung für Leute mit Bluthochdruck. Aber so zieht auch die Geschichte des Nahen Ostens, die eigentlich nicht so meins ist, in ihren Bann. Ein nicht so einfaches Thema für einen deutschen Schriftsteller. Frank Schätzing findet den richtigen Abstand.
Ich habe 3 Tage für das Buch gebraucht und bin immer noch begeistert. Ein "man muß es gelesen haben!".