Noah

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Köln: Lübbe Audio, 2013, Seiten: 6, Übersetzt: Simon Jäger

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Jürgen Priester
Sebastian Fitzek stellt sich der Realität

Buch-Rezension von Jürgen Priester Okt 2013

Kann man es in Zeiten zunehmender globaler Katastrophen den drei berühmten Affen gleichtun – sprich die Augen, die Ohren und den Mund verschließen? Steht nicht ein jeder von uns, der erkannt hat, dass die Zeichen auf Sturm stehen, in der Verantwortung, aktiv zu werden und wenigstens vor der eigenen Haustür zu kehren?

Der (End-)kampf um die Verteilung der immer knapper werdenden Ressourcen tobt schon lange. Kriege und Bürgerkriege werden geführt, um den Zugang zu Rohstoffquellen zu sichern, und sogenannte Friedensmissionen dienen zwar vordergründig dem Schutz der jeweiligen Bevölkerung, in Wirklichkeit verfolgen sie jedoch auch wirtschaftliche Interessen. Wer Letzteres in der Öffentlichkeit ausspricht, wie der ehemalige Bundespräsident Köhler, kann seinen Hut nehmen. Heute spricht sich die aktuelle Bundesregierung sogar für eine Ausweitung des deutschen, auch militärischen Engagements in Krisengebieten aus. Dies mit der Unterstützung des jetzigen Bundespräsidenten, der ansonsten die Worte "Frieden" und "Freiheit" auf den Lippen führt.

"Nie wieder Krieg" - stand auf dem Plakat, das Käthe Kollwitz 1924 entwarf. Die Künstlerin schrieb damals in ihr Tagebuch:

 

"Ich bin einverstanden damit, daß meine Kunst Zwecke hat.
Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos
und hilfsbedürftig sind".

 

Der Rezensent weiß nicht, ob Sebastian Fitzek diesen Tagebucheintrag kennt, aber er handelt in diesem Sinne. Mit seinem aktuellen Thriller Noah stellt der Autor sich der Realität. "Der neue Fitzek ist anders" konstatierten denn auch die eingefleischten Fans direkt nach der Veröffentlichung. Spielten seine bisherigen Thriller – soweit dem Rezensenten bekannt – in Pseudo-Realitäten mit teilweise eigenen Gesetzen und Plausibilitäten, so ist der Autor jetzt in der realen Welt angekommen. Natürlich ist die weltweite Verschwörung, die dem Plot als Grundlage dient, rein fiktiv, aber gar nicht so abwegig. Dass es da Menschen gibt, die sich für eine auserwählte Elite halten und sich anmaßen, die Herren über Leben und Tod zu sein, wissen gerade wir Deutschen schon lange. Noah ist eine böse Fiktion, die Möglichkeit eines zukünftigen Lebens.

Manila

Sebastian Fitzek beginnt dort, wo Leben nur Schmerz und Scham bedeutet. Schon darüber zu lesen tut weh, das Schreiben sicher auch. Keiner von uns weiß, was es heißt, in so einer ausweglosen Situation zu sein. Die Rede ist vom Existenzkampf einer Familie am Rande einer Mülldeponie im Großraum Manila. Der Ehemann und Vater ist vor kurzem verstorben. So übernahm der erst siebenjährige Sohn die Rolle des Ernährers, indem er täglich die nahe Müllhalde nach verwertbaren Stoffen absucht, während die Mutter sich um den immer kränkelnden Säugling kümmert. Sie führen ein Leben, in dem der Tod näher ist als der nächste Tag. Das Schicksal dieser Familie begleitet den Leser in Episoden durch den ganzen Roman und es zeigt exemplarisch, was es bedeutet, Kollateralschaden des Wohlstandes anderer zu sein.

Berlin

Ein Schwenk von fast 10.000 Kilometern Richtung Nordwest führt den Leser zum mitteleuropäischen Äquivalent der philippinischen Familie. In Berlin droht die Nacht mit zweistelligen Minustemperaturen. Vor einem Obdachlosenheim drängelt sich eine Schar  Nichtsesshafter. Unter ihnen befinden sich Oscar und Noah, obwohl Oscar sich für seine Verhältnisse recht komfortabel in einem stillgelegten U-Bahn-Schacht eingerichtet hat. Doch gegen die klirrende Kälte bietet sein "Domizil" keinen Schutz. Oscar ist ein "alter Hase" auf den Straßen Berlins, der alle Tricks und Schliche des Lebens in Armut kennt. Vor zwei Wochen war er auf Noah gestoßen. Dieser, von einer frischen Schusswunde und hohem Fieber geschwächt, leidet an partiellem Gedächtnisschwund. Der einzige Hinweis auf seine mögliche Identität könnte der Name Noah sein, der ihm in die Hand geritzt ist. In besagter eiskalten Nacht wälzen Oscar und Noah aus Langeweile einige weggeworfene Zeitungen. In einer entdecken sie das Abbild einer abstrakten Zeichnung, das bei Noah eine heftige Reaktion an Erinnerungen auslöst. Im Begleittext zu dem Bild wird der Urheber aufgefordert, sich unter einer angegebenen Telefonnummer zu melden, es winken  1 Million Dollar. Mehr aus Verzweiflung und Neugier kommt Noah dieser Aufforderung nach und nach einigem Hin und Her wird er gebeten, das Hotel Adlon aufzusuchen. Dort würde  eine Suite für ihn und Oscar gebucht. Noahs Anruf hat eine Lawine an Aktivitäten ausgelöst, wie die beiden nur allzu schnell erfahren werden.

Das bessere Inferno

Verschwörungsthriller gibt es viele, auch viele gute. Und auch einige, die besser sind als die von Dan Brown. Doch fällt meist als erstes dessen Name, wenn die Sprache auf dieses Subgenre kommt. Browns letztjähriger Output Inferno wurde mit großem Tamtam veröffentlicht, die Begeisterung bei den Lesern hielt sich indes in Grenzen. Man kann Romane nur schwer vergleichen, aber thematisch weisen Browns Inferno und das vorliegende Noah Parallelen auf. In beiden Romanen versuchen im Geheimen operierende Gruppen, die Bevölkerungsentwicklung der Menschheit zu beeinflussen. Ihre Mittel sind ähnlich effektiv und gleichsam radikal. Während Dan Brown sich nun in endlosen geographischen und kulturhistorischen Beschreibungen verliert, zeigt Sebastian Fitzek seine Meisterschaft als Thriller-Autor. Nach nur minimalem Auftakt geht es Schlag auf Schlag. Er hetzt seine Protagonisten und deren Gegenspieler erbarmungslos durch die Szenerie, wobei lange verborgen bleibt, wer eigentlich zu wem gehört. So muss Thriller sein, da passen auch die von Fitzek sonst so überstrapaziert eingesetzten Cliffhanger mal.

Spannung pur, wie der Jungdeutsche so sagt, mit einem voltenreichen Finale.

Gelungene Kombination

Sebastian Fitzeks Noah zählt zu meinen Highlights des letzten Jahres". Dass der Rezensent mal diesen Satz schreiben würde, hätte er auch nicht gedacht. Es stand (steht) außer Frage, dass Sebastian Fitzek gute Thriller schreiben kann, nur haben sie dem Rezensenten aus verschiedenen Gründen nicht gefallen. Noah ist anders, wie bereits erwähnt. Sebastian Fitzek ist einer bekanntesten und erfolgreichsten Thriller-Autoren Deutschlands – ein Mann, der ´s geschafft hat, der aber auch bemerkt hat, dass Vieles im Argen liegt. Aus dieser Erkenntnis heraus hat er diesen Roman geschrieben. Nicht, um seine entrüstete Stimme zu erheben, sondern aus seiner ganz persönlichen Ohnmacht heraus, wie Fitzek in seinem Nachwort schreibt. Wir alle sind Täter und Opfer zugleich. Letzteres vielleicht nicht heute, dann morgen oder in Gestalt unserer Kinder und Kindeskinder.

Die Idee, einen Thriller als Transportmittel für unbequeme Wahrheiten und nicht so leicht zu beantwortende Fragen zu machen, ist nicht neu, aber selten so gelungen. Der Rezensent hofft, dass der "andere" Fitzek viele Leser finden wird. Von ein paar Überspitzungen mal abgesehen, bietet Noah actionreiche Spannung, die das Anliegen des Autors aber nie übertönt. Beste Unterhaltung, die einen nachdenklichen Leser zurücklässt.

Noah

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Letzte Kommentare:
04.02.2019 13:43:59
Ronny 47

Ich habe jetzt bis auf den "Insassen" alle Fitzek-Büche gelesen, und "Noah" hat mir mit Abstand am Besten gefallen. Die Handlung war spannend und "aus einem Guss", ein Psychiater kam nur am Rande vor. Natürlich ist nicht immer alles realistisch und logisch, aber das erwartet bei Fitzek auch niemand. Das Thema Ressourcen-Verschwendung und Überbevölkerung wurde natürlich nicht wissenschaftlich, aber doch unterhaltsam behandelt. Ob es eine Art "periodischen Gedächtnisverlust" wirklich gibt, bezweifle ich ebenso wie wie Anja S. Aber vor allem wegen der Spannung vergebe ich 80°.

20.08.2018 17:44:22
Acetabula

Mir hat das Buch nicht besonders gefallen. Die Personen bleiben blutleer, so wie von außen beschrieben. Man kann ihre Beweggründe nicht nachvollziehen. Es ist zeitweise langatmig. Die Zwillingsgeschichte ist abgedroschen und nicht notwendig. Die ganze Geschichte ist unrealistisch und die Umwelt-Thematik aufgesetzt und nicht glaubwürdig.

11.07.2018 14:58:18
Johanna

Fantastisches Buch, das zum Nachdenken anregt. Besonders spannend sind die vielen unvorhersehbaren Wendungen, die das Buch allerdings nicht unrealistisch wirken lassen. Die Thematik ist natürlich etwas "extrem" umgesetzt, aber ich finde, Herr Fitzek erklärt den Grundgedanken im Nachwort sehr gut.
Insgesamt ein sehr gelungenes Buch.

16.06.2018 19:39:05
Kathj

Noah war das erste Buch dass ich von dem Autor Sebastian Fitzek gelesen habe und ich habe mich anfangs schon recht schwer getan mich mit dem Buch anzufreunden. Ich fand das Buch nicht so gut, aber das kann auch einfach daran liegen, dass mir das Thema nicht gefallen hat. Das Thema war mir einfach viel zu futuristisch und viel zu weit hergeholt, und deswegen fiel es mir eigentlich vom Anfang bis zum Schluss einfach richtig schwer mich richtig da einzulesen. Teilweise habe ich mich auch nur mit Querlesen durch das Buch durchgekämpft. Der Autor blieb mir allerdings im Gedächtnis und ist mittlerweile einer meiner Lieblingsautoren geworden.

Ganz ehrlich, ich glaube das ist das bisher langweiligste Buch dass ich von Sebastian Fitzek gelesen habe. Ich hoffe, dass es nur ein Ausrutscher von ihm war und das die noch in meinem Regal stehenden Bücher besser sind.

06.03.2018 19:40:53
renner-krefeld@web.de

Wer einen rasanten Krimi genießen will und gleichzeitig ein Blitzlicht auf globale Fehlentwicklungen als Gewinn ansieht, der ist mit diesem gesellschaftskritischen Thriller bestens bedient. Überraschende Plots, Spannung bis zum Ende und dann ein Ende, das sich schlüssig ergibt und nicht nur auf den letzen 15 Seiten hingedreht wird. Glückwunsch!

26.08.2017 16:12:52
Kasia

Wieder ein tolles Buch von Sebastian Fitzek!
Ich finde, dass er unheimlich flüssig und kurzweilig schreibt, so dass die Romane innerhalb kürzester Zeit ausgelesen sind.
"Noahs" Einstieg fiel mir schwer. Irgendwie fand ich nicht so gut rein. Aber dann fesselte mich die Geschichte immer mehr und mehr. Und je mehr "Fakten" dann bekannt wurden, desto grausiger wurde das Beschriebene...
Ich finde, "Noah" ist interessant, spannend, temporeich, innovativ (Story), logisch und ziemlich realistisch.
Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter und bin auf weitere Fitzek-Romane, die ich noch nicht gelesen habe, gespannt.

12.12.2016 01:23:49
Alex

Ja, okay, das Thema des Buches sollte und tut es vielleicht auch, zum Nachdenken anregen, aber ob das was nützt, sei mal dahin gestellt. Heute gelesen, in einer Woche vergessen. ABER: das Buch an sich war für mich eines , nein, DAS langweiligste Buch von S.F.. Ich stehe nicht so auf Serien wie "Autobahnpolizei und Cobra 11". Aber so war das Buch. Wilde Schießereien, Verfolgungsjagden in der Luft, der Bahn, auf der Strasse. Literweise Blut hier, leidende Hündchen dort, wie langweilig. Aber ich habe es geschafft, es mit Querlesen durch zu stehen. Ich habe alle Bücher von S.F. gelesen, zuletzt "Das Paket" und als erstes "Die Therapie". Von allen war ich begeistert, und ich werde S.F. auch weiterhin treu bleiben. Jeder Autor hat mal ein absolutes Tief; bei S.F. war es dieses Buch. Ich gebe 7 Grad, Gähn!

31.12.2015 11:03:13
Monti

Fitzek packt die aktuellen Probleme dieser Welt drastischund erschütternd an ( siehe Manila ) .
Von der ersten bis zur letzten Zeile flüssig, nachvollziehbar und spannend geschrieben.
Manchen Lesern mögen die brutalen Morde
schwer im Magen liegen - man sollte sie als Hinweis auf die gesellschaftliche Realtität - ( sinken der Hemmschwelle) sehen !
A la bonne heure !
Weiter so !

04.07.2015 22:22:24
Christine Hans

Sehr gutes Buch!! Spannend von Anfang bis zum Ende. Man kann manchmal nicht glauben was man liest, kommt aber, wenn man die Weltentwicklung sieht, ins Grübeln ob so was nicht wirklich passieren kann.

Habe fast alle Bücher von Sebastian Fitzek gelesen: Ein muss für alle, die guze und spannende Krimis mögen.

26.05.2015 09:18:27
SanDeRaw

Ich bin begeistert! Das war das erste Fitzek-Buch was ich gelesen habe und das auch nur weil es mir empfohlen worden ist. Ich bin dankbar dafür :D Mitlerweile fehlen mir nur noch drei Bücher des Autors, dann habe ich alle!

Zu dem Buch selbst kann ich nur sagen, dass mir damals durch die Beschreibung der erste Gedanke kam :' Ohje, sowas übertriebenes..' Ich wusste das die Fakten die in dem Buch aufgezählt werden der Tatsache entsprechen, klar. ABER das die Menschheit von nur einer Person abhängen soll... war mir zu übertrieben. Trotzdem entschied ich mich das Buch zu lesen und war Begeistert von dem ganzen Buch, dass sowas doch nicht so 'unrealistisch' sein kann.

So ging es mir bis jetzt bei allen Fitzek Büchern, er hat sich definitiv an McFadyen vorbei geschlichen und ist jetzt Nummer Eins auf meiner Autorenliste. Fitzek sorgt in jedem seiner Bücher für reichlich Fragen und reichlich Überraschungen. NUR ZU EMPFEHLEN!

24.04.2015 12:04:45
meni77

Hab schon deutlich Besseres von Fitzek gelesen, an die Therapie kommt er schon lange nicht mehr ran. Trotzdem will man wissen, wie die Geschichte ausgeht, von Fitzek habe ich noch kein Buch ganz weggelegt. Ich verstehe auch meine Vorgänger, dass sie sich an Brown erinnert fühlen, ist nämlich auch das gleiche Thema. Wer hat da wohl von wen abgeschrieben?:) Sein Gemeinschaftswerk Abgeschnitten kann ich jedoch meinen Vorgängern empfehlen, das Beste nämlich seit Jahren von ihm, wobei die Therapie unangefochten bleibt. Noah bekommt gut gemeinte 77 Prozent von mir

27.02.2015 11:31:55
sistera

Wenn nach dem Lesen dieses Buches ein jeder seine eigene Lebensweise überdenkt (in Frage stellt), sich dann ernsthaft überlegt was er wirklich ändern kann...nein...will.nein WIRD!!! dann hat Fitzek mit diesem Buch unglaublich viel erreicht. Ein kleiner Stein der ins rollen gebracht wird.

"Wir benötigen eine andere Art des Denkens,wenn die Menschheit überleben soll"
Albert Einstein

10.02.2015 17:44:15
Oldman

Mit Fitzek konnte ich bislang nichts anfangen. Dieses Buch beginnt jedoch grandios, die erste Hälfte ist spannend, und flüssig schreiben kann er ja. Die Mischung aus dem Bourne-Charakter und allgemeiner Verschwörungstheorie versandet dann aber mehr und mehr. Die Geschichte ist hanebüchen, der Autor versucht über einen Roman seine Botschaften loszuwerden, zu seinen Figuren mit Ausnahme einer hegt er keine Beziehung. Langeweile dominiert die letzten 200 Seiten, das Ende ist einfach nur noch lächerlich. Schade !

03.11.2014 17:17:58
Dagobert Duck

Ja, in der Tat, ein etwas anderer Fitzek! Ich habe bereits bis auf -Abgeschnitten- alle Bücher von Sebastian Fitzek gelesen; durchweg waren die Bücher sehr spannend, gut zu lesen und intelligent geschrieben.Noah hat mich sehr berührt; insbesondere vor dem Hintergrund der Überbevölerung der Kluft zwischen arm und reich und vor allem hat mich berührt die "zwischengeschaltete" Tragödie der, in völliger Armut, lebenden philippinischen Familie; deren Leben auf einer Müllhalde und die daraus entstehende Entwicklung des weiteren Lebensweges. Das war schon traurig.
Noah ist kein Thriller im eigentlichen Sinne; dennoch lesens- und empfehlenswert. Von mir bekommt das Buch ebenfalls eine Bewertung von 4,5 Sternen.

29.09.2014 17:47:05
Sarah

Ich liebe die Bücher von Fitzek. Noah habe ich leider noch nicht gelesen.Steht aber auf meiner Liste. Allerdings wollte ich zu der These...die Krankheiten die Fitzek verwendet gäbe es nicht einmal anmerken...Sopor bzw auch Topor genannt gibt es wirklich http://de.wikipedia.org/wiki/Sopor hier nachzulesen ;) Bevor hier noch weitere Behauptungen aufgestellt werden. Von daher..ich finde dieser Mann ist ein Genie :)

28.05.2014 15:41:39
Gerlinde Eißler

Ja, in der Tat, ein etwas anderer Fitzek! Ich habe bereits bis auf -Abgeschnitten- alle Bücher von Sebastian Fitzek gelesen; durchweg waren die Bücher sehr spannend, gut zu lesen und intelligent geschrieben.
Noah hat mich sehr berührt; insbesondere vor dem Hintergrund der Überbevölerung der Kluft zwischen arm und reich und vor allem hat mich berührt die "zwischengeschaltete" Tragödie der, in völliger Armut, lebenden philippinischen Familie; deren Leben auf einer Müllhalde und die daraus entstehende Entwicklung des weiteren Lebensweges. Das war schon traurig.
Noah ist kein Thriller im eigentlichen Sinne; dennoch lesens- und empfehlenswert. Von mir bekommt das Buch ebenfalls eine Bewertung von 4,5 Sternen.

23.05.2014 14:54:16
Chris aus Mainz

Für mich war es der erste Fitzek und ebenfalls fühlte ich mich an einen Dan Brown erinnert. Ohne allerdings dessen Temposteigerung zum Ende hin mitzumachen.
Die Geschichte um Zaphire war doch sehr konstruiert, ebenso das mit dem Zwilling.
Will damit nicht sagen, dass die Brownsche Phantasie realistischer ist, aber hätte mir im Hauptplot etwas mehr Dramatik gewünscht.
Dass der Hauptkiller so früh die Seiten gewechselt hat und die anderen ihnen gar nicht mehr nachjagen, halte ich für einen Fehler. Man hätte es länger spannend halten können.
Unlogisch: Dass die anderen Killer ihn nur gefangen nehmen wollten, halte ich im Kontext der Situation im Kaufhaus für etwas fragwürdig.
Ganz seltsam fand ich dann die Aussage im Gespräch mit der US-Regierungstante, dass die Manila-Grippe (also die, die sich durch ZetFlu auslösen lässt), dann irgendwie doch per Tröpfcheninfektion zu übertragen werden kann.
Auch fand ich den Einbau der sog.Chemtrails für dermaßen schlecht, weil ich diese Art von Verschwörungstheorie einfach abstrus finde.
Es glauben ja sogar Leute daran, dass Millionen Mitarbeiter der Airlines da mitspielen. Also bitte nicht noch Romanwasser auf deren Mühlen.

01.05.2014 20:51:46
Anja S.

Warum muss dieser Autor immer so saublöde Krankheiten erfinden??? dieser "Torpor" in einem seiner anderen Bücher, wiess jetzt nicht mehr welches, existiert nicht und herrje, so eine Form von Gedächtnisverlust wie hier beschrieben gibt es ebenfalls nicht!!! es wäre auch überhaupt nicht nötig gewesen, sich so etwas auszudenken. Der Rest des Buches ist wie immer sehr spannend und flüssig geschrieben, Herr Fitzek hat in anderen Bereichen auch gut recherchiert, ich verstehe es nicht!!! Schade drum!!!

04.04.2014 13:14:42
rolandreis

Ein etwas anderer Fitzek dieses Mal. Kannte man ihn bisher mehr als Autor von Psychothrillern findet man hier einen Thriller vor, nicht unähnlich denen von Dan Brown. Recht dramatisch beschreibt er die Situation um die Überbevölkerung der Erde und den Hunger, sowie die "Lösung" des Problems. Aber ich muss auch ganz klar sagen, dass mich dieser Thriller nicht ganz überzeugen konnte, ich bin etwas zwiegespalten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wenn ich einen Thriller von Fitzek in die Hand nehme, gedanklich einen spannenden Psychothriller erwarte. Auch erzählt Fitzek eine Art Nebengeschichte aus dem Slums, die mit der eigentlichen Story nichts zu tun hat. Auf Grund des sehr schleppenden Anfangs und der Tatsache, dass ich mich diesmal nicht fallen lassen konnte, muss ich daher Abstriche machen. Das Buch erinnert mich stark an "Inferno" von Dan Brown.

31.03.2014 21:29:31
Tamara

Mal ein ganz anderer Fitzek und trotzdem von Anfang bis Ende total spannend. Es liest sich wie ein Film und ich war für wenige Stunden so gefesselt, dass ich das Buch erst weglegen konnte als ich es ausgelesen hatte. Es regt nachhaltig zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an! Absolute Leseempfehlung :-)

31.03.2014 19:25:56
HaraldCL

An diesem Buch konnte ich nichts gut finden. Zunächst dachte ich noch, o.k., wichtige Wahrheiten kommen rüber, aber dann sollten die doch bitte valide recherchiert und nicht aus der Tagespresse abgeschrieben sein, soll heißen, wenn ich mich über Ressourcenverschwendung ereifere, dann sollte die Thematik doch etwas wahrhaftiger dargestellt sein und nicht so reißerisch und stellenweise unrichtig wie hier. Der wissenschaftliche Hintergrund (Amnesie, Pharmakologie) ist schlicht Unsinn, oder wird nirgendwo, wie bei Crichton oder Schätzung bsw. erklärt, es findet keine Entwicklung der Haupt-Figur statt, wenn eine andere Figur nicht mehr gebraucht wird, wird sie gekillt, usw. in einem mit Actionszenen überfrachteten Plot. Nein danke.

30.03.2014 14:48:05
HeJe

Auch wenn sich dieses Buch von der Thematik von den bisherigen Fitzek-Werken abhebt, so ist es doch ein Buch, dass auf Spannung, Witz, Moral und typische Fitzek-Verwirrung setzt.

Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen, eben WEIL es anders war. Bei jedem Fitzek Buch lassen sich die surrealen Gedanken des Autors erahnen; hier nicht. Das Buch driftet in eine Zeit, die brandaktuell und heiß diskutiert ist, und dies macht es so neu, so anders.
Die typischen Thrillermomente bleiben natürlich erhalten und so wird das Buch schnell zu einer (Lese-)Hetzjagd.

Von mir gibt es 95 Grad!

26.03.2014 03:24:05
Lesemonsta

Dieses Buch hat nun so gar nichts mit den von mir bisher gelesenen Büchern von Herrn Fitzek gemein!
Ich las alle,bis auf "Abgeschnitten".
Während sich das vorherige Genre eher im Millieu des Psycho Thrillers ansiedelte ist dieses doch eher in den Bereich des Ökothrillers einzuordnen.
GENIALES Buch!

09.03.2014 17:10:43
Torsten

Als "Nicht Fitzek-Kenner" kann ich Noah nicht mit anderen Romanen von ihm vergleichen, so dass ich ihn nur (beinahe) als eigenstädiges Buch beurteilen kann. Das einzige andere Buch was ich von Sebastian Fitzek noch gelesen habe, war "Abgeschnitten" und tatsächlich lässt sich schon aus diesen beiden Büchern eine Linie erkennen - nämlich die, aktuelle Gesellschaftskritik zu transportieren.
Während das in "Abgeschnitten" wirklich sehr plump geschah und die Story nur mehr schlecht als recht um die Kritik am Rechtssystem (die wohl ziemlich erkennbar von Herrn Tsokos kam) herumgestoppelt war, war Noah immerhin kurzweilig zu lesende Unterhaltung. Die teilweise arg dozierenden Ausführungen zu allem Schlechten auf der Welt, von Kinderhandel in Manila bis zu Mittelkürzungen bei der Obdachlosenhilfe in Berlin, waren für mich allerdings viel zu viel des Guten - nach wie vor bin ich sehr im Zweifel, ob ein Krimi / Thriller wirklich das probate Mittel ist um diese Themen zu transportieren. Diejenigen die sich auch so schon mit der Materie beschäftigt haben, werden - so wie ich - möglicherweise nicht erfreut sein das auch nochmal in dieser Form in einem Buch zu lesen was eher (nur) der Unterhaltung dienen soll. Und ob es diejenigen wirklich erreicht, die davon tatsächlich noch nie gehört haben? Ob die das nach Beenden des Buches wirklich noch im Kopf behalten und es sogar weiter vertiefen?
Der eigentlich Plot zum Thema Überbevölkerung war natürlich Verschwörungstheorie pur und flott erzählt, allerdings mit einem für mich völlig enttäuschenden Ende, das auch durch die im Nachwort anklingende Erklärung, warum das so sei, für mich nicht besser wird - jedenfalls für die Perspektive des Krimis / Thrillers.

11.02.2014 17:35:24
Ich& Ich

Für mich eindeutig der schwächste "Fitzek".

Das Thema ist hochaktuell, aber ich bin der Meinung, dass Sebastian Fitzek seiner Vorbild- Rolle als Autor nicht gerecht wird.
Während ich das Buch gelesen habe, freute ich mich bereits auf die berühmte Danksagung von Herrn Fitzek. Ich dachte wirklich, dass es einen "Aha- Effekt" bei ihm gab, da er ja während der Recherche festgestellt haben muss wie wichtig das Verhalten jedes einzelnen Menschen ist.
Leider durfte ich mich dann nur über Gefasel von Bio- Fleisch vermeintlich glücklicher Tiere und sein "Auf meinen Cheeseburger will ich nicht verzichten"- Gerede ärgern.

Echt schwach und enttäuschend Herr Fitzek.

22.01.2014 18:32:18
pamina

Ich habe alle Fitzek-Thriller verschlungen. Noah war ganz anders. Viele Handlungsstränge, viel Weltuntergangsstimmung. Ich war erstaunt, wie er das Thema "Überbevölkerung" thematisierte. Die Lösungsansätze schienen realistisch beängstigend. Das Thema ist global gesehen längst überfällig und wurde von Fitzek brilliant geführt und analysiert. Wahrscheinlich lag es an meiner Erwartungshaltung, dass ich ein wenig "enttäuscht" war. Insgesamt haben mir die Seeleneinblicke, die Wahnsinnigkeiten, die feingliedrigen Darstellungen psychischer Abnormitäten gefehlt. Ich habe das Buch meinem Mann empfohlen, ... meinen Freundinnen eher nicht ... Frauen halt ;-)

16.01.2014 15:56:27
Toddie

Neige nicht zu euphemistischen Aussagen, aber das ist das Beste, was ich die letzten Jahre im Bereich Krimi/Thriller gelesen habe.

Spannend, sympathische Figuren und globale Themen mit einer Wucht dargestellt, die kaum jemanden unberührt lassen werden.

Hätte nicht gedacht, dass man das in einem (einzigen) Thriller zustande bringen kann - Fitzek, der bisher nicht zu meinen Lieblingsautoren gehörte, hat das geschafft.

31.12.2013 19:36:41
BELSL

Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, dieser Fitzek ist anders als seine Vorgänger, wer einen Psychothriller mit leicht eingängigen Sätzen erwartet den man in einer Nacht knacken kann, wird enttäuscht sein.
Den Vorgänger " Nachtwandler" hatte ich als schwach und seicht empfunden, als ein Schündchen wie meine Mutter zu sagen pflegte, dieser Fitzek ist anspruchsvoll.

In einigen Kapiteln, in einigen Passagen zeigt sich noch einmal der Fitzek den wir kennen, aber diese Gruselmomente sind eher selten geworden.

Manchmal hatte ich den Eindruck als hätten zwei verschiedene Menschen dieses Buch verfaßt, Fitzek und ein
Co- Schreiber- aber vielleicht habe ich schon zuviele Krimis gelesen.

20.12.2013 15:04:57
J-B-Wind

»1972 haben unsere Kritiker gesagt, die menschliche Gesellschaft wird nicht so dumm sein und die Welt in eine Situation der Nicht-Nachhaltigkeit bringen. Aber dort sind wir angekommen. Der einfachste Beweis: Heute wird doppelt so viel Treibhausgas emittiert, wie die Ozeane und Wälder absorbieren können.« (Jorgen Randers, Club of Rome)

Schon 1972 hat Jorgen Randers, der heute auch dem Nachhaltigkeitsrat der British Telekom und des US-Konzerns Dow Chemical angehört, am ersten Bericht an den Club of Rome mit dem Titel die ›Grenzen des Wachstums‹ mitgearbeitet. Damals wurde in dem viel beachteten Bericht an den informellen Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Wirtschaftsführern davor gewarnt, dass der Planet bereits in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts an seine physischen Grenzen geraten werde.

Der neue Bericht ›2052‹ beschreibt ein Bedrohungsszenario, das viele Kritiker für übertrieben halten, unter anderem wird behauptet: "Die Welt wird ein sehr gefährlicher Ort sein. Der Globale Norden wird Billionen von Dollar in Sicherheitsmaßnahmen investieren, um unerwünschte Einwanderung zu verhindern und sich gegen die Bedrohung durch kriminelle Banden und Terroristen zu wappnen."

Aber übertreibt Randers wirklich? Oder wird es sogar noch schlimmer?

Wir sind jedenfalls auf dem besten Weg diese Erde zu einem unwirtlichen Ort für unsere Nachkommen zu machen. Die radikale Ausbeutung der Natur, die Ressourcenverschwendung, und die Schadstoffbelastung werden nicht ungesühnt bleiben, die Klimaveränderung nicht spurlos an uns vorübergehen. Nach Berechnungen wird 2052 bereits der letzte Liter Erdöl verbraucht sein, denn die Menschheit hat es geschafft, Öl, das 250 Millionen Jahre zur Enstehung gebraucht hat in nur 250 Jahren bis auf den letzten Tropfen zu verbrauchen und das nicht nur zur Energiegewinnung, sondern für derart unnötige Dinge wie Tupper-Dosen.

Gegenwärtig stirbt auf unserer Erde jede Sekunde ein Kind an Hunger und Durst, während in der westlichen Welt die Menschen Fast-Food in sich hineinstopfen, ohne darüber nachzudenken was ein einziger Hamburger kostet, und damit ist nicht der Preis des Burgers gemeint. Für die Herstellung dieser ›Mahlzeit‹ werden 2400 Liter Wasser verbraucht. Angesichts der Tatsache, dass Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben mutet das nahezu skandalös an.

Die Wirtschaft kann nicht ewig boomen. Immer mehr Firmen müssen Konkurs anmelden, immer mehr Menschen wissen nicht mehr wie sie ihre Miete bezahlen sollen. Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Kriminalität nehmen zu.

Sebastian Fitzek greift in seinem neuen Thriller ›Noah‹ all das und noch mehr auf und verpackt aktuelle Fakten in einen Roman, der niemanden kalt lassen wird. Es ist sein bisher umfangreichstes Werk, was nicht nur für die Seitenanzahl gilt, sondern auch für die Schauplätze. ›Noah‹ ist sein erstes weltumspannendes Werk, auch weil die Themen uns alle betreffen.

Im 1. Kapitel führt uns Sebastian Fitzek nach Lupang Pangako, Quezon Citys größtem Slum im Großraum Manila, zu Alicia einer alleinerziehenden Mutter, die es nicht mehr schafft, ihre beiden Kinder Jay und Noel zu versorgen. Noel ist ein Säugling und auf Muttermilch angewiesen, die angesichts der Tatsache, dass Alicia seit Tagen nicht gegessen hat, versiegt. In einem Topf kocht sie Steine, um ihren älteren Sohn Jay davon abzulenken, dass es doch wieder keine Suppe geben wird, und er auch diesmal vor Erschöpfung mit knurrendem Magen einschlafen wird.

Jay ist ein Scavanger, der auf der Müllkippe Kupferdraht aus Kabeln pult, um das gewonnene Rohmaterial für ein paar Pesos zu verkaufen.

Alicia ist sicher, dass ihr Baby die nächsten Tage nicht überleben wird, wenn nicht ein Wunder geschieht. Doch dann kommt ein viel größeres Problem auf sie zu. Die Armee riegelt den Slum ab, niemand darf mehr hinaus, für Alicia und ihre Kinder das Todesurteil...

Dann switched der Roman, für Fitzek fast schon klassisch, nach Berlin. Im Mittelpunkt steht ein Obdachloser, der zusammen mit seinem Freund Oscar im Untergrund lebt. Sie schlafen in U-Bahngängen und -schächten, Essen bei der Wohlfahrt, so wie unzählige andere Heimatlosen in Berlin. Nur eines macht ihn besonders: er weiß weder wer er ist, noch wie er heißt oder wo er herkommt.

Alle nennen ihn ›Noah‹, weil dieser Name in krakeligen Buchstaben auf seiner Handfläche tätowiert ist. Aber woher kommt die Tätowierung? Ist das wirklich sein Name? Und warum kann er sich an nichts erinnern? Immer wieder blitzen Erinnerungsfetzen in seinen Gedanken auf, die ihm jedoch nur bedingt weiterhelfen und rasch enden.

Seinem Freund Oscar machen die Erinnerungslücken nichts aus, obwohl er ein Liebhaber von skurrilen Verschwörungstheorien ist. Seine eigenen abstrusten Theorien teilt er auch Noah mit. Zusammen läuft das ungleiche Paar, das sich trotzdem perfekt ergänzt durch Berlin. Sie passen aufeinander auf, wobei oft nicht klar ist, wer hier auf wen aufpasst.

Über allem schwebt eine dunkle Bedrohung, die sich Manila Grippe nennt und weltweit viele Tausende Menschen dahinrafft und für die es angeblich Impfstoffe gibt, an die aber nur die Elite der Bevölkerung rankommt. Keiner weiß, wo der Virus herkommt, doch sobald man sich angesteckt hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis man stirbt. Ab dem Ausbruch der Krankheit hilft nämlich kein Medikament mehr.

Da wird Noah auf einen Zeitungsbericht aufmerksam in dem ein Bild abgedruckt ist, das ihm sehr bekannt vorkommt. Der Maler dieses Werks wird international gesucht und der Wert des Gemäldes wird mit 1 Million Dollar geschätzt.

Noah ruft mit den letzten Münzen bei der angegebenen Nummer an, gerät dabei an die Journalistin Celine, die in New York City lebt und ihm zuerst gar nicht glaubt, dass er der Maler ist. Erst als er ihr seinen vermeintlichen Namen sagt, wendet sich das Blatt. Bald ist ihm ein Auftragskiller auf den Fersen und Noah macht eine schockierende Entdeckung, die nicht nur ihn betrifft, sondern die ganze Welt bedroht...

Der Thriller zieht die Leser von Anfang an in das Geschehen. Ab der Szene mit dem Telefonat nimmt er richtig Fahrt auf. Eine atemlose und gefährliche Reise beginnt, die den Leser nach Rom, Manila, Amsterdam, New York, London und Paris führt, was für einen Roman aus Fitzeks Feder völlig neu ist, da seine bisherigen Romane ausschließlich in Deutschland spielen.

Aber das ist nicht alles, was an diesem Roman anders ist, als an den Vorgängern.

›Noah‹ ist Fitzeks zehnter Roman und diese runde Zahl gilt es zu feiern, vielleicht ist ›Noah‹ deshalb auch ein Ausnahmewerk des Schriftstellers, von dem er selbst zugibt, dass es ein sehr wichtiges, ein sehr persönliches Buch ist, und es ihm vermutlich schwerfallen wird, noch einmal einen vergleichbaren Thriller zu schreiben. Fans wollen natürlich nichts davon hören.

Richtig ist, dass Sebastian Fitzek am Zenit seiner Karriere angekommen ist. Wofür andere Jahrzehnte brauchen, gelang ihm innerhalb weniger Jahre. Seine Bücher wurden millionenfach verkauft und in 24 Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Autoren, erscheinen seine Romane auch in England und Amerika.

›Seelenangst‹ wurde für das Theater adaptiert und ›Das Kind‹ verfilmt. Aber noch nie war ein Roman derart perfekt für eine Verfilmung geeignet wie ›Noah‹, deshalb werden erste Anfragen sicher nicht lange auf sich warten lassen. Mit ›Noah‹ steht Sebastian Fitzek großen Thrillerautoren wie John Grisham, Robert Luldum, Dennis Lehane, und Dan Brown um nichts nach.

›Noah‹ ist ein Verschwörungsthriller der Spitzenklasse und hätte bei einer filmischen Umsetzung Blockbusterniveau.

Trotz all der Action im Roman, bleibt Fitzek ein Meister der Figurenzeichnung. Virtuos bringt er uns die Figur des Obdachlosen näher, was bei einem Menschen, der weder seinen Namen weiß, noch etwas über seine Vergangenheit, ganz sicher nicht leicht ist.

Aber schon in der ersten Szene, in der er dafür sorgt, dass ein minderjähriges, drogensüchtiges Mädchen einen Schlafplatz im Obdachlosenasyl ergattert, bekommt der Leser ein Gefühl dafür, um welche Art Mensch es sich bei der Hauptfigur handelt. Denn es ist der 14. Februar also bitterkalt in Deutschland und Noah muss dafür seinen eigenen Schlafplatz hergeben. Sehr einfühlsam bringt alleine dieses Kapitel den Lesern die Not der Obdachlosen näher. Obwohl jeder in unserer Bevölkerung weiß, dass es sie gibt, denkt kaum einer darüber nach, was es bedeutet auf der Straße leben zu müssen. Obdachlosigkeit und Armut ist eines der Kernthemen, das im Roman an verschiedenen Winkeln der Erde aufgerollt wird und vor allem durch die Überbevölkerung seit Jahren stetig zunimmt.

Obdachlosigkeit, Hunger, Armut, Kälte, Einsamkeit, Gleichgültigkeit und Menschenhandel sind keine fiktiven oder erfundenen Probleme, sondern allgegenwärtig.

Gepaart mit dem prägnanten, sich nicht mit seitenlangen Beschreibungen aufhaltenden, gewohnt packenden Schreibstil, macht das Sebastian Fitzeks neuen Thriller so eindrucksvoll und überzeugend.

Das Gelesene hallt noch lange nach, sorgt für jede Menge Diskussionsstoff und wird selbst diejenigen zum Nachdenken bringen, die bisher ihre Augen vor all diesen Problemen unserer Zeit verschlossen haben. Ob es noch rechtzeitig zu einer drastischen Umkehr kommen wird, um die globalen Auswirkungen abwenden zu können, sei dahingestellt.

›Noah‹ ist auf jeden Fall ein spannender Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seiten fesselt und selbst Lesern gefallen müsste, die mit Fitzeks Psychothrillern bisher nichts anfangen konnten.

Der Autor versteht es meisterhaft, die Spannung konstant auf hohem Nivau zu halten. Kurze, knackige Kapitel, die stets mit einem Cliffhanger enden, sind eine Spezialität des Autors, seine lebensnahen Dialoge eine andere.

Die exklusive Hardcoverausgabe mit Lesebändchen veredelt jedes Bücherregal. Das Cover sorgt für einen zusätzlichen WOW-Effekt, sobald man es unter die Nachttischlampe legt.

Fazit:

Die Neuerscheinung des Jahres! Auf dieses Buch hat die Welt gewartet. Ein Must-Read für alle Thrillerfans und Fans von Sebastian Fitzek sowieso.

Wobei zu beachten ist, dass ›Noah‹ einem völlig anderem Schnittmuster folgt und in einem anderen Stil geschrieben ist, als Fitzeks Psychothriller, was manchen Fan irritieren könnte, für andere hingegen könnte genau das dazu führen jetzt erst Fitzekfans zu werden.

20.12.2013 09:30:48
unclethom

Ein etwas anderer Fitzek dieses Mal. Kannte man Sebastian Fitzek bisher mehr als Autor von Psychothrillern findet man hier einen Thriller vor, nicht unähnlich denen die Dan Brown oder auch Robert Ludlum. Recht dramatisch beschreibt er die Situation um die Überbevölkerung der Erde und den Hunger, sowie die „Lösung“ des Problems.
Alles beginnt mit einem Bild und einem Telefonat. Der Anruf Noah´s bei einer Journalistin, wird alles auf den Kopf stellen, was er in seiner Situation zu kennen und zu wissen glaubte. Ist er der, der er zu sein glaubt? Wer steckt hinter all dem?
Wer Sebastian Fitzek kennt, weiß ob seiner spannenden Schreibweise. Immer wieder legt er neue, zuweilen auch falsche Spuren, nie verrät er zu viel so dass der Leser keine Chance hat den nächsten Schritt zu erahnen. Sehr lange stand ich recht verlassen da und wusste nicht in welche Richtung es gehen könnte. Vieles blieb zunächst im Dunkeln und man rätselte in welche Richtung es nun gehen könnte.
Als man langsam begann zu ahnen worauf alles hinausläuft, ging es schon ins dramatische Finale, das allerdings mir persönlich etwas zu gewollt erschien, was dem Lesespass allerdings keinen Abbruch tat. Es kam mir persönlich nur so vor als wolle Fitzek hier unbedingt zum Ende kommen bzw. er wollte unbedingt die Vorgaben erreichen.
Diesmal also kein Psychothriller, dennoch ein hochspannender Thriller, den ich mit 4,5 von 5 Sternen bewerte, 0,5 Punkte Abzug für das Finale.