Himmel über London

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Bonnier, 2011, Titel: 'Himmel över London', Seiten: 523, Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2013, Seiten: 2, Übersetzt: Dietmar Bär, Walter Kreye & Simone Kabst, Bemerkung: MP3

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Silke Wronkowski
Die unendliche Geschichte

Buch-Rezension von Silke Wronkowski Sep 2013

Leonard ist totkrank, sein letztes Stündlein hat geschlagen und er plant einen feierlichen Abgang. Deshalb lädt er seine Lebensgefährtin und ihre Kinder aus erster Ehe zu einem Geburtstagsdinner nach London ein. Eine Woche verbringen alle Beteiligten in der Metropole, bevor man sich gemeinsam in einem Restaurant zum letzten Akt zusammenfindet. Doch wird der Tisch für sechs statt nur für vier Personen gedeckt sein und bevor sich alle Gäste darüber wundern können, ist es auch schon zu spät.

Gestatten? Die Akteure.

Maud, einst Leonards Therapeutin und Mutter zweier Kinder aus einer Beziehung mit einem Psychologen, ist seit nunmehr 20 Jahren Leonards Gefährtin. Lebensgefährtin oder gar Begriffe wie Geliebte oder Freundin wären schon zuviel, mutet es doch eher wie eine Zweckgemeinschaft an. Nun ja, wer aus einer jugendlichen Vergewaltigung heraus den Beruf der Verhaltenstherapeutin ergreift und Zwillinge gebiert, die psychologisch gesehen mit ihren Zwangsstörungen und selbstzerstörerischem Verhalten ihr eigenes ausgewachsenes Paket zu tragen haben, ist vermutlich fern von Leidenschaft.

Irina, Mauds Tochter, seit frühester Kindheit von einem übersteuertem Waschzwang besessen, kann sich schon allein deshalb besseres vorstellen als eine Reise nach London, zu allem Überfluss zusammen mit ihrem Bruder Gregorius, der sein Leben mehr als nicht im Griff hat und der auf ein fettes Erbe hofft von einem "Stiefvater", zu dem beide nie eine Beziehung hatten. Das Erbe könnte Gregorius vor seinem rasenden Chef schützen, dem er 50.000 Euro gestohlen und dessen Frau er geschwängert hat. Ein neuer Name und eine neue Identität ließen sich doch sicher mit ein paar Millionen realisieren.

Milos, Mitte dreißig, wird per geheimnisvoller Post von seinem "Gönner" Leonard zu den Feierlichkeiten nach London geladen. Flug und Unterkunft seien bezahlt. Milos tritt diese Reise an, wohnt doch seine einstige große Liebe Leya auch in dieser Stadt, und wer weiß, ein Wiedersehen mit ihr könnte sich vielleicht lohnen.

Und während diese illustre Runde in London weilt, ist da auch noch Lars Gustav. Einst Taxifahrer, seiner 1968 in London verstorbenen Jugendliebe Carla nachtrauernd, der einen, nein den einen, großen Londonroman schreibt. Unter dem Pseudonym Steven G. Russell.

Das Nichts

In Himmel über London wird geschrieben im Geschriebenem, gelesen, was vergangen ist, oder steht plötzlich gedruckt in einem Buch, was Irina unter allen Umständen am Abend der Geburtstagsfeier zu tun hat - zu lesen in dem Buch Bekenntnisse eines Schlafwandlers von Steven G. Russell. Unterdessen liest Leonard seine eigene Biografie vor, die Geschichte seiner großen Liebe Carla, für die er Ende der 60er in London zum Spion wurde und für die er ins kommunistische Prag übersiedeln wollte. Michael Ende hätte vermutlich seine Freude daran und bald würde man sich beim Lesen auch nicht mehr wundern, wenn irgendwo die kindliche Kaiserin mit einem Sandkorn auftauchte.

Nesser lässt in den schier endlosen Vorstellungskapiteln der einzelnen Personen immer wieder einfließen, dass zur gleichen Zeit der "Watch Killer" in der Hauptstadt sein Unwesen treibt, ein Serienmörder, der seine Opfer mit einer billigen Armbanduhr zurücklässt, die zur Todeszeit stehengeblieben ist.

Spannung exklusive

Herr Nesser ist ein großer Erzähler mit einer gefälligen Sprache, keine Frage. Ganze 557 von 572 Seiten Raum gibt er seinen Figuren ihre innersten Gedanken und Beweggründe zu offenbaren, lässt sie über das Leben und den Tod philosophieren und allen voran über die Liebe und ihr Fehlen. Er greift immer neue Fäden für die Geschichte auf, springt zwischen den Jahrzehnten und Personen munter hin und her, so dass der Leser am Ende leider kein fein verwobenes Netz in den Händen hält, das irgendein Gesamtbild offenbart. Schlimmer noch, man ist gezwungen alle losen Stränge bis zum Schluss parallel zu erinnern, um dann im enttäuschendem Finale zwei, drei davon verknüpfen zu können, die restlichen aber leider völlig unbefriedigt fallen lassen muss.

Nein, das ist kein Krimi und frei von jeglichem Thrill oder Spannungsbogen oder irgendeiner gearteten Auflösung, denn es gibt einfach auch gar nichts aufzulösen. Nesser weiß das. Er selbst sagte in einem Interview, dass Himmel über London kein Krimi ist:

 

"Ich möchte eine Art Trilogie über die Grossstädte London, New York und Berlin machen. Keine Krimis, aber Geschichten mit einem leicht kriminalistischen Plot."

 

Letzterer fällt im vorliegendem Buch so leicht aus, dass er eigentlich gar nicht vorhanden ist. Als Biografie einer Gruppe gescheiterter Existenzen funktioniert das Buch hingegen meisterlich.

Himmel über London

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Letzte Kommentare:
29.06.2018 11:00:34
Jens Technau

Ich empfehle dieses Werk als Hörbuch. Auf meinen langen Autofahrten habe ich dieses Buch mittlerweile drei mal gehört. Jedesmal glaube ich, das Buch verstanden zu haben, doch dann wird auch diese erhoffte Lösung durch die durchaus komplizierte Handlung irgendwann unmöglich.Anfangs dachte, ich wäre zu vergesslich oder schlicht zu dumm, den Sinn der Handlung zu verstehen. Jetzt denke ich, daß der Autor die Handlung mit Absicht im Halb-Realen belässt. Jedenfalls ignoriert Nesser die üblichen Grenzen eines Krimis und stellt die Story und die Protagonisten ins Surreale.Genial sind, wie bei allen Nessers, die philosophischen Einlassungen über Leben und Tod, die Schlechtigkeit des menschlichen Charakters, wo es keine guten und schlechten Menschen gibt, wo stattdessen alle Menschen eine sehr dunkle Seele mit sich herumschleppen.

10.04.2017 23:19:29
monika hahn

grossartig! leiser humor. subtil beschriebene, reichlich schraege charaktere. das reinste vergnuegen. deshalb: unbedingt lesen!!! auch wenn's kein typischer nesser-krimi ist.

kleine kostprobe: "... nachdem er mich bewusstlos geschlagen hatte, warf er mich vom balkon."

folgt die frage: "welches stockwerk?"

21.02.2017 22:38:56
Birte

Ich hätte mich auf einen Krimi gefreut nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Es ist nichts davon zu finden nach über 300 Seiten...ich war bis dahin optimistisch und hatte die Hoffnung nicht aufgegeben, aber jetzt kommt es in den Müll. Wer Schlafprobleme hat oder wer dieses Buch länger genießen will, dem ist es zu empfehlen, denn man schafft max 10 Seiten, wenn man nicht sogar vorher schon eingeschlafen ist. Hätte ich doch vorher hier geschaut. Spannung exklusive trifft es auf den Punkt.

05.03.2016 16:34:13
Ilka Leineweber

Wie schade, ich freute mich, als ich das Buch in den Händen hatte. Nach 10 Seiten habe ich mir mal die Lesemeinungen angesehen. Die Meinungen deckten sich mit meinem ersten Eindruck, ich fand es langweilig, schwer und nicht die Spur von Spannung. Die Spannung war eher darin begründet: "wann geht es los.". Also habe ich das Lesen abgebrochen.

07.09.2015 14:40:36
Winfried Hänel

Ja ich muss zugeben: ich bin verwirrt.
Soeben ausgelesen suchte ich hier etwas Hilfestellung. Aber die Kommentare waren auch nicht sehr hilfreich. Langweilig, kein Krimi, lose Fäden, aber große Erzählkunst.
Es stimmt, Nesser ist anders geworden. Und ich fühle es, er ist immer besser geworden. Und er macht es seinen Lesern immer schwerer. Mit Logik kommt man nicht weiter. Manchmal dachte ich, ich lese Murakami.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich froh war, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Ich fühle mich wie ein großes Fragezeichen. Und sehr verwirrt.

26.07.2015 10:54:55
Carlo Fascher

Ich bin großer Nesser-Fan und freute mich sehr auf dieses umfangreiche Buch. Wie enttäuscht kann man sein? Das findet man leicht heraus, wenn man diesen Roman liest. Es sollte ein "großer" London-Roman werden, vielleicht James Joyce in Dublin nacheifernd? In der Gegend vom Paddington Bahnhof kenne ich mich gut aus. Die Beschreibungen im Buch sind viel zu oberflächlich und wie mit einem Stadtplan in der Hand verfasst. Das gilt auch für Hotelbeschreibungen; bei den gängigen Portalen im Internet kann man sich bequem bedienen... Nur in Ansätzen blitzt das große schreiberische Genie Nessers auf. Bitte keinen Berlin oder New York Roman! Herr Nesser, Sie gehören nach Kumla oder Maasdam!

16.07.2015 21:41:07
Tinka

Mein erster Nesser Krimi den ich in den Händen hielt.
In Vorfreude auf eine spannende Urlaubslektüre wurde ich jedoch schnell eines anderen belehrt.
Es zog sich dahin wie Kaugummi.
Um den Kern der Geschichte, das Zusammentreffen der Geburtstagsgäste, zu erreichen darf sich der Leser durch viele langweilige Seiten lesen.
Mitunter entsteht ein leichter Spannungsbogen, der aber nur von kurzer Dauer ist.
Als anstregend fand ich das Springen zwischen den einzelnen Personen sowie Handlungen.
Irgendwie quälte ich mich mehr oder minder durch dieses Buch bis zum Ende.
Leider wird es auch mein erster und letzter Band dieses Autors sein.

06.07.2015 22:20:11
Herr Lazaro

Dieser Roman hat genau die Eigenschaft, die man den frühen Van Veterens des selben Autoren gerne zu Unrecht vorwirft: Es ist langweilig! Nesser selbst gibt ja zu, keinen Krimi geschrieben zu haben (warum wird das Buch dennoch hier in der KC rezensiert?) aber eine Geschichte über London ist es ebensowenig: Die Handlung könnte überall stattfinden, ein Unterschied wäre vermutlich nicht zu bemerken. Früher, in der Schule, wurde so etwas mit "Thema verfehlt, fünf" abgestraft.

Der zugrunde liegende Plot, die Figuren eines Schriftstellers entwickeln ein Eigenleben und beginnen sogar gegen den Autoren zu agieren, ist ebenfalls alles andere als neu, noch sonderlich originell ausgeführt: Wer eine wirklich überzeugende Ausarbeitung dieses Themas wünscht, dem sei Flann O'Briens "In Schwimmen zwei Vögel" wärmstens empfohlen (übrigens auch kein Krimi aber dafür herrlich komisch).

Wäre dies mein erster Nesser gewesen, es wäre vermutlich der einzige geblieben. Schade, Nesser hat deutlich bessere und unterhaltsamere Bücher geschrieben.

28.04.2015 11:00:58
Margit Raven

Hakan Nesser ist ein begnadeter Erzähler und ein Meister der Sprache. Neben aller tragischen Ereignisse wird auch dem Humor Rechnung getragen. "Himmel über London" ist in der Tat kein Krimi oder gar ein Thriller. Und doch läuft die Geschichte nicht ohne Spannung ab. Das ständige Springen zwischen den einzelnen Personen, die dabei relativ kurz gehaltenen Episoden sowie das Buch im Buch, ist für den Leser nicht immer ohne Anstrengung zu meistern. Der fast 600-seitige Roman fesselt jedoch bis zum, allerdings etwas enttäuschenden, Ende. Alles in allem, ein Buch der gehobenen Belletristik, das auf jeden Fall meine große Bibliothek bereichert.

08.01.2015 23:24:07
Ulrike Gruber

Ich habe viele der Rezensionen gelesen und habe mich neben dem Lesen versucht in alle Parteien zu versetzen. Vielleicht ist es einfach so, dass jeder Leser auch seine eigene Geschichte hat und was erschwerend hinzu kommt, dass sich kaum einer in die Psychologie der verschiedenen Ebenen hineinversetzen kann. Ich empfinde dieses Buch als absolute Bereicherung.

11.09.2014 12:18:05
Christiane Bartel

Ein absolut geniales Buch! Das meisterliche Verweben von Handlungen und Charakteren und das feine, langsame Auslegen von Hinweisen (leichte Namensgleichheiten, die man nicht gleich realisiert, etc.) von Hakan Nesser kommt hier so richtig zu tragen.
Ein interessanter Zufall war, dass ich gerade vorher Sten Nadolnys "Er oder Ich" gelesen habe, das sehr ähnlich mit Erzähler/Leser spielt.
Außerdem finde ich es sehr geschickt an Agatha Christie angelehnt - 4.50 from Paddington - und insgesamt ähnlich strukturiert wie bei ihr.
Ich kann es nur sehr empfehlen!

06.08.2014 13:18:08
BELSL

Über dieses Buch von Nesser bin ich ausgesprochen verärgert, ich las schon einmal eins das ich nur langweilig fand aber dieses ist Langeweile pur und ich fühle mich direkt verarscht.

Wie Rosinen in einem Kuchen gab es einige interessante und sehr präzise dargestellte Szenen in dem Buch, aber der gesamte Kuchen war Matsche.

Der Leser wird neugierig darauf gemacht was der Alte zu seinem Geburtstag plant, man erwartet etwas Unerhörtes, heraus kommen ein paar Kaninchenköttel.

Man erwartet ein dramatisches Geschehen um die Stieftochter des Alten, es verläuft im Sand.
Begonnene Fäden werden nicht zu Ende gesponnen.

Auch die von Nesser angelegte Puppe in der Puppe entlockt nur ein müdes Grinsen.

Die Liebesgeschichte ist langweilig.
Ich ärgere mich über die Zeit die ich für das Lesen verbrauchte.

13.07.2014 19:00:41
Nidi

Himmel über London ist einfach schlicht langweilig - im Gegensatz zu den anderen Hakan Nesser-Büchern, welche ich gerade durch ihre Detailverliebtheit sehr schätze. Würde ich kein zweites Mal kaufen. Wer immer Hakan Nesser schätzt, soll sich unbedingt zuerst eine Leseprobe besorgen: Auch ein zweites Mal durchlesen (noch bis zur Hälfte) hat mir nichts geholfen

07.05.2014 22:48:41
I.P.

Ich liebe Hakan Nesser, seine Bilder, seine Sprache, seinen Blick auf das Leben, den Tod, Gott und die Welt. Aber er wird mir zu schwer, leider. "Eine ganz andere Geschichte" hat mir bereits meine Grenzen aufgezeigt ... Dass mich hier ein Autor praktisch gezwungen hat, das ganze Buch nochmals - unter einer völlig anderen Perspektive - zu lesen, fand ich als Idee, auch als umgesetzte, großartig - aber es war mir einfach zuviel, zu schwer. Und jetzt, während der Lektüre zu dem "Himmel über London" habe ich bereits während derselben nach Hilfestellung gesucht und musste z.B. hier feststellen, dass es wohl wieder so ein unverdaulicher Brocken werden wird ... Schade - für mich. Nesser ist trotzdem oder sogar vielleicht deswegen einer der besten zeitgenössischen Autoren, die ich kenne.

07.04.2014 19:28:48
Elim Garak

Ich habe mich durch dieses Buch durchgequält. Irgendwie wartet man die ganze Zeit, dass es endlich losgeht...Fehlanzeige. Das Nesser seine Leser gewarnt hat, kam leider zu spät. Die Idee, Lars Gustav Selén als eigentlichen Erzähler der Geschichte zu offenbaren, belebt das Buch zwar, um eine brillante Auflösung des Knäuels aus losen Fäden wird der Leser aber betrogen. Absolut enttäuschend - und dafür auch noch viel zu lang.

09.03.2014 14:49:29
Elsbeth Hugi

Mich hat das Buch absolut überwältigt. Die Handlung, in die man sich einliest. Und dann taucht da plötzlich ein Lars Gustav auf, und seine Geschichte über Leo und Carla. Irgendwann versteht man die Zusammenhänge, begreift, dass die Geschichte um Leonard und seine Angehörigen erst am Entstehen ist, die Protagonisten, welche sich zum Schluss auch noch selbständig machen (schmunzel). Es ist keine leichte Literatur und man muss vielleicht in Stimmung sein, es zu lesen und zu verstehen. Aber trotzdem, sehr empfehlenswert!

06.03.2014 15:48:02
Susanne Hübner

Ich finde das Buch gut. Ich habe es über bestimmt drei Wochen hinweg gehört (nicht gelesen), draußen, auf dem Weg zum Bahnhof und z.T. im Zug, und fand die Erzählweise unglaublich gut. Nesser eben. Ich mag keine Krimis, nicht besonders zumindest, außer wenn Nesser sie schreibt und daher finde ich es wahrscheinlich auch völlig in Ordnung das es keiner war. Zudem wurde mir auch erspart das ich sehen muß wie lang das Buch noch ist, oder in wie wenigen Seiten jetzt noch was passieren müßte. Das war vielleicht eine bessere Vorraussetzung um es zu mögen. Und ich mag es. Vorallem viele einzelne Sätze, Gedankengänge. Ich glaube das unter anderen Umständen ich das Buch vielleicht auch nicht gemocht hätte. Möglich, vorallem weil ich vor kurzem mein Lieblingsbuch "Kim Nowak badete..." erneut gelesen habe und es super enttäuschend fand weil ich die Stimmung nicht mehr aufbauen konnte. Hier konnte ich die Stimmung aufbauen, konnte die Charaktäre begreifen, fand es auch spannend und kann damit leben das sich nicht alles aufklärt. Finde es fast besser. Kein Autor kann immer allen gefallen, man enttäuscht immer viele Fans, wenn man was etwas anders macht, aber Nesser deshalb vorzuwerfen, er könne es nicht mehr ist ja vollkommen albern.

27.02.2014 14:06:52
Dagmar Meier

Das ist das schlimmste Buch, das ich je gelesen habe. Und ich habe es vollständig zu Ende gelesen, in der Hoffnung, dass dieses Buch irgendwann beginnt, ein spannender Krimi zu werden. Fehlanzeige! Nichts im Vergleich zu den anderen sehr spannenden Büchern von Häkan Nesser. Die Story ist nicht nachvollziehbar und bleibt bis zum Ende abstrus.

20.02.2014 07:20:50
Kirsten Schmitt-Friele

Als absoluter Nesserfan - die alle seine Bücher mit ungebrochener Begeisterung gelesen hat - bin ich absolut enttäuscht. Ich bezweifle ernsthaft, ob er das Buch wirklich selbst geschrieben hat. Hatte ihm mehr und profundere Reflektion und eine entsprechende Abhandlung auf dem Hintergrund seiner Lebenserfahrung zugeschrieben. Schade! D

18.02.2014 10:56:58
Miriam

Was soll das ganze? Wozu werden hier zig Seiten verschwendet? Ab und an ist es gar lustig zu lesen. Aber die Geschichte ist gesucht, mühsamst zusammengehalten und am Schluss läuft es auf gar nichts raus. Schade um die Zeit, schade um das Geld. Ich hab mich auf einen schönen unterhaltenden Roman gefreut mit einem stimmigen Plot - Fehlanzeige.

17.02.2014 19:39:42
Tuxine Busch

Als Fan von skandinavischen Krimis/Thrillern habe ich auch fast alles von H. Nesser gelesen.
Das Geld, was ich für diesen beschissenen
"Himmel über London" bezahlen musste, tut mir wirklich leid. Es wäre eine Strafe für mich, über die ersten 30/40 Seiten hinaus zu lesen.
Handlungsstrang: Alzheimer lässt grüßen!

26.01.2014 21:52:51
Leselöwin

Dieses Buch ist unsagbar langweilig, man kann kaum glauben, dass der Autor derselbe ist, der auch "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" geschrieben hat. Herr Nesser hat sich wohl ausgeschrieben und sollte es dabei belassen, anstatt solchen bedeutungsschwangeren Unsinn zu verzapfen wie dieses Machwerk.

09.01.2014 21:30:48
Janko

Innig und dicht verfasst, geheimnisvoll und mystisch geschrieben, intelligent und mit Wortwitz ausgestattet, literarisch durchaus anspruchsvoll. Das sind wohl zum Teil die Attribute, die man im Zusammenhang mit dem neuen Werk von Håkan Nesser nennen muss. Eine subtile Spannung wird aufgebaut, eine eigentümliche Atmosphäre geschaffen, eine feingliedrige Sprache verwendet. Dies alles wird stilvoll in einen Etappenerzählstil gepackt. Dunkle Geheimnisse tauchen auf, sonderbare Dinge geschehen, wird das ganze nun eine Familiensaga oder ein Agententhriller? Die vielen, wechslenden Perspektiven und Zeitebenen bieten zwar eine hohe Spannung, doch vergleichsweise wenig Action. Für den einen sicherlich Bullshit, für den anderen starke Literatur. Meine Wertung: 85°

07.01.2014 19:47:32
helga maria Wagner

Wenn der Meister "nur" die Story des Leonard und seiner Familie beschrieben hätte, wär es o.k. gewesen aber noch den Lars Gustav als Autor ebendieser Geschichte mitreinzubringen, das war einfach ZUVIEL des Guten.

Ich hab den Schnelldurchgang geschaltet.

Hab schon öfter festgestellt, je berühmter die Autoren, desto verworrener die folgenden Bücher und dicker!!!

06.01.2014 17:03:30
Hans-Jürgen Hauke

Auf Seite 364, letzter Absatz habe ich ein wenig geschmunzelt und danach aufgehört zu lesen. Das Cover des Romans ist erstklassig, der Roman eine tolle Wegbeschreibung innerhalb Londons, das war es dann auch. Ich möchte mir die weitere Lektüre ersparen und zukünftig H. Nesser nicht mehr in meinem meinem Bücherregal stehen sehen.

01.01.2014 14:46:55
Darix

Nesser beschreibt seinen Plot stilsicher in unterschiedlichen Erzählsträngen. Aber ein konzentriertes Einlesen“ ist notwendig, da sehr viele Akteure und Zeiten, Orte am Handeln teilnehmen. Es entsteht der Eindruck, das N. die Erlebnisse eines längeren London Aufenthalts schildert, very Birtish, so weit so gut. Die Akteure fühlen sich in die Mega City London ein. Die Geschehnisse nehmen langsam ihren Lauf. Nicht ohne Charme beschreibt er die charakterlich verschiedenen Protagonisten. Die Hauptperson Leonard Venim, ein älterer Herr, mit Altersbeschwerden und diversen psychischen Belastungen versehen versucht nochmals seinen Einfluss auf seine Frau, den Stiefkinder und Personen aus seiner Vergangenheit geltend zu machen: Die Schilderung einiger Ereignisse, das Verschweigen seines, des großen Geheimnisses ist zu langatmig, ausgebreitet.
Leider überzieht N. mit seiner Story, nach 300 Seiten wird der Eindruck erweckt, es geschieht nichts wesentlich Neues, keine Weiterentwicklung, oder gar von Spannung ist nicht zu reden. Die Vorbereitungen seiner Geburtstagsfeier, wie auch die Vorgeschichte(n) der Hauptdarsteller bis zur Geburtstagsfeier von Leonard Venim, treten auf der Stelle. das ermüdet.
Das Finale ist ohne Wendung oder Überraschung. Schade, denn der Beginn startete verheißungsvoll, insgesamt etwas schwülstig und pseudo Psychologisch, einfach etwas zu ausschweifend. Durchschnitlliches Werk.

30.12.2013 14:41:27
M.B.Karsten

Ganz klar keine Erzählung, eher mit alten Zutaten gebrautes Fuellieton. Ich habe beim Überdenken der Geschichte gemerkt, dass der Autor sich auf einen haltenden Ast retten musste, was den verblüffenden Teil angeht.Habe mich dank dieses Leitfadens für einen Schluss entschieden!Der Kommentar auf der letzten Seite musste nicht unbedingt sein.

24.12.2013 17:48:27
Miklos Milbich

Einer der schlechtesten Romane die ich in der Letzten Zeit gelesen habe. Kein vergleich zu den anderen Büchern von Hàkan Nesser. Er versucht die Spannung durch Unterbrechungen und unlogische Dialoge aufrecht zu erhalten. Es enthält sehr viel Irreales und Widersprüchliches.
Da sind zB. zwei Akteure die Geheimcodes und tote Briefkästen zu Verständigung benutzen, aber einen persönlichen Brief den an zu schreiben mit der Begründung ablehnen " es wird doch alles mitgelesen" Schwachsinn hoch drei.Und dazu noch teuer!

09.12.2013 09:02:12
Marius

Kulmination

Die Wolken ballen sich und kulminieren gewaltig über London: verschiedene Personen versammeln sich zu einem letzten Geburtstag, die Menschen haben völlig unterschiedliche Schicksale, die Motive sind unklar und dann schleicht auch noch ein Serienmörder durch die wolkenverhangene englische Metropole. Alles andere als auf den ersten Blick durchschaubar ist das Handlungsgerüst, das „Himmel über London“ zugrunde liegt – und dann springt Nesser auch noch in der Zeit und in den Erzählebenen herum – dies verlangt dem Leser schon Einiges ab.

Wohlweislich prangt das Signet „Roman“ auf dem tollen Cover, denn wer sich vom Namen Hakan Nesser zur Annahme verleiten lässt, dass es sich hierbei um einen Krimi handelt, dürfte sich enttäuscht sehen. Zwar geht es auch noch peripher um einen Serienmörder, der bei seinen Opfern eine kaputte Uhr hinterlässt, dies ist aber der wohl nichtigste Erzählstrang.

Stattdessen ist „Himmel über London“ die Studie eines todkranken Mannes inklusive dessen Familie, ein Spionageroman und eine Verneigung vor der titelgebenden Stadt London. Jeder der einzelnen Gäste, die Leonard Vermin auf seiner letzten Geburtstagsfeier begrüßt, hat einen eigenen Erzählstrang und über das ganze Buch hinweg schafft es Nesser, den Leser im Ungewissen zu halten, was diese Personen im Innersten zusammenhält.

Wer an den Romanen von Ian McEwan oder William Boyd seine Freude findet, der dürfte auch mit „Himmel über London“ gut beraten sein.
Mit seinem neuesten Roman gelingt Hakan Nesser eine andere Tonlage als sie sonst in seinen Van-Veeteren- und Barbarotti-Krimis herrscht. Wer sich von Erwartungen losmacht, überraschen lässt und genügend Konzentration mitbringt, der erhält mit „Himmel über London“ einen eigenwilligen und vielschichtigen Roman aus der Feder eines der besten skandinavischen Autoren!

07.12.2013 02:51:19
Ulrich Leive

Ein Roman, der den Leser erstmal gut und lange auf einen Weg und in einen Plot führt, der scheinbar real ist und dann abknickt und ihn, den Leser, ratlos macht. Verwirrung und Zweifel tauchen auf.

Eine raffiniert spielerische Auseinandersetzung mit den Phänomenen der Fiktion und ihrer Verselbständigung, ihrer Brüchigkeit und der Verschmelzung mit einer Realitätswahrnehmung. Nesser führt ziemlich meisterhaft und nachvollziehbar den Prozess der Literaturschöpfung vor.

Ich habe das Buch sehr interessant und sogar spannend gefunden, und es in drei Tagen durchgelesen. Dieses Buch darf man nicht häppchenweise lesen, sonst hat man nichts davon. Gilt ja wohl für alle Bücher, in diesem Fall aber extrem.

30.11.2013 10:04:51
Arlette

Habe mit Spannung und Freude "Himmel über London" gekauft - der Plot tönte spannend...umso enttäuschter war ich beim Lesen: endlose Spionage-Geschichten ohne wirkliche Einbettung in das damalige politische Ostblock-Geschehen, vielschichtige Handlungsstränge ohne offensichtlichen Zusammenhang, die Figuren nur schemenhaft gezeichnet (Carla bleibt unverständlich, Leonard ein Schatten...). Das Finale ist enttäuschend und kurz, und lässt den Leser etwas ratlos zurück...ob er etwas überlesen hat oder schlicht die Story nicht wirklich verstanden hat...

26.11.2013 22:03:15
Gisela Coelen

Håkan Nesser zeigt auch in diesem Buch das, was ihn auszeichnet: eine treffende Sprache, von der ich leider nur die gelungene Übersetzung würdigen kann.
Die Handlungsstränge sind in sich schlüssig, lassen aber auch am Ende nur einen begrenzten Zusammenhang erkennen. Das ist schade. Dieser hätte dem Buch die Logik, die vielleicht nicht gewünscht war, für den Leser entschlüsselt. Die Qualität hätte nicht verloren.
So bleibt eine gewisse Ratlosigkeit beim Leser zurück, der sich fragt, an welcher Stelle er möglicherweise etwas übersehen/ ünerlesen hat.
Man sollte zügig lesen und mit dem zufrieden sein, was man glaubt verstanden zu haben.