Der Biss der Schlange

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • London: Headline, 2011, Titel: 'A Serpent Uncoiled', Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2013, Seiten: 544, Übersetzt: Michael Krug

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Lars Schafft
Strange as strange can

Buch-Rezension von Lars Schafft Sep 2013

Es passiert selten, doch regelmäßig: Da erwischt man ein unscheinbares Taschenbuch, liest hinein, erfreut sich am Text und direkt überfällt einen Schwermut. Nein, leider ist das zu abgefahren, zu durchgedreht, zu unkonform, als dass man großen Optimismus hegen könnte, noch mehr aus dieser Feder zu lesen. Der Biss der Schlange ist so ein Fall. Einer für Grenzgänger. Für Leser, mit ganz schrägem Humor. Und gerade deswegen ein absoluter Geheimtipp, verbunden mit der Bitte an Autor und Verlag: weitermachen!

Simon Spurrier ist noch ein junger Schreiberling, Jahrgang 1981. Beheimatet im Comic-Genre. Dass er aber auch sehr gute Krimis schreiben kann, stellt er mit Der Biss der Schlange mehr als unter Beweis. Da liegt der deutsche Verlag, Bastei-Lübbe, absolut richtig, wenn er das Buch mit "Noir meets Tarantino" untertitelt.

Schränken wir trotzdem ein: Spurrier ist Brite, der Roman spielt in London. Freie Fahrt für eine sehr eigene Art von Komik, vielleicht sogar mehr "Big Lebowski" als Tarantino. Denn unser Protagonist, der 31-jährige Dan Shaper, ist ein Loser, wie er vor dem Herrn steht. Ohne Tabletten geht bei ihm gar nichts mehr, nachdem seine Zeit als "Problemlöser" für den Coram-Clan deutliche Narben hinterlassen hat. Schuld ist sein Problem, eine immense, die er vor Jahren auf sich geladen hat. Seitdem helfen ihm aphrodisierende wie sedierende Medikamente durch den Alltag, er arbeitet mittlerweile als Privatdetektiv und hat nach einem Überwachungsjob im Puff, wo Tigerpimmel gehandelt werden, wirklich genug Sorgen, vor allem: clean zu werden.

Ungelegener kann da ein reicher alter Sack mit langer Vorgeschichte ("Ich bin George Glass und ich bin dreitausend Jahre alt") kaum kommen, der auch noch mit einem dicken Scheck wedelt, weil er sich bedroht fühlt. Geld ist die eine Sache, die Libido die andere. Und um die steht´s bei Shaper auch nicht gerade goldig, weswegen er gerne mal gute Vorsätze solche seinbelässt. So schliddert der einen Leguan als Haustier haltende Ex-Gangster in eine üble Geschichte aus mafiösen Strukturen, New-Age-Spinnern, durchgeknallten Killern und muss sich dem stellen, wovor er am meisten Angst hat: seiner eigenen Vergangenheit.

 

Wie zum Geier kann ich, Dan Shaper, ein Problemlöser der Unterwelt mit entschiedener Gleichgültigkeit gegenüber konventionellen Moralvorstellungen und dringendem Bedarf an einem Entgiftungsurlaub, damit aufhören, mich verantwortlich für das verfluchte Wohlergehen des besagten greisen Kauzes zu fühlen?

 

Machen wir uns nichts vor: Der Biss der Schlange ist absolute Nische, muss da aber wirklich nicht bleiben. Die Situationskomik ist abstrus wie herrlich, das Protagonisten-Wrack in seinem persönlichen Elend eine Figur, mit der man mitleidet wie mitjammert und die Geschichte eine, die in aberwitzigen Metaphern erzählt ständig zu überraschen weiß – Simon Spurriers Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt, was Skurrilität betrifft.

Mit einem Seufzen soll diese Besprechung enden. Darüber, dass es doch immer noch so verdammt originelle Krimis gibt. Davon aber leider nur so wenige Leserinnen und Leser Kenntnis nehmen werden. Entsprechend unkonventionell das Fazit: richtig geil!

Der Biss der Schlange

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