Kein Opfer ist vergessen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • München: audio media, 2013, Seiten: 5, Übersetzt: Herbert Schäfer

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Andreas Kurth
Kalte Fälle brisanter als frischer Morde

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2013

An einer Chicagoer Journalistenschule dürfen sich handverlesene Studenten in einer speziellen Lehrveranstaltung mit abgeschlossenen Mordfällen befassen. Geleitet wird das Seminar von  Professor Judy Zombrowski, einer mehrfachen Trägerin des Pulitzerpreises. Sarah, Jake und Ian sind die drei Glücklichen, die für das Seminar ausgewählt werden. Jake bringt einen eigenen Fall mit –den unter seiner Haustür wurde ein Zettel durchgeschoben. "98-2425 ... Ich hab den Jungen gekilt" – so lautet die kryptische Mitteilung. Die Studenten finden schnell heraus, dass es um den Mord an einem kleinen Jungen geht. Zombrowski willigt ein, dass die Studenten versuchen, neue Indizien zu dem Fall zu sammeln. Prompt finden diese in der Nähe des Tatorts eine Kinderleiche. Ihre weitere Suche wird massiv behindert, Polizisten beschlagnahmen unter einem Vorwand wichtige Akten und Beweismittel. Schon bald müssen Sarah, Jake und Ian konstatieren, dass sie sich mit ihren Nachforschungen in Gefahr begeben. Der schwierig zu lösende Fall gewinnt erst im überaus dramatischen Finale an klaren Konturen für Leser und Protagonisten.

Scheinbar harmloser Beginn

Michael Harvey hat für seinen im Drehbuch-Stil geschriebenen Kriminalroman einen geschickten Einstieg gewählt. Einem der Protagonisten wird nach dem Tode seiner Mutter von einem Rechtsanwalt ein Brief übergeben. Über den Inhalt erfährt der Leser nichts – das erschließt sich erst am Ende des Buches. Die eigentliche Handlung beginnt eher harmlos im Seminarraum einer Journalistenschule, aber dann wird es schnell dynamisch. Harvey formuliert ultrakurze Kapitelchen, schaltet immer wieder schnell um, seine Herkunft aus der Filmbranche kann der Autor nicht verleugnen, und will es sicher auch nicht. Das stört bei der Lektüre jedoch überhaupt nicht, im Gegenteil, mir hat das ausgezeichnet gefallen.

Harveys drei Protagonisten bilden ein eher unterschiedliches Trio. Ian und Jake haben offenbar beide Dinge in ihrer Vergangenheit erlebt, über die sie höchst ungerne reden. Sarah wirkt deutlich offener, sie scheint keine Geheimnisse aus alten Zeiten zu haben. Mit ihrer lockeren Art kommt sie mit den beiden Jungs gut zurecht, die sie wechselweise umschwirren. Aber das "Honig-Thema" bleibt weitgehend im Hintergrund, nur zuweilen packt der Autor es an, aber dann wird dadurch auch die Handlung vorangetrieben.

Störfeuer der Polizei

Und die ist kompliziert genug. Den Mordfall mit dem kleinen Jungen, auf den Jake durch den merkwürdigen Zettel unter seiner Tür aufmerksam wird, nimmt der Autor nur als Ausgangspunkt. Durch ihre cleveren Ermittlungen graben die drei Studenten so einiges an Erkenntnissen aus. Womit sie überhaupt nicht zurecht kommen, ist das Störfeuer der Polizei. Hier wird auch der Leser in so einige Sackgassen geführt, denn die Erkenntnisse der Protagonisten bekommt man nicht zeitgleich, sondern eher in kleinen Bruchstücken serviert. Michael Harvey versteht es meisterhaft, auf diese Weise die Spannung immer weiter hochzuschrauben. Ab einem bestimmten Punkt fällt es wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Lese-Kino vom Feinsten

Der Autor arbeitet zwar nur mit wenig Action, aber er ist ein guter Erzähler und bietet hier Lese-Kino vom Feinsten. Als immer deutlicher wird, dass die drei Studenten einige Leute mit ihren Recherchen aufgescheucht haben, wird die Sache immer undurchschaubarer. Es wird mit üblen Mitteln versucht, Sarah, Ian und Jake von weiteren Nachforschungen abzuhalten. Die Story ist interessant zu lesen, und trotz der falschen Fährten überwiegend gut nachvollziehbar. Zusätzliche Rätsel gibt ein Unbekannter auf, den der Autor immer wieder zu Wort kommen lässt. Dieser Mann mit den markanten gelben Augen spielt eine wichtige Rolle, aber der Leser kann ihn nicht vollständig in das Geschehen einordnen. Das ändert sich im letzten Drittel des Buches, und im dynamischen Schlussteil werden alle Rätsel aufgelöst – mit einigen dicken Überraschungen. Ein absolut lesenswertes und spannendes Buch.

Kein Opfer ist vergessen

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Letzte Kommentare:
17.02.2014 09:49:17
Melanie Krull

Auch ich habe mich von der guten Kritik hier zum Kauf dieses Buches verleiten lassen und muss sagen: ich bin sehr enttäuscht. Die Figuren sind flach und bleiben recht unsympatisch, die Opfer werden kühl und teilnahmslos beschrieben, der Spannungsbogen geht für mich in den zahlreichen Nebensträngen total verloren. Die Bewertung von John Grisham auf der Rückseite ("Jeder sollte dieses Buch lesen!") erscheint da im Nachhinein wie ein schlechter Witz.

09.02.2014 20:57:32
Christoph Baumann

Ich hab das Buch aufgrund der guten K-C Kritik ausgeliehen. Den Inhalt gibt die K-C Kritik umfassend wieder, so dass ich mir dbzgl. Angaben spare.In meiner Bewertung schließe ich mich „Tortsen“ an, komme jedoch zu einem weitaus kritischeren Fazit: Ein Krimi sollte glaubwürdig sein! Oder bin ich hier versehentlich auf Sci-Fi-Couch / Märchen-Couch gelandet? Die Story hat Logiklücken und gipfelt in einem unglaubwürdigen showdown mit absurder Auflösung. Da einzig Gute ist, dass ich nur Zeit und kein Geld an dieses Elaborat verschwendet habe.Bewertung:
Note 4 d.h., gem. K-C : 30 Punkte

27.01.2014 20:59:40
Torsten

Eigentlich folgt das Buch über weite Teile hinweg eher einem klassischen Muster: Relativ unbedarfte Aussenstehend (hier angehende Journalisten) beschäftigen sich mit einem Fall und bekommen blitzschnell viel mehr heraus als die eigentlich damit befassten Fachleute / Polizisten.
Anfangs fand ich das auch nur bedingt spannend, zumal das wirklich penetrant aufgesetzte Anschmachten von Sarah durch den Ich-Erzähler Ian doch ziemlich genervt hat - im Hintergrund bleibt das nun besonders im ersten Drittel wahrlich nicht.
Es liest sich aber nett dahin, bekommt auf einmal eine ganz andere Dimension und mit der Auflösung ergibt es sogar einen Sinn, warum diesmal die Amateure so schnell auf Dinge gekommen sind die der Polizei offensichtlich nicht aufgefallen sind.
Leider macht die Auflösung, die tatsächlich ziemlich spannend erzählt ist nachdem die Handlung zum Ende hin ziemlich rasant Fahrt aufnimmt, den Anfang der gesamten Ermittlung doch ziemlich unglaubwürdig - ohne zuviel zu verraten, ist die Erklärung, warum die Ermittlung in dem Fall nicht gleich am Anfang verhindert wurde nicht recht überzeugend.
Aber ganz glaubwürdig muss das ja auch nicht sein.
Eine Anmerkung noch zum Schluss: Ich mag ja zu pingelig sein, aber wenn Übersetzerin und / oder Lektorat innerhalb von zwei Seiten aus einem rechten Bein ein Linkes machen, dannärgert mich das und spricht nicht gerade für Sorgfalt.

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