Der Spezialist

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Köln: Lübbe Audio, 2012, Seiten: 6, Übersetzt: David Nathan
  • Köln: Bastei Lübbe, 2013, Seiten: 349

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Jochen König
Er ist natürlich der Beste von all den Schlimmsten

Buch-Rezension von Jochen König Aug 2013

Der Autor traut sich was. Ein Folterknecht als Hauptfigur. Und als Introduktion wird der Mann namens Geiger gleich bei der Arbeit gezeigt. Ein effektiver, kaltschnäuziger Profi, eben ein Spezialist seines Fachs. Er knackt seinen "Jones", so heißen die verhörten Opfer intern, und geht nach getaner Arbeit in  sein wenig beschauliches Heim, das einer Festung gleicht. Währenddessen besorgt Partner Informationen den nächsten Fall betreffend.

Der alles ändern wird. Denn Geigers eiserne Regeln "keine Frauen, keine Kinder" wird gebrochen, als der zwölfjährige Ezra in den Verhörraum geführt wird. Zwangsläufig stellt sich Geiger gegen seine Auftraggeber und ist alsbald mit Kind, Kollege und dessen geistig verwirrter Schwester Lily auf der Flucht vor gnadenlosen Häschern, die moralische Einwände nicht interessieren.

Ganz so radikal wie die Prämisse vermuten lässt, geht Mark Allen Smith nicht zu Werk. Geiger ist kein brutaler Handwerker seines Fachs, so einem begegnen wir als Antipoden später, sondern ein Meister psychischer Folterspielchen. Euphemistisch wird so etwas gerne "Verhörspezialist" genannt und obwohl psychische Folter ein perfides Verbrechen ist, fällt es leichter einen autistischen Feingeist wie Geiger als Protagonisten mit speziellen Fähigkeiten zu akzeptieren, als einen metzelnden Gewebe- und Knochenzerfetzer wie Geigers Konkurrent Dalton.  

Noch einfacher wird die Sympathievergabe gemacht, wenn Geiger als guter Samariter auftritt. Er rettet Harry vor einer Bande Schläger, folgt seiner eigenen Ethik und entwickelt im Laufe der Handlung väterlicher Gefühle für Ezra, die ihm helfen seine eigene  Geschichte besser zu verarbeiten. Ein gelungener Gag in bester "Sopranos"-Traditin: Geiger besucht einen Psychologen. Da er aber nichts von seiner Arbeit erzählt (erzählen darf) und auch über seine familiäre Vergangenheit schweigt, hat der gute Martin Corley einen schweren Stand. Wird aber von Geiger auf der Flucht als Freund akzeptiert und um Hilfe gebeten.

Seine Stärken verpulvert der Roman leider bereits im ersten Drittel, das den rätselhaften Geiger als Präzisionsmaschine zeigt, die gleichzeitig ein sensibler Künstler ist, bzw. sein möchte. Doch bereits seine familiäre Vergangenheit steht ihm im Wege. Das schildert Smith präzise, schnörkellos und von ansprechender Kälte.

Ab jenem Moment, in dem Geigers Gewissen erwacht, und er Ezra rettet, entwickelt sich das Buch zu einer Aussteigergeschichte von der Stange. Die Verfolger rücken näher, die Verfolgten werden ein- ums andere Mal gefangen gesetzt und können wieder entkommen. Das Ende zeichnet sich bald ab und wird auf höchst unspektakuläre Weise über die Runden gebracht. Überraschungen gibt es kaum, ein, zwei kleine Gags und Tricks, ansonsten erfolgt eine weitere schematische Folge aus dem Handbuch für müde, aussteigewillige Killer, Banditen, Mafiosi und eben auch Folterknechte.

Immerhin bleibt Smith konsequent: Je menschlicher Geiger wird und agiert, umso anfälliger werden er und seine Kleinfamilie für Fehler, Nachlässigkeiten und Verletzungen (nicht nur des eigenen Egos). Das ist mild spannend, aber von einem außergewöhnlichen Stoff wie er sich zu Beginn andeutete, meilenweit entfernt.

Der Spezialist

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Letzte Kommentare:
13.09.2018 10:19:27
Seest

Hmm, Geiger spielt KEINE Violine! Das ist der erste Fehler unter einigen anderen...
Weshalb steht das groß auf dem Klappentext? (Weil es sich gut zum Namen anhört???)
Und: Er ist in einem "Einsatz" und bekommt noch einen dazu -okay- aber was mit dem unbeendeten geschied, wird in keiner Weise mehr verfolgt... ist der "Jones" vergessen irgendwo am faulen...???
Nicht desto Trotz ist dieses Buch gut zu lesen und flüssig geschrieben. Aber durch oben genannte Schnitzer und ein paar anderen innerhalb der Geschichte sind es bei mir nur 69 Prozent geworden.

31.08.2018 11:22:28
Martin Fenger

Hallo liebe Leser von der Krimi-Couch, das Buch „ Der Spezialist“ war ein Spontankauf für den Urlaub und ich hatte zuvor nie was von dem Buch bzw. den Autor gehört. Das Buch hat mich sehr schnell gefesselt, was vorher noch kein Buch geschafft hat. Die Story, die Charakter sind so plastisch erzählt, dass man nach einer Zeit den Eindruck gewinnt, man wäre ein Teil der Story. Auch die Spannung der Geschichte steigt von Kapitel zu Kapitel stetig an und stagniert nicht,
so wie man es oft von anderen Büchern kennt. Ich hoffe sehr, dass der Autor weiter über Geiger schreibt. PS. ich fange jetzt mit dem Buch „Der Experte“ an. Ich werde bald berichten. Mit freundlichem Gruß

27.06.2018 19:39:42
Vanessa Totzek

Ich habe beide Teile gleichermaßen gelesen und muss gestehen dass es mich in seinen Bann gezogen hat.

Der Protagonist ''Geiger'' um den es sich hierbei handelt wird immer mehr sympathisch dargestellt. Nicht nur um seine väterlichen Gefühle zu Ezra pflegend, sondern auch im zweiten Teil zu einer Frau names Zanny. Seine Figur wird zusehends menschlicher gestaltet. Was es uns Lesern sehr leicht macht mit dem Protagonisten mitzufühlen.

Keineswegs finde ich den Thriller ''milde'' wie bereits oben geschrieben.
Er steigert sich in seiner Form und seiner Informationsweise den Charakteren gegenüber.

Fazit: Wer ein Liebhaber von guten und außergewöhnlichen Thrillern ist, der sollte dieses Buch auf gar keinen Fall verpassen.

19.03.2018 20:33:10
Der Spezialist

Das ist eins der besten Bücher die ich gelesen habe. Dieses Buch kann ich nur empfehlen . Kaufe jetzt den zweiten teil. Hoffe das der genauso gut ist wie der erste. Ich finde auch die Art wie es geschrieben ist sehr gut und verstehe nicht wie manche dieses Buch kritisieren. Mich hat dieses Buch auf Thriller neugierig gemacht und ich kann es nur empfehlen. LG

10.03.2015 12:30:47
Stephan Seither

Der Stoff gehört definitiv auf die Kinoleinwand!

Wer meint, die Geschwindigkeit des Prologtextes wäre nicht zu halten, irrt gewaltig - mit dem Schwung der einleitenden Worte wird man vom Autor nämlich über die kompletten 352 Seiten getrieben.

Die Haupftigur der Geschichte nennt sich "Geiger" - seinen Lebensunterhalt verdient der seltsame Zeitgenosse mit "Informationsbeschaffung" für wechselnde Klienten - um seinen Gästen die Zunge zu lockern hat sich der Spezialist mit diversen Foltermethoden vertraut gemacht... - man wird Zeuge detailliert beschriebener "Kundenkontakte" - der Thriller ist also kein Buch für schwache Nerven!

Eine Gewaltorgie allein ist der Thriller jedoch nicht - der Autor hat durchaus auch ein Händchen für die ruhigen Szenen - so finden sich hin und wieder fast schon philosophische Momentaufnahmen, die sich als gelungene Übergänge zwischen den Actionphasen einfügen.

Trotz des ausgeübten Gewerbes und der angewandten Methoden weckt der Autor wachsende Sympathie für Geiger - was nicht zuletzt mit der Vergangenheit der Figur begründet ist, über die man während der temporeichen und spannenden Handlung immer mehr in Erfahrung bringt.

"Der Spezialist" wird mir als eines der seltenen Bücher in Erinnerung bleiben, für welches es sich tatsächlich gelohnt hat, den Wecker früher zu stellen, um noch vor dem Gang ins Bad weiterlesen zu können.

20.02.2015 14:35:56
Katra

Ich persönlich liebe dieses Buch. Am Anfang der emotionslose "Folterknecht" der mit ganz speziellen Begabung seine Opfer zum reden bringt und am Ende doch irgendwie auf der guten Seite steht. Die Hauptfigur ist komplex, die Handlung eher einfach, doch mit vielen Seitenwegen ausgeschmückt und die Atmosphäre des Buchs lässt einen nicht so schnell wieder los.

Man muss definitiv eine Leidenschaft für solche - brutalen, eher dunklen - Bücher haben, um dieses Buch richtig geniessen zu können, aber wenn man einmal gefesselt ist, legt man dieses Buch nicht mehr aus der Hand.

30.01.2015 13:12:39
rolandreis

Der Klappentext hatte mich überzeugt, doch was ich dann zu lesen bekam enttäuschte mich ein wenig. So konnte ich einen Spannungsbogen nur ab und an erkennen. Kapitelweise geht es um mehr oder minder belanglose Sachen, die auch für das Vorschreiten der Geschichte keine weitere Rolle spielen. Hier wäre eine Straffung der Ereignisse besser und leserfreundlicher gewesen. Erst gegen Ende kam Spannung auf und die Geschichte wurde schneller. So konnte mich der Roman nicht wirklich mitreißen und ich werde mir daher eine Fortsetzung der Serie nicht mehr geben.

21.07.2014 11:21:20
brauniii

Ich habe dieses Buch letzten Sommer gelesen, und ich war total begeistert. Die Story, der Protagonist, einfach alles war klasse. Es ist einer Meiner lieblings Bücher geworden. Ich habe es zufällig bei einer Buchhandlung gefunden, und war am Ende froh dass ich mich dafür entschieden habe. Mark Allen Smith hat einen tollen Schreibstil. Auch wenn er am manchen stellen, etwas zu genau beschreibt. Da bekam ich direkt eine Gänsehaut.
Der Protagonist (Geiger) ist eine klasse Figur die bei mir sofort Sympatie bekommen hat. Besonders gelungen fand ich seine Wandlung zum Ende hin des Buches, wie er trotz seiner kühlen Art, sich für ein Kind einsetzte.
Dennoch, das Ende war nicht so wie ich mir es am Anfang gedacht habe. Ich war etwas enttäuscht wenn ich ehrlich sein muss. (Ist halt Ansicht Sache)
Trotz des Endes, (was bestimmt etwas anders hätte sein können), kann ich jeden das Buch nur weiter entfehlen. :)

04.02.2014 15:19:45
Daniel Thiriet

Ich bin ein Hörbuch-Konsument und habe nach dem Genuss des Hörbuches "Der Spezialist" wieder einmal dem Erfinder des Hörbuches ein Opferscheit in meinem Kamin verbrannt! Danke für ein sehr spannendes Buch mit einem einfachen, total verständlichen Plot. Mit einer Hauptfigur, deren Charakter grundsätzlich brutal ist, aber man wünscht sich den Mann zum Nachtessen bei sich zu Hause...! UND VORALLEM DANKE AN DEN MENSCHEN, DER DAVID NATHAN ALS SPRECHER AUSGESUCHT HAT. Das macht dieses Buch um absoluten Erlebnis. Ich brauchte jeweils Minuten, um aus Geigers Welt wieder in die Realität zurück zu kommen.