Das Kind, das tötet

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • London: Mantle, 2012, Titel: 'The child who', Seiten: 303, Originalsprache
  • München: audio media, 2013, Seiten: 6, Übersetzt: Jan Uplegger

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Marcel Feige
Ein laues Lüftchen

Buch-Rezension von Marcel Feige Aug 2013

Aktueller geht es nun wirklich nicht, zumindest was den deutschen Buchmarkt betrifft. Wir erinnern uns: Vor noch nicht langer Zeit sah sich Anja Sturm heftigsten Vorwürfen ausgesetzt, weil sie der Hauptangeklagten im vieldiskutierten NSU-Prozess genau das zuteil werden lässt, was jedem Bürger unseres Rechtsstaates zusteht – ein anwaltliche Vertretung.

»Ich möchte dazu beitragen«, sagte die Verteidigerin von Beate Zschäpe gegenüber Spiegel Online, »dass der Angriff auf unsere demokratische Grundordnung mit einem besonderen Maß an Rechtsstaatlichkeit beantwortet wird. Ich verteidige einen Menschen, nicht seine Taten.«

Doch dererlei feine Unterschiede machte nicht jeder. Die Anfeindungen gingen soweit, dass Anja Sturm ihre alte Kanzlei in Berlin verlassen musste, weil man dort um den guten Ruf und noch viel mehr um zahlungskräftige Klienten fürchtete. Ein Armutszeugnis für den deutschen Rechtsstaat – und für die Kollegen der Anwältin obendrein.

Genau hier setzt - irgendwie - auch der neue Roman von Simon Lelic an, dessen Debüt »Ein toter Lehrer«, die spannende wie gewissenhafte Aufarbeitung eines (fiktiven) Schüleramoklaufs, 2011 auch hierzulande große Beachtung fand.

Mit Das Kind, das tötet hat sich Lelic erneut einem brisanten Thema zugewandt. Diesmal allerdings geht es ihm weniger um den titelgebenden, zwölfjährigen Jungen, der ein elfjähriges Mädchen brutal umgebracht hat, sondern um Anwalt Leo Curtice, der die Strafverteidigung des minderjährigen Mörders übernimmt. Was ihm viele Menschen übelnehmen – und auch die Presse geht nicht zimperlich mit ihm um. Curtice lässt sich davon nicht einschüchtern, selbst als unter dem Druck seine Ehe zu zerbrechen droht – und schließlich sogar seine Tochter entführt wird.

Und genau da liegt - irgendwie - das Problem: Der Großteil des Romans handelt von Curtice' Familie und deren Auseinanderbrechen – wenn der Anwalt sich nicht gerade als Privatdetektiv versucht und die Motive des kleinen Killers zu ergründen versucht, eine ebensolche Familientragödie.

Welche Folgen es dagegen hat, wenn die Leute mit ihrer zum Teil haarsträubenden Auffassung von Rechtstaatlichkeit durchkommen – diese Frage tangiert Lelic nur am Rande.

Weswegen die gesellschaftliche Sprengkraft, die Das Kind, das tötet birgt, als laues Lüftchen verpufft.

Das Kind, das tötet

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