Wölfe der Nacht

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Minneapolis: Greywolf Press, 2010, Titel: 'The wilding', Seiten: 258, Originalsprache
  • Daun: Technisat Radioropa, 2013, Seiten: 1, Übersetzt: Bernd Hölscher, Bemerkung: MP3

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Jörg Kijanski
Als Abenteuerroman gelungen, als Thriller enttäuschend

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2013

Die Umgebung von Oregon hat sich gewandelt. Die Wildnis muss immer mehr Einkaufscentern, Golfclubs und luxuriösen Wohnanlagen weichen. Nun ist ein großes Bauprojekt im Echo Canyon geplant, in dem Justin mit seinem Vater schon von klein auf die Wildnis erkundete. Bevor die Arbeiten beginnen wollen die beiden Männer ein letztes, gemeinsames Wochenende in den Ochoco Mountains verbringen, zusammen mit Graham, Justins zwölfjährigem Sohn. Zunächst beeindruckt die Natur mit all ihren Facetten, doch dann gerät die Situation mehr und mehr außer Kontrolle.

Während die "Jungs" also das große Abenteuer suchen gerät Karen, Justins Frau und Grahams Mutter, in weit größere Bedrängnis. Der örtliche Baugigant Bobby Fremont macht ihr eindeutige Avancen und auch Brian, der Betreiber eines Schlüsseldienstes, ist schon länger von Karen begeistert. Brian war im Irakkrieg und kehrte ebenso verletzt wie traumatisiert in seine Heimat zurück. Als Karen ihn um Hilfe bittet, da sie nach ihrer Joggingrunde die Haustür verschlossen vorfindet, fertigt der freundliche und hilfsbereite Brian unbeobachtet einen Nachschlüssel an…

"Sein Vater drückte den Bronco auf siebzig, achtzig Meilen, als hätte er es eilig, diesen Ort hinter sich zu lassen, wo vor und hinter ihnen zu beiden Seiten nur Wüste liegt. Der Motor vibriert. Die Reifen surren über den rötlichen Asphalt. Ein Rotschwanzbussard sitzt auf einem Telefonmast. Eine Truppe Mexikaner, die Bewässerungsrohre verlegen. Eine Hütte aus Teerpappe mit klaffender Tür wie ein schiefer Zahn. Zwei Kojoten, die im Schatten eines toten Baumes sitzen. All das verschmilzt miteinander in der heißen, weiß glühenden Luft. Die Reifen fressen die Straße und nach einer Weile versiegt die Unterhaltung und macht einer unbehaglichen Vorahnung Platz."

Zunächst einmal ist festzustellen, dass "Wölfe der Nacht" kaum in die Kategorie "Thriller" einzuordnen ist, auch wenn einige Internetseiten und Printmedien genau dies behaupten. Großvater, Vater und Sohn auf der Jagd in der Wildnis, wo etliche Gefahren lauern. Die Ehefrau allein zuhause und im Visier eines ehemaligen Iraksoldaten, der am Kopf verletzt und psychisch stark angeschlagen ein Auge auf sie geworfen hat und seine Stunde gekommen sieht. Das Potential für einen spannenden, packenden Thriller ist vorhanden, keine Frage, allein es wird nicht abgerufen und so möchte man fast, dem aktuellen Zeitgeist folgend, ausrufen "Hätte, hätte, Fahrradkette." Die Grundidee ist klasse, doch dann lesen wir eben leider keinen Thriller, sondern einen (durchaus soliden) Abenteuerroman, den man – weit entfernt – mit "Flussfahrt" von James Dickey vergleichen kann.

In der derben Wildnis geraten die Protagonisten in Gefahr und wir dürfen sie als Leser dabei begleiten. Die anfangs bestehende Lagerfeuerromantik schlägt bald um, denn in der Wildnis lauern einige Gefahren, die von echten Männern bezwungen werden wollen. Da kann sich der zwölfjährige Graham denn auch beweisen. Er bekommt sein erstes Gewehr, darf sein erstes Bier trinken und – natürlich – seinen ersten Hirsch schießen. Männer unter sich, da wird nichts hinterfragt, da geht’s (recht eindimensional) zur Sache. Echte Kerle halt, wobei, nun ja, dies nicht wirklich zutrifft. Wer sich für die Natur Oregons interessiert erfährt in seitenlangen, minutiösen Darstellungen nahezu alles über die dortige Wildnis. Für einen Abenteuerroman sehr wohl akzeptabel, doch wer hier den eingangs aufgezeigten Thriller erwartet, dem könnte schnell langweilig werden, denn Benjamin Percy hat den Thrillerplot schlichtweg vergessen. Nur äußerst zaghaft nähert sich Brian an Karen heran, vergeht sich stattdessen in seitenlangen Schilderungen und Betrachtungen seiner Kriegserlebnisse und deren Auswirkungen auf die Gegenwart. Nicht uninteressant, aber auch nicht wirklich aufregend und so ist insbesondere dieser Erzählstrang (Brian – Karen) und vor allem dessen "Finale" eine herbe Enttäuschung; und das ist noch sehr, sehr freundlich formuliert. Der Rest ist Abenteuer pur und wären wir hier bei Abenteuer-Couch.de gäbe es glatt einen satten Punktaufschlag. Sind wir aber nicht.

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