Wintermord

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Wahlström & Widstrand, 2009, Titel: 'Fruset ögonblick', Seiten: 483, Originalsprache
  • München: Piper, 2010, Seiten: 432, Übersetzt: Wiebke Kuhn

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Andreas Kurth
Wenn der Racheengel den Falschen erwischt

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2013

In der ländlichen Umgebung der westschwedischen Hafenstadt Göteborg wird ein ermordeter Mann auf dem Hof seiner Autowerkstatt aufgefunden. Mit Pistolenschüssen in den Kopf wurde er getötet und anschließend von einem schweren Geländewagen überrollt, wie die Polizei anhand der Spuren feststellt. Hinsichtlich eines möglichen Mordmotivs oder gar eines Verdächtigen tappen die Ermittler um Kommissar Christian Tell von der Göteborger Mordkommission lange im Dunkeln. Dann wird ein zweiter Mann auf nahezu identische Weise ermordet. Fieberhaft suchen die Polizisten nach einer Verbindung zwischen den beiden Mordopfern, denn die Kriminaltechniker stellen fest, dass die beiden Männer mit derselben Waffe erschossen wurden. Tell ist extrem frustriert, und lässt sich gegen jede Professionalität zu einer Affäre mit einer Zeugin hinreißen. Aber das ist nur eine von vielen Komplikationen, die diesen Fall bis zum überraschenden Finale durchziehen.

Camilla Ceder hat mit ihrem Thriller Wintermord ihren Debüt-Roman vorgelegt – und dabei eine gute schriftstellerische Arbeit abgeliefert. Wem als Leser allerdings vor allem die Spannung wichtig ist, der wird hier zunächst auf eine durchaus harte Geduldsprobe gestellt. Denn die Geschichte braucht schon so einigen Anlauf, um dann aber umso spannender zu werden. Die Autorin liefert vor allem zunächst Stoff zum Nachdenken für den Leser, denn sie erzählt zwei Geschichten, von denen eine in der Vergangenheit spielt. Man lernt bei der Lektüre ein junges Mädchen kennen, das irgendwann beschließt, sein Leben endlich in die eigene Hand zu nehmen und Göteborg zu verlassen. Sie hatte eine schwere Kindheit, ist ohne Vater aufgewachsen, und ihre Mutter ist psychisch mehr als labil. In einer Volkshochschule in der schwedischen Provinz findet sie ein neues Zuhause und arbeitet intensiv an ihrer Bildung. Erst viel später wird dem Leser deutlich, welch wichtige Rolle sie in dem aktuellen Kriminalfall spielt.

Parallel dazu geht es dann zunächst um interne Probleme in der Mordkommission. Der Doppelmord stellt das Team um Chef-Ermittler Christian Tell vor schwierige Rätsel. Tell ist in meinen Augen eine richtig interessante Figur, er entspricht so gar nicht den gängigen Klischees von Polizisten. Der Mann hat einige Ecken und Kanten, ist keineswegs die sympathische Figur, als die Protagonisten in Kriminalromanen auch mal gerne gezeichnet werden. Der Ermittler ist aber auch kein Alkoholiker, der einsam gegen die Bösen kämpft. Sondern eher ein Mann mit ganz alltäglichen Problemen und Sorgen. Seine eher zufällige Affäre mit einer Zeugin zieht sich als persönliches und dienstliches Problem durch den ganzen Roman, und macht die Geschichte – neben den komplizierten Ermittlungen - noch lesenswerter.

Es geht um persönliche Bindungen, um Rache, um Eifersucht, um Dominanz in der Beziehung und vieles mehr. Insgesamt hat die Autorin eine nicht nur spannende und unterhaltsame Geschichte gestrickt, sondern sie schildert auch unterschiedliche Lebensentwürfe und daraus resultierende soziale Probleme. Die gute alte Polizeiarbeit wird hier mit modernen Methoden vermischt, insgesamt eine gelungene Komposition der Autorin. Die Dialoge sind authentisch und lebensnah, und auch der Unterhaltungsfaktor – im Sinne von witzig – kommt in dem Roman nicht zu kurz. Die Schwedin Camilla Ceder hat mit Wintermord  einen gut lesbaren skandinavischen Kriminalroman vorgelegt, der durchaus Appetit auf weitere Bücher aus ihrer Feder macht.

Wintermord

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Letzte Kommentare:
13.08.2013 11:43:57
subechto

Morden im Norden

Zunächst einmal: die Inhaltsangabe kann einen leicht in die Irre führen, denn
bei Wintermord von Camilla Ceder handelt sich nicht um den üblichen blutigen
Serienkiller-Einheitsbrei!

In diesem spannenden Schwedenkrimi wird ein Mann aus nächster Nähe erschossen, dann mehrmals von einem Geländewagen überrollt. Ein Racheakt? Weitere Morde geschehen. Kriminalkommissar Christian Tell und sein Team ermitteln...

Es gibt zwei Handlungsstränge, einer in den 90ern, der andere in der Gegenwart, die am Ende schlüssig zusammengeführt werden. Wintermord ist sehr schön und kurzweilig geschrieben, für einen Debütroman (kann natürlich auch an der Übersetzung liegen).

Malerische Landschaften, liebevoll gezeichnete Figuren und solide Ermittlertätigkeit... keine leichte Kost, sondern eine komplexe Geschichte, mit vielen Protagonisten.

Ich habe mich insgesamt gut unterhalten gefühlt und empfehle diesen anspruchsvollen Kriminalroman daher gerne weiter.

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