Gottes Zorn

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Malmö: Damm, 2012, Titel: 'En enda sanning ', Seiten: 367, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2014, Seiten: 412, Übersetzt: Anke Rieck-Blankenburg

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Jörg Kijanski
Entfaltet auf ruhige Weise seine Sogwirkung.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2013

Viele Jahre ist Joel Lindgren seinem Vater Marten aus dem Weg gegangen, hatte er diesen in Jugendjahren nur als alkoholabhängig und gewalttätig kennen gelernt. Doch als Marten ihn telefonisch um Hilfe bittet, macht sich Joel dennoch auf den Weg. Allerdings zu spät, denn er findet Marten nur noch tot vor. Erhängt im eigenen Atelier. Ein Selbstmord? Schon seit längerer Zeit lebte Marten in Todesangst, denn der erfolglose Maler provozierte einst den Unmut islamistischer Fanatiker als er auf einigen Bildern Mohammed als Schwein darstellte. Als Fatima Al-Husseini, Kriminalkommissarin in Ystad, in der Wohnung des Toten arabische Schriftzeichen entdeckt, die Gottes Zorn bedeuten, verdichten sich die Anzeichen auf einen religiösen Hintergrund.

 

"Glauben Sie, die würden ein Mordkommando  aus Afghanistan losschicken, um in Skäne einen Dilettanten von Maler zu erhängen?"

 

Die Ermittlungen der Sicherheitspolizei konzentrieren sich schnell auf Osama Al-Din, der sich in abgehörten Telefonaten damit brüstete, Marten töten zu wollen. Währenddessen kommen Joel immer mehr Zweifel, ob er seinen Vater überhaupt richtig gekannt hatte. Er begibt sich auf Spurensuche und lernt mehrere Personen  kennen, die Marten als liebevollen Menschen beschreiben. Wäre da nicht der unaufgeklärte Mord an Dragan Djelic, der sich vor einigen Jahren ereignet haben soll. Dessen Leiche wurde zwar nie gefunden, aber für Dragans Bruder gibt es keinen Zweifel, dass Marten der Mörder war...

Ausführliche Vorstellung der Hauptfiguren.

Olle Lönnaeus hat mit Gottes Zorn einen "stillen" Roman geschrieben, der sich sehr langsam entwickelt und zunächst seinen Schwerpunkt in der Darstellung seiner Protagonisten sucht. Joel und Fatima werden ausführlich vorgestellt, wobei sie lange Zeit  für den Leser kaum greifbar werden. Vor allem Joel ist keine auf Anhieb sympathische Figur, so dass es einem zunächst schwer fällt, mit ihm zu leiden. Dies soll sich im Laufe der Handlung noch ändern, wenngleich Lönnaeus es mitunter auch ein wenig übertreibt. Zu viele Einzelheiten aus Joels und Fatimas Leben ziehen den Roman in die Länge und nehmen immer wieder das Tempo raus. Nicht jede Einzelheit will man dabei wirklich erfahren.

(Nur) Für Skandinavien-Krimifans eine Entdeckung.

Während sich die sehr überschaubaren polizeilichen "Ermittlungen" ausschließlich darauf konzentrieren, dem verhafteten Osama ein Geständnis zu entlocken und dieser ein geschicktes Katz-und-Maus-Spiel mit Fatima aufzieht, lernt Joel mehr und mehr über seinen Vater kennen. Offenbar war er doch nicht nur der ungehobelte Klotz, den er aus seiner Kinder- und Jugendzeit in Erinnerung hatte, bevor er als Achtzehnjähriger fluchtartig sein Elternhaus verließ.

 

Alle Leute hier draußen wissen etwas, was ich nicht weiß, dachte er. Sie wissen, dass es Spuren gibt, die in die Vergangenheit führen. Und ich bin der Einzige, der sie nicht sieht. Aber irgendwo unter all diesen verdammten Schneemassen müssen die Spuren verlaufen.

 

Einige Side-Storys drängen den Verdacht auf, dass es noch andere Motive gegeben haben könnte und so entwickelt der eigenwillige Erzählstil durchaus eine gewisse Zugkraft. Zwar bleibt Lönnaeus seiner Linie bis zum Finale treu, Gottes Zorn wird zu keinem Zeitpunkt ein Pageturner den man nicht aus der Hand legen mag, doch  wird er gerade hierdurch seine ihm wohlwollenden Leser finden. Eine Familiengeschichte oder besser gesagt eine ungeklärte Vater-Sohn-Beziehung mit eigenbrötlerischen Figuren, verpackt in einen zunächst überschaubaren Kriminalfall, reicht letztlich aus, um diesen Roman aus der Masse des Angebots herauszuheben. Allerdings dürfte Gottes Zorn vor allem für Skandinavien-Krimifans eine Entdeckung bleiben.

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