Du bist fort und ich lebe

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Meßkirch: Gmeiner, 2013, Seiten: 402, Originalsprache

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Sams Mutter Victoria ist Künstlerin. Zu ihrem 60. Geburtstag bereitet Sam eine Jubiläumsausstellung in Coburg vor. Dabei entdeckt sie ein Foto, aufgenommen in den 1980ern. Eindeutig ist Victoria darauf zu erkennen - doch wer ist die andere Frau und warum sieht Sam ihr so ähnlich? Auf ihr Nachfragen schweigt die Familie. Aber dann tritt der Journalist Roman in Sams Leben, und gemeinsam fördern sie ein schockierendes Familiengeheimnis zutage.

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10.02.2014 09:20:02
Annette Traks

Anlässlich des 60. Geburtstages der Kunst-Malerin Victoria May hat deren Tochter Sam(antha) sich bereit erklärt, ihr zu Ehren eine Ausstellung zu organisieren. Bei den Vorbereitungen findet sie ein altes Fotos, auf dem ihre Mutter zusammen mit einer etwa gleichaltrigen Frau zu sehen ist. Sam ist verblüfft: Die Fremde ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten!
Als sie ihre Eltern und Großmutter nach der Identität der Frau fragt, bekommt sie von allen keine oder ausweichende Antworten. Letztlich erfährt sie nur, dass die Aufnahme vor ca. 30 Jahren in Griechenland entstanden ist. Sam schaut sie sich immer wieder an, und ihre große Ähnlichkeit mit der Begleiterin ihrer Mutter lässt der jungen Frau keine Ruhe, sodass sie anfängt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen.
Dabei lernt sie den Journalisten Roman kennen, der sich sofort in sie verliebt und sie – manchmal allzu eifrig – unterstützt. Auch Freundin Luna wird ins Vertrauen gezogen.
Zusammen kommen sie einem 30 Jahre lang totgeschwiegenen ungeheuerlichen Familiengeheimnis sowie seinen daraus resultierenden Verstrickungen auf die Spur und erkennen, dass in Sam's Familie eine ganz große Diskrepanz zwischen Sein und Schein herrscht.
Unter dem Eindruck der zutage geförderten Erkenntnisse verändert sich
die erschütterte junge Frau und macht eine schwierige Entwicklungsphase durch: Sie erkennt, dass sie sich als gutmütige Tochter immer Familienzwängen untergeordnet hat, sucht und findet aber schließlich für sich einen Weg der Abnabelung.

Resümee:
Dieser Enthüllungs- und
Entwicklungsroman, in den auch Elemente eines Krimis eingeflossen sind, ließ sich für mich zunächst ein wenig gemächlich an. Er präsentierte sich mir mit dem Tenor, dass jede Familie ihre Geheimnisse hat, die zum Teil nicht einmal untereinander thematisiert werden. Auch glaubte ich sehr bald zu wissen, um welche „Leiche im Keller“ es sich in diesem Falle handelt.
Aber weit gefehlt: Zum einen nimmt die Handlung mit zunehmenden Vermutungen und Erkenntnissen immer mehr an Fahrt auf und die Spannung steigt stetig an. Zum anderen handelte es sich bei meiner Vermutung nur um die alleroberste Spitze eines Eisbergs. Zum Schluss konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Die Geschehnisse und Gedanken sind aus der wechselnden Perspektive der Protagonisten geschrieben. Rückblenden in Kindheit, Jugend und frühes Erwachsenen-Alter Victoria May's enthüllen darüber hinaus ebenfalls die „Familienpolitik“ und offenbaren zum Schluss ein komplettes und dennoch desolates Bild. Es drängte sich mir hier das Schlagwort von der „Familie als Keimzelle des Terrors“ auf.
Zum Schluss sei noch angemerkt, dass die Handlung in die oberfränkische Stadt Coburg regelrecht eingebettet ist: Die Autorin schildert sie bei verschiedenen Wetterlagen und zu jeder Tages- bzw. Nachtzeit so anschaulich, dass der Leser sich dort schon fast heimisch fühlt.

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