Mutters Mordkompott

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Leer: Leda, 2013, Seiten: 256, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Abwechslungsreiche Kurzkrimis garniert mit passenden Rezepten

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2013

Die im Leda-Verlag erscheinende Serie "Mordkompott" umfasst bereits mehrere Bände und wird im neuesten Fall von Angelika Maria Hauck und Klaudia Jeske herausgegeben. Mutters Mordkompott umfasst 19 Kurzkrimis von 19 Autorinnen und Autoren, denen jeweils anschließend ein passendes Rezept folgt. Sprich, die Speise des Rezeptes spielte zumeist in der vorausgehenden Geschichte eine Rolle. Die Geschichten haben eine "Länge" von sechs bis vierzehn Seiten und da es müßig wäre, zu jeder Geschichte etwas zu schreiben, hierzu eine kleine Auswahl.

Gleich die erste Geschichte Paula, Veruschka und ich von Ulrike Bliefert ist lustig geschrieben. Drei Frauen treffen sich am Todestag eines Hundes, den sie einst vergiften wollten. Doch es kam anders.

 

"Heutzutage ist das natürlich alles ganz anders. Da geht ja in Sachen Pitbull nichts mehr ohne Maulkorb und kurze Leine. Die Viecher finden’s zwar garantiert zum Kotzen, in der Öffentlichkeit rumzulaufen wie Hannibal Lecter in Das Schweigen der Lämmer, aber es ist nun mal leider zu viel passiert."

 

Ein gelungener Start, doch schon bei der zweiten Geschichte erschließt sich einem nicht so ganz, wie diese Story in die Sammlung geraten konnte. Denn der Titel "Mordkompott" suggeriert ja einen Todesfall, welcher hier fehlt. Auch das direkte Aufeinanderfolgen der vierten und fünften Geschichte irritiert (also jetzt nicht numerisch gesehen), da beide die gleiche "Auflösung" bieten. Ansonsten sind dem Einfallsreichtum der mordenden Groß-, Schwieger-, Stief- und sonstigen Mütter in den folgenden Fällen kaum Grenzen gesetzt. Besonders einfallsreich geht es in Die Wespenjägerin von Jürgen Rath zur Sache. Die wohl amüsanteste Geschichte bietet Sie oder ich von Lars Peters, in dem eine Schwiegertochter herrlich umständlich vor Gericht erklärt, warum sie lediglich die 85-jährige Schwiegermutter umbringen wollte und dabei ganz unabsichtlich ein ganzes Dorf abfackelte.

 

"Ich gucke Ihnen ins Gesicht, Herr Richter, und lese immer wieder, ich soll endlich zur Sache kommen, wie Sie am Anfang gesagt haben. Aber die Sachen beginnen irgendwo und enden irgendwann, das ist eben so. Und das müssen hier alle jetzt kurz aushalten, dass ich einmal die Geschichte erzähle; danach kann dann jeder wieder machen, was er will, und ich geh ins Gefängnis, und die Presse schreibt weiter über das >Monster von Aschleben<. dabei wollte ich nur was alle frauen wollen: endlich meine ruhe haben vor der schwiegermutter></.>

 

Ebenfalls sehr originell ist der Mehrfachmord in Auf Sand gebaut von Fenna Williams, in dem der Tatort einfach weggespült wird. Eine sympathische Auflösung hinsichtlich der entscheidenden Zutat für ein Rezept gibt es in Muddis geheime Zutat von Christiane Franke, in der sich zwei Geschwister um das Rätsel eines traditionellen Familienrezeptes streiten. Zudem sticht Ein blindes Huhn von Gisa Pauly aus der Sammlung hervor, in dem eine Frau ihre erst 66-jährige Schwiegermutter aufs Altenteil schieben möchte, da sie in dem hohen Alter ja schließlich nicht mehr für sich selber sorgen könne.

 

"Natürlich habe ich diesen Schlager auch schon geträllert. Aber erstens ist Udo Jürgens einer, der garantiert ein gestörtes Verhältnis zum Alter hat, und zweitens meint der, wenn er von ewiger Jugend singt, mit Sicherheit einen Mann. Frauen müssen für den knackig sein. Für eine Sechsundsechzigjährige zieht der seinen weißen Bademantel nicht an. Schon gar nicht aus."

 

Bliebe noch anzumerken, dass Peter Gerdes, der bereits wiederholt als Herausgeber der "Mordkompott"-Reihe fungierte, seinen Serienhelden Hauptkommissar Stahnke ins Rennen schickt und dieser einem unbekannten Gast die Aufklärung eines Raubes schildert, während beide im gut gefüllten Restaurant "Tatort Taraxacum" in Leer speisen. Dieses gehört zur gleichnamigen Buchhandlung, in der wiederum der Leda-Verlag seinen Sitz hat. Oder anders herum; jedenfalls gehören Leda-Verlag (hier erscheint die "Mordkompott"-Reihe), Buchhandlung und Restaurant zusammen – übrigens unter der Regie von Heike Gerdes. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, aber lecker essen kann man dort tatsächlich und die "kriminellen" Details der Raumgestaltung sind ebenfalls sehenswert.

Abschließendes Fazit: Nicht alle Beiträge zünden, aber ein paar nette Ideen sind zu finden, so dass Freunde von Kurzgeschichten gerne zugreifen können. Die Bewertung der jeweiligen Kochrezepte bleibt dagegen den Kolleginnen und Kollegen der Kochbuch-Couch vorbehalten und ist ausdrücklich nicht Gegenstand dieser Rezension. Obwohl ein Macadamia-Schokotrüffel…

Folgende Autorinnen und Autoren haben für "Mutters Mordkompott" Beiträge geschrieben: Andreas Behm, Ulrike Bliefert, Janet Clark, Heike Denzau, Christoph Ernst, Christiane Franke, Peter Gerdes, Gunter Gerlach, Angelika Marie Hauke, Klaudia Jeske, Regine Kölpin, Gisa Pauly, Lars Peters, Annette Petersen, Jürgen Rath, Jan Schröter, Petra Tessendorf, Regula Venske und Fenna Williams.

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