Leander und die Stille der Koje

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Leer: Leda, 2013, Seiten: 490, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Pflicht für Föhr-Urlauber; sollte auch sonst kein Geheimtipp sein!

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2013

Nahmen Rickmers ist einer der wichtigsten Honoratioren im Ort; unter anderem ist er Vorsitzender der Föhrer Jägergesellschaft. Doch als er in einer Vogelkoje erschlagen aufgefunden wird, hält sich die Trauer in engen Grenzen. Selbst seine Frau Hilke und Sohn Maarten scheinen wenig berührt. Zunächst übernimmt Inselpolizist Hinrichs die Ermittlungen, wird jedoch schnell von den Kommissaren Bennings und Dernau der Mordkommission Flensburg abgelöst. Diese benehmen sich allerdings recht ungehobelt, so dass Bürgermeister Jacobsen nach mehreren Beschwerden seine Wiederwahl im nächsten Jahr gefährdet sieht. Er nutzt daher seine Beziehungen nach Kiel und sorgt dafür, dass Dernau von dem Fall abgezogen wird und das LKA in Person von Lena Gesthuysen den Fall übernimmt. Diese wollte eigentlich auf Föhr Urlaub machen, da dort seit einem halben Jahr ihr Freund Henning Leander lebt, der zuvor ihr Vorgesetzter beim LKA war.

Lena und Bennings fühlen den Insulanern auf den Zahn und scheinen in ein wahres Wespennest zu stoßen. Offenbar tobt auf der Insel ein verbitterter Kampf zwischen einigen Umweltschützern, die sich in dem Verein Elmeere zusammengetan haben. Deren Vorsitzender Günter Wiese gilt als ausgesprochen hartnäckig und kompromisslos, wenn es darum geht, ungenutzte Flächen aufzukaufen und durch Renaturierungsmaßnahmen für die Vogelwelt wieder nutzbar zu machen. Damit zieht er den Ärger alteingesessener Bauern wie Jäger gleichermaßen an, denn durch die Renaturierung verlieren die Landwirte wichtige Bodenflächen. Brar Arfsten, Vorsitzender der Bauern, und Ole Paulsen, Rickmers karrieresüchtiger Stellvertreter in der Jägerschaft verlangen seit einiger Zeit eine deutlich härtere Gangart gegenüber Elmeere. Rickmers saß somit zwischen allen Stühlen und so gibt es genug Menschen, die ein Motiv hatten. Lena und Bennings treten lange Zeit auf der Stelle und können weitere Übergriffe in der aufgeheizten Stimmung nicht verhindern. Leander fällt es zunehmend schwer, seiner Lena nicht ins Handwerk zu fuschen, doch dann hat er die entscheidende Idee…

 

"Dann lass uns mal ein paar Hypothesen aufstellen. Hypothese eins: Rickmers trifft sich mit seiner Geliebten in der Vogelkoje, es kommt zum Streit, in dessen Folge er unglücklich stürzt oder sie ihn erschlägt. Vielleicht wollte er sich nicht von seiner Frau trennen, oder so – klassisches Schema halt. Hypothese zwei: Die Geliebte ist die Ehefrau eines anderen, der die beiden in flagranti erwischt und Rickmers erschlägt. Hypothese drei: Rickmers und ein weiterer Mann streiten sich um die Frau, und der andere gewinnt."
"Hypothese vier", ergänzte Dernau, "Rickmers ertappt seine eigene Frau mit einem anderen Kerl, es kommt zu besagtem Streit, der andere oder seine Frau erschlägt Rickmers."
"Hypothese fünf: Das Motiv liegt im Umfeld des Streits mit diesem Ökoverein", fuhr Bennings fort, "oder -Hypothese sechs: Es hat etwas mit der Fleischerkette zu tun, also mit dem beruflichen Umfeld Rickmers."
"Hypothese sieben: All das ist Quatsch, und es war ganz anders."

 

Der zweite Band der Henning-Leander-Reihe bringt naturgemäß ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Leander selbst ist dabei eher eine Randfigur, denn die Ermittlungen leiten Lena und Bennings, nur gelegentlich spielt Leander selbst eine Rolle und in die eigentlichen Ermittlungen greift er erst relativ spät ein, wenn man es denn überhaupt so nennen kann. Dies ist konsequent, denn nachdem er im Vorgänger Leander und der tiefe Frieden in die Geheimnisse seiner eigenen Familiengeschichte eingestiegen ist, hat er sich nach dem Tod seines Großvaters und dem damit verbundenen Erbe, auf Föhr zurückgezogen. Bereits zuvor setzte ihm seine Arbeit beim LKA sehr zu, es ging nicht mehr. Daher hat Leander für den unermüdlichen Einsatz seiner Freundin Lena zumindest Verständnis; all zu lange ging er ja genauso in seiner Arbeit auf.

Die Polizeiarbeit wird sehr eindringlich dargestellt, wobei es allerdings bei den Befragungen zu einigen "Dopplungen" kommt, da die Ermittler weitgehend auf der Stelle treten beziehungsweise anfangs das Personal wechselt. Um den Spannungsbogen über fast fünfhundert Seiten hoch zu halten, kommt es zu weiteren Verbrechen; der Konflikt zwischen Elmeere und Bauern beziehungsweise Jägern droht zu eskalieren. Thomas Breuer nimmt sich nicht nur reichlich Zeit, um die zahlreichen Figuren lebendig darzustellen, sondern greift zudem den Konflikt zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft auf. So kann man dem vorliegenden Roman durchaus das Siegel "Ökothriller" verpassen, denn das jeweilige Pro und Kontra beider Seiten wird umfassend beleuchtet. Die Darstellung der Insel Föhr und deren Geschichte kommt ebenfalls nicht zu kurz, so dass nicht nur, aber vor allem für Urlauber der Insel dieser Roman zur Pflichtlektüre avanciert.

Teils minutiöse Ermittlungsarbeit und Spurensicherung, umfangreiche Einblicke in die unterschiedlichsten Nutzungsformen der Natur, zahlreiche Verdächtige und einige Wendungen sowie weitgehend sympathische Ermittler machen aus Leander und die Stille der Koje einen durchweg lesenswerten Krimi, der nur wenige Längen aufweist. Dass der Hintergrund der Handlung – Streit zwischen Elmeere und den Landwirten – zudem auf einem realen Hintergrund basiert, macht den Plot noch interessanter. Die Auflösung selbst ist zwar nicht unbedingt vorhersehbar, wird aber auch nicht alle Leser überraschen. Sei’s drum: Der neue Roman von Thomas Breuer sticht dennoch sichtbar aus der Masse deutscher Kriminalromane hervor.

Leander und die Stille der Koje

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