Das Haus an der Paulikirche

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Leer: Leda, 2013, Seiten: 221, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Kurzweilige Achterbahnfahrt mit kleinen Schwächen.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2013

Der Physiker Dr. Moses Ajayi erhält eine Mail von "Blckwolf437", die er sicher nicht geöffnet hätte, doch der Betreff beinhaltet das Thema seines aktuellen Physikkurses. Im Anhang findet er ein Foto, dass ihm den Atem verschlägt. Ein alter Mann und ein Kind, aneinander gekettet wie Sklaven. Beide Personen stellen Ajayi selbst dar, aber wie kam der Absender an sein Kinderfoto? Seine Frau Marlies erklärt ihm, dass sie besagtes Foto ungefragt für ein Plakat zu ihrer kommenden Ausstellungseröffnung verwendet habe. Ajayi ist außer sich, sieht einen großen Vertrauensbruch, worauf Marlies das Haus verlässt. Wenig später erhält Ajayi eine zweite Mail, in der von einer "Dreckschlampe" die Rede ist. Er macht sich zunächst auf den Weg zu Marlies Atelier, um sich das ihm unbekannte Plakat anzusehen. Dort findet er zu seiner Überraschung ein großes Bett vor, in dem ein junger Mann schläft; womöglich ein Liebhaber seiner Frau.

Am nächsten Tag bekommt Ajayi Besuch von der Polizei, da der junge Mann in dem Atelier ermordet wurde. Da Ajayi zum vermeintlichen Tatzeitpunkt vor Ort war und ein offensichtliches Motiv hatte, wird er zum Hauptverdächtigen und macht sich notgedrungen auf die Suche nach dem wahren Mörder. Dabei muss es sich auch seiner eigenen Vergangenheit stellen, denn Ajayi hatte vor nicht all zu langer Zeit eine Geliebte. Seine junge Mitarbeiterin Nathalie Berger hatte es ihm angetan, doch nach einem Streitgespräch bezeichnete er Nathalie als "Dreckschlampe", woraufhin er letztlich seinen Job verliert. Als die Beiden noch ein Paar waren fanden sich des Öfteren tote Vögel vor Nathalies Wohnung, aber warum zeigte sie dies nie bei der Polizei an? Als nun auch Ajayi einen toten Vogel mit abgeschlagenem Kopf in seinem Bett vorfindet spitzt sich die Lage zu…

Das Haus an der Paulikirche entwickelt sich zunächst wie ein Roman, der aus der Feder eines Sebastian Fitzeck oder eines Arno Strobel sein könnte. Unheimliche Dinge passieren, es gibt viele Überraschungen und scheinbare unerklärliche Wendungen, die nicht zuletzt im undurchsichtigen Verhalten einiger Personen zu finden sind. Wer weiß und wer verheimlicht was? Wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Liegen die Ursachen für die aktuellen Geschehnisse in Ajayis Vergangenheit oder handelt es sich um einen weiteren Fall von Rassismus? Ganz schön viel Durcheinander, aber der Erzählstil ist meist packend und treibt voran.

Gut so, wären da nicht ein paar Kleinigkeiten, die die Freude ein bisschen eintrüben. Stichwort Rassismus: Es gelingt dem Autor an einigen Stellen gekonnt aufzuzeigen, wie sich Rassismus auf unterschiedliche Art mitunter "unbemerkt" in unseren Alltag einschleichen kann, Allerdings übertreibt Klaus Nührig diesen Aspekt derart, dass es auf Dauer aufgesetzt wirkt. Ajayi, sein Vater war Nigerianer, sieht sich nahezu überall rassistisch beleidigt, zumindest aber unfair behandelt. Er selber würde natürlich alles anders sprich besser machen. Man ist geneigt das Wort "Gutmensch" in den Mund zu nehmen, was ja nicht zwingend positive Assoziationen hervorruft. Ein Beispiel: "Als ich durch die große Glasfassade des Cafés die beiden sah, traten sie nicht ein, sondern blieben vorm Eingang stehen und rauchten. Ich empfand es als eine Unhöflichkeit und fühlte mich ausgegrenzt."

Auch sonst sind einige Gedankengänge - besser gesagt Gedankensprünge - des Protagonisten und Ich-Erzählers nicht immer nachvollziehbar. Seltsam zudem, dass er auf Seite 194 (!) mit sich hadert, ständig Selbstgespräche zu führen. Bis zu diesem Zeitpunkt, also bis kurz vor Ende des Romans, war davon nie die Rede. Ärgerlich, womit wir beim letzten Kritikpunkt wären. Zwar ist die Spannungskurve aufgrund der bereits erwähnten Pluspunkte bis zum Ende hoch, doch die Auflösung von letztendlich zwei Verbrechen kommt in beiden Fällen arg plötzlich – um es freundlich zu formulieren.

Trotz der genannten Schwächen ist Das Haus an der Paulikirche angesichts des ausgefallenen Plots eine Empfehlung, denn dieses Buch legt man nicht so schnell aus der Hand. Da kann man über das ein oder andere Manko auch mal großzügig hinwegsehen.

Das Haus an der Paulikirche

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