Das Komplott

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • New York: Doubleday, 2012, Titel: 'The racketeer', Seiten: 343, Originalsprache
  • Köln: Random House Audio, 2013, Seiten: 6, Übersetzt: Charles Brauer

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Marcel Feige
Überraschung geglückt

Buch-Rezension von Marcel Feige Jun 2013

Einst schrieb John Grisham ... Popcorn-Thriller, keine Frage, die dennoch prächtig unterhielten und deshalb nicht umsonst von Hollywood mehrfach verfilmt wurden.

Die jüngsten Romane des US-Bestsellerautors ließen allerdings die frühere Raffinesse vermissen, vielfach sogar die Handlung. Stattdessen arbeitete sich Grisham zunehmend zäher am kruden, amerikanischen Justizsystem ab, dem sich Richter, Anwälte und Verteidiger hilflos ausgeliefert sahen – Doku-Dramen mit endlosen Werdegängen fiktiver Rechtsverdreher. Ganz klar: Spannend geht anders.

Insofern hatte ich nur wenig Hoffnung, als ich jüngst den Klappentext der aktuellen Grisham-Novität zu lesen bekam. Der klang nach ... the same procedure as every year: Schon wieder ein Anwalt, der an den Tücken des US-Systems verzweifelt. Och nee ...

Für Das Komplott sprach allerdings: für einen Grisham untypisch überschaubare 448 Seiten. Außerdem: zum ersten Mal ein afroamerikanischer Anwalt als Grishham-Held. Was zumindest einige neue Einblicke zu geben versprach, denn das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das sich Freiheit und Toleranz auf die Fahnen schreibt, ist trotz Obama an der Spitze immer noch von Ressentiments und Rassismus durchdrungen.

Der Inhalt: Eben dieser farbige Anwalt, Malcom Bannister, einst glücklich verheiratet und in seinem Job erfolgreich, gerät von jetzt auf gleich und zu Unrecht in die Mühlen des Systems. Alle Versuche, seine Unschuld zu beweisen, scheitern. Einmal vom System zerrieben, kennt es keine Gnade mehr. Zehn Jahre muss Bannister absitzen, fünf Jahre liegen bereits hinter ihm, als Grishams Geschichte einsetzt.

Jetzt kommt der Tag, auf den Bannister im Knast lange hingearbeitet hat. Ein Richter wurde ermordet. Ausgerechnet Bannister hat Informationen über den Täter. Also beginnt er sein eigenes Spiel mit dem System zu treiben.

Schnell glaubt der Leser, Bannisters Taktieren durchschaut zu haben. Weit gefehlt: Immer wieder muss er sein Wissen über Bannister revidieren, denn Grisham lässt seinen Helden so manch überraschenden Twist aus dem Ärmel schütteln - bis hin zu einem furiosen Finale.

Und siehe da: Grisham kann's noch – spannend erzählen.

Na gut: Ein großer Literat wird aus ihm ganz sicher nicht mehr werden. Daran dürfte auch Das Komplott nichts ändern, gleichwohl es sich - das muss man wahlweise dem US-Autor oder dem deutschen Übersetzer zugute halten – sprachlich flüssiger lesen lässt als die vorangegangenen Grisham-Romane.

Aber die Geschichte, die er diesmal erzählt, ist frei von jeglicher Moralinsäure, überzeugt stattdessen mit Tempo, Witz und, ja, tatsächlich, auch mit Spannung.

Das Komplott

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Letzte Kommentare:
15.09.2017 17:02:17
Henriette H.

Ich finde die Geschichte zu konstruiert und viel zu langatmig, außerdem sehr unglaubwürdig. In den meisten amerikanischen Kriminalromanen wird das unzulängliche, im Extremfall korrupte Rechtssystem der USA beschrieben, aber so miserabel wie hier geschildert kann es wohl doch nicht sein. Man kann als Leser/in nicht nachvollziehen, dass die amerikanische Justiz und auch die Polizei derartig das Recht beugen, nur um der Öffentlichkeit einen Täter vorweisen zu können.
Der Hauptprotagonist Malcom ist der Guteund wie immer bei Grisham gewinnt er, aber der Schluss dieses Buches erinnert an Grimms Märchen.

03.12.2015 17:30:10
Eberhard

Extrem konstruierte Geschichte, realitätsfremd. Und meiner Meinung nach sehr langweilig, da beim langweilig perfekten Helden und seiner ebenso perfekten Gehilfin keinerlei Fehler und Pannen unterlaufen. Worauf diese Geschichte hinausläuft wird dem aufmerksamen Leser relativ bald klar. Meiner Meinung nach absolut nicht empfehlenswert.

30.10.2014 10:02:54
Sofia Suef

Ich stimme dem vorhergehenden Rezensenten weitgehend zu. Ich finde die Geschichte an sich gut, doch muss man sich erst mühsam durch fast 2/3 des Buches lesen, bis sich etwas tut. Langatmige Beschreibungen, etwa wo die einzelnen Goldbarren von Bannister und seiner Freundin deponiert werden, stören beim Lesen und dem Buch würde ein Relaunch - Straffung im etwa 100 Seiten - gut tun. Störend auch die "Produktplatzierung" von Red Bull und anderen Marken.

12.10.2014 19:54:19
Nhauer

Ich habe ein Problem mit der Logik des Plots. Spoileralarm. Bannister beschließt zusammen mit Quinn im Gefängnis einen komplizierten Plan. Quinn flieht aus der lockeren Haft ihres gemeinsamen Gefängnis und lässt sich in eine Entzugsklinik unter falschem Namen einweisen, damit er später ein Alibi hat, genau zu dem Zeitpunkt, als ein anderer Gefangener, Nat, über dessen Pläne Bannister Bescheid weiß, entlassen wird. Er weiß auch, dass der andere Gefangene, einen Bundesrichter ausrauben und vermutlich töten wird. Darauf beruht der ganze Plan, denn dieses Wissen beutet er im Verlauf des Romans aus, um an das Geld, die Freiheit, sein Mädchen und zu seine Rache am amerikanischen Justizsystem zu kommen. Nat selbst ist ein dummer Redneck, ein ehemaliger Methkonsument, so wird er geschildert. Der ganze großartige Plan beruht darauf, dass Nat nicht gelogen hat, dass er keine Mitwisser ins Boot nimmt, keine hat, dass sein Raub gelingt und dass er das Geld später noch hat. Vor allem beruht er darauf, dass Nat dem FBI erfolgreich entkommt, so dass das FBI frustriert von den vergeblichen Verfolgungsbemühungen auf Bannisters Vorschlag eingeht. Hätten Bannister und Quinn den Redneck im Gefängnis getötet, ein Verwandter Quinns den Mord an den Richter selbst ausgeführt, dann könnte man das, wenigstens in einem Roman, vielleicht noch akzeptieren. Ein solches Loch in der Logik ist für mich immer eine Belastung beim Lesen, denn immerhin vertraut man dem Autor, dass er einen über die verwickelten Motive und Handlungsstränge sicher leitet, so dass unerwartete Wendungen angenehme Überraschungen sind und nicht ständig einen daran erinnern, ob es sich nur wieder um einen Denkfehler im Plot handelt.

16.04.2014 22:18:08
Grisham_Freund

Insgesamt aus meiner Sicht ein eher schwacher Grisham-Roman, der nicht ansatzweise an seine gelungenen Werke wie "Die Firma" oder "Die Kammer" herankommt.
Die Story ist größtenteils unrealistisch, wenig spannend und besonders störend sind die endlosen Beschreibungen einiger Handlungen, so dass einem dabei die Lust am Lesen des Romans vergeht.
Störend finde ich zudem die für Grisham untypische Erzählform des Ich-Erzählers. Eine größere Identifikation mit der Hauptfigur erreicht er dadurch nicht, eher im Gegenteil: an manchen Stellen empfinde ich Malcolm Bannister als regelrecht unsympathisch.