Frag die Toten

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • München: Droemer Knaur, 2013, Seiten: 320, Übersetzt: Silvia Visintini

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Andreas Kurth
Barclay nicht auf der Höhe

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2013

Ein Jugendlicher ist verschwunden, und gegen den Willen seiner Frau engagiert der Stiefvater des Jungen eine Frau mit besonderen Fähigkeiten. Schließlich lässt sich auch die Mutter darauf ein, sich von Keisha Ceylon helfen zu lassen. Sie bestreitet den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn – und neuerdings auch für einen Lebensgefährten - als eine Art Medium. Sie behauptet, Kontakt zu vermissten oder verstorbenen Personen aufnehmen zu können. Viele verzweifelte Menschen fallen auf diese ausgeklügelte Masche herein. Im Falle des verschwundenen Jungen ist der frappierende Erfolg ihrer Bemühungen darauf zurück zu führen, dass es eine Absprache zwischen Keisha und dem Jugendlichen gab. Als nächsten Klienten sucht sich Keisha den scheinbar verzweifelten Wendell Garfield aus. Auf ihn ist sie durch ein sehr emotional geführtes Interview im Fernsehen aufmerksam geworden. Seine Frau ist verschwunden. Als Keisha ihn davon zu überzeugen versucht, dass sie ihm helfen kann, läuft das Gespräch völlig aus dem Ruder – mit tödlichen Folgen. Und danach geht es für Keisha erst richtig los – sie steckt im schlimmsten Schlamassel ihres Lebens.

Linwood Barclay hat schon mehrfach gezeigt, dass er ein ausgezeichneter Erzähler ist, was auch schon hier auf der Krimi-Couch festgestellt wurde. Wer seine früheren Bücher mit Begeisterung gelesen hat, wird von Frag die Toten möglicherweise etwas enttäuscht sein. Der Spannungsbogen ist lange nicht so perfekt, wie man es von Barclay gewohnt ist. Aber in diesem Buch wird dennoch eine richtig interessante Geschichte erzählt, die von ihren überraschenden Wendungen und von den lebendigen und pfiffigen Dialogen lebt. Langeweile kommt hier nicht auf, und wer mehrfach glaubt, den weiteren Verlauf und vor allem den Ausgang der Geschichte zu kennen, wird regelmäßig feststellen, dass er sich getäuscht hat. Zwar kann man einiges erahnen, aber Barclay ist es gelungen, mich hier und da wirklich zu verblüffen.

Keisha Ceylon ist keine schrille, aber doch außergewöhnliche Persönlichkeit. Sie stolpert von einer Verlegenheit in die nächste. Linwood Barclay hat das Buch entweder ziemlich gut durchkonstruiert, oder sich beim Schreiben von seiner eigenen Erzählung inspirieren und treiben lassen. Zuweilen wirkt der Roman nicht so recht durchdacht, aber das kann auch Absicht des Autors sein. Auf alle Fälle ist die Handlung gut aufeinander aufgebaut, es gibt neben dem Erzählstrang nur einmal eine kurze Schilderung aus der Sicht einer sterbenden Frau. Die Dialoge sind sehr gut zu lesen und tragen dazu bei, dass man diesen Roman trotz der allenfalls durchschnittlichen Spannung kaum zur Seite legen möchte. Aber die Geschichte um Keisha wirkt anfangs eher schlicht gestrickt, wird dann jedoch immer verzwickter.

Ich will hier keinesfalls das Ende verraten, aber Linwood Barclay hat sich für das Finale einiges einfallen lassen. Frag die Toten ist keinesfalls eine Krimi-Komödie, aber zuweilen sind die Dialoge ziemlich witzig, und der Autor hat auch einiges an Situationskomik eingebaut. Das ist an manchen Stellen durchaus makaber, aber gibt dem Roman eine ganz eigene Würze. Man darf gespannt sein, wie dieses Buch bei den Lesern ankommt, vor allem bei den Fans der vorherigen Bücher von Linwood Barclay. Wer strenge Maßstäbe anlegt, mag das Buch als Flop abtun, ich habe mich jedenfalls hervorragend unterhalten gefühlt. Und beim nächsten Mal darf es dann wieder etwas spannender sein.

Frag die Toten

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Letzte Kommentare:
05.09.2015 00:02:05
Sus90

Also wer ein Buch sucht ohne groß Ansprüche an Handlungen/Spannung zu stellen, für den ist dieses Buch genau richtig. Ziemlich durchschaubare und einfache Geschichte, wo leider jegliche Spannung fehlt. Die Story an sich ist auch ziemlich "lahm". Es fängt gut an, lässt jedoch von Seite zu Seite stark nach. Schade eigentlich. Ich habe mir von Titel und Beschreibung mehr erhofft.

24.04.2015 12:10:31
meni77

Barclay hat mit Sicherheit schon bessere Geschichten erzählt, trotzdem ist er mit diesem immer noch besser als viele andere. Die Story an sich finde ich gut, hätte durchaus spannender wie sonst auch sein können, mit dem Schluß hat er sich aber wieder einen guten Abschluss einfallen lassen meiner Meinung nach. Ich finde seinen Schreibstil einfach genial, kann seine Bücher nach 2 Seiten nicht mehr aus der Hand legen, er steht auf alle Fälle auf einer Stufe mit Beckett und James, Fitzek baut in letzter Zeit auch ziemlich ab. Hier gibt es gute 85 Grad

16.12.2014 14:40:48
Justina

Das war mein 1. Buch von der Autorin. Ich bin absolut nicht begeistert. Es zog sich in die Länge und ab Mitte des Buches sind die Handlungsweisen der Akteure etwas durcheinander gebracht.
Oh je, dachte ich zwischendurch, jetzt kommt auch noch so etwas.
Für die Protagonistin allerdings habe ich Sympathie empfunden.
Ich kann das Buch nicht guten Gewissens weiter empfehlen

02.11.2013 11:14:15
Annette Traks

Keisha Ceylon ist alleinerziehende Mutter eines 10-jährigen Jungen. Bei ihnen lebt außerdem der mittellose Kirk, der sich allerdings im Laufe der Zeit als arbeitsscheu, dumm und raffgierig – kurz: als Belastung - entpuppt hat. Obwohl ihm außerdem ihr kleiner Sohn zunehmend lästig ist, bringt Keisha es nicht fertig, den Mann vor die Tür zu setzen. Im Gegenteil: Sie muss unbedingt möglichst schnell für möglichst viel Geldnachschub sorgen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und Kirks Ansprüche zu befriedigen. Die Arbeit als Medium findet sie da geradezu ideal:
Wenn sie erfährt, dass jemand vermisst wird und die Polizei mit ihrer Suche nicht vorankommt, bietet sie den verzweifelten Angehörigen an, mit dem Verschwundenen spirituellen Kontakt aufzunehmen, um etwas über sein Schicksal zu erfahren. Nach anfänglichen Zweifeln, die Keisha stets geschickt auszuräumen weiß, ist die Familie meist nur allzu gern bereit, im Erfolgsfall eine große Geldsumme zu berappen.
Und Erfolge kann die junge Frau durchaus vorweisen. Dabei ist es allerdings nur Show, wenn sie die Verzweifelten zu Hause aufsucht, sich persönliche Gegenstände des Vermissten geben lässt, sich durch deren intensives Be- fühlen angeblich in Trance versetzt und vorgibt,Visionen in Bezug auf seine Situation zu bekommen: Großes psychologisches Geschick und manchmal die Zusammenarbeit mit dem „Verschollenen“ oder Kirk sind die Basis für ihre positive Bilanz.

Aber dann wird die Frau von Wendell Garfield seit Tagen vermisst und die Arbeit der Polizei stagniert. Daher wendet er sich zusammen mit seiner Tochter Melissa via Fernsehen an die Öffentlichkeit und bittet um Hinweise. Nachdem Keisha die Sendung aufmerksam verfolgt hat, fährt sie zum Haus der Familie und bietet ihre Dienste an … doch diese Mission läuft so gewaltig aus dem Ruder, dass es Tote gibt!

Resümee: Vergleicht man dieses Buch mit anderen Werken des Autors, stellt man schnell fest, dass ihm der Biss, der typische Barclay-Thrill fehlt. Hier gibt es viel Hin und Her, etliche Wendungen, die der Leser jedoch oft schon ahnt, immer neue Situationen, die oft beziehungslos aneinandergereiht wirken.
Der Schluss allerdings ist ungeahnt überraschend, dennoch „rund“ und
in sich schlüssig – vielleicht gerade, weil der Leser sich so sicher ob der Entwicklung und des Ausgangs glaubt, denn schließlich kennt man von Anfang an Täter, Motiv und Tathergang.

Kurz: nicht so nervenzerfetzend spannend wie die meisten anderen Krimis des Autors, aber relativ gesehen immer noch ein sehr guter Krimi und allemal besser als „Weil ich euch liebte“

17.10.2013 11:57:27
Andrea

Ich bin ein absoluter und treuer Fan von Linwood Barclay. Dieses Buch besticht gerade durch seine Geradlinigkeit, ohne unnötige Abschweifungen, unerwartete Wendungen, Spannung von Anfang bis Ende.

Nebenbei bemerkt musste ich mich furchtbar über den Idioten Kirk ärgern... :)

Linwood Barclay-Thriller sind jedesmal ein Genuss - meine persönlichen Favoriten sind "Ohne ein Wort" und "Fenster zum Tod".

19.08.2013 20:09:20
Maja

Konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Geschichte ist gleichzeitig ungewöhnlich und glaubwürdig, fantasievoll und überzeugend.
Dabei empfand ich durchaus Sympathie für die nicht gerade unschuldige Protagonistin Keisha.
Eins ist klar - Linwood Barclay hält nichts von "Medien" (im esoterischen Sinne).