Der Hauptschlüssel

Erschienen: Januar 1990

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Argument, 1990, Seiten: 176, Übersetzt: Helma Giannone
  • Zürich: Unionsverlag, 2004, Seiten: 157

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Wolfgang Weninger
Frauenroman mit Spannung

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mai 2003

Drei Tage davor wird ein Kind in einer Reisetasche in einem Baderaum dieses Frauenheims einzementiert.

Ebenfalls im April 1951 wird das Kind einer Japanerin und eines amerikanischen Majors entführt. Doch die Entführer melden sich nicht mehr.

Heute. Das Frauenheim soll vollständig versetzt werden. Ohne dass die Bewohner das Haus verlassen müssen, soll das gesamte Bauwerk angehoben und um vier Meter verschoben werden.

Schon seit Monaten ist in diesem Frauenheim die Hölle los. Denn der Hauptschlüssel ist wieder einmal aus der Pförtnerloge entwendet worden und mehr als eine der hier lebenden Frauen verschafft sich mittels dieses Schlüssels Zugang zu den Zimmern ihrer Wohnkolleginnen. Jede versucht heraus zu finden, welches Geheimnis hinter dem Leben ihrer Nachbarinnen stecken, so wie sie selbst etwas zu verbergen hat.

Masako Togawa schafft in ihrem Buch Der Hauptschlüssel eine düstere Mischung von weiblichen Existenzen, die samt und sonders nicht ganz astrein sind. Das Leben hat die armen Kreaturen so richtig gebeutelt und in jedem Kapitel erzählt eine der älteren Damen nach der anderen ihre Version dieser tragischen Geschichte. Das hat leider zur Folge, dass man zwar schon nach der Vorgeschichte ahnt, worum es in diesem Roman geht, aber über die volle Länge nicht immer begreift, wie eigentlich die Zusammenhänge der einzelnen Biographien mit dem kriminalistischen Versteckspiel laufen, dass zwar sehr überraschend endet, für mich aber keineswegs zufriedenstellend.

Gelegentlich entsteht der Eindruck, dass Masako Togawa hier einfach sechs Frauengeschichten mit Gewalt miteinander vermengt hat, die eigentlich als eigenständige Kurzgeschichten entwickelt waren. Es wirkt einfach unwahrscheinlich, wie sich ansonsten relativ unbescholtene Frauen plötzlich mit krimineller Energie daran machen, den Hauptschlüssel des Frauenhauses zu klauen, um ihre nachbarliche Neugier zu befriedigen.

Darüber hinaus sind die einzelnen Frauenbilder durchwegs melancholisch und demütigend. Immer wieder stellt sich während des Lesens die Frage, ob nicht vielleicht auch in hiesigen Kommunalwohnbauten Menschen mit ähnlichen Schicksalen vegetieren. Woher Masako Togawa ihre bedrückenden Personenschilderungen genommen hat, ist mir unbekannt. Aber in ihrer Intensität gehören diese nicht nur zum Besten, was Frau Togawa bislang auf den Krimimarkt gebracht hat, sondern können mit jedem skandinavischen Psychokrimi mithalten. Lediglich mit der Auflösung des Verwirrspiels hat sich die Autorin nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Das Ende war für mich unbefriedigend und absolut der Schwachpunkt an diesem ansonsten recht ordentlich konstruierten Kriminalroman aus dem Unionsverlag.

Der Hauptschlüssel hebt sich leicht über den Durchschnitt vergleichbarer Produkte. Aber ich schubladisiere dieses Buch eher in die Rubrik "Frauenroman mit Spannungselementen".

Der Hauptschlüssel

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