Clara

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Marchtrenk: Federfrei, 2013, Seiten: 200, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Atemberaubendes Psychoduell

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Apr 2013

Nun hat ja mittlerweile jedermann die Schauze voll von der medialen Ausschlachtungen der Gefangenschaft von Frau Kampusch oder den schlimmen Machenschaften des Herrn Fritzl und kaum vergeht eine Woche, wo nicht wieder in irgendeinem Keller oder Verlies eine Frau gefunden wird, die zuvor unter unsäglichen Qualen während ihrer Freiheitsberaubung zumindest ihrem Entführer zu Willen sein musste und noch schlimmer.

Und dann kommt da ein Waldviertler Autor aus eben jener Gegend, in der es offenbar an der "journalistischen" Tagesordnung ist, dem zahlenden Leser eine Entführung nach der anderen zuzumuten. Ist dann die Veröffentlichung von Clara nicht mehr als eine 219 Seiten lange Trittbrettfahrt auf den Scheußlichkeiten der letzten Jahre?

Mitnichten! Denn Michael Koller lässt zwar auch seinen Übeltäter eine hübsche, junge Frau entführen, aber nicht zum Zwecke, sich an ihr sexuell aufzugeilen und zu vergehen, sonst ausschließlich, um ihr zu zeigen, dass sie ein völlig falsches Leben führt. Clara soll und muss erkennen, dass ihr Leben mehr als nur Party ist. Und auch der Lebensstil ihrer Eltern ist ganz und gar nicht nach dem Willen des Entführers, die zumindest mittelbar am Tod derjenigen schuld sind, die Michael am nächsten stand.

Michael hat sein Unterfangen gut geplant. Im schwärzesten Waldviertel, wo der Wald am dichtesten ist, hat er sein Verlies gebaut und tief im Keller beginnt er seine Beute zu erziehen, aber Clara ist nicht ganz so, wie er sie sich vorgestellt hat und sie widersetzt sich ihm und entlarvt ihn nur zu oft, deshalb muss er anfangen, zu improvisieren. Und dann kommt alles anders, als er denkt ...

So zuwider, wie mir diese Story zu Beginn war, so fasziniert hat sie mich im Laufe der Geschichte. Michael Koller schreibt aus wechselnder Sichtweise, wie sich Täter und Opfer zunehmend gegenseitig entblößen, ohne dabei ins erwartete Stockholm-Syndrom zu verfallen. Ganz im Gegenteil entwickelt sich die Geschichte mit immer neuen Wendungen und mit immer neuen psychologischen Spielchen, die den Leser bei der Lektüre auf Trab halten.

Koller schreibt in kurzer und prägnanter Sprache, auch die Dialoge sind knapp gehalten, lediglich die geistigen Monologe der Beteiligten sind etwas ausschweifender, um dem Leser die seltsamen Ergüsse der Gehirnwindungen zu erläutern, ohne die dieser Roman langweilig wäre. Aber Michael Koller schafft es, dort wo das Buch eigentlich schon zu Ende sein könnte, eine neue Steigerung der Spannung aufzubauen und die Geschichte noch auszuweiten.

Clara ist kein Buch, dass man so mal eben lesen kann. Clara fesselt, ist beklemmend, raubt stellenweise den Atem. Man leidet mit ihr und man fürchtet mit ihr, aber man leidet auch mit dem Täter, fühlt Verständnis und möchte irgendwie ein Happy End sehen, aber da spielt der Autor mit seinen Lesern ... und das in absolut empfehlenswerter Form, wie meine hohe Wertung zeigt. Für mich ist dieses Buch bereits jetzt ein Anwärter auf den Krimi-Blitz 2013!

Clara

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