Der Puppenfänger

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Ullstein, 2013, Seiten: 304, Originalsprache

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Andreas Kurth
Menschliche Abgründe in der Provinz

Buch-Rezension von Andreas Kurth Feb 2013

Die Osnabrücker Privatdetektivin Heide von der Heide wird von einer früheren Bekannten informiert, dass deren Schwager verschwunden sei. Ihr Freund, Hauptkommissar Dieter Fuchs, muss zu einem Seminar, also nimmt sich die Detektivin die Zeit und fährt ins kleine Olte im Emsland. Bevor sie bei ihrer Bekannten Beate Buttenstett vorbeifährt, macht sie im Dorf schon einige interessante Beobachtungen. Hier funktioniert die Buschtrommel problemlos, und irgendwie sind alle miteinander verwandt. Bei Beate angekommen, fühlt sie sich schnell überflüssig, denn irgendwie wird Gerald Schöllen doch nicht wirklich vermisst. Bewegung kommt in den Fall, als Schöllens Halbbruder Gunnar Laxhoff ermordet aufgefunden wird. Für Dieter Fuchs ist das Seminar damit sofort zu Ende, denn die Polizei aus Nordhorn wird eingeschaltet. Das führt unweigerlich zu Zoff zwischen Detektivin und Kommissar. Von der Heide lässt sich allerdings nicht vom Ermitteln abhalten, und nach ihrer Versöhnung tauschen die beiden wieder ihre Ergebnisse aus. Fortschritte bei der Suche nach dem Verschwundenen oder dem Mörder seines Bruders ergeben sich aber nur in kleinen Schritten.

Ein typisches Provinznest

Für diesen Kriminalroman von Joana Brouwer braucht man als Leser ein wenig Geduld. Ihre Schilderung der ersten Eindrücke der Detektivin in der emsländischen Provinz ist ganz nett, aber Spannung kommt hier zunächst nicht so richtig auf. Bevor es in dem Entführungs- und Mordfall so richtig zur Sache geht, muss man die Kompetenzkämpfe zwischen Heide von der Heide und ihrem Freund Dieter Fuchs geduldig ertragen. Das ist nicht wirklich langweilig, aber wer Bücher mit längeren Einleitungen zum Ausbreiten von Geschichte und Personal nicht mag, kann hier schon mal aussteigen. Das wäre dann jedoch schade, denn nach etlichen Seiten hat sich die Autorin offenbar warm geschrieben, und ihre Beschreibung der Beziehungsgeflechte im Dorf wird immer interessanter. Wer die Verhältnisse in so kleinen Provinznestern kennt, wird so manches Mal schmunzeln, wie hier typischerweise  jeder jeden kennt, nahezu alle irgendwie – notfalls um ein paar Ecken – miteinander verwandt sind, und die Nachrichtenübermittlung perfekt funktioniert. Und wie nicht anders zu erwarten, gestalten sich hier die Ermittlungen aus vielerlei Gründen überaus schwierig.

Das Grauen lauert um die Ecke

Stückweise werden dann aber die Geheimnisse des Dorfes von der Polizei und der Privatdetektivin enthüllt. Von der Heide zeigt sich dabei als selbstbewusste, durchaus sympathische Figur, die sich von ihrem Freund keineswegs die Butter vom Brot nehmen lässt, der aber zuweilen auch der Zufall oder einfach ihr gesunder Menschenverstand zu Hilfe kommen. Schöllen und sein Halbbruder kommen aus einfachsten Verhältnisse, und haben sich ohne Gewissen und ohne jede Rücksichtnahme durchs Leben gekämpft. Was sie dabei alles angestellt haben, zeigt dann überdeutlich, dass auch in der Provinz das Grauen sprichwörtlich um die Ecke lauert. Das Schweigen vieler Dorfbewohner, die manches wissen und vieles ahnen, lässt bei von der Heide alle Alarmglocken angehen. Sie muss mit Dieters Hilfe ein kompliziertes Puzzle zusammensetzen. Das macht sie gut und routiniert, ohne allzu viele unnötige Umwege.

Joana Brouwer hat einen flüssig zu lesenden Stil. Sie baut die Spannung erst langsam auf, aber durch einige Sackgassen und falsche Fährten vermag sie den Leser dann doch zu fesseln. Das Kompetenzgerangel zwischen Detektiv und Kommissar übertreibt die Autorin allerdings, und im ersten Drittel des Buches hätte sie ein paar mehr Spannungsmomente einbauen müssen. Da werden ihr einige Leser nicht verzeihen und das Buch zuklappen. Wer sich nicht beirren lässt, wird mit guter Unterhaltung belohnt – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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