Raue See

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Köln: Emons, 2013, Seiten: 224, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
<cite>Und  täglich grüßt der Serienkiller - blutig wie üblich</cite>

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jan 2013

Im Hermann-Josef Emons Verlag veröffentlicht Ralph Westernhoff den zweiten Krimi Raue See um die Kommissarin Wiebke Sollich, mittlerweile nicht besonders gut verheiratet und frischgebackene Mutter. Im ersten Schreibversuch von Ralph Westernhoff Kalte Fluten hätte sie beinahe das Zeitliche gesegnet. Aber in diesem Roman beschäftigt sie sich erst Mal nur mit dem Nachwuchs und den Eheproblemen.

Derweil kidnappt ein Unbekannter einsame Frauen, maskiert, kreuzigt, martert und vergewaltigt sie, um sie anschließend zu erstechen. Bei all dem Martyrium filmt er die armen Frauen und schickt der Polizei in Rostock eine DVD mit einem an Wilhelm Buschs "Max und Moritz" angelehntem Gedicht, mit dem Hinweis, dass in Folge alle 14 Tage eine weitere Leiche zu beklagen sein wird, wenn nicht die Kommissarin Wiebke Sollich die Jagd auf den Täter erfolgreich beenden sollte.

Die Polizei hat keine Leichen und keinerlei Hinweise auf die Opfer. Hauptkommissar Zielkow denkt zuerst an Snuff-Movies, aber das Video auf der DVD ist echt. Und weil Zielkow befürchtet, dass sein Team den Fall nicht lösen könnte, fordert er beim Innenministerium Verstärkung an, die auch umgehend in Form des Profilers Reinhard Bergmüller eintrifft, der schon früher mit Zielkow gearbeitet hat. Und eines ist klar: Wiebke muss ihren Mutterschaftsurlaub unterbrechen, denn der Mörder ist auf sie fixiert …

Raue See ist stellenweise starker Tobak und für Zartbesaitete schwere Kost. Die Schilderungen, wie der Täter bei seinen Untaten vorgeht, sind exakt und brutal beschrieben. Die Kriminalisten hinken dem Mörder und seinen Inszenierungen ständig hinterher und der Frust, der dem gesamten Team bei der erfolglosen Recherche anzumerken ist, zeichnet sehr gut die Ohnmacht der Beamten nach, die trotz des intensiven Arbeitsaufwandes mehr oder weniger auf der Stelle treten, ständig verspottet von dem Mann, der eine Frau nach der anderen tödlichen Qualen aussetzt. Das Gefühl, dass der Täter zudem Insiderinformationen aus Polizeikreisen erhält, verstärkt sich und über kurz oder lang ist jeder verdächtig, der Killer zu sein oder Kontakt mit diesem zu haben.

Westerhoff versteht es sehr gut, die Spannung immer weiter zu treiben und von Anfang bis Ende durchzuhalten. Lediglich in den Momenten, in denen er sich in die persönlichen Probleme seiner Akteure einmischt, driftet er ein wenig zu stark in seichtes Fahrwasser, was vor allem seine Hauptakteurin Wiebe betrifft.

Darüber hinaus hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, dass ich dieses Buch schon kannte und spätestens auf Seite 50 wusste ich definitiv, wer der Mörder war. Ich habe gezielt auf das Erscheinungsjahr geachtet (2013). Ob dieses Buch eventuell bereits einmal unter einem anderen Titel und unter einem Pseudonym erschienen ist, war nicht zu eruieren.

Raue See ist in jedem Fall eine Serienmörderstory, die von der Brutalität lebt.

Dazu kommen genügend Actionsequenzen, die vor allem gegen Schluss hin zunehmen und ein (für mich nicht) überraschendes Ende bringen, dass trotz stark konstruiertem Ablauf durchaus überzeugen kann. Wer sich gerne mit blutigen Serienmörder literarisch auseinandersetzt, liest bei diesem Küsten Krimi genau richtig. Wer allerdings genau dieses Genre ob der tödlichen Vielzahl nicht mehr sehen kann, der sollte tunlichst die Finger davon lassen, denn diese Grausamkeiten im Minutentakt sind wenig appetitlich.

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Letzte Kommentare:
13.08.2013 22:07:02
Ulrike Puderbach

"Raue See" setzt genau dort an, wo "Kalte Fluten" aufgehört hat. Auch wenn sich einiges in Wiebkes Leben geändert hat, wird sie nichtsdestotrotz vor eine neue Herausforderung gestellt. Der Frauenmörder, der von ihr fordert aus dem Erziehungsurlaub zurück zu kehren, ist ein krankhafter, extrem brutaler, aber dennoch hochintelligenter Psychopath. Seine Morde sind unfassbar grausam, aber der Autor lässt uns den Glauben an das Gute im Menschen nicht verlieren. Die Wortspiele in Anlehnung an den großen Wilhelm Busch sind eine sehr schöne Abwechslung. Und auch hier ist das Ende nach vielen Verwirrungen zwar letztlich logisch, aber trotzdem überraschend. Für Leser, die nicht so ganz zart besaitet sind, ist der Krimi absolut lesenswert.