Danach

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2013, Übersetzt: Maria Koschny

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Marcel Feige
Starker Start, schwaches Ende

Buch-Rezension von Marcel Feige Jan 2013

Nomen est omen, und das ist zugleich auch die Stärke dieses us-amerikanischen Debüts: Statt den Fokus auf die inzwischen aus ungezählten Thrillern sattsam bekannte Brutalo-Tortur zu richten, mit der ein Psychopath über hunderte Seiten hinweg entführte Frauen in seinem Keller gefangen hält, schreibt Koethi Zan über die Zeit Danach. Wie sehr wirkt das Erlebte bei den Frauen nach? Wie schwer fällt es ihnen, das erlittene Trauma abzustreifen und zurück in ein normales Leben zu kehren?

Sarah Farber zum Beispiel lebt seit zehn Jahren, seit sie ihrem Peiniger entkommen konnte, mit neuer Identität abgekapselt vom Rest der Welt in einem Penthouse hoch über Manhattan. Dort arbeitet sie am PC für eine Versicherungsgesellschaft, lässt sich Speisen und Kleidung per Online-Service liefern, schaut sich abends Fernsehfilme an – vor die Tür wagt sie sich nicht. Die einzigen Besucher, die sie empfängt, sind ihre Therapeutin sowie ein FBI-Agent. Mehr Aufregung verträgt sie nicht.

Fesselnd, trotzdem aus respektvoller Distanz, ohne lüsternen Voyeurismus, nähert sich die Autorin dem ergreifenden Schicksal Sarahs, die zugleich auch die Erzählerin der Geschichte ist.

Die nun eine schockierende Nachricht erhält: Ihr einstiger Entführer, der seit zehn Jahren im Gefängnis sitzt, soll demnächst vor dem Bewährungsausschuß stehen und wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Damit nicht genug, hat dieser Psychopath ihr – und auch seinen anderen Opfern – einen Brief geschickt, mit dem er ihnen ein »Wiedersehen« angekündigt hat.

Dies ist das erste Problem von Danach: Ein Täter, der so offensichtlich seinen Opfern droht und damit jegliche Reue und Besserung vermissen lässt, würde vermutlich niemals frühzeitig aus der Haft entlassen werden.

Aber nun gut, darüber lässt sich hinwegsehen, denn Sarah hat noch einen zweiten Grund, weshalb sie endlich ihr selbstgewähltes Einsiedlertum verlassen muss: Sie will in Erfahrung bringen, was der Irre mit ihrer Freundin Jennifer angestellt hat. Jennifer wurde seinerzeit gemeinsam mit Sarah verschleppt – und von einem Tag auf den anderen war sie aus der Folterkammer verschwunden. Vermutlich ermordet. Vermutlich irgendwo verscharrt.

Sarah glaubt, dass sie, sobald sie Jennifers Leiche gefunden und den Psychopathen damit des Mordes überführt hat, nicht nur dessen Haftentlassung verhindern, sondern auch selbst endlich innere Ruhe finden kann.

Und damit, etwa zur Hälfte des Romans, bekommt Danach sein zweites Problem: Hätte Koethi Zan es bei der schrittweisen Rückkehr ihrer Heldin ins normale Leben belassen, während diese sich zugleich Stück für Stück auf die entsetzlichen Spuren ihres Peinigers heftet, wäre dies spannend genug gewesen.

Leider vertraut die Autorin ihrer anfangs so sorgsam eingeführten Idee des Danachs nicht länger und begibt sich stattdessen auf die eingetretenen Pfade gewöhnlicher Thrillerplots: eine zunehmend schnellere Schnitzeljagd, bei der Sarah kopflos vor immer mehr bösen Menschen flüchten muss und in ausweglose Situationen gerät – und daraus zunnehmend abstruser gerettet wird.

Das größte Manko von Danach ist allerdings der Bösewicht selbst: Anfangs als ein Psychopath eingeführt, der die Mädels zu seiner eigenen Ergötzung entführt und gefoltert hat, wechselt seine Motivation mit fortschreitender Geschichte: Mal war er nur der Kopf eines Frauenhändlerrings, der anderen Sadisten die Objekte ihrer Begierde zuführt. Mal hat ihn das wissenschaftliche Interesse an Folter und Gehirnwäsche angetrieben. Und dann ist er plötzlich der Anhänger eines geheimen SM-Bunds. Ein kruder Mix, der nicht wirklich zusammenpasst – vor allem nicht für Leser, die auf dem Gebiet des BDSM vertraut sind. Für die liest sich vieles, was Koethi Zan in ihren Psychopathen hereininterpretiert, aus dem Internet zusammenrecherchiert – und für die Geschichte gerade so, wie es passt, zurechtgebogen

So wird aus einer wirklich guten Idee am Ende dann doch nur ein Allerweltsthriller. Schade drum.

Danach

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Letzte Kommentare:
04.11.2016 15:55:00
Petry

Ich habe das buch mit viel spannung gelesen konnte es nicht aus der hand legen. Ich finde es super und habe es in meinem bekanntenkreis empfohlen und die es gelesen haben teilen meine Meinung. Ich würde noch gerne weitere bücher von ihr lesen finde aber keine weiteren Bücher in deutsch. Schade😓vieleicht weiss jemand wann ein neues Buch rauskommt.🤔Danke

20.03.2015 20:44:06
Nine

Teilweise spannend und gut geschrieben. Phasenweise echt fesselnd. Leider ist die Auflösung etwas seltsam/ an den Haaren herbei gezogen. Nicht oder nur schlecht nachzuvollziehen. Wenn allerdings ein zweites Buch angedacht ist, dann ist der Cut durchaus in Ordnung!

Also, um sich die Zeit zu vertreiben ist es perfekt. Eine leichte Lektüre, die nicht all zu viel Konzentration erfordert!

01.02.2015 17:56:28
Leijon342

Ich finde das Buch einfach perfekt geschrieben. ich bin 13 und mache in der Schule eine Buchvorstellung über "Danach". Das Ende ist sehr unerwartet und hat mich einfach nur gefesselt. Trotzdem schade, das man nicht erfährt, wie es am Ende mit Jennifer weitergeht, ob sie wieder befreundet sind oder nicht.

16.09.2014 21:21:38
Andrew

Koethi Zan schafft es leider nicht, ihren Figuren eine glaubhafte Tiefe zu ihren Erlebnissen und Traumata zu geben. Deshalb erscheint die Geschichte auch oberflächlich konstruiert und für mich unglaubwürdig.

Da werden über Jahre erlebte psychische und physische Qualen einfach mal schnell
ausgeblendet um die Vergangenheit zu bewältigen. Über Jahre gefoltert und gedemütigt, verdrängt eine der Frauen das Erlebte, heiratet, hat zwei Kinder, während während ihre Freundin bis heute nicht in der Lage ist, jemandem überhaupt nur die Hand zu schütteln.

Koethi Zan bietet dem Leser bis kurz vor Schluss noch mehrere Möglichkeiten der Auflösung, entscheidet sich dann aber für die denkbar schlechteste. Wie weit reicht das Stockholm-Syndrom nach ihrer Meinung?

Die Beweggründe des Täters werden nur unzureichend und spekulativ dargestellt. Da machen sich andere Autoren mehr Mühe und recherchieren wesentlich intensiver, bevor sie ihre Figuren auf den Leser loslassen. Deshalb bleibt es mir auch ein Rätsel, wie der "Bookreporter" von" psychologischen Feinheiten überzeugend dargelegt" schreibt, wenn ich dagegen
die Bücher eines Etzold oder Drvenkar lese.

07.07.2014 09:39:10
jenvo82

Die Grundidee des Buches ist eine gute, denn wie oft haben die Opfer einer jahrelangen Gefangenschaft die Möglichkeit sich ihren Ängsten zu stellen? Drei Frauen versuchen nach zehn Jahren in Freiheit, die mögliche Bewährung ihres Peinigers zu verhindern und erforschen dazu die dunklen Geheimnisse ihrer Vergangenheit. Der Handlung fehlt es leider an allem, was ein gutes Buch benötigt. Die Charaktere bleiben schwammig, die Peiniger werden nur skizzenhaft beschrieben, die Handlung gewinnt kaum an Spannung und die Aufklärung des Falles ist an allen Haaren herbeigezogen. Fazit: Der folternde Psychologieprofessor und der geldgierige Pfarrer frönen über Jahrzehnte ihrer kranken Leidenschaft für Schmerz und Erniedrigung und gründen nebenbei einen Mädchenhändlerring … Alles sehr konstruiert und nicht glaubwürdig, geschweige denn fesselnd. Insgesamt ein lasches Werk.

20.03.2014 21:09:19
Anna H.

Ich finde es ebenfalls gut das die Geschichte da anfängt wo andere aufhören. Und sie ist mir auch unter die haut gegangen, dennoch muss ich sagen das das buch ein unerwartetes ende hat das mir nicht so gut gefällt da viele Fragen offen bleiben die ich gern beantwortet hätte.
und ich finde nicht das der Mix des Bösewichts wie Marcel Feige ihn beschreibt nicht zusammen passt. Ich denke eher das der "Bösewicht" ein Psychopath ist der sich an seinen taten ergötzt und die Wissenschaft nur vorschiebt um sich in seiner kranken Vorstellung vor sich selbst zu rechtfertigen. Außerdem finde ich das man es nicht als SM-Geheimclub bezeichnen kann es ist eher ein wissenschaftlicher Club der dem SM am nächsten kommt diesen aber weit übersteigt. Denn ich finde so wie dieser Club sich anhört hören such keine Leute an die in der BDSM Szene sind an.
Auch wenn ich mit einigen Textpassagen in denen über BDSM geschrieben wird nicht einverstanden bin, da ich finde das die BDSM- Szene in kein gutes licht gerückt wird. Trotzdem finde ich nicht , dass es für Leute die mit der BDSM- Szene vertraut sind nicht so wirkt als wären die Recherchen aus dem Internet nur so zurecht gebogen worden wie es gerade passt.Alles in allem finde ich das buch gut da auch einige Textstellen die mich bewegt haben enthalten sind. Dennoch ist es Schade das so viele Fragen offen geblieben sind die wie ich hoffe in einem weitern buch geklärt werden. Ich empfehle das buch auf jeden Fall weiter.

05.09.2013 22:41:32
Yestorti

Die erste Hälfte gefällt, ist ungewöhnlich und spannend. Dann kommen aber unglaubliche Aktionen der Protagonisten, die erst ohne Hilfe in die Höhlen der Löwen (Garage im Wald und Haus des Folterers) gehen und dann trotzdem jedesmal gerettet werden. Jedesmal hilft eine Frau, vielleicht sollte es ja ein Frauen-Krimi sein.

28.07.2013 10:45:31
Janwillem

Langweilig, unmotiviert, kruder Plot -

Von Beginn an ist es mir nicht gelungen, das Innenleben der Protagonistinnen nachzuvollziehen. Insbesondere die Psyche der Hauptdarstellerin Sarah erscheint extrem unwahrscheinlich: eine Frau, die vor ihrer Entführung schon einen deutlichen psychischen Knacks weghatte, nach jahrelanger Kerkerhaft samt Folter eine offensichtliche Zwangsstörung samt Agoraphobie hat, eine solche Frau einwickelt ganz plötzliche eine psychische Stärke, die die meisten Unbelasteten nicht haben?

Außerdem bleibt das Grauen der Kerkerhaft ziemlich unbegreiflich und obskur und hat sich mir nicht wirlich erschlossen.

Insgesamt ein Buch, das zu lesen definitiv nicht lohnt.

26.05.2013 20:06:17
sonora

Ich schließe mich Marcus Feige an - die ersten 3 Viertel fand ich sehr spannend und nun bin doch eher enttäuscht: irgendwie stimmt da nichts mehr zusammen, die Opfer/Täter-Thematik springt für meinen Geschack zu häufig und das Verhalten der erstarkten Opfer wirkt unglaubwürdig ...
Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen.

16.05.2013 12:32:39
Gerlinde Eißler

Das Buch ist phantastisch. Realistisch und mitfühlend beschreibt die Autorin die Gefühls- und Denkenswelt entführter Menschen vor allem unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Charaktere der betreffenden Opfer die ihre Entführung überlebt habe. Das Buch kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Übrigens ist hier ebenfalls empfehlenswert eventuell angebotene Ausstellungen zu - Georges Battaille - zu besuchen. Das erklärt so manchen Hintergrund dieses Buches.

08.05.2013 02:54:05
Jazzylin

Die Geschichte beginnt da, wo die meisten anderen aufhören und geht unter die Haut. Die Spannung ist bereits im ersten Kapitel unerträglich, man will sofort wissen, wie es weitergeht.
In diesem Buch gibt es keine Superheldin; alle Hauptfiguren haben gute, sowie schlechte Charaktereigenschaften, sodass sie sehr real und glaubwürdig rüberkommen. Ich denke, das ist es auch, was die Geschichte so packend macht.
Wenn man sie liest, fragt man sich: "Wie hätte ICH mich verhalten, wenn.?"
Auch der Schluß ist einfach nur klasse, weil er einige Überraschungen bereithält.
Ich hoffe, Frau Zan schreibt schon fleißig an einem neuen Buch!

100 Grad