Der Sarg

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2013, Übersetzt: Nicole Engeln

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Brigitte Grahl
Die Umsetzung kann mit der tollen Idee nicht mithalten

Buch-Rezension von Brigitte Grahl Jan 2013

Arno Strobel gehört zu den neuen Erfolgsautoren des deutschen Krimis. Er wird immer wieder mit seinem Kollegen Sebastian Fitzek verglichen, weil beide ein Gespür für interessante und ausgefallene Plots haben. Aber während es Fitzek versteht, so spannend zu schreiben, dass man bereit ist, über die Logiklöcher hinwegzusehen, hapert es bei Arno Strobel trotz aufregender Ausgangsideen noch mit der ebenso spannenden Umsetzung. "Hochspannung pur" wirbt der Buchaufkleber auf Der Sarg herausgekommen ist eine verdünnte Lösung.

Eva Rossbach wacht mitten in der Nacht auf und befindet sich in einem Sarg. Voller Panik versucht sie sich zu befreien. Als sie wieder zu sich kommt, liegt sie in ihrem Bett. Ihr Körper schmerzt und ist zerschunden. Hatte sie nur einen lebhaften Traum? Aber der Alptraum wiederholt sich und in Köln wird eine tote Frau gefunden - lebendig begraben. Es ist ihre Halbschwester. Den ermittelnden Kommissaren Bernd Menkhoff und Jutta Reithöfer verheimlicht Eva anfangs den Alptraum, um nicht als verrückt zu gelten. Aber als sie im eigenen Haus mysteriöse Nachrichten findet, wird ihr klar, dass sie nicht träumt. Irgendjemand will sie in den Wahnsinn treiben und vielleicht sogar töten. Die Ermittler kommen einer unglaublichen Familiengeschichte auf die Spur.

 

Eva erwachte in vollkommener Dunkelheit. Ihr träges Bewusstsein tastete sich vor, versuchte sich zu orientieren. Sie konnte nicht einordnen, was diese Schwäche zu bedeuten hatte. Einen Moment lang überlegte sie, ob sie die Augen vielleicht noch gar nicht geöffnet hatte, und blinzelte zwei-, dreimal, doch die schwarze Wand blieb undurchdringbar. In ihrem Schlafzimmer gab es einige Stellen, an denen ihr Blick sich festhalten konnte, wenn sie nachts aufwachte. & Sie waren wichtig, diese Punkte. Sie waren beruhigend, sie fehlten.

 

Arno Strobel steigt mit einer packenden, starken Szene ein. Lebendig begraben zu sein, das ist eine Urangst des Menschen und es gelingt ihm, dem Leser zu vermitteln, wie sich das anfühlt. Leider fehlt den anderen Passagen diese Sinnlichkeit und Atmosphäre, der übrige Text besteht fast ausschließlich aus Dialogen und Handlungsbeschreibungen. Das Buch hat (bei 384 Seiten) 52 Kapitel und jedes wechselt die Erzählperspektive. Das unterbricht ständig den Erzählfluss, bremst die Spannung aus und lässt dem Leser keine Zeit, die Figuren kennenzulernen und sich in die Situationen einzufühlen.

Ein entscheidendes Manko sind die Figuren bei Arno Strobel. Obwohl Kommissar Menkhoff schon in Strobels zweitem Buch Das Wesen eine Hauptperson war, gewinnt er in Der Sarg kein Profil und seine behaupteten Leiden lassen den Leser ebenso kalt wie die der Opfer. Weder die Haupt-, noch die Nebenfiguren haben "Fleisch" und entwickeln ein Eigenleben. Besonders die vielen Nebenfiguren wirken nicht lebendig, sondern flach und funktional. Sie dienen dazu, Leser und Ermittler auf falsche Fährten zu führen und /oder Fakten zu übermitteln. Das machen zwar auch die Spitzenautoren des Krimigenres, aber sie machen es wesentlich eleganter als Arno Strobel. Fast jede der vielen Figur hat heimliche Querverbindungen zu einer anderen. Dem zu folgen ist eher anstrengend und verwirrend als spannend.

Ein weiterer Schwachpunkt sind Arno Strobels Dialoge. Sie wirken oft hölzern und nicht lebensecht.

 

"Guten Abend, Eva. Ich bin froh, Dich wohlauf zu sehen.&. Meine Sorge war also berechtigt. Aber was fehlt dir denn, Eva?".

 

Sprachlich unterscheiden sich nur wenige Figuren und die Sprache weckt über weite Stellen keine emotionale Anteilnahme.

Nach einem starken Beginn und einem durchschnittlichen Mittelteil zieht die Spannung am Ende wieder an. Allerdings enttäuscht Arno Strobel, indem er bei der Auflösung zu der plumpen "Der Kommissar"-Methode greift: Der Täter erklärt sich und sein Vorgehen wortreich, damit auch wirklich jeder Leser das vorherige Geschehen verstanden hat. Das wäre gar nicht nötig, denn im Großen und Ganzen hat Arno Strobel die ausgefallene Geschichte logisch entwickelt und er gibt dem Leser genug Hinweise, die ihn selbst zur Lösung führen können. Wie man das gleiche Thema raffinierter umsetzt, hat zum Beispiel Belinda Bauer mit Der Beschützer vorgemacht.

Als Psychothriller, aus der Sicht der Protagonistin geschrieben, wäre Der Sarg vielleicht ein Volltreffer geworden, aber Arno Strobel wechselt immer wieder in die Ermittlungsarbeit und dann ist Der Sarg ein klassischer, recht biederer Krimi. Überzeugende Charaktere, gute Dialoge und ein ansteigender Spannungsbogen daran mangelt es dem vierten Krimi von Arno Strobel. Trotz aller Schwächen steckt in Arno Strobels Werk viel Potential. Der Autor besitzt das dramaturgische Rüstzeug und er hat ein Händchen für tolle Stoffe. Ihm fehlt (noch?) die Virtuosität, um lebendige Charaktere und Dialoge zu kreieren. Seine Bücher sind aber schon jetzt handwerklich solide und unterhaltsam genug geschrieben, um sich erfolgreich zu verkaufen.

Der Sarg

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Letzte Kommentare:
10.01.2017 00:08:38
fraktur

Im Endeffekt ein sinnloses Buch, aber wer auf übliche Psychopathen-Thriller steht wirds mögen. Man kanns auch gequirlte Psychokacke nennen. Hölzern der Sarg, hölzern Dialoge und Schreibstil. So redet der Psychiater ein paar Stunden nach einer Schädelfraktur wieder flüssig und kann sauber erklären was passierte. Multiple Persönlichkeit aufgrund massiven Missbrauchs in der Kindheit. Wenn man einige Passagen und Seiten nur überfliegt hat man nichts verpasst und ist schneller durch, um was gutes von z.B. Ruth Rendell zu lesen

20.02.2016 21:02:53
pema

bisher gelesen von A. Strobel:
"Die Flut" und "Das Skript", beide hervorragend. insbesondere bei letzterem der Gedankenblitz beim nachgebauten Keller.
"fremd" war schon weniger toll, die Geschichte so was von überzogen mit der australischen Rettungsmannschaft.
"Der Sarg" allerdings war am Ende sehr enttäuschend, multiple Persönlichkeiten, d.h. zuviel Psychokram.
"Das Wesen" war schon wieder deutlich besser, je näher Strobel an einer möglichen Realität bleibt, umso besser ist er.

13.09.2015 15:43:20
Kekepania

Von diesem Autor kenne ich nur den "Trakt", ein Buch, das ich persönlich sehr spannend und ganz gut geschrieben fand.
"Der Sarg" kann nicht mithalten, es ist zeitweise recht anstrengend zu lesen und ich möchte gern quer über die Seiten fliegen, denn man wartet darauf, dass die Handlung wieder in Schwung kommt. Schade, ich hatte mir mehr erhofft!

19.05.2015 16:15:07
Tiggikatze

Ich fand das Buch "Der Sarg" super spannend. Von Anfang bis Ende. Ich habe richtig mitgefiebert wer der Täter sein könnte. Das Buch ist echt empfehlendswert ( so wie alle seine Werke ). Ich habe sie alle gelesen und jedes Buch ist Spannung pur. Ich sage nur Leute lest das Buch unbedingt. Der Autor schreibt echt super.

19.07.2014 13:22:51
Petra S-B

Nach "Das Skript" das zweite Arno-Strobel-Buch, das ich gelesen habe. Ich fand es spannend und fesselnd. Der Schreibstil nach wie vor super zu lesen. Spannung gut aufgebaut und gehalten, doch leider gefiel mir das Ende nicht. Die gespaltenen Persönlichkeiten fand ich einfach zu platt. Aber das ist meine persönliche Meinung und trotzdem war das Buch gut genug um dann noch "Das Rachespiel" zu lesen.

24.12.2013 23:50:01
konny

Ich hab das Buch innerhalb weniger Stunden durch gelesen, weil es wirklich spannend geschrieben war. Zu keiner Zeit hatte ich das Bedürfniss es weg zu legen, naja doch gestern abend im Bett, ich hatte Angst nicht mehr schlafen zu können, gut und spannend geschrieben, ich denke das war nicht mein letzter Krimi von diesem Autor. Klasse von mir 85 Grad

18.09.2013 19:22:42
Mell

Ein absolutes WAHNSINNSBUCH! Was soll man da mehr sagen? Glaubhaft, spannend - ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen - eines ist klar - ich werde mehr lesen von Arno Strobel. Zwischendurch hatte ich richtig Gänsehaut - Bei dem Buch war es so bei mir - ich les noch ein Kapitel - dann geh ich schlafen - allerdings wurden es dann 3-6 - ich bin eher irgendwann eingeschlafen (so gegen 4 Uhr morgens) - weil ich die ganze Nacht gelesen hatte. Sobald auch nur Zeit war, habe ich weitergelesen. Auf der einen Seite, wollte ich schnell fertig werden - aus Neugier auf das Ende - aber am Ende fand ich - es hätte auch noch viel mehr Seiten haben können - damit es nicht endet!

12.04.2013 10:18:41
Sturmleser

Also ich muss sagen das ich mich mit dem Thriller in den ersten 50-70 Seiten irgendwie nicht anfreuden konnte. Natürlich habe ich weitergelesen und ihm die Chance gegeben mich trotzdem zu überzeugen. Leider hat dies nur mäßig funktioniert! Ich fand die Polizeiarbeit in diesem Thriller ganz schon langgiebig und lasch. Immer wieder diese wiederholten Nachfragen aufgrund irgendwelcher Versämnisse bei den Aussagen fand ich auf Dauer doch echt zährend. Klar bringt das wieder Spannung mit sich, aber es würde auch reichen wenn dies 2 Personen machen und nicht gefühlte 8! Vom Schreibstil gefällt mir die Umsetzug von Arno Strobel, ist übrigens mein erstes Buch von Ihm. In einigen Fällen fesselt der Thriller einen wirklich und es ist schwer aufzuhören, dann gibt es wieder Phasen in denen das alles so vor sich herplätschert. Ich fand die schnellen Szenenwechsel teilweise spannungsbringend, teilweise etwas nervig. Allerdings kam das Ende für mich schon sehr überraschend, dass muss ich zugeben. Nur leider wurde dies in ein paar Seiten geschrieben, da hätte ich mir bei der Auflösung doch etwas mehr Spannung nochmal gewünscht. Ich werde Arni auf jeden Fall noch eine Chance geben und bald noch ein weiteres von Ihm lesen.

08.04.2013 00:03:07
Jazzylin

EDIT
Natürlich sollte es heißen:
"Sie ist rasant und spannend geschrieben, sodass KEINE Langeweile aufkam."

Sorry, ich sollte das nächste Mal beim Schreiben lieber meine Brille aufsetzen!

Und (nicht nur) um die 300 Pflichtzeichen zu erfüllen:

Auch die Hauptfiguren von "Der Sarg" sind gut beschrieben, ich persönlich konnte mit ihnen mitfiebern. Dass jede von ihnen heimliche Querverbindungen zu einer anderen hat, verleiht der Geschichte eine extra Portion Spannung.

07.04.2013 23:46:10
Jazzylin

Falls man schon ein paar Thriller gelesen hat, ahnt man bei "Der Sarg" bereits nach wenigen Seiten, wer der Mörder ist und wie alles zusammenhängt.
Mit etwas mehr Grips hätten die Ermittler, oder doch zumindest der Psychiater, den Fall ebenso schnell gelöst wie der Leser des Buches.
Dennoch hat mich die Geschichte gefesselt. Sie ist rasant und spannend geschrieben, sodass für Langeweile aufkam. Auch das will gekonnt sein! Dafür gibt's von mir 80 Grad

04.04.2013 11:35:13
Kritikrax

Die Kritik von Oblomow dürft Ihr nicht beachte, glaube er ist sich nichht bewusst was für einen ausgemachten Blödsinn er da schreibt.
Da muss ich einfach antworten.
Eine bodenlose Frechheit.
Wahrscheinlich hat er einen persönlichen Hass auf den Autor, oder aber er ist ebenfalls ein wenig Abnormal, um es höflich auszudrücken.
Finger Weg von Kritiken verfassen Oblomow, weiss nicht was Du für ein Problem hast, das du so einen Mist den Leuten zumutest die hier ernsthaft nach ehrlichen Buchkritiken suchen.Das beste Buch das ich im vorigen Jahr gelesen habe, und ich so ca.80 Bücher gelesen.
Gratuliere Arno Strobel - 100%

26.02.2013 12:12:39
Sepp Schlegel

Was soll der Hokuspokus nach Psycho-Manier am Schluss? Nach stundenlangem Lesen des langfädigen und zu oft geschwätzigen "Thrillers" neige ich zur Annahme, dass dem Autor die Ideen ausgegangen sind. Nach der Lektüre der vorangegangenen Werke von Strobel muss ich leider feststellen: "Der Sarg" ist trotz toller Verpackung ein Absacker, der enttäuscht.

23.02.2013 11:49:43
Babs

Tolles Buch, ist mein erstes von Arno Strobel, wirklich spannend (hab schon sehr viele Krimis gelesen) Bis jetzt war Andreas Franz mein deutscher Lieblingsautor - aber Strobl kann da gut mithalten!! Freu mich schon darauf seine anderen Bücher zu lesen! Finde die Kommentare über Bücher immer sehr hilfreich beim Bücherkauf (hätte mir einige sparen können, wenn ich schon früher mal diese Webseite besucht hätte!

21.02.2013 18:58:55
raso

Ich habe es am 16.01.2013 bekauft und am 17.01.2013 morgens hatte ich es durch !!!
Absolut lesenswert. Wer "Das Wesen", "Der Trakt" und "Das Skript" kennt, der weiß, was er bei "Der Sarg" zu erwarten hat. Spannung und das von vorne bis hinten.
Meinem Vorredner kann ich nur zustimmen.
Also ein Autor, der es in sich hat, Leser in den Bannn zu ziehen.

21.02.2013 13:11:53
Kerstin Thieme

Die 37-jährige Eva Rossbach, Inhaberin eines großen Maschinenbaubetriebes, wacht nach einem furchtbaren Albtraum in ihrem Bett auf. Beängstigend real fühlte es sich an, in einem Sarg eingeschlossen um sein Leben zu kämpfen. Doch kurz darauf entdeckt sie an ihrem Körper Blutergüsse und Kratzspuren. War wirklich alles nur ein Traum? Zur gleichen Zeit findet die Polizei in Köln die erstickte Frauenleiche von Inge Glöckner, der Halbschwester von Eva. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Mord und Evas Traum? Es gibt weitere Opfer und weitere Träume. Legt es jemand darauf an, Eva in den Wahnsinn zu treiben? Kommissar Menkhoff und seine Mitarbeiter verfolgen fieberhaft jede Spur und stehen doch vor immer mehr Rätseln.

Meine Meinung:

Beim Fischer Verlag erscheint nunmehr im gewohnt einheitlichen Design nach dem Erfolgs-Thriller „Das Skript“ der nächste Streich von Bestseller-Autor Arno Strobel. Mit dem Lebendig-Begraben-Sein hat er sich eine besonders perfide Angstvorstellung seiner Leser zum Thema erkoren und er verursacht durch extrem hohes Einfühlungsvermögen bei diesem ein Wechselbad der Gefühle. Hautnah ist man an Eva dran, während sie im Sarg droht den Verstand zu verlieren, und ist doch gleichzeitig froh, dass man wohlbehütet in seiner gewohnten Umgebung ist und nur ein Buch vor sich hat.

Leser von „Das Wesen“ werden sich freuen, eine bekannte Figur in Gestalt von Bernd Menkhoff wiederzutreffen, der inzwischen von Aachen nach Köln versetzt wurde. Einmal mehr beeindruckt die gründliche Recherche, was den Polizeialltag und die Ermittlungsmethoden betrifft. Dass der Hauptkommissar neben der Jagd nach dem Täter auch immer noch unter den Auswirkungen seines letzten Falles sowie der Trennung von Frau und Kind leidet, macht ihn nur menschlicher. Mit Jutta Reithöfer ist ihm eine taffe Partnerin an die Seite gestellt worden, die durch Intelligenz und Verständnis punktet.

Zum Fall selbst kann ich gar nicht so viel sagen, ohne wichtige und für das Verstehen notwendige Wendungen vorwegzunehmen. Auf jeden Fall treffen einige beschriebene Szenen mitten ins Herz und verursachen Übelkeit ob der Grausamkeit, zu der manche Menschen fähig sind. Abschließend möchte ich Arno Strobel nur beglückwünschen, dass er es wieder geschafft hat, trotzdem ich ihm diesmal ziemlich nah auf der Spur war, für eine faustdicke Überraschung zu sorgen. Der Autor hat sich mit „Der Sarg“ endgültig seinen festen Platz unter den Besten des Thriller-Genres in Deutschland erschrieben.

15.02.2013 11:20:17
wendelin

Guter Thriller mit kleinen Schwächen

Haben Sie schon mal geträumt, sie wären lebendig begraben? Eva, träumt diesen Traum ständig. Und nach dem Aufwachen hat sie seltsame Verletzungen, die nur von ihren Befreiungsversuchen herrühren können. Oder bildet sie sich alles nur ein? Als ihre Halbschwester auf genau dies Art ermordet wird, beginnt ein Katz und Maus Spiel, in dem man nie genau weiß, ob Eva Dreh- und Angelpunkt des Grauens oder das nächste Opfer ist?

Ein fulminanter Einstieg. Selten hat das Etikett Psycho-Thriller so gut gepasst, wie auf Arno Strobels Bücher. Er versteht es meisterlich mit unseren Urängsten zu spielen und daraus einen gut konstruierten und spannenden Plot zu stricken. Häufige Änderungen des Blickwinkels tun ein Übriges, den Leser bei der Stange zu halten und gleichzeitig in die Irre zu führen. Nach jedem Kapitel ist man gezwungen, seine Schlüsse neu zu überdenken und zu korrigieren. Die Polizei tappt die ganze Zeit im Dunkeln. Allen voran Hauptkommissar Menkhoff, den wir schon aus „Das Wesen“ kennen und der auch in „Der Sarg“ nicht sympathischer geworden ist.

Nach so viel Lob, nun die Kritik. Wenn man ein Buch schreibt, muss man als Autor seine Hausaufgaben machen. Wer also „Platzangst“ oder Agoraphobie mit Klaustrophobie verwechselt, der hat sie nun mal nicht gemacht. Ein solcher Fauxpas darf nicht passieren.

Die Charaktere sind zwar sauber ausgearbeitet, dennoch fehlt ihnen der emotionale Tiefgang. Es gibt ganz wenige Stellen im Buch, wo ich wirklich mit den Figuren mitgelitten habe. Das können andere Autoren besser.

Last but not least habe ich zu schnell durchschaut, wohin der Hase läuft. Auch wenn Arno Strobel es immer wieder geschafft hat, mich zu verwirren. Und so war der Schluss eben nicht ganz so überraschend und deshalb das letzte Fünftel des Buchs für mich enttäuschend.

Trotz einiger Punktabzüge in der B-Note, ist es wieder ein wirklich guter, relativ unblutiger Psycho-Thriller geworden, den ich guten Gewissens empfehlen kann.

12.02.2013 11:42:26
sorrow

Jetzt wollte ich mir auch das 4. Buch von Arno Strobel kaufen und habe es auch wirklich schnell gelesen. Es kommt keine langeweile vor und ist auch wirklich spannend bis zum Schluss. menkhoff kannte ich ja bereits aus das Wesen. Die Geschichte selbst ist auch sehr interessant und gut geschrieben.
Allerdings konnte es nicht an die vorangegangenen Bücher anknüpfen. Teilweise fehlten mir persönlich einge genaueren Details über die Personen welche diesmal einige auch sehr merkwürdig waren. Und der Schluss war etwas kurz und zu schnell zu Ende.

28.01.2013 21:12:42
oblomow

Was war da los?
Herr Strobel, jemand der schon das eine und andere, durchaus unterhaltsame und- wir haben es mit Wohlwollen vermerkt- wohlkonstruierte Buch verfasst hat, legt jetzt DAS vor.Krankheit? Trauerfall? Irgendwas echt Schlimmes oder schlichte Schludrigkeit?Wir wissen es nicht.Ich bin überhaupt nicht der Meinung der der Vorschreiber.
Vielmehr halte ich dieses Werk für schlicht missglückt.Wenn man (bitte halten zu Gnaden, Strobel, da müssen sie durch) Rosamunde Pilcher längere Zeit eingesperrt und nur wenig bedroht hätte- etwas Schlafentzug und der Hinweis auf die Verkäuflichkeit des von ihr geforderten Elaborats hätten vermutlich genügt- hätte sie routiniert etwas verfasst, das diesem Buch (Der Sarg) zumindest ähnlich gewesen wäre.Alles ganzganz schlimm.Figuren? Aus dem Baukasten.Struktur? Das Timing stimmt nicht.Aber das Allerallerschlimmste: die Auflösung.
Totale Katastrophe für einen 2013 erschienenen Roman.GEHT GARNICHT.(Oh Strobel- vielleicht hatten sie die Zeit nicht- die Arbeit, die Familie. und der Verlag will unbedingt Neues und dann liefert man halt. wir empfehlen: kalt duschen, gut frühstücken und bei einem Spaziergang im Wald gaaanz intensiv in sich hineinhorchen.Da geht mehr.)findet:Oblomow

27.01.2013 19:22:31
elfenfee33@yahoo.de

hallöle zuammen .. habe den SARG gestern begonnen , mittlerweile auf seite 114 und sauspannend . tolle charaktere.. einfacher schreibstil , mysisch angehaucht - toll alles in allem . bin gespannt was mich noch alles ! erwartet . aber jetzt schon mal volle verdiente 90% für herrn strobel- weiter so

18.01.2013 18:47:53
zahnfee

Inhalt:

Mehrere Frauen werden in Köln lebendig in einem Sarg begraben, und obwohl die Ermittler Hinweise erhalten kommen sie zu spät um die Frauen zu retten. Alle sterben außer Eva Rossbach. Sie erwacht morgens wieder in ihrem eigenen Bett, nachdem sie fürchterlich vom lebendig begraben sein geträumt hat. Aber war es wirklich nur ein Traum? Sie hat Abschürfungen am Körper.

Das Cover ist sehr einfach gehalten, rote Schrift auf schwarzem Grund und eine Frau mit angstverzerrtem Gesicht. Wie bei " Der Trakt", " Das Wesen" und " Das Skript" kann das Cover sofort dem Autor zugeordnet werden.

Meine Meinung:

Die Anzahl der Charaktere ist überschaubar und man kommt dank des erzählerischen Talents des Autors sofort in die Geschichte hinein. Geschickt spielt er mit den verschiedenen Perspektiven, man weiß jedoch immer wer gerade gemeint ist. Dr. Leienberg als Psychiater versucht zu helfen. Die Kommissare Menkhoff (bekannt aus " Das Wesen"), mittlerweile von Aachen nach Köln gezogen, und Reithöfer sind sympathisch und toll charakterisiert und deren persönliche Note ist vorhanden greift aber nie negativ auf die Handlung über sondern erhöht deren Reiz durch persönliche Sympathien und Antipathien.
Familie Wiebking leitet die Firma von Eva und steht ihr mit Freundin Wiebke bei, denn Hauptfigur Eva Rossbach sehr vorsichtig, zurückhaltend schüchtern und verhuscht, oft vergesslich und jetzt auch noch von entsetzlichen Alpträumen geplagt. Manchmal empfand ich die Charakterisierung von Eva als ärgerlich, so ein verhuschtes, teilweise unvernünftig agierendes Blondinchen...grr.

Das Buch ist in 58 Kapitel gegliedert, die die erzählte Geschichte sehr gut einteilen und natürlich auch die Spannung halten. Herr Strobel hat das Talent sprachlich sehr genau und ohne Umschweife Storys, Umgebungen und Charaktere zu beschreiben, so dass das Buch durchweg spannend ist. (ich habe es in einer Nacht gelesen, weil ich kein Ende fand :)

Die Geschichte an sich ist gut durchdacht, gut aufgebaut und das Ende schlüssig.

Fazit:
Ein rundherum gelungener Psychothriller, der relativ unblutig, doch mit hohem Gänsehautfaktor zu überzeugen weiß.

16.01.2013 21:45:49
Julia K.-L.

Hauptkommissar Menkhoff ermittelt in einem Fall, der mehr Fragen als Antworten liefert. Ein Täter, der Frauen bei lebendigem Leib begräbt & selbst entscheidende Hinweise zur Auffindung liefert. Eine Frau, die an ihrem Alptraum leidet, in einem Sarg eingesperrt zu sein und qualvoll erstickt, um dann mit Blutergüssen und schmerzenden Gliedern aufzuwachen.
Halbwahrheiten, ein abscheuliches Familiengeheimnis & ein Gewirr aus Habgier, Schmerz & tiefsten Hass machen ihm das Leben schwer & diesen Fall so interessant!
Strobel versteht es meisterhaft, uns Leser an ein Buch zu fesseln & uns bis zur letzten Seite in Atem zu halten. Er spielt mit unseren Urängsten & greift aktuelle Themen auf (Missbrauch an Kindern)ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Ein beklemmend-beängstigender Roman, mit unglaublich realistischen Beschreibungen von Emotionen, Gefühlen & Empfindungen, um uns einen eisigen Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen zu lassen. Genau diese grandiose Mischung macht es so spannend!
Absolut lesenswert! Hochspannung von Anfang bis Ende!