Der Schrei der Möwe

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Bielefeld: Pendragon, 2013, Seiten: 384, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Gute Grundlage für eine neue Serie

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2012

Für David Klein läuft es momentan alles andere als rund. Seine Privatdetektei erhält kaum noch Aufträge, die Scheidung von seiner Frau ist noch nicht richtig verarbeitet und die Entziehungskur wurde auf eigenen Wunsch vorzeitig abgebrochen. Um wieder zur Ruhe zu kommen fährt er für ein paar Tage nach Italien, wo er schon vor Jahrzehnten als Kind mit seinen Eltern seinen Urlaub verbrachte. Doch seine Erholung muss verschoben werden, denn Direktor Cavallo bittet Klein, in aller Diskretion eine Diebstahlserie in seinem Hotel aufzuklären. Als diese aufgeklärt ist bedankt sich Cavallo gleich mit einer Mitteilung an alle Hotelgäste, wodurch ein anderer Hotelgast auf Klein aufmerksam wird. Werner Hagmann, der mit seiner deutlich jüngeren Frau Lucia seine Flitterwochen verbringen möchte, beauftragt Klein Lucia zu suchen, da diese am Vorabend nicht vom Joggen zurückkam und seitdem spurlos verschwunden ist. Mit Hilfe der attraktiven Anna, die an der Hotelbar arbeitet, macht sich Klein auf die Suche nach der jungen Frau. Schon bald findet er einen deutlichen Hinweis der nahelegt, dass Lucia einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Dummerweise drängt sich jedoch ausgerechnet der Ehemann selbst als Hauptverdächtiger auf und wird prompt verhaftet.

 

Werner Hagmann hatte mich beauftragt, den Mann zu finden, der hinter dem Verschwinden seiner Frau steckte. Und ich hatte ihm diesen Mann geliefert. Die Spur, der ich gefolgt war, hatte eine 360-Grad-Drehung genommen. Der gesuchte Mann war Hagmann selbst. Aber ergab das überhaupt einen Sinn? Warum sollte Hagmann einen Privatdetektiv auf sich selbst ansetzen?

 

Klein zweifelt und ist bereit weiterhin für Hagmann zu arbeiten. Nachdem sich im Hotel jedoch ein mysteriöser Todesfall ereignet, gerät Klein selber in Verdacht…

Bisher erschienen von dem Schweizer Krimiautor Stefan Naglis zwei Romane der Marc-Steiner-Reihe, von denen der erste Fall Der Schatten des Geldes mit dem Zürcher Krimipreis 2008 ausgezeichnet wurde. Nun betritt der ehemalige Drogenfahnder und inzwischen zum Privatdetektiv umgesattelte Ich-Erzähler David Klein die Bühne. Dieser strauchelt durch sein deutlich in Schieflage geratenes Leben. Die Trennung von Frau und Tochter lastet schwer, finanziell sieht es nicht rosig aus und zu allem Übel ist sein Alkoholproblem trotz Entziehungskur nicht gelöst. Nur einen Whisky am Tag hat er sich versprochen, doch scheint es unmöglich dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ein Lichtblick findet sich aber immerhin in der attraktiven Anna, zu der sich Klein auf den ersten Blick hingezogen fühlt.

 

Wir hatten ein Wohnquartier aus hohen Plattenbauten erreicht. Die grauen Wohnsilos ragten wie Türme einer Geisterstadt in den Himmel. Auf den kleinen Balkonen waren Satellitenschüsseln und ausgehängte Wäsche zu sehen. Mir kam der Vergleich mit Bienenwaben in den Sinn, gigantische Bienenstöcke. Nur dass hier jeder nur für sich sorgte, im Gegensatz zu den sozial lebenden Insekten. Und hier war das Ergebnis nicht Honig, sondern Hoffnungslosigkeit.

 

Der Plot selbst ist durchweg spannend und bietet einige der hinreichend bekannten Zutaten. Eine junge, attraktive Frau verschwindet und da ihr Ehemann fast dreißig Jahre älter ist, liegt der Verdacht auf einen heimlichen Liebhaber nahe. Doch es kommt anders und daher darf man auf einige Überraschungen gefasst sein, wenngleich die geringe Anzahl mitwirkender Personen die Auswahl der in Frage kommenden Auflösungen doch deutlich reduziert. So wird nicht jeder Leser vom Ausgang der Handlung überrascht, dessen ungeachtet aber gut unterhalten sein. Der Erzählstil ist locker-humorvoll, der Protagonist ein nachdenklicher Hau-Drauf-Einzelgänger und zu guter Letzt fehlen weder Action noch der Prototyp eines 08/15-Polizisten. Arrogant, unfähig und in einem strikten Schwarz-Weiß-Denken gefangen; Entweder man ist Polizist und gehört dazu oder man ist draußen.

Sieht man von dem Titel, dem unscheinbaren Buchcover und einem äußerst fragwürdigen Klappentext ab, entpuppt sich Der Schrei der Möwe als ein überraschend guter Krimi mit Potential für den Start einer neuen Krimiserie.

Der Schrei der Möwe

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