Der letzte Wille

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • London: Bantam, 2007, Titel: 'The last breath', Seiten: 352, Originalsprache
  • München: Heyne, 2013, Seiten: 480, Übersetzt: Conny Lösch

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Jochen König
Alte Liebe rostet nicht, alte Liebe stirbt

Buch-Rezension von Jochen König Dez 2012

Als der Journalist Terry Hewitt erschossen aufgefunden wird, stattet die Polizei der Journalistin Paddy Meehan einen Besuch ab. Hatte Hewitt sie doch als "nächste Angehörige" angegeben, falls ihm etwas zustieß. Paddy identifiziert den Mann, mit dem sie vor Jahren eine Affäre hatte, aber seitdem kaum noch Kontakt hielt. Hewitt berichtete von den Krisenherden überall auf der Welt, während Paddy Erfolge mit ihrer sarkastischen, gesellschaftskritischen "Misty"-Kolumne einheimste.

Unversehens sieht sich Paddy Meehan konfrontiert mit ihrer eigenen Vergangenheit und einem Mord, der eng mit Hewitts Reportagen verbunden sein könnte. Ein kurz vor dem Erscheinen stehender Bildband und Hinweise auf Aktivitäten der IRA in Schottland machen die verzwickte Geschichte nicht einfacher. Erst recht nicht, als Meehan samt Familie persönlich bedroht wird, und die Ermittlungsbehörden um Abwiegelung bemüht sind. Wie kaum anders zu erwarten, zieht Paddy sich nicht zurück, sondern reagiert wie eine Löwenmutter, deren Nachwuchs bedroht wird. Das ausgerechnet ein gerade aus der Haft entlassener Kindermörder entscheidend in die Handlung eingreift, gehört zu einer der eigenwilligen Kapriolen, die Denise Minas Roman schlägt.

Der letzte Wille beginnt furios, mit brutaler Konsequenz und endet ungewöhnlich finster. Hier läuft Mina zu großer Form auf. Leider produziert sie dazwischen, was die Spannungsdramaturgie angeht, ziemlich viel Leerlauf. Redaktionsalltag, Familiengeschichte(n), Sozialreport, Minas Roman verbindet all das zu einem stimmigen Ganzen, von einigen Unebenheiten abgesehen, das als Porträt einer kämpferischen Frau, die sich in einer patriarchalischen Gesellschaft durchzusetzen versucht, überzeugt. Mina legt ihre Paddy Meehan nicht als Mischung aus Suffragette und Wonder Woman an, sondern als Frau, die mit Problemen und Zweifeln zu kämpfen hat, auch mal des Publikumserfolges wegen Schaumschlägerei betreibt, doch immer loyal und meist zielgerichtet bleibt.

Obwohl die einzelnen Erzählstränge sich letztlich nachvollziehbar verzahnen, erfordern die Passagen um den vor der Haftentlassung stehenden Callum Ogilvy Geduld und Interesse an einer Figur, die bereits in Minas Der Hintermann eine wichtige Rolle spielte. Es dauert, bis Callum für den aktuellen Roman als Aktivposten – außerhalb seiner Geschichte - zur Verfügung steht. Dafür dann umso nachhaltiger.

Paddy Meehan selbst kämpft mit ihren überzähligen Pfunden, ihrer verzwickten Familiengeschichte, die sich nahtlos vom Elternhaus in die eigene Lebensplanung fortgepflanzt hat. Die Sorgen um die klösterliche Schwester Mary Anne und die Aktivitäten mit Sohn Paul (plus all die Anekdötchen am Wegesrand) bremsen Minas Geschichte ein ums andere Mal aus. Man muss schon viel Interesse an Paddys Sorgen, Nöten und Beweggründen besitzen um Der letzte Wille durchweg gelungen zu finden.

Wem das nicht obliegt, der findet einen Roman mit starkem Beginn, spannenden Episoden im Mittelteil und konsequentem Ende vor, der statt mit 475 Seiten mit rund 300 auskommt.

Der letzte Wille

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Letzte Kommentare:
22.11.2015 13:50:20
mr.beerbelly

Dem KC-Rezensenten ist ein Lesefehler unterlaufen:Der Sohn von Paddy Meehan heißt nicht Paul,sondern Pete.Davon abgesehen ist die Besprechung korrekt,wenn auch zu wohl wollend,da der Faktor Langeweile sehr unterbewertet wird und der Roman riesiges Potential als Gähnhilfe und
Schlaftablettenersatz hat.