Lupenrein

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt am Main: Societätsverlag, 2011, Seiten: 315, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Vielschichtiger Thriller mit einigen Schwächen.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2012

Dennis Hauschild, Reporter einer Boulevardzeitung, stolpert förmlich über eine Leiche im Frankfurter Filmmuseum. Da er eine große Story zwecks klammer Kassenlage gut gebrauchen kann, macht er zunächst Fotos vom Tatort bevor er die Polizei benachrichtigt. Das Bild von der grausam inszenierten Leiche mit festgenagelter Zunge und einem goldschimmernden Ei in der Hand sind der Aufmacher am nächsten Tag. Derweil sehen sich die ermittelnden Kommissare Schreiner und Köhler von Staatsanwalt Schultz angesichts der Fotos mit unangenehmen Fragen konfrontiert. Das am Tatort vorgefundene "Ei" ist natürlich nur eine Fälschung der weltberühmten Fabergé-Eier, deutet jedoch darauf hin, dass es Zusammenhänge zu offenbar neu aufgetauchten Schätzen der Zarenfamilie gibt. Der polnische Kunsthändler Markowski wittert jedenfalls das größte Geschäft seines Lebens, während der für den russischen FSB arbeitende Tschernenko den gestohlenen Schmuck endlich nach Russland zurückholen möchte. Währenddessen bemüht sich Holger Christmann, Mitglied der Bürgerlichen Partei und Topkandidat für den Posten des künftigen Innenministers, mit einer ordentlichen Finanzspritze das Finale der Landtagswahlen zu bestreiten. Markowski bietet ihm einen siebenstelligen Betrag, sofern sich Christmann als künftiger Minister für ihn einsetzt, sprich bei Problemen mit Behörden behilflich ist. Als ein zweiter Mord geschieht, gerät plötzlich der Reporter Hauschild in das Blickfeld der Ermittler, da er zum zweiten Mal vor ihnen am Tatort eintrifft. Aber auch für Christmann wird es zunehmend ungemütlicher…

Der neue "Frankfurt-Krimi" von Udo Scheu, der die Staatsanwaltschaft in Frankfurt leitete und als Landespolizeipräsident von Hessen tätig war, ist bei genauerer Betrachtung eher als Polit-Thriller einzuordnen, wobei auch diese Bezeichnung nicht wirklich zutrifft. Zwar geht es natürlich um die Aufklärung der skurril zur Schau gestellten Mordfälle, jedoch ermitteln die Kommissare Schreiner und Köhler für einen Krimi dann doch entschieden zu wenig. Man kann (zurückhaltend formuliert) behaupten, sie haben eine Statistenrolle, denn als plötzlich mal ermittelt wird, geschieht dies vor allem durch Staatsanwalt Schultz persönlich. Angesichts des beruflichen Werdeganges von Autor Udo Scheu nehmen wir das mal so - mit leichter Verwunderung - zur Kenntnis. Irritierend ist zudem, dass die "Ermittler" (einschließlich Staatsanwalt) ordentlich Zeit benötigen, die am Tatort verwendeten Kunst-Ei-Imitate den Fabergé-Eiern der Zarenfamilie zuzuordnen. Da weiß man als Leser schon mehr, wenn man sich allein das Buchcover ansieht. Dies zu den Schwachstellen des Plots, der sich ansonsten durchaus interessant darstellt.

Die Handlung springt immer wieder zwischen den einzelnen Darstellern hin und her, wobei es zunächst keinen erkennbaren Protagonisten gibt. Vielleicht noch am ehesten der Skandalreporter Hauschild, der sich mehr als einmal alles andere als "korrekt" verhält, beispielsweise wenn er Beweismittel zurückhält. Gelungen ist besonders die "politische Komponente" des Romans. Der zweifelhafte Aufstieg des ebenso skrupellosen wie karrieregeilen Machtmenschen Holger Christmann, allein der Nachname ist in diesem Kontext ja schon bemerkenswert, ist durchweg lesenswert. Hier der machthungrige Politiker, da der untertänige Gefolgsmann seines Parteivorsitzenden. So sind sie, die Politiker; jedenfalls werden die gängigen Vorurteile gegenüber den "gewählten Volksvertretern" bestens bedient. Beachtlich im positiven Sinne ist auch, wie die verschiedenen Handlungsstränge abschließend zusammengeführt werden, wobei die Auflösung der Morde allerdings ein wenig enttäuschend ist. Doch wie schon erwähnt: Wo die Polizei nur ansatzweise ermittelt…

Lupenrein

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Letzte Kommentare:
08.05.2014 13:00:35
Helmut Scheuplein

Ich fand den Krimi "Lupenrein" schlicht und wenig spannend. Der Aufhänger, die beiden spektakulären Mord, sind das einzige Orginelle, an dem Krimi. Ich habe mich durchgelesen und war am Ende froh, fertig zu sein. Ich habe bis zum Ende auf eine spannende Auflösung gewartet.
Ich werde wohl keinen weiteren Krimi von Scheu lesen.
Insbesondere die "Vielschichtigkeit" des Rezendenten Herrn Kijanski habe ich verisst.

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