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Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2012, Seiten: 5, Übersetzt: Sascha Rotermund

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Andreas Kurth
Wenn das Gehirn den Menschen schützt

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jun 2012

Elf Jahre alt ist Gabriel Naumann, als seine behütete Kindheit in einem Alptraum endet. In dieser Schreckensnacht werden seine Eltern getötet und das Haus der Familie brennt auf die Grundmauern nieder. Nur Gabriel und sein Bruder Daniel überleben – schwer traumatisiert. Der jüngere Bruder war in seinem Zimmer eingeschlossen, und wird von Gabriel gerettet, aber dieser kann sich absolut nicht an die Ereignisse des Abends erinnern. Beide Brüder landen in einem Heim, für Gabriel folgt ein Aufenthalt in der geschlossenen Anstalt. Er wird mit Elektroschocks gequält, und eine Drogenkarriere schließt sich an. 29 Jahre nach der schicksalhaften Nacht ist er clean, arbeitet seit vielen Jahren für eine Sicherheitsfirma – und kann sich noch immer nicht erinnern.Eines Abends wird er während der Arbeit von seiner schwangeren Freundin Liz angerufen, die überfallen wurde. Gabriel rast zum Ort des Geschehens, aber Liz ist nicht da. Damit beginnt für ihn ein absoluter Alptraum, denn sie ist entführt worden und keiner glaubt ihm. Die Suche nach seiner Freundin führt Gabriel in die finsteren Tiefen seiner Vergangenheit.

Marc Raabe hat mit diesem fulminanten Psychothriller seinen beachtenswerten ersten Roman vorgelegt – und gleich einen Treffer gelandet. Schon mit dem Prolog macht der Autor deutlich, dass es hier richtig zur Sache geht. Dabei wird erst anschließend deutlich, wo das Problem liegt. Der Protagonist kann sich an die dramatische Nacht nicht erinnern, und der Leser muss oder darf mit ihm rätseln. Im weiteren Verlauf setzt der Autor weniger auf rasante Action, als vielmehr auf meisterhaft inszenierte psychologische Spielchen.

Die primäre Perspektive ist die des Hauptprotagonisten Gabriel, aber es gibt auch immer wieder Einblendungen, in denen Liz die psychischen und körperlichen Leiden während ihrer Gefangenschaft schildert. Neben diesen beiden spielt auch der jüngere Bruder Daniel eine wichtige Rolle. Durch die Orts- und Perspektivwechsel, die zuweilen wie schnelle Umschnitte beim Film erfolgen, hält der Autor den Spannungsbogen konstant hoch. Der Leser ist stets eng am Geschehen, Marc Raabe vermeidet allzu weitschweifige Nebenhandlungen – wenn es Ablenkungen gibt, tragen sie im Nachhinein zum Fortgang der Geschichte bei.

Gabriel Naumann ist eine zunächst eher zwiespältige Hauptfigur. Im Laufe der Handlung erfährt der Leser jedoch mehr über seinen Leidensweg, der intensiv und nachvollziehbar geschildert wird. Trotz aller Regelverletzungen fiebert man dabei mit, zumal die Blenden zur gefangenen Liz dafür sorgen, dass zusätzliche Dramatik entsteht. Besonders bemerkenswert ist bei diesem gelungenen Thriller, dass Marc Raabe durch falsche Fährten und immer wieder neue Fakten dafür sorgt, dass Protagonisten und Leser gleichermaßen über die Antworten auf viele Fragen bis zum dramatischen Finale nahezu vollständig im Unklaren bleiben. Selbst routinierte Leser von Spannungsliteratur aller Art dürften hier erst am Ende den Gesamtzusammenhang in all seinen Einzelheiten erfassen.

Die psychologischen Aspekte sind in dem als "Psycho-Thriller" deklarierten Roman zuweilen unterschwellig zu spüren, zuweilen werden auch einfach brutale Fakten geschildert. Die drastische Intensität einiger Szenen sorgt in jedem Fall dafür, dass dieses Buch definitiv keine "Gute-Nacht-Lektüre" ist. Man muss also schon etwas Nerven haben, aber das setze ich voraus, wenn man als Leser zu einem "Psycho-Thriller" greift. Ein Detail, das mir besonders gefallen hat, kann ich hier nur andeuten, um nicht zu viel zu verraten. Das familiäre Umfeld des Entführers hat Marc Raabe ausgezeichnet konstruiert – da läuft es einem am Ende kalt den Rücken hinunter.

Das Debüt des Autors ist also wirklich gelungen, Marc Raabe hat hier gezeigt, dass er ein sehr guter Geschichten-Erzähler ist. Seine Protagonisten kann er ruhig noch etwas genauer zeichnen, insbesondere Daniel hätte noch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Aber das sind keine Minuspunkte, doch nach so einem Debüt hofft man schon noch darauf, dass es genauso gut oder gar ein wenig besser weiter geht. Auf das zweite Buch von Marc Raabe freue ich mich auf jeden Fall jetzt schon.

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Letzte Kommentare:
29.03.2018 20:43:56
Klaus

Guter Psychothriller.auch als Hörbuch.
Abwechselnd verfolgt man die Charaktere Liz und Gabriel. Kurze Kapitel, durchdachte Story und hochgehaltene Spannung bringen spannende Hör-und sicher auch Lesestunden.
Offene Fragen gibt es zum Schluss auch fast keine (ähm, was ist mit Gabriels Chef Z.?), so das hier ein gelungenes Autorendebüt vorliegt, das ich nur wärmstens allen Thrillerfreunden empfehlen kann...

01.10.2016 11:42:25
Thrillerfan

Irgendwie konnte mich die Darstellung der Vorgängeund deren Zusammenhänge nicht fesseln.
Ich gebe es zu, das Buch habe ich nicht zu Ende gelesen.
Aber natürlich ist das mein persönlicher Eindruck. Die Geschmäcker sind ja auch unterschiedlich.
Jedenfalls wird Raabe mit seinen weiteren Romanen nicht in meinem Regal landen.

02.07.2014 11:43:48
Orla2013

Die Geschichte ist so spannend wie sie abstrus ist. Der Autor trägt ziemlich dick auf und auf mich wirkt die Geschichte je länger sie dauert, um so un wahrscheinlicher. Ich schätze das nicht besonders, denn auch bei Krimis möchte ich das Gefühl haben "es könnte möglich sein". Das trifft hier für mich nicht zu. Dennoch war das Buch sehr spannend und nich hab's zuende gelesen.

22.04.2014 16:56:22
Margit Raven

Marc Raabe ist hier ein ganz außergewöhnlicher Psycho Thriller gelungen, der mich von Anfang bis zum Schluss gefesselt hat. Und das ist die Kunst, die einen guten Autor ausmacht. Der Leser geht nicht nur mit dem Protagonisten eine Verbindung ein, sondern auch mit den Nebenfiguren wie Liz und Daniel. Und diese Verbindung ist so stark, dass man die Geschichte am Ende mit etwas Wehmut verlässt. Der Schluss musste bei all dem faszinierenden Grauen einfach ein Happy End sein. Das bisschen Klischee nahm man dabei gerne in Kauf, so dass der Druck auf die Tränendrüsen geradezu wohltuend wirkte .Fazit: Eine intelligent aufgebaute Handlung. Die Sprache besitzt die Qualität, die einen Roman literarisch wertvoll machen. Ich bin gespannt auf Raabes zweiten Thriller.

09.02.2014 07:03:53
meni77

Ich muss mich der Mehrheit anschließen, ich finde das Buch beginnt gar nicht so schlecht, lässt jedoch je länger man liest stetig an Niveau nach. Die Gewaltszenen finde ich zwar nicht übertrieben (bin härteres gewohnt:), jedoch bewirken sie wie bereits erwähnt auch keine Spannung. Bei einem Debüt sollte man vielleicht nicht zu kritisch sein, seine Erzählform habe ich als ganz angenehm und einfach empfunden. Werde dem Autor mit Sicherheit noch eine weitere Chance geben, vergebe 70 Grad

04.06.2013 17:47:34
chatty1968

*COVER*

Durch die Biene, die im Blut sitzt, sowie das auftauchende Messer, ist sofort klar, dass man sich im Genre der besonderen Thriller aufhält.

Auch die farbliche Gestaltung: rot, weiß, schwarz ist schon sehr Thriller-like.



*STORY*

Der 11jährige Gabriel wird im Keller seines Elternhauses Zeuge einer grausamen Tat, diese führt ihn in die Psychiatrie.

29 Jahre später:

Gabriel arbeitet bei einer Sicherheitsfirma, als eines abends dort ein Alarm eingeht. Da Gabriel schon sehr lange bei der Firma arbeitet und bei seinem Chef auch eine Vertrauensstellung genießt, wundert er sich sehr darüber, dass sein Kollege vom Innendienst, zur Überprüfung des Alarms fahren soll. Entgegen den Anweisungen des Chefs, übernimmt Gabriel den Fall selbst. Im Haus angekommen, übermannt ihn ein seltsames Gefühl und im Keller ergreift ihn wieder die Erinnerung.

Die Erinnerung an eine schreckliche Tat.



*FAZIT*

Eines vorweg: Ich liebe Thriller, aber hier habe ich mich tatsächlich etwas schwer getan. Der Autor war stats bemüht, die Charakteren und Ereignisses ausführlich darzustellen. Aber wie wir aus der Zeugnissprache wissen: "war stets bemühlt" heisst, hat aber leider nicht geklappt. Und so auch bei diesem Buch.

Auch bei der Spannung ist es ein stetes Auf und Ab.

Als Debüt nicht schlecht, aber mit ganz viel Potential nach oben.

28.05.2013 22:33:25
JaneM.

Nein, keine weitere Zusammenfassung von mir- es ist bereits alles gesagt.
Insgesamt ist "Schnitt" ein guter Thriller- nicht nur für ein Debüt. Das Thema ist gut, der abwechselungsreiche Wechsel zwischen den Erzählperspektiven ist gelungen, nichts wird zu ausufernd oder zu oberflächlich abgehandelt, keine blöden Nebenschauplätze (die letztendlich unwesentlich sind). Es ist ein härteres Werk, das sich jedoch nicht platt in Brutalitätsschilderungen ergeht. Die Tatsache, dass die Charaktere widersprüchlich sind; Ecken haben, finde ich eher ansprechend. Gabriel ist beziehungsgestört, Daniel ein Weichei und Problemmeider- wie im richtigen Leben eben. Lediglich Liz bietet sich dem Leser als Identifikationsfigur an.
Dennoch ist die grobe Lösung recht bald deutlich. Die beschriebenen vielen falschen Fährten konnte ich nicht in dem Maße erkennen. Auch die Antwort auf die Kernfrage "Was ist so wichtig an dem verschwundenen Film?" kann früh vermutet werden. Sicher, am Ende fügen viele Details das Bild als Ganzes zusammen. Großartig überraschend ist es aber nicht.
Dennoch, ein guter, lesenswerter Thriller.
Beim folgenden Werk "Der Schock" bin ich auf jeden Fall dabei.

15.03.2013 19:49:32
wendelin

*Gutes Debüt mit einigen Schwächen*


Als Kind hatte Gabriel Naumann ein traumatisches Erlebnis, das ihn in die Psychiatrie brachte und das bis heute verhindert, dass er sich an die Nacht des 13. Oktobers erinnert. Jetzt 29 Jahre danach, holt ihn die Vergangenheit ein. Er kann seine schwangere Freundin nur retten, wenn es ihm gelingt sich zu erinnern.

Dieser Roman ist eine Mischung aus Psycho-, Horror- und Action-Thriller. Rasant und temporeich taumeln Gabriel und seine Freundin Liz durch die Handlung, die auch an Brutalität kaum zu überbieten ist. Wer schwache Nerven hat, sollte den Roman nicht als Bettlektüre lesen.

Die Figuren sind nicht vollständig herausgearbeitet. Daniel z.B. bleibt nur schwach ausgeleuchtet, ebenso der Bösewicht. Gabriels Leid hingegen ist schmerzlich gut nachvollziehbar. Nervig empfand ich die ständigen Gespräche, die Gabriel mit seinem Alter Ego führt. Obwohl es eigentlich ein Pageturner ist, musste ich öfter eine Lesepause einlegen, weil mir vom Tempo der Geschichte schwindlig wurde.

*Fazit: Als Debütroman nicht schlecht. Weniger „Action“ und mehr „Psycho“ hätten allerdings gut getan.*

14.02.2013 09:30:24
Umarie

Halt stopp, dieser Erstling ist wirklich kein Treffer. Die Geschichte ist gut, aber die Umsetzung ist tatsächlich wie schlechtes Fernsehen.
Ich bin froh, dafür kein Geld ausgegeben zu haben, dies hat für mich die Stadtbücherei erledigt. Wahrscheinlich aufgrund irreführender Rezensionen - lieber Herr Kurtz ;-))

05.12.2012 13:57:18
manni

Leider habe ich mir das Buch per Internet bestellt, konnte also nicht , wie in der Buchhandlung, erst einige Seiten anlesen. Egal, die ersten 60 Seiten lesen sich wie ein Script zu einer dämlichen Krimi-Doku-Soap, geschrieben auf Bildzeitungniveau. Die pepige Aufmachung läßt viel erwarten, der Frust dann um so größer. Das hat nichts im Entferntesten mit Literatur zu tun, solch vermeintliche Psychothriller werden zur Zeit wie Dutzendware in den Buchhandlungen den ahnungslosen Kunden aufgenötigt. Eine traurige Entwicklung. Mal wieder ein Fehlkauf für die Tonne. 0°

16.11.2012 14:55:30
Kerstin Thieme

Gnadenlos spannendes Psychothriller-Debüt

[Inhaltsangabe gestrichen. D. Redaktion]

Meine Meinung:

Der in Köln lebende Marc Raabe legt hier mit „Schnitt“ seinen ersten Psychothriller vor und ihm gelingt damit ein sensationelles Debüt. Seine Erfahrungen im Bereich der Fernsehproduktion kann er dabei gekonnt einbringen. Überhaupt läuft der ganze Roman sehr bildhaft wie ein wahnsinnig spannender Film vor dem Auge des Lesers ab und es ist unmöglich das Buch wegzulegen, ist man einmal in der Handlung gefangen. Mit Berlin ist auch ein Schauplatz gewählt, der viel Wiedererkennungswert hat.

Relativ kurze Kapitel, die abwechselnd Einblick in die Situation von Gabriel, Daniel oder Liz bieten und oft mit einem Cliffhanger enden, verschaffen dem Roman ein gehöriges Tempo. Besonders gefallen hat mir, dass der Leser anfangs völlig im Dunklen tappt, was genau Gabriel nun eigentlich gesehen und erlebt hat. Diese Frage löst sich erst ganz zum Schluss. Auch bleibt lange ungewiss, inwieweit Gabriel, der ständig mit einer inneren Stimme in Person von Luke Skywalker, seinem Kindheitsheld, Zwiesprache hält, überhaupt zurechnungsfähig ist.

Polizeiarbeit wird im Roman allenfalls als stümperhaft beschrieben, was aber nicht schlimm ist, denn die Hauptfiguren, vor allem Liz, sind taff genug, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Grausamkeiten sind teilweise recht anschaulich beschrieben, weshalb der Leser hier nicht gar zu empfindsam sein sollte.

Insgesamt kann ich diesen Psychothriller nur wärmstens empfehlen. Endlich hatte ich mal wieder ein Buch in der Hand, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte.

04.11.2012 15:25:58
anyways

Was geschah in der Nacht des 13. Oktobers 1979, an deren Ende zwei schwer traumatisierte minderjährigen Waisen, vor den Leichen ihrer Eltern und dem abgebrannten Haus stehen?
29 Jahre später kann sich der Ältere, Gabriel, immer noch nicht an diese schreckliche Nacht erinnern. Er hat in den vergangen Jahren eine wahre Odyssee, vom Kinderheim über die geschlossene Psychiatrie, bis ihn sein jetziger Chef dort rausholt. Seit 20 Jahren arbeitet er nun für ein Sicherheitsunternehmen, das Alarmanlagen baut und wartet. Zu seinem jüngeren Bruder David hat er keinen Kontakt, nur ein Lichtblick gibt es seit ein paar Monaten. Durch Zufall lernt er die Journalistin Liz kennen und lieben. Diesem Glück steht nur etwas im Wege: Der Person, die über die Ereignisse von vor 29 Jahren genauestens Bescheid weiß, und er hat was dagegen. Die dramatischen Ereignisse beginnen mit einer Alarmauslösung in einer alten Villa und enden mit der Entführung von Liz. Gabriel muss sich seiner Vergangenheit stellen um Liz zu retten.

Warum geht eine junge, schwangere Frau nachts, ohne Begleitung, durch den nahegelegenen Stadtpark spazieren? Das war der erste kleine Wermutstropfen der mir auffiel, denn wie in einem Horrorfilm möchte man jetzt die Protagonistin warnen sich nicht allzu sicher zu fühlen. Trotzdem verfügt dieses Debüt, um gut gesetzte Spannungsbögen, interessante Wendungen, zwielichtige und vielschichtige Persönlichkeiten. Zwischendurch weiß man nicht wer Feind oder Freund ist. Wichtig ist auch, dass ein Thriller, trotz einiger Schwächen, zu fesseln vermag. Das schafft der Autor zweifelsohne. Eine Sache ist mir neben ein paar kleinen Ungereimtheiten i n der Story noch negativ aufgefallen: Der Autor ist permanent am Vergleichen. Ein bildhafter Schreibstil ist durchaus abwechslungsreich und lockert das Ganze auf, wenn ich aber Sätze wie diesen lese: „… als berste ein trockener Holzstamm.“ oder „Der Himmel kotzt sich aus“, tja dann finde ich die eher gesagt missglückt.

Fazit: Ein rasantes Thriller Debüt mit einer wirklich fesselnden Story und einigen wenigen Wiedersprüchlichkeiten.

06.10.2012 16:28:49
HeJe

Für ein deutsches Buch ein doch ziemlich spannendes Werk! Also ich war wirklich überrascht über die zu Beginn etwas zähe, dann doch ziemlich spannende und rasante Story. Das Buch bleibt einem auf jeden Fall in Erinnerung. Die Handlung ist mal was anderes, die Charaktere sind gut dargestellt, wenn auch einige immer etwas blaß im Hintergrund bleiben. Das Ende grenzt fast schon an Abgefahrenheit sondergleichen, aber genau sowas macht das Lesen interessant.
Kann es nur empfehlen. Vor allem das Ende ist nichts für schwache Nerven!

21.08.2012 13:24:14
Moehrchen

Kein Pageturner

Der elfjährige Gabriel steigt in den - für ihn verbotenen - Keller und sieht etwas, was er besser nicht gesehen hätte. Er vergisst dann alles, was er gesehen hat. Dreißig Jahre später holt ihn wieder ein, was er damals gesehen hat. Ein gefährlicher Psychopath hat seine Freundin Liz entführt aber niemand glaubt ihm und so muss sich Gabriel alleine auf der Suche nach ihr machen.

Das Buch ist in eher kurze Kapitel aufgeteilt, die auch oft mit einem Cliffhanger enden. Sie sind überschrieben mit dem Datum und der entsprechenden Uhrzeit und dem Ort des Geschehens. Man begleitet oft Gabriel, seltener dessen Bruder oder Liz. Durch die kurzen Kapitel wechseln die Schauplätze schnell durch, was mich eigentlich sonst nicht stört aber hier hat es mich gestört. Da hatte man sich gerade eingelesen und war gespannt wie es weiter geht und schon kommt das nächste Kapitel mit einem anderen Schauplatz und teilweise Nebensächlichkeiten, die unwichtig sind. Ich fand es mit der Zeit sehr ermüdend und das Buch hat dadurch auch an Spannung verloren.

Ich fand das Buch nicht ganz schlecht aber auch nicht überwältigend. Es hat seine Längen und es werden teilweise unwichtige Details breit getreten, dafür anderes - was die Story für mich aufgewertet hätte - nur so nebenbei erwähnt. Manchmal hat man das Gefühl, dass alles auf der Stelle steht, erst am Schluss zieht das Tempo etwas an und es wird vieles aufklärt, worüber man sich vielleicht im Laufe der Handlung gewundert hat. Zu bemängeln am Schluss ist vielleicht, dass er etwas zu ausführlich ausfällt und man fast froh ist, wenn es endlich rum ist.

Leider kann es der Autor nicht lassen, fehlende Spannung durch manchmal, für meinen Geschmack, zu detaillierte Beschreibungen von Gewaltszenen zu ersetzten. Hier hätte der Autor lieber so einiges der Vorstellungskraft seiner Lesers überlassen bzw. so manches, in meinen Augen unnötige, einfach weglassen sollen.

Ein annehmbarer Psychothriller aber sicher kein Pageturner. Wer gerne deutsche Thriller liest ist hier sicher falsch, denn das Buch hätte eigentlich überall spielen können.

04.08.2012 13:07:33
hasenohr

Ein wenig erstaunt haben mich die hier durchweg positiven Kritiken schon.
Ich musste zwischendurch 2 andere Bücher lesen, um dieses Buch überhaupt zu Ende zu lesen.
Der Spannungsbogen ist doch sehr mau, die "grausigen Szenen" wirken aufgesetzt, um überhaupt etwas spannendes in die Handlung zu bringen, was aber durchweg nicht gelingt.
Schon nach den ersten Seiten ist eigentlich alles klar und spätestens als der Entführer sein Gesicht zeigt, wird auch der Gesamtplot klar und man begibt sich mit auf die Reise durch eine Vergangenheit, die der Leser bereits so gut wie kennt und so quält man sich durch den Rest ...oder man lässt es eben blieben!
Und das wäre auch meine Empfehlung an echte Thrillerfans!

19.07.2012 23:23:00
Birgit Eiban

Schnitt von Marc Raabe:
Folgen Sie den Figuren von Marc Raabe in "die Tiefe des Kellers, die Tiefen ihrer Seelen, die Tiefen ihrer Ängste".
Der Autor versteht es mit Ihrer Phantasie zu spielen, Sie zu fesseln. Sie wollen dem Rätsel auf die Spur kommen und können das Buch nicht weglegen, da Sie mehr wissen und die Lösung ergründen wollen.
Kurze prägnante Kapitel sowie die bildhafte lebendige Sprache ziehen Sie in den Bann, machen die Nacht zum Tag und ... schon ist das Buch gelesen.
Der Vergleich mit Hitchcock erscheint mir angemessen. "Schnitt" ist perfekt zugeschnitten, schont die eigenen Gedankengänge nicht, lässt einem den Atem stocken und fieberhaft nach der Lösung Ausschau halten - fabelhaft!!!
Krimifeeling vom Feinsten!!!
Freue mich auf weitere spannende Storys von Marc Raabe, bei denen einen bereits die Sprache so gefangennimmt.
Übrigens: Sollten Sie in den Genuss einer Lesung des Autors kommen - empfehlenswert!!!

22.06.2012 21:50:38
subechto

Gespenster

13. Oktober 1979
Der elfjährige Gabriel schleicht in den Keller seines Elternhauses und entdeckt einen "verbotenen" Raum, das Labor seines Vaters. Neben geheimnisvollen Fotos bemerkt er auch zwei Monitore. Auf einem sieht er die Küche und - seine Eltern. Aus dem Lautsprecher hört er die Stimme seines Vaters und plötzlich geschieht etwas Schreckliches.

Schnitt!
Gabriel ist inzwischen 40 und seit vielen Jahren für eine Sicherheitsfirma tätig. Als bei einer geheimnisvollen Villa Alarm ausgelöst wird, macht er sich anstelle seines Kollegen auf den Weg, um nach dem Rechten zu sehen. Hierdurch verpasst er eine Verabredung mit seiner Freundin Liz. Als diese sich alleine auf den Heimweg macht, wartet dort bereits ein Entführer auf sie...

"Schnitt" ist die Geschichte zweier Brüder, Gabriel und dem jüngeren David, die sich seit dem furchtbaren Ereignis damals aus den Augen verloren haben, wobei jeder auf seine Weise mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat.

Die bildhafte Sprache von Marc Raabe gefällt mir gut. Schnelle Schnitte, dunkle Keller und die Farbe Rot (allein 23mal auf den ersten 45 Seiten!) prägen die Lektüre. Man merkt, dass der Autor aus dem Filmgeschäft stammt. Urängste, Albträume und viel Psychologie sind die Zutaten für diesen packenden Thriller.

Leider kommen beide Brüder nicht sonderlich sympathisch rüber. Einzig Liz vermag zu überzeugen. Wie der Autor mit der Polizei umgeht, finde ich nicht so gut. Auch die Auflösung zum Schluss ist mir zu ausführlich geraten. Hier sollte Herr Raabe seinen Lesern ein wenig mehr Intellekt und Fantasie zutrauen.

Fazit: "Schnitt" ist ein eindrucksvoller Debütroman. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Marc Raabe sich noch steigern kann! Empfehlenswert mit den o.g. Einschränkungen. Lesenswert ist das Buch jedoch allemal, deshalb gibt's von mir 3*.

16.06.2012 23:23:01
BigEyes

Inhalt:Ein kleiner Junge beobachtet einen grausamen Mord. Und er vergisst. Dreißig Jahre lang. Bis seine Freundin in die Hände eines gefährlichen Psychopathen gerät. Nur wenn er sich erinnert, kann er sie retten. Doch das bringt ihn in tödliche Gefahr.Meinung:"Schnitt" ist Marc Raabes Debüt im Genre Psychothriller und überzeugt damit auf ganzer Linie. Wenn man jedoch nicht weiß, dass dieses Buch ein "Debüt" ist, würde man nie darauf kommen.Der Protagonist Gabriel hat traumatisches erlebt und verdrängt. Im Laufe des Buches wird der Leser auf eine Reise in Gabriels Gefühlswelt und in seine Vergangenheit geschickt. Der psychologische Anteil ist enorm hoch und führt in die unendlichen Tiefen der menschlichen Psyche und allen Facetten der Angst.Das Tempo ist rasant und steigert sich von Kapitel zu Kapitel und entlädt sich in einem fulminanten Ende. Zum Durchatmen kommt man hier definitiv nicht.Fazit:Das Buch ist ein Tauchgang in menschliche Abgründe und lässt den Leser nicht mehr los.

14.06.2012 11:25:31
Gaby Hochrainer

Marc Raabe hat es mit seinem Debütroman geschafft, mich von der ersten Seite bis zum Schluss zu fesseln und beim Lesen zu halten. Eine Geschichte, so unglaublich, dass sie schon wieder wahr sein könnte, in die ich eingetaucht bin und die mein Kopfkino eingeschaltet hat. Die einzelnen Akteure sind mit ihren sehr unterschiedlichen Charakterzügen so gut beschrieben, dass es meine Vorstellungskraft leicht hatte, sie sich vorzustellen. Und eine oftmals bildliche Sprache, die es zu einem Vergnügen werden lässt, dieses Buch zu lesen. Ausserdem habe ich lange kein Buch mehr gelesen, wo der Ausgang wirklich erst zum Schluss klar wird.

FAZIT: Ein Muss für jeden Thriller-Fan. Daumen hoch und 5 (leider gibt es nicht mehr zu vergeben) Punkte.

13.06.2012 22:07:23
KimVi

Der elfjährige Gabriel weiß, dass er nichts im Labor seines Vater zu suchen hat. Doch als die Eltern streiten, scheint der Zeitpunkt günstig, endlich mal einen verbotenen Blick zu riskieren. Schritt für Schritt nähert er sich der sonst verschlossenen Tür im Keller des Hauses. Gabriel ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, dass diese Entscheidung sein ganzes Leben verändert wird. Denn das, was er im Keller sieht, ist so schrecklich, dass sein Gehirn die Erinnerung daran einfach löscht.

Fast dreißig Jahre später wird er sich den Schrecken der Vergangenheit stellen müssen. Denn sein mühsam aufgebautes Leben droht aus den Fugen zu geraten, als seine schwangere Freundin Liz in die Hände eines geheimnisvollen Psychopathen gerät. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt. Gabriel weiß, dass er es nur dann gewinnen kann, wenn die Erinnerungen zurückkehren.


|| Meine Meinung ||


In seinem Erstlingswerk versteht es Marc Raabe vom ersten Moment an Spannung aufzubauen. Denn im Prolog gewährt er einen kurzen Einblick in die schicksalhafte Nacht, in der der damals elfjährige Gabriel den Entschluss fasst, einen Blick in das verbotene Labor seines Vaters zu werfen. Man verfolgt gebannt, wie der Junge die Stufen hinabsteigt - doch was dann geschieht, bleibt lange im Dunkeln. Dadurch gelingt der Einstieg in den Thriller problemlos und das Interesse an der Handlung ist von Anfang an geweckt.

Nach dem spannenden Prolog folgt ein Zeitsprung, sodass man sich im Geschehen der Gegenwart, fast dreißig Jahre nach dem schicksalhaften Abend, wiederfindet. Dem Autor gelingt es mühelos, die aufgebaute Spannung zu halten und sie durch rasante Szenenwechsel und relativ kurze Kapitel, die an entscheidenden Stellen stoppen, noch zu steigern. Das aktuelle Geschehen wird im Präsens erzählt, dadurch hat man das Gefühl hautnah dabei zu sein und die Ereignisse genau zu beobachten. Rückblicke oder Erinnerungsfetzen heben sich durch die dort verwendete Vergangenheitsform von der aktuellen Erzählung ab.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Durch die detaillierten, aber keinesfalls ausufernden Beschreibungen, kann man sich Handlungsorte und Protagonisten lebhaft vorstellen. Dadurch kann man mühelos in die Handlung eintauchen und sich nur schwer vom Gelesenen lösen. Marc Raabes Hauptakteure überzeugen durch ihre Lebendigkeit. Sie haben Stärken, aber auch Schwächen und wirken dadurch menschlich. Man entwickelt Sympathien und spontane Abneigungen. Doch manchmal fällt es auch schwer, die Protagonisten einzuschätzen. Allerdings erhöht diese Ungewissheit den Spannungslevel enorm. Der Autor gibt die Hintergründe des Thrillers nur ganz langsam und häppchenweise preis. Überraschende Wendungen sorgen außerdem dafür, dass man bis kurz vor Schluss im Dunkeln tappt.

Mich konnte dieses Debüt durch eine spannende Handlung, rasante Szenenwechsel, lebendige Charaktere und eine kaum vorhersehbare Auflösung überzeugen. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Sterne und freue mich bereits jetzt auf weitere Bücher des Autors.

13.06.2012 19:10:38
c-bird

Gabriel ist gerade mal 11 Jahre alt, als ein einschneidendes Erlebnis sein Leben verändert. Trotz Verbots betritt der den Keller seines Vaters und bekommt dort Dinge zu sehen, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lassen. Noch in derselben Nacht sterben seine Eltern und das Haus brennt bis auf die Grundmauern ab. Lediglich Gabriel und sein jüngerer Bruder David können gerettet werden, beide Kinder kommen ins Heim. Gabriel ist so stark mit den Geschehnissen aus jener Nacht belastet, dass er sich an nichts mehr erinnern kann, er landet in der Psychiatrie.
Die Jahre vergehen, Gabriel ist mittlerweile 40 und hat sein Leben einigermaßen im Griff. Er arbeitet bei einer Sicherheitsfirma und hat sogar eine Freundin, Liz, die ein Kind von ihm erwartet. Der Kontakt zu seinem Bruder ist schon lange abgebrochen.
Ausgerechnet in der Nacht zu Liz` Geburtstag wird Gabriel nochmal zu einem sonderbaren Alarm gerufen. Das Ganze entpuppt sich als Falle, denn gleichzeitig wird Liz entführt. Irgendjemand scheint Rache zu üben zu wollen für die Dinge, die vor 30 Jahren geschehen sind. Der Einzige, der Gabriel jetzt noch helfen kann ist sein Bruder David. Eine heiße Jagd zwischen Jägern und Gejagten beginnt.

Marc Raabe hat hier wirklich ein super Debütroman hingelegt. Ein sehr spannender Psychothriller, der gut durchdacht ist. Der Autor inszeniert eine temporeiche Jagd quer durch Berlin. Wechselnde Erzählperspektiven zwischen Gabriel und Liz, sowie kurze Kapitel halten die Spannung hoch und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der flüssige und sehr angenehm zu lesende Schreibstil lassen das Ganze zu einem richtigen Pageturner werden.
Besonders gut gelingt es Raabe die Gefühlslage der einzelnen Figuren zu erfassen, hier kann sich der Leser fast perfekt in den Charakter hineinversetzen. Einziges Manko war für mich die Luke Skywalker-Sache. Als kleiner Junge mag das ja noch angehen, doch dass ein 40jähriger noch Selbstgespräche bzw. sein Gewissen mit dem ehemaligen Kindheitsidol spricht, das fand ich dann doch etwas unglaubwürdig. Dies war aber auch schon die einzige Schwachstelle, die es zu bemängeln gibt.

Alles in allem ein sehr spannender und temporeicher Thriller, bei dem es auch mal blutig wird. Den Namen Marc Raabe sollte man sich auf alle Fälle merken.

12.06.2012 22:32:37
killerprincess

"Schnitt" von Marc Raabe
Inhalt
Gabriel ist elf, als er verbotenerweise in den Keller seins Vaters geht. Dort sieht er erschreckendes und stürmt dann wieder nach oben zur Küche, wo sich seine Eltern streiten. Danach geschieht schreckliches, aber Gabriel kann sich nicht erinnern. Dreißig Jahre lang. Doch dann wird seine Freundin Liz entführt und der Psychopath verlangt von Gabriel, sich zu erinnern, denn nur dann hat er eine Chance, Liz zu finden.
Meinung
Dieses Thriller-Debüt ist pure Spannung!
Spätestens ab der Hälfte konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen.
Die Protagonisten sind schön gestaltet und ich habe sie sehr lieb gewonnen.
Man liest abwechselnd aus der Sicht von Gabriel, Liz und Gabriels Bruder David. Ich mag diese Szenenwechsel und verschiedenen Perspektiven total gerne, besonders wenn sie so gut umgesetzt sind, wie in diesem Buch.
Die Charaktere haben alle kleine Schwächen, die sie in diesem Fall aber umso sympathischer machen.
In manchen Situationen handeln die Charaktere nicht unbedingt so, wie ich es für wahrscheinlich halte, aber logischerweise wäre sonst nicht zu dieser Dramatik und Spannung gekommen.
Die Handlung finde ich toll überlegt und noch besser umgesetzt. Es sind insgesamt nur sehr wenige Stellen, die ich vorhersehbar fand. Das Ende ist ebenfalls super gelungen und sehr zufriedenstellend.
Eine kleine Schwäche hat das Buch aber doch für mich: Gabriel spricht mit einer Stimme in seinem Kopf. Man kann die beiden zwar sehr gut unterscheiden, aber auf Dauer haben mich diese Dialoge ein wenig genervt. Zum Ende hin war es dann auch etwas undeutlich, weshalb die Stimme immer weniger werden konnte, aber das vergebe ich, denn dort waren echt spannendere Sachen zu klären.
Erwähnenswert sind auch so manche witzige Situation, die ich aber natürlich nicht vorwegnehmen mag.
Manche Szenen sind übrigens doch recht blutig, aber mich stört das nicht.
Fazit
Mich hat das Buch oft an Sebastian Fitzek erinnern, besonders an "Seelenbrecher", denn auch dieser Protagonist hatte keine Erinnerung an eine bestimmte Nacht. Ich meine diesen Vergleich absolut positiv, denn ich denke, es ist eine Ehre, mit einem so großen Namen im Psychothrillergenre verglichen zu werden -und dabei noch sehr gut abzuschneiden. Stilistisch mindestens genauso gut und spannend. Von der Handlung würde ich sogar sagen, dass es mir noch besser gefällt, als "Splitter", denn dort war das Ende einfach absurd, während dem Leser hier ein wirklich gutes Ende vorgesetzt wird.
Ich habe am Buch nichts großartig zu mäkeln und es ist mein bisheriges Thrillerhighlight dieses Jahres und ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt noch getoppt werden kann. Auf alle Fälle ein geniales Debüt und ich freue mich schon jetzt wahnsinnig auf ein nächstes Buch von Marc Raabe.

12.06.2012 09:03:01
Madame Swann

Gabriel, der für eine Sicherheitsfirma arbeitet, wird eines Nachts zu einem stillen Alarm in eine Villa gerufen. Merkwürdig nur, dass das Haus seit Jahren leer steht und sein Chef unbedingt verhindern will, dass Gabriel dorthin fährt. In der gleichen Nacht wird Gabriels Freundin Liz entführt. Der Entführer setzt sich mit Gabriel in Verbindung und konfrontiert ihn mit Gabriels eigener Vergangenheit: der schrecklichsten Nacht seiner Kindheit, die sein Leben für immer aus den Fugen geraten ließ. Das Problem ist jedoch, dass sich Gabriel nicht mehr erinnern kann, was damals wirklich passiert ist, so traumatisch war das Erlebte für ihn. Doch wenn er Liz retten will, muss er sich erinnern…

Die Geschichte ist durchdacht und logisch aufgebaut, selten vorhersehbar, und blieb auch nach der Auflösung zum Schluss für mich rund und nachvollziehbar, was ja nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit in diesem Genre ist.
Sehr gut gefallen haben mir außerdem die vielschichtigen und authentisch wirkenden Charaktere, die den Roman sehr lebendig machen.
Auch mochte ich – wenn das auch eher ein Nebenaspekt ist –, dass der Roman in Berlin spielt und ich mir einige Szenen und Schauplätze richtig plastisch vorstellen konnte, da ich die Stadt ganz gut kenne.
Was ich unbedingt noch lobend hervorheben muss ist der ansprechende Stil und die geschliffene Sprache. Sicherlich nicht das wichtigste bei einem spannenden Thriller, doch gerade weil man das nicht erwarten kann und ich schon viele Thriller gelesen habe, die sprachlich eher mittelmäßig bis dürftig ausfielen, muss ich diesen Punkt betonen. Ich mag es einfach, wenn ich bei einem Buch hin und wieder auf eine besondere Formulierung oder ein treffendes Bild stoße, wenn ich merke, dass ein Autor nicht nur mit der Sprache umgehen, sondern mit ihr jonglieren kann – das hat für mich den Lesegenuss noch mal gesteigert.

„Schnitt“ ist ein packender Psychothriller, der einem atemlose Lesestunden beschert und den man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Wer so was mag, sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen! Für mich jedenfalls gehört „Schnitt“ zu den besten Thrillern, die ich je gelesen habe. Hut ab vor diesem wirklich ausgezeichneten Debüt! Hätte ich es nicht vorher gewusst, wäre ich davon überzeugt gewesen, dass dieses Werk aus der Feder eines bereits erfahrenen Autors stammt.

11.06.2012 11:58:39
Mel.E

Dem Wahnsinn so nah!

Den Thriller den ich euch heute vorstelle habe ich in einem Rutsch lesen können, da mich die Psychologie die in diesem Buch steckt wirklich fasziniert hat. Ich bin so froh, das ich genügend Zeit zur Verfügung hatte um abzutauchen in eine Welt, die mir so hoffentlich nie begegnet. Die Angst, die spürbar ist. Bärenkräfte die man entwickelt, weil man sich und diejenigen die man liebt beschützen möchte.

Ein Junge, der scheinbar unvorstellbares erlebt hat, vergisst und die Erinnerung an diesen ereignisreichen Abend liegt tief in ihm vergraben. Jetzt als Erwachsener schlittert er in einige fürchterliche Erlebnisse, aber auch diese lösen den Knoten nicht. Erst als seine Freundin entführt wird, kommt der Stein ins Rollen und wir als Leser fragen uns, was ist damals in dieser Nacht geschehen, in der Gabriel seine Eltern verloren hat. Hat er sie tatsächlich verloren? Ist er selbst zum Mörder geworden? Der Entführer nennt im ein Datum und es klingelt immer mehr in Gabriels Kopf, aber er kann und will der Lösung nicht auf die Spur kommen.

Wir tauchen tief ein in die menschliche Psyche und das Gabriel Zwiesprache mit Luke Sxywalker hält ist mehr als befremdlich.

Um Hilfe zu bekommen wendet sich Gabriel an seinen Bruder David mit dem er seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. David muss sich entscheiden, ob er seinem Bruder helfen wird oder ob er sich raushält. Er selbst weiß nicht, was damals in dieser Nacht geschehen ist und auch wir als Leser bleiben lange im Dunkeln. Der Autor versteht es den Spannungsbogen sehr lange zu halten. Wir leiden mit den Hauptprotagonisten und möchten sie manchmal schütteln, da ihr Verhalten mir mitunter sehr unwahrscheinlich erscheint. Gabriel bringt sich selbst immer wieder in Schwierigkeiten und Liz, die eingesperrt wurde und nur von einer Krankenschwester umsorgt wird, versucht sich fitzuhalten für ihre Flucht. Für mich unvorstellbar, da ich in Krisensituationen sicherlich nicht so besonnen reagieren würde.

Der Titel selbst passt wie die Faust aufs Auge, obwohl wir am Anfang nicht wissen, wieso das Cover ein Messer zeigt, was scheinbar durch das Buch schneidet und dabei seine blutigen Spuren hinterlässt. Die Auflösung kommt erst sehr spät und vorher könnte es auch ganz einfach "Cut" heißen, als wenn ein Regisseur eine Szene beendet oder es könnte auch einfach das Ausblenden der Erinnerung sein, die Gabriel schützen soll.

Für mich war es sehr spannend zu lesen zu was das menschliche Gehirn fähig ist. Dinge, die einen quälen einfach ausblenden und vergraben, damit sie uns nicht zerstört? Ob man so aber ein vernünftiges und geordnetes Leben führen kann? Das lasse ich einfach so dahin gestellt. Auf jeden Fall holt die Vergangenheit dich doch irgendwann ein, zumindest ist es in dem Fall von Gabriel so und da sich die einzelnen Puzzleteile nur nach und nach zusammenfügen. Die Erinnerung will und will nicht zum Vorschein kommen und dringt auch erst nach außen als es zum großen Showdown kommt, denn Gabriel steht einen gewaltigen Gegner gegenüber, der ihn vernichten will.

Ich muss diesem Thriller alle 5 Sterne vergeben, denn ich habe mich von Anfang an fesseln lassen und war fast enttäuscht das das Buch schon zuende war. Ich hatte Gänsehaut und konnte mit Gabriel wirklich mitleiden, denn er hat wirklich fürchterliches gesehen und das er dies verdrängen möchte, kann ich fast nachvollziehen.

Klar, das Liz sich Nachts im Park auf einen Spaziergang begibt und dabei überfallen wird, ist eigentlich schon logisch, denn wer ist so dämlich sich alleine auf den Weg zu machen? Das solche Dinge passieren können ist ja schon fast vorhersehbar. Von langer Hand geplant und nun ausgeführt um Rache an Gabriel zu nehmen.

Wer einen spannenden Thriller sucht, der wirklich auch in die Tiefe führt, zwar um einige Längen verfügt (manchmal ging es mir einfach nicht schnell genug und ich hätte Gabriel gerne in den Allerwertesten getreten!), dennoch das verspricht was der Klappentext verrät, fährt gut damit "Schnitt" zu lesen

08.06.2012 22:29:48
M.Kortlüke

Schnitt
Gabriel, ein 11jähriger Junge schleicht sich eines Tages verbotenerweise hinab in den Keller seines Vater, in dem er etwas grauenvolles beobachtet. Dann geschieht etwas Bestialisches...
29 Jahre später - Gabriel hat alles vergessen, was damals passierte. Bis seine schwangere Freundin Liz entführt wird. Er kann sie retten, aber nur wenn er sich erinnert und das könnte für ihn tödlich sein... Zum Glück gibt es aber David, seinen Bruder, der ihn jedoch 20 Jahre nicht gesehen hat. Er hält ihn für schizophren, aber er hilft ihm. Können die beiden sich wieder vertrauen? Schaffen sie es, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten?? Wird es gelingen, Liz zu befreien? Ist Gabriel verrückt?
Die beiden Protagonisten sind Liz und Gabriel. Zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Liz, eine junge Frau, aus guten Hause, die bereits früh gelernt hat, dass sie nicht in der ersten Reihe steht und darauf hin beschliesst, dass Leben mit Mut, Kraft und Stärke zu meistern. Gabriel, im Gegensatz dazu, ein Mann mit schlimmer Vergangenheit, der Ängste hat, die immer wieder die Oberhand gewinnen. Aber er weiss, wenn es drauf ankommt, nimmt er allen Mut zusammen und schafft das Unmögliche.

Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein Psychothriller vom Feinsten. Ich musste es in einem Rutsch durchlesen...die Spannung, die sich auf den ersten Seiten aufbaute, hielt sich auf einem absolut oberen Level, das ganze Buch hindurch.
Genau so stell ich mir einen Psychothriller vor.

Ich ziehe meinen Hut vor diesem Debüt - und freue mich auf weitere Bücher des Meisters der Spannung und des Grauen - Herr Marc Raabe.

06.06.2012 17:20:42
Kerstin Thieme

Erst elf Jahre ist Gabriel Naumann alt, als seine Neugier siegt und er in den Keller geht, dessen Betreten ihm sein Vater stets streng verboten hat. Er wird Zeuge eines grausamen Mordes und entkommt mit seinem kleinen Bruder David nur knapp aus dem brennenden Elternhaus. Seine schlimmen Erlebnisse verdrängt er komplett aus seinem Gedächtnis. Nunmehr 40 Jahre alt, lebt er glücklich mit der erfolgreichen Journalistin Liz Anders, die ein Baby von ihm erwartet. Dann wird Liz von einem Psychopathen entführt und die Erinnerung an jene verhängnisvolle Nacht ist seine einzige Chance, sie zu retten.

Meine Meinung:

Der in Köln lebende Marc Raabe legt hier mit „Schnitt“ seinen ersten Psychothriller vor und ihm gelingt damit ein sensationelles Debüt. Seine Erfahrungen im Bereich der Fernsehproduktion kann er dabei gekonnt einbringen. Überhaupt läuft der ganze Roman sehr bildhaft wie ein wahnsinnig spannender Film vor dem Auge des Lesers ab und es ist unmöglich das Buch wegzulegen, ist man einmal in der Handlung gefangen. Mit Berlin ist auch ein Schauplatz gewählt, der viel Wiedererkennungswert hat.

Relativ kurze Kapitel, die abwechselnd Einblick in die Situation von Gabriel, Daniel oder Liz bieten und oft mit einem Cliffhanger enden, verschaffen dem Roman ein gehöriges Tempo. Besonders gefallen hat mir, dass der Leser anfangs völlig im Dunklen tappt, was genau Gabriel nun eigentlich gesehen und erlebt hat. Diese Frage löst sich erst ganz zum Schluss. Auch bleibt lange ungewiss, inwieweit Gabriel, der ständig mit einer inneren Stimme in Person von Luke Skywalker, seinem Kindheitsheld, Zwiesprache hält, überhaupt zurechnungsfähig ist.

Polizeiarbeit wird im Roman allenfalls als stümperhaft beschrieben, was aber nicht schlimm ist, denn die Hauptfiguren, vor allem Liz, sind taff genug, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Grausamkeiten sind teilweise recht anschaulich beschrieben, weshalb der Leser hier nicht gar zu empfindsam sein sollte.

Insgesamt kann ich diesen Psychothriller nur wärmstens empfehlen. Endlich hatte ich mal wieder ein Buch in der Hand, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte.