Der Seelensammler

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Longanesi, 2011, Titel: 'Il tribunale delle anime', Seiten: 462, Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2012, Seiten: 465, Übersetzt: Christiane Burkhardt

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Andreas Kurth
Killer und Priester im dramatischen Wettlauf

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2012

In einer vornehmen Villa finden Rettungskräfte einen Mann mit einem Herzinfarkt vor, dem es zuvor noch gelang, selbst einen Notruf abzusetzen. Zum Team gehört die junge Monica, die auf der Brust des Mannes eine seltsame Tätowierung findet. "Töte mich". Im Wohnzimmer der Villa befinden sich Gegenstände, die zu jungen Frauen gehören, die entführt und getötet wurden. Eine von ihnen war Monicas Zwillingsschwester, die im Alter von 21 Jahren umgebracht wurde - die Ärztin erkennt sofort den Rollschuh ihrer Schwester wieder. Dennoch rettet das Team den Mann, bei dem es sich offenbar um den gesuchten Serienmörder handelt. Zeitgleich ist eine weitere junge Frau verschwunden – und die Polizei wartet dringend auf Antworten des Koma-Patienten. In die Ermittlungen wird eine junge Kommissarin eingeschaltet, deren Mann unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Und dann ist da noch ein junger Priester, der sein Gedächtnis verloren hat, der aber im Auftrag einer geheimnisvollen Organisation ebenfalls in den Mordfällen ermittelt. Es gibt weitere Tote, und der – oder die – Killer scheinen immer eine Schritt voraus zu sein.

Donato Carrisi hat mit seinem neuen Roman Der Seelensammler einen höchst ungewöhnlichen Thriller geschrieben, der vom üblichen Erzählschema deutlich abweicht. Er erzählt eine ziemlich chaotische Geschichte, die bei der Lektüre sofort volle Aufmerksamkeit vom Leser fordert. Es gibt mehrere Handlungsebenen und verschiedene Protagonisten, die man zunächst sortieren muss. Das fällt trotz der Zeitangaben des Autors nicht ganz leicht, macht den Roman allerdings auch durchaus reizvoll. Wer allerdings Wert auf einen roten Faden legt, dem er bei der Lektüre von Beginn an folgen kann, wird an diesem Buch wenig Gefallen finden.

Die verschiedenen Geschichten, die der Autor hier präsentiert, werden zunächst parallel erzählt, und erst im Laufe der Zeit werden die Handlungsebenen lose und später immer enger miteinander verknüpft. Die zeitlichen Rückblenden und willkürlich anmutenden Ortswechsel irritieren den Leser zuweilen, und auch der Schreib- und Erzählstil von Donato Carrisi ist eher schwer verdaulich. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird mit ständig steigender Spannung belohnt, die in Spiralen immer weiter hochgeschraubt wird. Der Leser wird förmlich von der rätselhaften Geschichte gefesselt, denn die verschiedenen Protagonisten sorgen immer wieder für neue Überraschungen. Mit jeder Enthüllung wird ein neuer Mosaikstein sichtbar, aber erst mit dem dynamischen und höchst ungewöhnlichen Finale wird der Blick auf die ganzen Zusammenhänge frei.

Es handelt sich keineswegs um einen Thriller mit reichlich Action, sondern vielmehr um einen Kriminalroman, der auf Ermittlungsarbeit und akribischer Polizeiarbeit aufgebaut ist – auch wenn die Ermittler nicht immer Polizisten sind. Man kann jedoch davon ausgehen, dass dieses Buch Leser und Kritiker gleichermaßen spalten wird. Für die einen ist der Plot zu wirr und unglaubwürdig, die anderen werden in dem Roman ein innovatives Konzept sehen. Das ist ein Stück weit vom persönlichen Geschmack abhängig. Ich neige zur zweiten Ansicht. Es gibt sicher einige Kritikpunkte an der Geschichte, die wahrlich nicht einfach zu durchschauen und zu lesen ist, aber der Unterhaltungswert ist doch enorm, und das gibt für mich den Ausschlag. Leser und Ermittler brauchen ziemlich lange, um die viele Fakten sinnvoll zu verknüpfen, aber das gesamte Konzept hat mich schließlich überzeugt. Und spätestens ab der Mitte des Buches ist es so spannend, dass man die Lektüre kaum noch unterbrechen möchte. Also trotz einiger Punktabzüge auf alle Fälle ein sehr gutes und lesenswertes Buch.

Der Seelensammler

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Letzte Kommentare:
17.02.2019 22:29:23
Laura

Mich stört eigentlich nur, dass das Datum von Tschernobyl falsch ist. Wenn man schon ein reales Geschehen nimmt, sollte das auch richtig recherchiert sein, finde ich.

06.11.2013 16:11:20
Marilène Gries

Ich habe das Buch auch gelesen und wusste zunächst gar nicht, was mich erwarten würde... Am Anfang fiel es mir schwer, mit den Zeitsprüngen mitzuhalten. Ich war verwirrt, irritiert und etwas durcheinander, doch die langsam anwachsende Spannung, die wie eine Achterbahnfahrt auf und ab geht, hat mich schließlich dazu gebracht, das Buch ganz zu lesen... Und ich war begeistert!!! Selbst wenn die Handlung nicht immer einfach nachzuvollziehen ist, überzeugt das Buch mit seinen vielen Wendungen und dramatischen Höhepunkten!! Auf alle Fälle ein fesselnder und schockierender Krimi!!!

30.01.2013 22:43:58
oblomow

Yip!

Grad mal zwo Drittel- aber völlig der Meinung von Marius.

Nix hinzu zu fügen.

Auch der Vergleich mit G. leuchtet mir ein.

Isso!

Guter Stoff.

findet:Oblomow(


oje. wieder diese Zeichen. Striche helfen nicht, man muss improvisieren...


)Osnabrück. Eine Stadt ohne Dialekt. Die letzen Tage damit verbracht zu zu sehen wie der Schnee vergeht. Bier hilft nicht. Als M. anrief versucht mir nix anmerken zu lassen.Nur mittelmäßig gelungen.

05.07.2012 13:32:10
Silberfee28

An Donato Carrisis Buch „Der Seelensammler“ hat mich der Klappentext inspiriert und neugierig auf das Buch gemacht.
Leider konnte ich keinen so rechten Zugang zu dem Buch finden. Woran das liegt kann ich versuchen zu beschreiben.
Ich konnte mit den Ermittlern nicht warm werden. Für mich blieben sie wenig sympathisch und konnten mich von Beginn an die Geschichte fesseln.
Die Geschichte fängt auf den ersten drei Seiten ganz gut an und man hat da noch Hoffnung einen guten Thriller in der Hand zu haben aber umso weiter man in die Geschichte eintaucht umso konstruierter und hanebüchener wirkt sie für mich.
Ein guter Autor hat das meiner Meinung nach nicht nötig sondern kennt ganz andere Mittel den Leser an sein Buch zu fesseln ( ich bitte dazu zum Vergleich den Autor Chris Carter an ).
Nachdem ich noch einige Seiten weitergelesen habe sich der Stil und die Qualität der Geschichte in meinen Augen nicht deutlich verbesserte habe ich das Buch erst mal zur Seite gelegt.
FAZIT: Mein Buch war es trotz des eigentlich richtigen Genre nicht. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch mal mein Glück mit diesem Buch versuchen. Schade nur 2 Sterne bis jetzt.

14.06.2012 12:29:52
Marius

Was für ein Roman! Gut, er mag arg unrealistisch sein, konstruiert sowieso, das tut der Spannung von 'Der Seelensammler' aber keinen Abbruch. Nachdem mir persönlich Carrisis erstes auf Deutsch publiziertes Buch 'Der Todesflüsterer' ein wenig zu sehr an 'Das Schweigen der Lämmer' klebte, hat er sich nun endgültig freigeschwommen und einen Thriller abgeliefert, der momentan seines Gleichen sucht!
Man kann eigentlich kaum näher auf die drei Erzählstränge, aus denen sich die Geschichte zusammensetzt, eingehen ohne etwas zu viel von dem Inhalt preiszugeben. Carrisi arbeitet mit Rückblenden und Wendungen, die die Konzentration des Lesers fordern aber auch immer wieder überraschen und den Nur-noch-eine-Seite-Effekt eintreten lassen. Der Italiener entwirft in seinem in Rom angesiedelten Buch ein wahres Labyrinth an verschachtelten Strängen, die aber immer wieder konsequent aufgegriffen werden und am Ende zu einem makellosen Gesamtbild verwoben werden, das fast keine Fragen offenlässt.
Mit seiner unbändigen Kreativität und seinem erzählerischen Talent hat mich Carrisi hier das erste mal wirklich an den französischen Thrillersuperstar Jean-Chrisophe Grangé denken lassen ("Die purpurnen Flüsse", "Vidoqc", "Das Herz der Hölle") der ähnlich fabulierfreudige Thriller ersinnt, die den Leser nur schauern lassen. Mit seinem unter einer partiellen Amnesie leidenden Hauptermittler Marcus und der jungen Polizistin Sandra hat Carrisi zwei wirklich interessante und tiefgründige Figuren ersonnen, die auch einem Jean-Christophe Grangé zur Ehre gereichten.

Insgesamt ein herausragend spannender, komplexer und auch kreativer Thriller, der jedem Fan von intelligenter Spannung auch etwas abseits des Mainstreams wirklich zu empfehlen ist. Eines meiner Thrillerhighlights des Jahres!