Langeooger Liebestöter

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Leer: Leda, 2012, Seiten: 222, Originalsprache

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Die schöne Köchin Sonja findet im Langeooger Inselwäldchen drei Gehirne. Drei männliche Vogelscheuchen verbrennen. Auf einer schneebedeckten Düne wird ein alter Mann im Rollstuhl erfroren aufgefunden. Kommissar Töwer fragt sich: Wie kam er dahin? Ohne fremde Hilfe war das nicht möglich. Die skurrilen Bewohner der »Kukident-Lounge« vermissen einen Freund und ihr junger Neuzugang kommt von seiner Reise nicht zurück. Lea, die boxende Pflegerin, liebt ihre Schützlinge und hat große Furcht vor einer erblichen Demenz. Weihnachten naht und Töwer hat eine raffinierte Idee …

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Letzte Kommentare:
21.03.2014 09:07:41
Horst-Dieter Radke

Während Kommissar Nathan Töwer nackt seine Jeans bügelt findet seine Freundin drei Gehirne am Strand. Da kotzt sie in dieser Geschichte nicht zum letzten Mal. Wenig später geschieht der zweite Mord. Der erste geschah wohl schon früher, wird aber später entdeckt. Der aus Aurich strafversetzte Kommissar muss mit seinem etwas drögen Inselkollegen am Fall herumwurschteln, der auch in Richtung Kuckident Lounge zielt, einer selbstorganisierten Senioren WG, in der auch Nathans Vater untergebracht ist. Es hört sich zunächst lustig und fröhlich an - Kuckident Lounge - bei fortschreitender Lektüre bekommt man aber ein eher düsteres Bild vom selbstbestimmten altwerden in zufälliger Schicksalsgemeinschaft. Vergessen und Tod liegen in diesem Roman eng beieinander. Die Täterfrage wird spät geklärt denn trotz Anfangsverdacht ist sich der Leser über lange Strecken nicht wirklich sicher, wer es denn nun war. Die Autorin schafft es, wie schon in den vorausgegangenen Romanen mit Kommissar Weinbrenner, einen Regionalkrimi zu schreiben, der wenig von den Schattenseiten dieses Genres hat und das wenige, das verblieben ist, ist die Regionalität und nicht zu umgehen. Es sind lebendige Protagonisten, die sie in ihrer Mord(s)geschichte agieren lässt, wenn auch bei einigen die Lebendigkeit kurz vor dem Ende steht. Es kommen keine Helden und Supermänner vor (Superfrauen übrigens auch nicht, auch wenn zumindest eine sich so fühlt). Handlungsmotive und Innensicht haben ein stärkeres Gewicht als bloße Action und rasante Handlungsabläufe. Eindeutige Leseempfehlung für alle, die mehr als einen Krimi lesen wollen und trotzdem auf kriminalistische Spannung (wer war’s denn nun?) nicht verzichten möchten.
Erwähnt werden soll auch noch, dass Monika Deterings Romane immer auch sprachlich etwas über der Kriminormalkost liegen und versteckt Symbolhaftes an vielen Stellen zu finden ist.

08.05.2012 11:03:31
Janwo

Das Wort „Insel“ assoziiert gleich mehrere Klischees: überfüllte Strände, Sonnenbrand, der Geruch von Sonnenöl und dem der Würstchen auf dem Rost der Imbissbude von nebenan.
In Monika Deterings Inselkrimi „Langeooger Liebestöter“ ist vieles anders.
Kurz vor Weihnachten überzieht die Insel eine geschlossene Schneedecke, und auf den Dünen herrscht Rutschgefahr.
Neben den 3 Gehirnen am Strand hat sich nach dem 1. Mord rasch der 2. Tote eingefunden. KHK Töwer hat seine liebe Not mit den wortkargen Insulanern, erst recht mit den alten Herren, die sich in einer selbst organisierten Senioren – WG zusammengefunden haben, und sie mit liebevollem Spott, aber auch mit einer gehörigen Portion Bitterkeit „Kukident – Lounge“ nennen.
Gleich mehrere ältere Herren, die sich von erheblich jüngeren Pflegerinnen betreuen lassen, das weckt Begehrlichkeiten, Oft ist das Wollen stärker als das Können. Sex im Alter ist zuweilen wie Mikadospielen mit gekochten Spaghetti.

Dem Begriff “Senioren“, die auf dem besten Weg sind, die größte Bevölkerungsgruppe zu werden, haftet ein Phänomen an: Obwohl zeugungsunfähig, vermehren sie sich wie Fliegen im Hochsommer.
Diese Senioren, liebevoll und mit viel Herz von Monika Detering beschrieben, teils friesisch herb, zuweilen wortkarg und oft auch verbittert, entwickeln sich von Seite zu Seite mehr zu einem bedeutungsvollen Beziehungsgeflecht von Krimi und Menschlichkeit.

Der Text erscheint gerade zur richtigen Zeit, weil sich die Bundesregierung endlich Gedanken über die artgerechte Haltung so vieler Senioren macht.

Die Entbehrlichen, die von ihrer Gesellschaft eingeredet bekommen, sie hätten ihren biologischen Sinn längst erfüllt und gefährdeten das Sozialgefüge; diese Senioren, die manches vergessen und Angst vor dem Vergessen haben, die ihre Schrägheiten pflegen, erhalten von der Autorin ein Denkmal gesetzt. Recht so!
Ohne sie wäre der Inselkrimi ein Regionalkrimi wie viele andere: Mord – Polizei – Suche nach dem Mörder und auf der letzten Seite - dann die Festnahme – das übliche Strickmuster also.
Die Beteiligung der Alten an dem Mordgeschehen macht den Text zu etwas Besonderem.
Wundervoll!

Die Forderung, beim Lesen möge durch den Text ein Bild entstehen (Kopfkino), erfüllt die Autorin meisterlich. Beweise auf jeder einzelnen Seite.
Für einen Krimi ist ein solches Sprachniveau erstaunlich und überraschend.

Abschließend ein Tipp: beim 2.Lesen erhöht sich der Genuss.