Der Feigenbaum

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Barcelona: Tusquets, 2006, Titel: 'La higuera', Seiten: 263, Originalsprache
  • München: dtv, 2008, Seiten: 320, Übersetzt: Stefanie Gerhold

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1937, ein Jahr nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Francos Truppen haben das Baskenland erobert und machen wie überall mit den Anhängern der Republik kurzen Prozess. Mitten in der Nacht reißt das Säuberungskommando die Familie aus dem Schlaf. Als der Falangist Rogelio Cerón dem Lehrer und dem Erstgeborenen die Hände auf den Rücken bindet, bleiben seine Augen an dem Jüngsten hängen. Unverwandt starrt Gabino ihn an, sein Blick ist kalt und undurchdringlich. Eine unsägliche Wut steigt in Rogelio auf - doch er kann den 10-jährigen nicht mitnehmen, der faschistische Ehrenkodex verbietet es ihm, ein Kind zu töten. Der Falangist hat in diesem Bruderkrieg schon viele erschossen, Gabinos Blick lässt ihn dennoch nicht mehr los. Er spürt ihn, als sie den Lehrer und seinen ältesten Sohn in den Flussauen liquidieren, er spürt ihn auch noch in der nächsten Nacht, als sie den Richter exekutieren: Rogelio kann den Blick aus diesen Kinderaugen einfach nicht abschütteln. Und so treibt es ihn noch einmal zu dem Ort, wo sie Vater und Sohn erschossen haben. Jemand hat den beiden ein Grab geschaufelt und darauf einen Schössling gepflanzt. Er reißt ihn heraus, aber in der folgenden Nacht ist ein neuer gepflanzt - und Gabino steht hinter ihm. Wortlos stellt der Junge dem Falangisten eine volle Gießkanne vor die Füße. Sein Blick ist unmissverständlich. Rogelio ahnt, dass sein Leben fortan vom Wachstum dieses Feigenbaums abhängen wird ...

Der Feigenbaum

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Letzte Kommentare:
30.12.2013 14:30:04
Klaus Zschokke

An sich spannend - ein wenig zu langfädig, so schien es mir. Der ganze Mittelteil, in dem die Geschichte von Rogelio Ceròn erzählt wird, schein mir zu ausgebreitet, ohne der Entwicklung des Romans immer etwas beizufügen.
Rogelio wird also vom Blick dieses Jungen hypnotisiert und „erhält“ den Auftrag, das Grab des Vaters und des Bruders zu bewachen. Er ist davon überzeugt, dass der Junge ihn ermorden wird, sobald er 16 Jahre alt und damit für die Falangisten erwachsen geworden ist. Diese Frist geht jedoch vorbei, der Feigenbaum wächst, Rogelio wird älter und zum verehrten Eremiten. Er hat jedoch einzig und allein den Schutz und die Pflege des Grabes und des Feigenbaums im Sinn. Diese Mission hält er über all die Jahre aufrecht, keine Frau, kein Geld, keine Drohung können ihn davon abbringen. Schlussendlich wird er von seinen ehemaligen Kumpanen am Feigenbaum aufgeknüpft, weil sie seine Anwesenheit und damit die Erinnerung an diese finsteren Jahre nicht mehr ertragen. Dieses letzte Verbrechen wird jedoch ungesühnt bleiben, da die Leute davon ausgehen, dass Rogelio Selbstmord begangen hat. Mit hinein in diese ganze Geschichte spielt eine „trübe Tasse“: Joseba Ermo, ein Verräter und Spion für die Faschisten, der damals den Vater und den Sohn als Sozi verleumdet und dafür gesorgt hat, dass die beiden von den Faschisten ermordet werden. Dies, weil er das Haus wollte, in dem die Familie gewohnt hat. Später ist er davon überzeugt, dass Rogelio das Grab so sorgfältig bewacht, weil darin nicht nur die beiden Leichen, sondern zusätzlich Schätze vergraben wurden. Nachdem nun Rogelio von seinen „Freunden“ aufgeknüpft worden ist, geht er sofort hin, um das Grab zu öffnen. Dabei wird er jedoch von den gleichen Freunden zu Mus geschlagen, weil diese absolut nicht daran interessiert sind, dass das Grab überhaupt geöffnet wird. Da auf dem Areal eine Schule gebaut werden soll, beschliesst man dann auf Anraten von Don Gabino, dem ehemaligen Jungen mit dem berühmten Blick, der jetzt Priester geworden ist, in der Schule einen botanischen Garten zu installieren, der den Feigenbaum zu Zentrum haben soll.
Interessant schien mir neben dem historischen Kontext, die Tatsache, dass die Faschos damals gar nicht so sehr gegen die Basken und das Baskenland als solches vorgegangen sind, sondern in erster Linie und vor allem gegen die Kommunisten / Sozialisten / roten Schweine. Alles andere war denen gleich. Spanien soll erneuert werden und dies mit Hilfe der Kirche, des Königs und von Franco. Diese Einstellung beschreibt Pinilla sehr genau und gut beobachtet. Kirche, König und Faschismus - alle drei Mächte funktionieren nach dem gleichen Schema: Ich befehle, wie es geht, und du machst! Ob Fascho oder Eremit ist dabei unerheblich.